Fernstudium (Informatik) in ~1 Jahr durchziehen – klug oder wirkt das komisch im Lebenslauf?

Interaction180

Cadet 1st Year
Registriert
Feb. 2026
Beiträge
11
Hey zusammen,

ich studiere aktuell Informatik im Fernstudium an einer privaten fernfh. Zuvor habe ich schon einen Abschluss an einer staatlichen Uni absolviert und arbeite momentan zwischen Teilzeit und Minijob

Ich bin noch im ersten Semester, schaffe aber aktuell ca. 3 Module pro Monat. (Momentan schon 6 abgeschlossen) Pro Semester sind 6 Module vorgesehen, . Wenn ich das Tempo halte, könnte ich rein rechnerisch in etwa 12–15 Monaten mit allem durch sein.

Jetzt meine Fragen:

  • Wirkt es im Lebenslauf komisch, wenn man einen staatlich anerkannten Bachelor in so kurzer Zeit abschließt? Mein erstes Studium hab ich auch paar Monate früher beendet ,wäre es auch so flexibel wie fern fhs ,dann wären 3-4 Semester sicher drin gewesen.
  • Oder kann das auch positiv gesehen werden?

Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage gehe ich davon aus, dass es schwierig wird, eine Werkstudentenstelle zu finden. Deshalb kam bei mir die Idee auf, das Studium früher abzuschließen, um mich bereits als staatlich anerkannter Informatiker auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben und so bessere Chancen auf Praxiserfahrung zu haben, falls ich keine Werkstudentenstelle finden sollte.

Sollte ich hingegen eine Werkstudentenstelle bekommen, würde ich eher länger studieren. Daher meine Frage: Haltet ihr es in einem solchen Fall wenn ich keine Stelle finde für sinnvoll, das Studium deutlich früher abzuschließen, eventuell schon nach etwa 1,5 Jahren, oder wäre es besser, mindestens zwei Jahre zu warten – selbst wenn ich keine Werkstudentenstelle finden sollte?
 
Praxiserfahrung und Praktika wurden bei uns immer gern sehen, ob der Stundenten etwas früher oder später fertig war jedoch nicht. Jedoch wurden auch Abschlüsse aus Fernunis kritisch betrachtet.

Was hast du den bisher für ne Abschluss?
 
@Interaction180

Was ist dein Abschluss an der staatlichen Uni? Reicht der nicht auch schon aus um sich auf die entsprechenden Stellen zu bewerben?

Bzgl. der Geschwindigkeit mit der du dein Abschluss erzielst, solltest du keine Sorgen haben. Ein "zu lange" wirkt deutlich erklärungsbedürftiger als ein "zu kurz".

@Fujiyama

Es gibt ja Fernunis mit guten Ruf - Fernuni Hagen ... damit sollte man keine Probleme haben. Ist aber echt sehr von der Institution abhängig.
 
@_killy_ Ich möchte ungern öffentlich sagen, was ich zuvor genau gemacht habe, aber leider reicht diese Erfahrung aktuell nicht aus, um mich erfolgreich auf entsprechende Stellen zu bewerben. Vermutlich spielt dabei auch die derzeitige Wirtschaftslage eine Rolle, da man es als Quereinsteiger aus einem anderen Studiengang momentan noch schwerer hat. Wenn es jetzt nicht direkt Physik Mathe oder Ingenieurwesen ist.

Ich habe dazu unterschiedliche Meinungen gehört. Denkst du, dass eine Studiendauer von etwa 1,5 Jahren bei einer privaten Fh dennoch gut vertretbar ist und sich auch entsprechend argumentieren lässt? Falls ja wie würdest du das persönlich argumentieren ?
 
Ist halt sehr individuell wie solche Titel bewertet werden.
Viele sehen das als Titelmühlen. Das Unterlaufen von Mindestanforderungen bzgl Qualifikation von Lehrpersonal gepaart mit dem Streben maximalen Unternehmensgewinn mit minimalem Investment zu erzeugen lässt diese Art von Abschluss nicht sehr gut aussehen für mich.

Ich würd Bewerber von IU und ähnlichem nur berücksichtigen wenn sich keine Kandidaten mit staatlichen FH/UNI Abschlüssen bewerben. Sorry.

Je nach Firma kann es aber auch einfach egal sein woher dein Abschluss ist und die sehen das nicht so eng. Wenn du schon einen richtigen Abschluss hast und das eher eine extra Qualifikation ist seh ich das positiver.

Die Studiendauer wäre mir relativ egal.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Interaction180
Die Frage ist halt wie groß der Bewerberpool ist. Bei uns würden wir auch Bewerber von privaten Unis oder "Titelmühlen" auch weniger berücksichtigen, wenn sie nicht gerade die einzigen sind.

Wenn einer intern sich bewirbt und so einen Abschluß macht ist es dann quasi egal aber für externe wird shcon genauer hingeschaut.
 
@Löschknecht Danke für deine Meinung darf ich fragen wie ihr ein Fernstudium beurteilt in wenn man schon vorher studiert hat ?

