Fehlt es Linux an "Coolness" für mehr Marktanteile? Blick Richtung Apple

Mondgesang

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Liebe Freunde,

Kann es sein, dass es der Linuxwelt schlicht und ergreifend an "Coolness" fehlt, um sich im Desktop- und Consumerbereich mit mehr Ansehen und anderem Image zu etablieren? Es ist spannend, wie sich Dinge entwickeln, wo ich (als Laie der Computer-Geschichte) weiß, dass Linux und MacOS eigentlich entfernte Verwandte sind, wo doch beide unixoide Wurzeln haben. Und dennoch könnten die Images dieser beiden Ökosysteme nicht unterschiedlicher sein.

Ich las hier gerade eben die Ankündigung eines möglichen CEO-Nachfolgers für Apple. Und das Titelbild...
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...gab mir sofort Craig Federighi Vibes. Fitter Typ, lässiges Shirt, freundlich lächelnd beugt er sich zum Produkt und grinst in die Kamera.

federighi.png


im Hintergrund natürlich sanfte Farben und Verläufe, weiche Übergänge, runde Formen (meist Teile der Apple Facility), gutes kalifornisches Wetter...

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...gerne mal Grün (deren Innenhof) im Hintergrund, was so diesen Mix aus Technik und Natur untermalen soll.

Dazu, jetzt speziell in Federighis Fall, kommt, dass er a) eloquent ist und sich auszudrücken weiß, und b) ganz wichtig, Spaß versteht und sich nicht zu ernst nimmt. Aufgrund seiner immer sitzenden Frisur trägt er ja den Namen Hair Force One und in so manchen Clips sieht man halt, wie Apple oder er das auf die Schippe nimmt...

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...wenn er da so James Bond mäßig angerannt kommt und sich durch die Haare streicht. Ist witzig, zeugt davon, dass man Trends und Memes nicht übersieht sondern einfach mitnimmt und durchzieht (Kundennähe?).

Ich habe bislang kein Wort von den tatsächlichen Technologien erwähnt. Weil das tatsächlich gar nicht Thema hier sein soll. Es geht hier rein um nicht greifbare, nicht messbare Dinge, wie Gefühle, Zugehörigkeit, Clique, Leute, Persönlichkeiten, Coolness, Vorbilder(?), Teil eines Teams, sowas.

Wenn man mal ins Apple-Geschehen schaut, dann (und das sage ich als Apple-Außenstehender; man kann mir also keinen Fanboyism unterstellen) hat man genau das. Ein cooler, lässiger Typ in schnittigem Hemd und mit einer Frisur nach dem 3-Wetter-Taft-Vorbild stellt in einer futuristischen Facility (CGI natürlich) irgendwelche collen Features vor, wird dann irgendwohin teleportiert, rennt durch ne Halle, jumpt zum nächsten Feature etc. Ist cool, ist witzig.


Dagegen in der Linuxwelt (und hier bin ich stolzer Veteran), habe ich hin und wieder das Gefühl in einer Sekte zu sein, in einer paramilitärischen Rebellenorganisation, einem Clan, der gegen andere Clans Krieg führt, oftmals eine Gruppe von Verbitterten, Neidern oder Hatern. Zumindest sind dies die lautesten Vertreter, die man überall liest oder hört. Entspannte Benutzer sind ja nicht gerade die, die sich lauthals in Foren zerfleischen. Gutes Stichwort. Die Kriege innerhalb der Linux-Gemeinschaft sind teilweise spannend bis erschütternd. Da werden sich die Köpfe eingehauen über Distros, Desktopumgebungen, File Manager, Feilesystems, systemd (Dinge, die einem normalen Benutzer wie Hocuspocus erscheinen)...

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(in jedem Cliche oder Vorurteil steckt Wahrheit; die kommen nicht aus dem Nichts)

Ständig lese ich was von Freunde oder Familienmitglieder bekehren, rüberholen, auf unsere Seite bringen. Leute, das sind Terminologien von Sekten...

Auch habe ich immer wieder das Gefühl, dass die einzigen Argumente, die vorgebracht werden rein technische Argumente sind (also auch technisch formuliert). Da wird Oma Erna was vom Kernel erzählt, dass der FOSS ist und dass GPLv3 die Welt rettet. Wer ist dieser GPLv3? Ich will doch einfach nur die Fotos von meinem Enkel auf dem Bildschirm anschauen.


