Europa braucht eine eigene Chipschmiede

perfekt!57

Commodore
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Re: AMD plant Entwicklungszentrum in Indien

@17

das ist ja, was die engländer/amerikaner, bestimmte von denen, eliten jedenfalls, an uns "bemängeln" (in wirklichkeit freuen sie sich, das wir eigentlich eben nicht zuhören, aber s.u.):

das wir uns "für exportweltmeister" halten und nehmen nicht zur kenntnis, das die besten "handbücher zur strategischen unternehmesakquise", zu "deutsch handbuch des unternehmenskaufs", aus dem angelsächischen sind oder von da kommen: die ideen dazu, finanzierung, vertragsgestaltung, strategien erfolgreicher öffentlichkeitsarbeit während der übergangsperiode usw. usf: alles bekannt, alles erprobt:

und wir sagen im jahr 2004 immer noch "pfff was für ein quatsch".

nee bestimt nicht. wäre machbar, wenn man nur wollte.

dohnani hat es doch erst gestern offen ausgesprochen: weitere infra-strukturinvestitionen in den fünf ländern sind quatsch, wenn nicht neue industrielle kerne geschaffen werden, für die sich die infrastruktur, die qualifizierungsmaßnahmen usw. usf. auch lohnen!

und es ist bekannt: ohne industrielle kerne kein florierender mittelstand drumzu. ob es uns allen passt oder nicht.

kuck, meine meinung: wir geben 60 - 70 oder mehr miliarden euro pro jahr aus, unsere geschätzt insgesamt 6 milliarden arbeitslosen zu alimentieren.

und sich die aktienmehrheit an einer börsennotierten AG zu kaufen ist vollkomen legtim. gerade will sich ein französisches pharma-halbstaats-schweineunternehmen "unsere" aventis kaufen. das war mal farrbwerke hoechst. hochprofessionell in neue wachstumsmärkteüberführt, das kernunternehmen mit gutem neuem geld und neuer brainpower. echt prima. und da scheint sich in mitteleuropa nur der aventis vorstand zu wehren... .

also, übernahmen von börsennotierten unternehmen wie amd sind überhaupt nicht verboten. man stelle sich amd als firma mit sitz in berlin vor, oder dresden, oder... . mein eindruck ist, wir kämen besser voran, würden intel schneller marktanteile abnehmen als unter dem existenten us-management. und die milliarden, die es bräuchte, wären ja noch überwiegend langfristig zu finanzierende. ein kaufpreis in milliardenhöhe sollte also kein problem sein, wenn wir den erwerb "als notwenigkeit langfristigen gemeinsinns ansehen würden".


also reine frage des wollens und der klug gemachten finanzierung zunächst. bund, land sachsen, land bayern (siemens-standort) sollten mit im boot sein, evtl. land niedersachsen, land hessen auch. jeder mit ein paar prozent(3-8% von den erforderlichen 51%). dann die großen, global erfahrenen kapitalsammelstellen die wir haben:allianz, müncher rück und noch ein paar. und alle die machen nur die junior-partner. kaufen tut jemand anderes. ihr schlagt mich oder lacht mich aus. Bertelsmann über eine holding-tochter z.b. hielte ich für geeignet: die kennen sich absolut erstklassig aus in diesen dingen, was bertelsmann unternehmen global ge- u. verkauft hat, an die börse(n) gebracht ist wirklich bemerkenswert. BMG halt. Und Bertelsmann ist politisch ein sozialdemokratisches unternehmen. passte zu clement und clement passte zu dem job. (passte das aber auch zu sachsen usw.? das ließe sich aber regeln: zunächst wollte man gemeinsam "die beute erlegen", streiten würde man sich später drum, wenn denn sein müßte. und unternehmerisch ist bertelmann stock-kapitalistisch, weil nur ein erfolgreiches unternehen auf dauer auch gut ist für die mitarbeiter)

klar gäbe das (heftigen) politischen ärger, zumal mit der bush-administration. aber warum sollen wir eigentlich nicht endlich global mitspielen, unseren vorteil suchen, den ärger aushalten, durchaus selbstbewußt?

gäbe noch ein paar weitere gesichtspunkte, z.b. ob amd-us-spezialisten das unternehmen verlassen, ob geheimprojekte für das pentagon bearbeitet werden, usw. usf., wie mit sowas umzugehen ist/wäre. aber nur so weit.

unmöglich sind nur die dinge, die man schon im kopf für unmöglich hält. das hier aber wäre möglich. fehlt uns nur an willen und selbstbewußtsein. na klar sollten da alle mitmachen, eine koalition der willigen schließen, für ostdeutschland und die ganze republik. evtl. für ganz tolle chips für die eine ganze welt.

und von den amerikaner auf der us-airforcebase hier bleiben viele gerne hier, weil es bei uns besser ist als in usa. für die kleinen leute jedenfalls. will sagen: die us-mitarbeiter von amd sind nicht als homogen ablehnende masse zu sehen: bestimmt direkt 20-30% würden sich freuen/wären leicht zu gewinnen, weil wir nicht hire&fire machen, so wie ihre bisherigen bosse.

