extrem lichtstarke Objektive

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reaper2k11

Gast
Wieso werden Objektive wie das 85mm f/1.2 L II USM für 1800 € gekauft, wenn bei Offenblende und vielleicht erst bei F/4 die richtig guten Abbildungswerte liegen? Somit ist es doch unterhalb relativ "unbrauchbar", speziell auch durch chromatische Abberationen und kann doch genauso durch eines, welches ab Offenblende 2.8 sehr gut abbildet, benutzt werden.

So Sachen wie Bokeh und Tiefenschärfe außen vorgelassen
 
Lichtstarke Objektive brauchen viel Glas. Und zwar nicht irgendwelches Fensterscheiben-Glas, sondern eines hoher Güte und vor allem: einer angemessenen Beschichtung zur weitgehenden Verhinderung von Chromatischen Abberationen etc. - und diese Beschichtung kann meines Wissens nach nicht "aufgetragen werden mit ner Spraydose", sondern muss auf dem Glas ähnlich einem Bakterium wachsen. Und das braucht Zeit, je größer das Glas ist. Und da hohe Lichtstärken nun mal viel Glas brauchen... bäm.

Aber natürlich zahlt man bei den "Premium"-Produkten auch noch mal gerne 30% und mehr einfach nur dafür, dass da "Canon L-Serie" drauf steht.
 
So Sachen wie Bokeh und Tiefenschärfe außen vorgelassen

eben das ist es doch

solche gläser finden oft in der Portrait fotografie anwendung und eben da ist bokeh wichtig

des weiteren avaible light, mit den teilen kannst noch aufnehmen, wenn andere schon nen blitz aufstecken
 
Bokeh und Tiefenschärfe macht man in diesem Ausmaß eher über Brennweite als über Blende. Chromatische Abberationen lassen sich ziemlich gut nachträglich korrigieren und sind da kaum ein Thema. Aber manchmal hast du einfach nicht die Freiheit mit f/2.8 zu schießen weil es schlichtweg zu dunkel dafür ist. Wenn man ein scharf abbildendes Objektiv bei Blende f/4.0 sucht gibts natürlich Alternativen, aber manchmal muss es einfach f/2.0 oder lichtstärker sein. Die meisten Eigenheiten solcher Objektive lassen sich da immer noch besser verkraften als high-ISO Sensorrauschen.
 
Aber wenn die Anfangsblendenwerte Qualitativ zum vergessen sind und man dafür ein älteres mit einer minimal geringeren Lichtstärke kauft? z.B das 85 1.8 USM erzielt hier schon bei F/1.8 bessere Offenblendenwerte wie das oben genannte.

Oder ergeben sich die gemessenen Linienpaare bei Offenblende anhand des Bokehs zu schlechten Werten?
 
Zuletzt bearbeitet:
f/1.2? Da geht noch was! http://www.juzaphoto.com/article.php?l=en&article=59

hier sieht man übrigens auch gut wie viel besser die bildqualität des 85mm f/1.2 ist.

Es ist doch so: besser mal ein optisch schlechteres Bild, was man auf kleinen Ausdrucken eh nicht sieht, als in der Kirche bei einer Hochzeit rumzublitzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwar erhält man mit einer längeren Brennweite auch eine ähnliche Bildunschärfe im Hintergrund (Bokeh) jedoch erhält man ein ganz anderes Bild was die Winkelabbildung des Kopfes (Im Falle eines Portraits) angeht.
Es ist also wünschenswert eine grosse Blendenöffnung bei jeder Brennweite zu haben.

Gruss Christian
 
Außerdem sollte man eh nicht vergessen, dass die Preise bei geringen Stückzahlen höher ausfallen. Zuletzt ist schon bekannt, dass die Canon 1.2L Linse nicht die beste optische Abbildungsleistung hat.