Wenn wir in die Persönlichkeiten der Linux-Welt schauen, muss man schon genauer hinsehen. Und leider sind die, die am lautesten schreien die meiner Meinung nach schlechteste Wahl von Leuten, die man einem Außenstehenden Normalbenutzer vorsetzen sollte.

Wenn ich an eine Sekte denke, und wenn "bekehren", "auf unsere Seite bringen" und "rüberholen" eine Person wären,...
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... dann hätten wir hier den Sektenführer. Buchstäblich in Robe und mit Heiligenschein-Hut.

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Ein Mann, dessen Alltag heutzutage daraus besteht, Leute zu berichtigen, es hieße gefälligst GNU/Linux und nicht Linux und bitter darüber zu sein dass GNU zu unrecht in der Versenkung verschwand. Ein ewiger Kampf gegen alles nicht FOSS oder FSF-kompatible.

Als jahrelanger Linux-Enthusiast (und damals ähnlich nerviger Militant) weiß ich dennoch mehr über das Apple-Ökosystem und was es alles gut kann, als über das GNU Project oder die FSF. Das spricht Bände. Zumindest aus Consumer-Sicht, denn als Consumer juckt es mich nicht ob sich gerade zwei Firmen über SystemD oder was auch immer da unter der Motorhaube schlummert die Köpfe einhauen.

Ein kleiner Glanzmoment war Melissa Di Donato, (ich glaube mittlerweile ehemalige) CEO von SuSE.
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Ich kann mich gut an einige Videos erinnern, in denen sie die Technologien von SuSE vorgestellt hatte. Das hat mir echt teilweise Apple-Vibes im positivsten Sinne gegeben. Gläserne Gebäude und Räume, projizierte Hologramme von irgendwelchen Features, sie steht davor und erzählt in einfacher Sprache warum das jetzt cool ist.

Leider war SuSE und eben diese Dinge eher an den Enterprise-Bereich gerichtet. Server, Datencenter, Rechenzentren.

Linus Torvalds selbst ist, so ein entspannter Typ er auch ist, glaube ich kein passendes Aushängeschild. Er ist introvertiert, mag es nicht gerne im Rampenlicht zu stehen, hält wenig von Distributionen und dem fertigen Userland und ist eigentlich auf den Kernel fokussiert (Zitat: "which is basically my life"). In Interviews oder Meet-Ups antwortet er eher gehalten, nüchtern, technisch, manchmal ohne Blatt vor dem Mund.

DIE Figur der Linuxwelt, die bislang am stabilsten als Gesicht eines Produkts fungiert hat war und ist Mark Shuttleworth, Gründer von Canonical/Ubuntu. Ich habe speziell auf Ubuntu fokussiert einen Thread erstellt https://www.computerbase.de/forum/threads/ist-ubuntu-das-macos-der-linux-welt.2256275/#post-31035743 wo ich die Ähnlichkeiten zwischen Ubuntu und MacOS und Shuttleworth und Steve Jobs darstelle, bzw zur Diskussion stelle.

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Lässiger Typ

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sowohl im Hemd

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als auch in der rebellisch Nvidia'schen Lederjacke.

Ich weiß wirklich nicht mehr wo das Video ist, aber vor JAHREN habe ich mal ein Interview mit ihm gesehen oder es war so ein selbstgedrehtes Announcement, das hat maximal Apple-Vibes gehabt. Mark in seiner sandsteinfarbenen Hütte, sonnenlichtdurchflutet, Bäume im Hintergrund (blurry) und er erzählt da wie so ein Visionär ruhig und lässig was von Features. Sowas kann man verkaufen, sowas kann man an den Mann bringen. Zudem passt das Wort "Ubuntu" wie die Faust aufs Auge zu Canonical/Ubuntu als System, welches von Hatern gerne als restriktiv, in eine Form pressend, dementiert wird. "I am who I am because of who we all are". Wie bei allen restriktiven Dingen, die so kommen, wie der Hersteller sie gemacht hat, weiß ich, dass das was ich jetzt habe andere genau so haben. Das verbindet. Auf technischer ebene (wenn ich Fragen habe ist die Chance höher, dass andere mir helfen können) aber auch auf mentaler Ebene. Quasi das Gegenteil von einem "Have it your way" Linux from Scratch, wo am Ende jeder mit einer völlig individuellen Bastelbude um die Ecke kommt und sich dafür auf die Schulter klopft.

