Styx schrieb:
dann gabs immer wieder priester, medizinmänner oder wie auch immer, die sich die angst der leute zu nutze gemacht haben um macht zu erlangen.
Und hier haben wir die Herkunft der Kirche
So falsch... angenommen, dass du mit "der Kirche" eine hier vorherrschende christl. Kirche meinst, stimmt das eben gerade nicht... diese hat sich damals gerade als Gegenbewegung und Märtyrergemeinschaft etabliert. Sie hat sich von der Welt abgegrenzt (gib dem Kaiser was dem Kaiser gebührt), religiöse Gesetze aufgebrochen (Stichwort Apostelkonzil in Jerusalem), eine persönliche Beziehung zwischen Gott/Jesus und dem Individuum gepredigt (außerhalb judaischer und römischer Machttraditionen).
Die etablierten Landeskirchen die du heute kennst schrumpfen nicht grundlos, entstanden sie doch im wesentlichen aus der versuchten Symbiöse von weltlicher und geistlicher Macht und entfernten sich in ihrer Lehre von den Wurzeln des Christentums, die man heute in den viel gescholtenen evangelikalen Freikirchen deutlich stärker wiederfindet als in den großen Kirchen.
e-ding: religion gibt den menschen in schweren zeiten einen halt und hoffnung. ob im kleinen, wenn ein mensch stirbt einen trost für die angehörigen oder im großen, z. b. einem krieg wenn die menschen wieder zu gott beten.
Sowas, als es mir jahrelang gesundheitlich sehr schlecht ging, war mein Glaubensleben am wenigsten ausgeprägt. Später hat sich beides zum besseren gewendet. Das passt nicht in das genannte und oft genutzte Schema.
Wenn wir uns Religion heute anschauen, ist sie faktisch verzichtbar, auch wenn sie, aufgrund von Konditionierung, noch immer als Option gewählt wird.
Rein biologisch gesehen ist sie immer verzichtbar. Selbst für Wohlstand und Fortschritt ist sie es. Mit der "Entdeckung" des Moralsinns im Gehirn durch die Hirnforschung/Neurobiologie (google mal danach, sehr interessante Sache) sollte auch klar sein, dass sie dafür (biologisch gesehen) verzichtbar ist.
Die christliche Religion versteht ihren Zweck zunächst darin, die zerrüttete Beziehung zwischen Gott und den Menschen wiederherzustellen. Dass man es in der Welt auch ohne das zu was bringen kann steht in der Bibel ebenfalls (Buch Prediger, oder das von Gott gegebene Gewissen in jedem Menschen, vgl. NT).
Ein Grund, dass sich die westliche Welt in den letzten 2000 Jahren immer rascher weiter entwickelte, in nahezu allen Bereichen, war mit Sicherheit, dass eben die christliche Religion kein Tool zur Erklärung scheinbar unnatürlicher Phänomene war, sondern die Gläubigen stets angebtrieben waren, die von Gott gegebenen Gaben (auch so "triviale" Dinge wie den Verstand) zu nutzen, zu entwickeln.
Jede neue wissenschaftliche Erkenntnis (die ich gierig aufsauge, bevorzugt Astronomie) lässt meinen Gott nicht schrumpfen, sondern steigert viel mehr meine Faszination für diese unglaubliche Perfektion, die wir in Gottes Handschrift jeden Tag sehen. Und sie weckt meine Neugier, was es noch alles zu entdecken gibt.