Zuletzt hier noch eine gute Seite zum Vergleichen von Bildqualitäten (natürlich bedingt aussagekräftig)
http://www.the-digital-picture.com/...meraComp=453&SampleComp=0&FLIComp=0&APIComp=0

Edit: F1.0?
Hier, F0.95 (ist aber natürlich kein Canon Anschluss;))
http://us.leica-camera.com/photography/m_system/lenses/5915.html
 
@HaZu: Wieso wird ein F/1.0 nicht mehr hergestellt? Das heißt ja dann, dass das licht ohne Einbußen ankommt :O
@GeForce4: Kennst du eine variable brennweite mit festen F/1.2 :P Wohl eher ab 2.8 :)
 
F/1.0 heißt nicht "Ohne Einbußen", die Blende geht (zumindest in der Theorie) noch ein ganzes Stück unter 1. Es wird nur immer schwieriger das herzustellen, weswegen in der Praxis schon viel früher Schluss ist.
 
Ebenso werden viele Event-Fotografen z.B. die Objektive trotz geringerer Abbildungsqualität bei Offenblende nutzen, um z.B. Bilder von Konzerten, Clubs und sonstigen Events bei schwachen Lichtverhältnissen zu machen. Von - wie ja bereits erwähnt wurde - den möglichen künstlerischen Gestaltungsmethoden durch das Bokeh und die extreme Tiefenschärfe z.B. bei f1.2 mal ganz abgesehen.

Und zu guter letzt erhälst du z.B. bei Canon mit 1-stelligen EOS-DSLRs und L-Objektiven Zugang zum "Canon Professional Service", bei welchem du exklusiven Premium-Support, kostenlose Ersatz-Ausrüstung während Reparaturarbeiten und noch so einige nette Dinge offeriert bekommst. Für viele Berufsfotografen ist das mitunter einer der Kaufgründe für teureres Equipment.
 
Achsoo, ich dachte immer Blende 1.0 heißt, dass das gesamte verfügbare Licht ohne Einbußen an den Sensor trifft. kleinere Blendenzahl heißt ja schließlich auch weniger Licht und höhere belichtungszeit.

Also wäre in der Theorie bei 0 Schluss und 0 das gesamte Licht
 
"Übliche Werte liegen zwischen ƒ/1,4 und ƒ/5,6, vereinzelt findet man auch noch ƒ/1,25 und ƒ/6,3 oder ƒ/8. Extrem lichtstarke Objektive haben zum Teil Lichtstärken bis ƒ/0,35, bei älteren oder einfachen Superteleobjektiven findet man auch Werte bis ƒ/16. Theoretisch sind Werte bis ƒ/0,25 (Parabolspiegel mit d = 2 r = 4 ƒ) möglich, Lochkameras weisen Werte zwischen ƒ/200 und ƒ/1000 auf."

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtstärke_(Fotografie)

Die Wiki hilft ;)
 
hier stand mist
 
Mein Grossvater hatte mal ein Leica Objektiv mit Blende < 1..


Ich selbst bin ja Hobbyfotograf mit einer kleinen DSLR. Ich besitze ein 17-50mm F2.8er Objektiv. Für den Alltag magst du recht haben. schon bei F2.8 muss man bei näher stehenden Objekten aufpassen, dass man den Fokus nicht verliert.

Aber ich wünsche mir oftmals am Abend noch mehr Lichtstärke, benütze Zeitweise ein 50mm F 1.4. Für spezielle Fotos ist das Ideal. Schon einmal bei ISO 200 und f1.4 5 Sekunden mitten in der Nacht eine Wiese Fotografiert? Ohne Mondlicht, nur Sterne? Sieht aus wie ein Kalenderfoto.. das elbe mit deinem popeligen 3.5er Objektiv...

Und der Preis nimmt natürlich progressiv zu - ist kein Massenhaft vorhandenes Objektiv.. da zahlt man für jedes % Mehrleistung ein vielfaches mehr.
 
Die Entwicklung sehr lichtstarker Objektive wurde zu einer Zeit geplant, als es nur relativ unempfindliche Filme gab.
Dies relativiert sich zunehmend, denn mit jeder Chip-Generation gehen die möglichen nutzbaren ISO-Werte höher und höher.
Damit lassen sich, gerade auch mit Blick auf das P-/L-Verhältnis, sehr anspruchsvolle Aufnahmen ohne Blitz realisieren.
 
Die meisten porträts mache ich mit meinem 50mm 1.4 und eine blende zwischen 2,0 und 2,8. hier geht es mir vor allem um freistellung. Die abbildungsleistung ist ab 2.8 sehr gut von dem Canon 50er.
 
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