Aber wenn ich mir so Schulen vorstelle, Bibliotheken, Einrichtungen, Vereine, also User, die gar nicht so sehr AM System arbeiten wollen sondern MIT dem System, da verstehe ich diesen Ansatz zu 100%. Hier ist dein Ubuntu-Rechner. Du bist jetzt ein Teil eines Ökosystems. Wir haben mit den "bösen bösen Großen" (Nvidia, MS, Google etc) Dialoge geschlossen, damit du ein möglichst ruckelfreies Erlebnis hast. Viel Spaß.

Und naja, Ubuntus Anteil in der Linuxwelt spricht halt für sich.


Also völlig abseits von Technologien, wer welche Features hat, kann es sein dass es der Linuxwelt an coolen Persönlichkeiten fehlt, die das Ganze in die Welt hinaustragen?
 
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Meinst du diese Art von Coolness?

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Ich glaube, die Akzeptanz eines OS hat wenig mit der physischen Attraktivität von CEOs, CTOs oder Werbefiguren zu tun.
 
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Ist doch egal? Man wählt ein OS nach seinen Bedürfnissen, nicht nach Coolness-Faktor 🤷‍♂️
 
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Es muss nicht überall einen Personenkult geben.

Ein OS wählt man idR objektiv und nach Bedarf aus.

€: Bei Applejüngern interessiert sich niemand für das OS, sondern rein für die Marke.
 
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Metalveteran schrieb:
Ist doch egal? Man wählt ein OS nach seinen Bedürfnissen, nicht nach Coolness-Faktor 🤷‍♂️

Mmm. Also Apple wird nicht gekauft weil es das beste Produkt ist, oder das beste Preis-/Leistungs-Verhältnis hat, sondern weil die Produkte einen bestimmten Livestyle verkörpern. Das ist bei Windows/Linux nicht so.
 
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Mondgesang schrieb:
Und dennoch könnten die Images dieser beiden Ökosysteme nicht unterschiedlicher sein.
Ja, das finde ich auch recht seltsam. Apple hat so das Image, dass das für Leute gemacht ist, die absolut keine Erfahrung von Computern haben und die sich deswegen beim Preis total abzocken lassen. Linux hat eher so das Image, dass er für Nerds gemacht ist, die sich super mit ihrer Hardware auskennen und damit auch alles machen wollen, was technisch möglich ist. Das Problem ist halt einfach, dass mit uns Nerds nicht so viel Geld zu machen ist, weil wir unsere Hardware einfach zu normalen Marktpreisen kaufen und die dann auch ewig nutzen, weil ja alles kompatibel ist und ewig unterstützt wird.
 
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aluis schrieb:
Also Apple wird nicht gekauft weil es das beste Produkt ist, oder das beste Preis-/Leistungs-Verhältnis hat, sondern weil die Produkte einen bestimmten Livestyle verkörpern
Volltreffer.


In einer perfekten Welt, wo man bei Media Markt einen blanken, leeren Computer erhält, sich zu Hause hinsetzt und dann die Features aller Betriebssysteme als technisch versierter Nutzer liest, sich dann für eins entscheidet, es sich holt und installiert, DA würde der Nutzer nach seinen Bedürfnissen entscheiden.

So, werden 99,999999999% aller Computer mit Windows vorinstalliert verkauft. Leute kaufen, schalten ein, benutzen. Hat mit Marketing zu tun. Mit Verträgen zwischen Microsoft und den Computerherstellern und den Retail Sellern.

Davon WEG zu gehen IST dann eine bewusste Entscheidung. Z.B. sich einen Mac zuzulegen. Und da bin zu 100% überzeugt, dass die Gesichter (quasi dann Maskottchen des Produkts) nicht zufällig gewählt werden. Ist ja wie bei allem anderen im Leben auch.