Ein Bekannter der Chemie studiert hat und später in die IT gewechselt ist, hat mir von seinen guten Erfahrungen mit der fernfh erzählt. Er meinte, dass sich das Fernstudium besonders gut für Leute eignet, die schon studiert haben und parallel praktische Erfahrungen in der IT sammeln möchten. Dadurch bin ich auf das Fernstudium aufmerksam geworden
 
@Löschknecht Da ich selbst Absolvent einer staatlichen Uni bin, kenne ich die Strukturen der Unis und weiß, dass die Prüfungstermine oft sehr eng getaktet und begrenzt sind.

Wenn die FU Hagen wie meine jetzige Fernhochschule deutlich mehr Prüfungstermine über das ganze Jahr anbieten würde, also theoretisch jeden Monat die Möglichkeit bestünde, mehrere Klausuren schreiben zu können, würde ich direkt dort studieren. Das war der einzige Grund, warum ich mich dagegen entschieden habe.

Ich möchte möglichst viel Praxiserfahrung sammeln und das funktioniert mit mehr Prüfungsterminen im Jahr deutlich besser. Dafür zahle ich halt mehr. Kann aber auch nachvollziehen, ,das sich viele für Hagen entscheiden , vor allem wenn man noch nie an einer Uni war.
 
Interaction180 schrieb:
Ich möchte möglichst viel Praxiserfahrung sammeln und das funktioniert mit mehr Prüfungsterminen im Jahr deutlich besser.
Praxiserfahrung sammelt man indem man an der Front arbeitet. Mit Kollegen diskutiert, anderen Kollegen über die Schulter schaut und ab und zu auf die Fresse fällt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Zerstoerer
@User38

Da habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Ich stimme dir zu: In der Zusammenarbeit mit Kollegen lernt man am meisten. Genau deshalb sind mehr Prüfungstermine für mich so wichtig sie geben mir die Flexibilität, bestmöglich parallel Praxiserfahrung zu sammeln oder das Studium früher abzuschließen und schneller ins Berufsleben einzusteigen.

Nach mehreren Jahren Studium entsteht einfach das Bedürfnis, nicht nur Theorie zu lernen, sondern auch praktisch zu arbeiten. Bei Hagen ist diese Flexibilität leider nicht so stark gegeben, was es zäher macht, nebenbei viel IT-Erfahrung zu sammeln. Hagen eignet sich deshalb am besten für Leute die schon in der IT arbeiten.

Deshalb hab ich den post verfasst: Falls ich keine Werkstudentenstelle finde, wäre es im Lebenslauf problematisch, wenn ich das Studium nach etwa 1,5 Jahren abschließe, um früher relevante Berufserfahrung zu sammeln?Indem ich mich dann als junior auf dem Markt bewerbe .
 
@User38
Die Anzahl der möglichen Berufsfelder ist natürlich groß. Da ich noch nicht genau weiß, wie die einzelnen Berufe in der Praxis wirklich aussehen, fällt es mir schwer zu sagen, welcher Job aktuell der richtige für mich ist.

Deshalb orientiere ich mich an den Anforderungen, die mir liegen und in denen ich mich sehe und das ist vor allem alles, was mit Programmieren, logischem Denken oder analytischem Arbeiten zu tun hat.

Einige Positionen, von denen ich öfter höre, sind zum Beispiel Software Developer / Software Engineer, Backend Developer oder Data Engineer. Ich bin dabei aber sehr offen, weil ich nicht jeden Beruf und jeden Bereich im Detail kenne. Wichtig ist mir vor allem, dass logisches Denken gefordert ist , dann arbeite ich mich gerne ein und passe mich auch an das an, was aktuell am Markt gefragt ist.

Das sind im Moment meine Ziele.
 
Interaction180 schrieb:
alls ich keine Werkstudentenstelle finde, wäre es im Lebenslauf problematisch, wenn ich das Studium nach etwa 1,5 Jahren abschließe, um früher relevante Berufserfahrung zu sammeln?
Vielleicht ja, vielleicht nein, vielleicht egal.

Es gibt hierauf keine allgemeingültige Antwort.

MfG, R++
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Interaction180
Interaction180 schrieb:
Einige Positionen, von denen ich öfter höre, sind zum Beispiel Software Developer / Software Engineer, Backend Developer oder Data Engineer.
Man hört also von solchen Positionen… Hast du auch schon irgendwo gehört was im Moment auf dem IT-Markt so los ist?
 
Der Markt scheint gerade wohl sehr schwierig für Junioren zu sein. Worauf genau spielst du an? Ich bin, wie gesagt, nicht so tief drin, dass ich den IT‑Markt bestmöglich analysieren kann, welche Kompetenzen und Bereiche gerade am meisten gefragt sind , falls du das meinst. Ich würde mich sehr interessieren, was gerade los ist, damit ich mich noch besser auf den Markt vorbereiten kann.
 