mehr amd als weiterer zukunftskern globalen wirtschaftens wäre jedenfalls klasse für den osten. könnte man da drüben gut gebrauchen. und selber entscheiden in dresden, was bleibt, was wächst, wo das verdiente geld investiert wird.

anyway.

unser verteidungsministerium nicht zu vergessen. die wollten für uns (und die franzosen?) sicherlich die besten sachen haben/machen.

und wir könnten warschau/polen und prag/tschechien (finanziell und strategisch) mit ins boot nehmen. die hätten auch gerne amd-standorte - und prima top-chips exclusiv, für "sonderaufgaben". sollte man halt drüber nachdenken. könnte nur gut sein für uns, wenn weitere zukünftige eliten in polen und tschechien noch intensiver deutsch lernten, als sie es eh schon tun. das gute fördern in diesen ländern ist allemal immer noch besser "als immer nur und evtl. auf dauer kriminalität und machenschaften bekämpfen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab da mal einen eigenständigen thread daraus gemacht, da es den bisherigen (siehe Re: ) zu sprengen drohte.


@perfekt,

Nette Gedankengänge, die ich für nicht durchführbar halte.
Vielleicht meldet sich ja der ein oder andere Wirtschaftsexperte dazu.


Gruß

olly3052
 
Ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber ich verstehe nix außer dem topic (den wohl olly3052 verfasst hat) und habe ansonsten den wagen Verdacht, dass der Bund Mehrheitsanteile an AMD kaufen und damit Arbeitsplätze sichern und neue schaffen soll. Versteh ich das richtig, oder bin ich auf dem Holzweg?
 
Europa braucht eine eigene Chipschmiede

Haben wir die nicht schon längst?

ARM

Was glaubt Ihr, steckt in den meisten PDAs und z. T. auch in den Desktopprozssoren drin? Natürlich ein ARM-Kern.
Selber stellen die zwar keine Chips her, aber das Design stammt von ihnen.

Soviel zum Topic. Ich habe mir perfects Post nicht durchgelesen, denn dafür muss man meist nüchtern sein - was ich zur Zeit nicht bin, eher das absolute Gegenteil.

Gruß
Morgoth
 
1. danke olli

2. "fehlt uns nur an willen und selbstbewußtsein." das ein selbstzitat. scheint ja aber wohl nicht zu reichen. fehlte noch viel mehr, z.b. ein kanzler "mit der fähigkeit zu visionen", denn gerade heute ist

"aventis" nun weg, und zwar "ganz überraschend" wie ich vorhin den nachrichten entnahm an die franzosen: und zwar wirklich überraschender weise halt doch an die franzosen. da wirste echt dumm im kopf. was mich aber wirklich überraschte, war,

dass auch gemeldet wurde, "dass bundeskanzler schröder nicht amüsiert war darüber". eben weil "der französische staat mit eingegriffen, sich erfolgreich eingemischt, einfluß genommen, französische wirtschaftspolitik betrieben hat". na klasse. was hat der herr schröder eigentlich erwartet? zumal von der französischen regierung? einem konservativen präsidenten? dass der einen sozi-kanzler nicht mit helfen würde mal eben ein qwenig zu ducken? seinen freunden aus den franz. großunternehmen, der franz. hochfinanz hilft ein konservativer präsident doch immer, oder? und ohne dessen geheimes "oui", wäre das nicht so gelaufen. nur beweisen wird man das wie immer nicht können. da hat dann im zweifelsfalle der staatssekretär eigenmächtig, ohne weisung von oben gehandelt..., nicht wahr, so ist das doch immer? (merke, ich rede noch zum thema)

50 milliarden (die sind es doch?) im falle aventis sind total viel geld, da wäre es die pflicht der politik, unseres wirtschaftsministeriums gewesen, rechtzeitig "ein auge drauf zu haben", trotz EU usw., oder nicht? hätte man in paris intervenieren müssen: nach dem motto, "das entscheidet der markt, ihr lasst bitte von staats wegen die finger aus dem spiel". und die franzosen hätten gesagt "na klar. ehrlich doch". augenaufschlag. und der fall aventis wäre heute noch offen.

etwas weiter gedacht: und was bliebe von unserem ach so blauäugigen deutschland, wenn in einer generation "das experiment EU von den (leider verbliebenen) nationalstaaten per vertragsauflösung für beendet erklärt würde"?

wir aber, so zeigt aventis ganz klar, wir glauben mal wieder"an die reinen lösungen, prima ehrlich globale marktwirtschaft. toll. und machen weiter "die doofen": denn wenn andere, die schon immer ihre doppelmoral hatten, an ihrer art und weise trotz unserer apelle festhalten, dann sind wir beleidigt, wollen am ende "höchstens nicht mehr mitspielen" usw..

uns dann noch mehr anstrengen die anderen von unserer art des ehrlichen micheltums zu überzeugen, das ist unsere art. oder so ähnlich.