"Wir fahren Mercedes" ist ein Lifestyle-Statement, anders als "wir fahren Opel". Völlig ungeachtet der technischen Gegebenheiten. "Ich trage Rolex", "ich trage Gucci", whatever. Alles Marketing, alles ein Image, welches diese Firmen über Jahre aufgebaut haben.
 
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Es fehlt am Desktop ganz einfach:
  • Keine GPOs, kein Intune usw. (Wichtig für Verwaltung von Geräten)
  • Keine Unterstützung von Branchensoftware
  • Komplexere Bedienung für Durchschnittsnutzer (wird besser)
  • Fehlende Marketing-Power
 
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Mondgesang schrieb:
Wer ist dieser GPLv3? Ich will doch einfach nur die Fotos von meinem Enkel auf dem Bildschirm anschauen.
Eins meiner ersten Probleme, was ich mit dem SteamDeck hatte, war, dass ich Bilder vom NAS anschauen wollte. GwenView aus dem "Appstore" runtergeladen, gestartet und dann taucht mein NAS Verzeichnis nicht auf. Gehe ich nochmal in den FileExplorer (Dolphin?) und dort auf die eingebundene NAS Freigabe, will das Bild mit Gwenview öffnen -> Keine Rechte.
Fazit: SteamOS ist vorkonfiguriert, dass es nur Flatpaks installiert/nutzt. Flatpaks haben erstmal keinen Zugriff auf Netzwerkadressen. Zu dem Zeitpunkt keine Ahnung was sind denn jetzt Flatpaks. Könnte man sich mit Flatseal wieder zurecht biegen...

Auch die Rechteverwaltung, bzw die Root Abfrage ist teilweise extrem penetrant. Das ist zwar technisch richtig, aber im "Workflow" bzw Nutzerverhalten immer wieder störend.
Ich erinnere mal an die Windows Version, die das genauso "richtig" umgesetzt hatte: Vista. Damals ist Microsoft massiv zurückgerudert, weil das einer der Punkte war, der die Nutzer massiv gestört hat.

Ich hatte zuletzt ein Problem mit einem alten G-Sync Monitor, der ums verrecken kein Bild unter Linux mit AMD GPU anzeigen wollte. Schuld ist ein Fehler im EDID seitens dem Monitor Hersteller/Nvidia (die das aufgrund des G-Sync Moduls vorgegeben hatten). Unter Windows taucht das Problem nicht auf, einfach weil Microsoft hier ein Failback eingebaut hat. Unter Linux hat das viele Stunden gedauert um dem Problem auf die Schliche zu kommen, eine Fehlerlösung zu suchen (die ich als nicht ITler gar nicht auf dem Schirm hatte) eine elend lange Diskussion mit ChatGPT und Google sowie dieser Thread hier im Forum: https://www.computerbase.de/forum/threads/monitor-edid-und-linux.2256633/
Nach bestimmt 10 Stunden meiner Freizeit hatte ich einfach keine Nerven mehr weiter zu "frickeln".
Ich habe eine andere Lösung, die out of the box funktionierte umgesetzt und gut.

Hier ist ein Problem, dass "Linux" zu modular ist und solche Probleme einfach zwischen den Modulen interagieren und solange niemand die Hand darüber hat, wird es teilweise massiv umständlich.
Der typische Nutzer, möchte das es geht. Wenn man drei Klicks braucht, geht das noch, aber die mit jedem Schritt mehr Aufwand verliert man User. "Linux" ist da nicht zum Teil nichtmal ansatzweise an dem kritischen Punkt angekommen, wo es noch geht.
Was mittlerweile der Fall ist, ist das heutige Distributionen und viel mehr DE's schon sehr viel out of the box können und es oft ohne Probleme geht, aber wehe man hat mal ein Problem (und kein Vorwissen dazu).

Ob da jetzt jemand Hübsches in die Werbekamera grinst, spielt eher eine extrem untergeordnete Rolle.
Meine Schwester als Apple Fanboy weiß, glaube ich, nicht mal wer Tim Cook ist.
 
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Ich find Linux ziemlich cool, auch ohne Personenkult.

VDC schrieb:
Bei Applejüngern interessiert sich niemand für das OS, sondern rein für die Marke.
Ja, klar. Was sonst.
 