Gemeint ist damit, dass du dir eine solide Basis schaffen sollst. Wenn du per Fernstudium Informatik studieren möchtest - dann bitte doch auch bei einer Institution, die entsprechend in der Wirtschaft anerkannt ist. Dass spricht bspw. für die Fernuni Hagen. Alternativ kannst du auch bei der FOM studieren, die genießt ebenfalls ein guten Ruf - wobei du hier auch Vorlese-Zeiten hast.

Es macht m.E. nach kein Sinn, einfach schnell durch ein Studium zu rennen, nur Prüfungen abzulegen, ohne Inhalte wirklich zu verstehen. Die Arbeitgeber bezahlen am Ende nicht den Abschluss, sondern das Know-How. Wenn sie mit entsprechenden Fragen feststellen, dass du inhaltlich nicht verstanden hast, was du gelernt hast, dann hast du entsprechend Zeit verschwendet.

Ein Job - auch als Junior - sollte man aber immer finden können - je flexibler man ist - umso höher die Wahrscheinlichkeit.
 
@killy,
Ich lerne im Fernstudium genauso strukturiert wie während meiner Zeit an der Uni. Meinen Bachelor habe ich ebenfalls mit 1, abgeschlossen, und meine BA mit 1,0, und auch im Fernstudium verfolge ich denselben Ansatz. Deshalb fällt es mir schwer zu sagen, das ich die Inhalte nicht verstehe , wenn ich die gleichen Nachweise erbringe wie jeder andere auch: Ich belege die Prüfungen, absolviere sie und meist mit einer sehr guten Note.

Schon an der Präsenzuni konnte man nur bestehen, wenn man sich wirklich gründlich auf die Prüfungen vorbereitete. Lernen ist also essenziell, sonst kommt man nicht durch.

Deshalb finde ich es schwierig, pauschal zu sagen, dass jemand, der nur 1,5 Jahre studiert hat an einer privaten fh , automatisch weniger weiß oder weniger gelernt hat als jemand, der drei Jahre studiert. Oft ist es ja so, dass Fernstudierende, die länger brauchen, parallel in Vollzeit arbeiten und dadurch nicht mit derselben Effizienz lernen können wie jemand, der schon ein Studium abgeschlossen hat .Du darfst nicht vergessen ich arbeite ja nicht in Vollzeit deshalb kommen die 1,5 Jahre auch zustande und mein altes Studium hilft mir Extremst Stoff viel schneller lernen zu können als jemand der grad sein erstes Studium beginnt. Hagen eignet sich daher meiner Meinung nach besonders für Leute, die bereits in der IT arbeiten und Berufserfahrung haben, aber noch nie staatlich studiert haben.

Die FOM ist eine private Fernhochschule, also auf einem vergleichbaren Niveau wie andere private fhs . Ich würde nicht davon ausgehen, dass die Prüfungen dort grundsätzlich anspruchsvoller sind als an WBH, AKAD, IU & Co. Es handelt sich dennoch bei allen fernfhs um einen staatlich anerkannten Abschluss der besonders gut für Leute geeignet ist , die bereits staatlich studiert haben und den Weg in die IT gehen möchten.

Deshalb finde ich es schwer, pauschal zu sagen, welche private Fernhochschule „besser“ ist als eine andere. Letztlich denken alle privatwirtschaftlich. Die IU bekommt zwar oft Kritik, vermutlich weil sie die bekannteste ist, aber das bedeutet nicht, dass jeder Studiengang dort schlechter ist als an der FOM.

Danke dir für deine Einschätzung sie zeigt mir, dass ich auch diese Perspektive berücksichtigen muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal so nebenbei gefragt, hast du dich schon mal mit einem dualen Studium auseinander gesetzt? Da könntest du ja ebenfalls Informatik oder Wirtschaftsinformatik studieren und würdest auch noch Geld verdienen. Weiterhin hast du nicht das Problem, komplett am Bedarf der Wirtschaft "vorbei" zu studieren, sondern die Chance - nach dem dualen Studium ebenfalls eine Festanstellung zu bekommen, ist sehr hoch.

Diesen Weg hatte ich vor über 20 Jahren mal eingeschlagen. (und nicht bereut)
 
@killy,

ich habe damals auch über ein duales Studium nachgedacht, aber von vielen Kollegen eher negative Erfahrungen gehört. Die Doppelbelastung scheint stark vom Betrieb abzuhängen, und viele würden es nicht unbedingt weiterempfehlen. Deshalb habe ich mich damals für ein klassisches Studium entschieden.
Rückblickend wäre eine Ausbildung nach dem Abi mit anschließendem FernStudium in Hagen vermutlich das beste für mich gewesen.

Zum Fernstudium kam ich durch einen Bekannten mit sehr positiven Erfahrungen. Einen berufsqualifizierenden Bachelor habe ich bereits,Akademische Disziplin bringe ich also mit. Deshalb war mein Plan als Quereinsteiger zu arbeiten ohne staatlich anerkannten Abschluss ist das aber schwer.

Hast du dein duales Studium abgeschlossen ?Falls nicht, woran lag es?
 
Zurück
Oben