wie oben angedeutet nun mal weg von den franzosen und von heute: die (puritanischen) angelsachsen waren und sind schon immer ein volk der doppelmoral gewesen. das ist deren glückliche art sie selbst zu sein. das ändert man nicht. ("schön anständig so wie alle sich als junge den schwanz beschneiden lassen, "damit immer alles schön sauber ist", hinter der haut sich kein "unkontrollierter" schmutz ansammeln kann und mehr illegaler sex im internet als von jeder anderen nation.") und das gilt auch für die wirtschaftsmoral: gut ist, was der us-wirtschaft nutzt. und wenn es dielüge vom freien marktzugang, dem freien spiel der kräfte ist. das gilt real immer nur für die kleinen.

ich bleibe dabei: die Aktienmehrheit von AMD nach deutschland wäre wünschenswert und machbar. heute meine ich das mehr denn je. und wir sollten das natürlich nicht "von staats wegen machen, sondern nur wohlwollend und evtl. mit gnädig gewährter finanzhilfe begleiten." und die evtl. außenpolitischen konflikte ließen sich mit verweis auf aventis heute besser abtun als letzte woche. ("außerdem wollen wir ja nur da mehr makrtwirtschaft reinbringen. AMD als "mitteleuropiäsche firma" ist doch gut für den globalenwiettbewerb, intel bleibt ja in usa.")

ja ich denke "die us-administration und ein paar andere würden drohen, fluchen, evtl. boykottieren usw.", denn "wenn zwei das gleiche tun ist das noch lange nicht dasselbe". eben. und darum sollten wir unseren platz in der welt aus eigener kraft und eigenem willen selbstbewußt neu definieren (in solchen punkten jedenfalls)

was bei mir noch ist: da ist immer noch der schale geschmack in meinem munde, dass uns von unseren regierungen womöglich bis heute noch nicht die ganze wahrheit gesagt worden ist über unseren (aktuellen) deutschen platz in der welt:

zwischen uns und den vier siegermächten gibt es bis heute bloß die sogeannten 2+4-verträge. einen formalen, einen richtigen friedensvertrag, wie er völkerrechtlich bindend und üblich ist nach kriegen, haben wir bis heute nicht.

und evtl. gibt es uns öffentlichkeit unbekannte geheime zusatzklauseln zu den 2+4-verträgen, (so klauseln sind ja üblich) in denen der deutsche zustand so wie er ist bis auf weiteres festgeschrieben ist ("wir erlauben den zusammenschluß der beiden deutschlands, aber... erst müssen sie sich noch ein paar jahrzehnte weiter brav bewähren, dürfen nicht unangenehm auffallen, dann können wir siegermäcchte, wenn wir siegermächte das wollen, über die umsetzung der 2+4-verträge in völkerrechtlich normale und bindende friedensverträge deutschlands mit uns siegermächten nachdenken".) da solche klauseln existieren wäre ja immerhin möglich. und wenn ich kanzler wäre, ich ließe es etvl. "am beispiel einer unterstützung für eine koalition von amd-käufern" mal "drauf ankommen" auch mal darauf angesprochen zu werden, ob das mit einem (möglicherweise) in den 2+4-verträgen festgeschrieben wohlverhalten deutschlands denn konform ginge. hinsichtlich irak war ja auch allerhand möglich, mit unterstützung frankreichs. ("dafür kriegen die jetzt aventis?" kann ja wohl nicht sein.)

mir reichte für hier und heute, wenn klar ist, dass es sehr wohl möglich sein könnte, eine koaltion zu schmieden, die AMD nach deutschland holte.

das ist im grunde so einfach wie kuchen backen oder meinen rasen mähen. man fängt an damit, dass man ein team geeigneter leute zusamenstellt. und loslegt.

planspiele zur stufenweisen finanzierung des aktienerwerbs wären das erste. return on invest in welchem zeitraum? die öffentlichkeitsarbeit planen. dann in aller stille anfangen aktien zu kaufen. persönlichkeitsprofile der möglichen gegenspieler auf der anderen seite erarbeiten, diese auf stimmigkeit gegenchecken lassen. an die öffentlichkeit gehen, sobald man einen ersten ansehnlichen posten aktien zusammenhat, so wie dies öffentlichkeitspflichtig wird. und dann schlag auf schlag die geplante strategie umsetzen, so dass die anderen eher nicht zum nachdenken oder atem holen kommen. eine arbeit für männer, sicherlich. und frauen wie kondoleza rice. und evtl sollten wir mal (informell) bei putin vorstoßen. für gute sachen ist der immer zu haben. (minderheitsbeteiligung des kgb,*g*)

so. next i.
 
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Viele Leute haben noch gar nicht begriffen, daß die Musik in der Elektronik, Wissenschaft , Technik und sonstigem Fortschritt schon bald nicht mehr in Amerika oder gar Europa spielt.
Die Asiaten werden uns in den nächsten Jahren zeigen, wo es lang geht.
Was europäische Halbleiterhersteller anbelangt: für mich ist z.B. Infineon, börsenmäßig gesehen, mittelfristig eindeutig ein Pleitekandidat.
Das hat nichts damit zu tun, daß man mit Scheinen auf diese Aktie fast monatlich gut Geld verdienen kann.

wir kämpfen weiter

:D :D :D
 
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