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Mondgesang schrieb:
Also völlig abseits von Technologien, wer welche Features hat, kann es sein dass es der Linuxwelt an coolen Persönlichkeiten fehlt, die das Ganze in die Welt hinaustragen?
Wozu braucht man "coole" Persönlichkeiten? Zumal "cool" auch noch eine ziemlich subjektive Einschätzung ist.

Die Leute, die heute Windows kaufen, machen das doch auch nicht, weil ihnen der Teint von Nadella gefällt.
 
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AAS schrieb:
Keine GPOs, kein Intune usw. (Wichtig für Verwaltung von Geräten)
sagt mir als Tech-Enthusiast gar nichts.

AAS schrieb:
Keine Unterstützung von Branchensoftware
Teil des Marketings meiner Meinung nach. Statt zu bekämpfen sollte man den Dialog suchen. Viele Linux-Nerds vergessen leider dass FOSS nicht von Luft und Liebe lebt, sondern von massiven Finanziellen Spritzen AUCH von den ach so bösen Tech Giganten.

AAS schrieb:
Komplexere Bedienung für Durchschnittsnutzer (wird besser)
Wohl wahr. Ich glaube da schlägt GNOME mit dem human interface in die richtige Kerbe (vielleicht Grund für Ubuntu/GNOME).

AAS schrieb:
Fehlende Marketing-Power
YES. Und ich finde wenn man schon nicht das Geld hat um einfach sinnlos sich überall aufzuzwingen, so könnte man wenigstens auf der personellen Front so einen Federighi finden, einen absoluten Charmebolzen mit Witz, Coolness, und der Fähigkeit technische Dinge in Menschensprache anzupreisen.
Ergänzung ()

Krik schrieb:
Die Leute, die heute Windows kaufen, machen das doch auch nicht, weil ihnen der Teint von Nadella gefällt.
Richtig. Dazu habe ich paar Posts vorher ausgeführt. Windows ist quasi per default da. Sich davon wegzubewegen erfordert eine bewusste Entscheidung und da ist Apple mit dem silky smooth Image halt einfach ein People Pleaser.
 
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Ich denke nicht das es an einem Faktor wie "Coolnes" oder ähnlichem liegt. Meiner Meinung nach ist es eher Unwissenheit. Frag mal den Standard 08/15 Windows User welche Betriebssysteme es noch gibt. Wenn du dann als Antwort "Irgendwas von den Apfelleuten" hörst, ist das wahrscheinlich schon viel.

Kaum jemand außerhalb dieser Bubble hier, interessiert sich schlicht niemand oder nur ein ganz geringer Bruchteil für andere OS. PC geht an, anmelden und dann das machen was man tun möchte.
Wenn der Unterbau nun mal Windows ist, dann ist das so. Es macht sich keiner Gedanken.

Das andere Problem ist der Support. Mit Windows wirst du mit Support zugeschi..en. Bei Linux? Finde erstmal ein Forum für deine Distri. Und wisse erstmal falls du Linux einsetzt, welche du hast.
Wenn du das nicht selbst installiert hast, sondern von einem "Wissenden", hast du eben ein Problem wenn die Person bei einem Fehler/Problem nicht verfügbar ist.

Ich würde es ganz einfach sehen: Wenn etwas den Menschen egal ist, oder sie sich gegen ihre Natur umgewöhnen sollen, kann es noch so fancy oder cool sein, es wird scheitern, oder eben nur einen kleinen Prozentsatz der Userlandschaft ausmachen.

Im professionellen Bereich hat Linux einen ganz anderen Stand. Aber weil sich dor genug tummeln die das Wissen oder den Ehrgeiz haben.
 
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Sehr schöner Beitrag. Ich bin ja dieses Jahr auch auf allen Systemen komplett gewechselt. Hatte aber auch einiges an Distributionen ausprobiert. Und je mehr man darüber liest, desto grösser wird das Rabbit-Hole.

Es braucht einfach eine Linux-Distribution, die auf breiter Ebene gut im Massenmarkt funktionieren würde, und da spielt natürlich Ubuntu eine grosse Rolle. In vielen Unis und Co. wird ja oft Ubuntu eingesetzt. Was mich an Ubuntu mehr stört, ist der Ansatz von Snap. Deshalb bin ich auf einem Flatpak-only-System wie Fedora. Auch wollte ich ein System, das so nah wie möglich am Zweig ist und ich nicht einen uralten Kernel für meine Hardware habe.

Aber gerade als Desktop wird sich im Massenmarkt wohl eher GNOME durchsetzen – die Leute wollen an die Hand genommen werden. Und gerade wenn man einmal ein Problem hat, will man gute Antworten bekommen.

Ich bin technisch versiert, aber gerade der Wechsel wird einem nicht immer so einfach gemacht. Es ist deutlich besser als vor einigen Jahren. Und ich habe selber schon seit Jahren eine Open-Source-Strategie. Und trotzdem gibt es auf dem Markt nun einmal Photoshop und Co. Und gerade bei dieser Software hat der User nun einmal die Möglichkeit zu entscheiden, ob er sich lieber einen Mac kauft oder einen Windows-PC. Und das fehlt halt einfach noch in der Linux-Welt. Ich denke, wenn es grosse Firmen einmal darauf schaffen würden, etwas für den Endkunden Gedachtes zu entwickeln, wäre die Akzeptanz wohl auch noch einmal grösser.

Jedoch denke ich mir, dass gerade Valve auf einem guten Weg ist. Das Steam Deck hat einiges bewegt, und jetzt mit der neuen Steam Machine könnte vielleicht auch dort nochmals eine Bewegung passieren.
Auch die Übersetzungslayer für Steam-Spiele unter ARM wird sicher nochmals einiges bewegen – hin zu einer Welt, in der der User selber entscheiden kann, was er nutzen will.
 
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SavageSkull schrieb:
Der typische Nutzer, möchte das es geht
Völlig korrekt. Das ist auch der Grund, warum Autos 2 bis 3 Pedale haben und nicht 100 (und der Trend geht immer weiter zum Automatikgetriebe). Da drücken wird schneller, da drücken wird langsamer. Ende. Mehr will der Nutzer nicht.

SavageSkull schrieb:
Hier ist ein Problem, dass "Linux" zu modular ist und solche Probleme einfach zwischen den Modulen interagieren und solange niemand die Hand darüber hat, wird es teilweise massiv umständlich.
Das wäre, um beim Autovergleich zu bleiben, als wolle man dem Nutzer anpreisen, er könne jetzt auch eigenständig die Ventilsteuerzeiten manipulieren. Und den Ladedruck und variablen Hubraum und... BRUDER STOP ich will doch nur warm und trocken von zu Hause zum Einkaufen fahren. Lass mich mit den Ventilsteuerzeiten in Ruhe.

Und hier kommt Apple mit seinem elegant aussehenden Ökosystem daher und ein freundliches Gesicht eines Federighi sagt dir deine Fotos vom iMac kannst du mit diesem und jenem Klick auf ein iPhone laden und gemütlich anschauen. Drück hier und du hörst dabei problemlos deine Lieblingstunes auf deinen iEarpods oder wie das alles heißt an. Technische Dinge in Menschensprache erklärt. Drück hier, alles wird gut. Um den Rest unter der Motorhaube kümmern wir uns.
 
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Apple wird von Kreativen gekauft, weil MacOS für bestimmte Anwendungsfälle das beste / das einzige Ökosystem darstellt. Musikproduktion z.B.

Consumer-Apple-Produkte sind eher Begierdeobjekte für Computer-Analphabeten. Für diese Klientel mögen vage Vorstellungen eines "Lifestyles" kaufentscheidend sein.

Sollten sich Linuxentwickler verstärkt an Computeranalphabeten richten? Ich finde nicht.
Das führt nur zum dröflunddrölfzigsten Windows-Umsteiger, der die immer gleiche Babyfrage zu einem Problem mit Linux Mint stellt, weil er zu dumm für Internetrecherche ist.

Helfe ich dem Linux-Anfänger, der noch ganz wirr im Kopf von Jahrzehnten der Windowsbenutzung ist? Ja, klar. Aber Bock darauf hab ich eigentlich nicht.
 
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gimmix schrieb:
der die immer gleiche Babyfrage zu einem Problem mit Linux Mint stellt, weil er zu dumm für Internetrecherche ist.
Das ist mit eines der größten Probleme unter Linux. Dieser Drang zu glauben man sei anderen überlegen. Dann poste ich halt zum tausendsten Mal den Link zum Artikel und sage Kapitel so und so Punkt so und so. Fällt mir nicht der Arm von ab.

Aber wenn ich als Außenstehender die Wahl habe in ein Ökosystem zu geraten wo ich Angst haben muss von Linux zu sprechen, weil mir dann sofort der Galgen droht weils eigentlich GNU/Linux ist und weil Linux eigentlich nur ein Kernel ist und rtfm und überhaupt? Nein danke, dann doch lieber zu den freundlichen Lifestyle-Analphabeten.

gimmix schrieb:
Ja, klar. Aber Bock darauf hab ich eigentlich nicht.
Dann überlass das Feld gerne denen, die da Bock drauf haben. Ist weniger schädlich als rtfm oder andere abwertende Dinge (dich ich DIR keineswegs unterstelle, versteh mich nicht falsch) den Neulingen oder den Unbelehrbaren vor den Kopf zu werfen, wie es in so manchen Distro-Nischen zum guten Ton gehört.
Ergänzung ()

adfsrg schrieb:
Apple hat so das Image, dass das für Leute gemacht ist, die absolut keine Erfahrung von Computern haben
Ich hätte den Satz hier beendet. Und das wäre etwas sehr Positives gewesen. Es ist keine Schande keine Ahnung von Computern zu haben. Und "Abzocke" ist relativ. Wenn ich mir unsere Nachbarschaft anschaue, in der es zum guten Ton gehört, sich alle 5 Jahre ein neues Auto im Autohaus andrehen zu lassen, wäre das Abzocke auf Steroiden. Dagegen ist ein Apple-Gerät gerade mal drei Leasing-Raten mancher "wir brauchen den" Autos. :D
 
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Mondgesang schrieb:
Kann es sein, dass es der Linuxwelt schlicht und ergreifend an "Coolness" fehlt, um sich im Desktop- und Consumerbereich mit mehr Ansehen und anderem Image zu etablieren?
"Coolness" würde ich gerade nicht anführen. Die haftet Linux durchaus an, in dem Sinne, dass es eher als OS für technisch versierte und interessierte angesehen wird und mitunter durchaus ein gewisser Neid-Faktor durchscheint, wenn man mit dem System nicht klar kommt. Mir erscheint es im Gegenteil so, dass Linux gerade durch die verbesserten Spiele-Kompatibilität (und die Windows-Gängeleien) in der letzten Zeit mehr Hype erfährt, der durch die Verfügbarkeit der Steam Konsole auch eine breitere Schicht erreicht.

Das würde ich auch als größtes Hindernis für die Verbreitung ansehen: die Verfügbarkeit. Wer installiert sich schon das Betriebssystem selbst? Die Masse kauft sich einen Rechner und will loslegen. Das findet man in der Linux-Welt kaum. Durch den geringen Marktanteil fehlt es an Anwendungen und Support. Generell an Ressourcen. Microsoft hat Milliarden in seine Mobile Plattform gepumpt, um wenige Jahre später zu kapitulieren, weil die Dominanz der etablierten Plattformen einfach zu groß war. Google dagegen hat mit Chromebooks eine neue Klasse etabliert und ist damit im Bildungsmarkt erfolgreich.

Linux wächst seit Jahrzehnten auch auf dem Desktop organisch, ist aber nicht für jeden und alles geeignet und wie ich finde, gerade durch seine Diversität eine interessante Alternative. Wer nach einer einzigen Distro ruft, hat den Linux-Kosmos nicht verstanden.
 
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Ich fände es oberflächlich, sich für ein OS wegen der "coolness" zu entscheiden. Das nützt mir bei meinen Tätigkeiten ja am Ende nichts. Und irgendwie muss man sich selber ja auch nicht auf sowas reduzieren.

Was will ich? Was brauche ich dafür? Das nutze ich. Ob der Typ beim Produkt aussieht, wie ein zweitklassiger James Bond, interessiert mich genau null.

Mondgesang schrieb:
Dann poste ich halt zum tausendsten Mal den Link zum Artikel und sage Kapitel so und so Punkt so und so. Fällt mir nicht der Arm von ab.
Machst du selber das denn?
 
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