Fernstudium (Informatik) in ~1 Jahr durchziehen – klug oder wirkt das komisch im Lebenslauf?

Also ich hab mein duales Studium abgeschlossen. Vor 20 Jahren gab es noch die Diplom-Studiengänge und auch noch entsprechend hohe Studiengebühren - die es ja heute nicht mehr gibt.
Damals war es somit für mich eine einfache Entscheidung - die Studiengebühren wurden vom Arbeitgeber übernommen und ich hab gleich auch noch Praxiserfahrung gesammelt.

Die Belastung kommt halt auch daher, dass du deine Noten ggf auch direkt der Personalabteilung erklären darfst. Ist aber auch aus meiner Sicht okay - da der Arbeitgeber ja alles bezahlt.
Auch gab es kein "schieben" von Fächern ... man musste alles in dem Semester schaffen, wie es der Plan vorgibt.
 
Nein - bei einer Berufsakadamie. (hab da auch kein Diplom Abschluss bekommen)

Bei der FOM habe ich aber später dann ebenfalls noch studiert. Man lernt immer und ständig. ;)
 
Ach so, soweit ich weiß, wurden viele Berufsakademien später vereint, zum Beispiel zur DHBW. Daher ergibt das natürlich Sinn.

Meine Kollegen haben allerdings eher berichtet, dass sie ein duales Studium besonders in Kombination mit Betrieb und staatlicher FH nur wenigen empfehlen würden. Viele raten eher zu einer Ausbildung mit anschließendem Fernstudium oder zu einem klassischen Studium. Die DHBW ist ja zudem auf Baden-Württemberg begrenzt.

Weißt du, warum dein Abschluss damals nicht anerkannt war? Ein duales Studium an einer Berufsakademie früher und die heutigen Programme unterscheiden sich strukturell vermutlich deutlich. Vom Prinzip her klingt es zwar sehr interessant, aber vielleicht erklärt das auch, warum man heute so unterschiedliche oft auch negative Erfahrungen mit dualen Studiengängen hört.
 
Tja, also es war ja auch nur ein Vorschlag. Und es gibt m.E. nach in den meisten Bundesländer entsprechende Angebote für ein duales Studium ... die müssen nicht alle nach BW fahren für ihre Vorlesungen. ;)

Es war kein Diplom Abschluss ... einen Abschluss habe ich bekommen und der ist auch anerkannt. Damit der Titel "Diplom" mit hätte vergeben werden dürfen, gab es nicht ausreichend Dozenten die entsprechend an anderen Hochschulen als Prof angestellt waren und bei uns ebenfalls Vorlesungen gehalten haben.

Persönlich würde ich mich immer wieder für diesen Weg entscheiden. Man studiert nicht am Bedarf der Wirtschaft vorbei und hat wirklich mehr als nur ein Fuß in der Tür bzgl. einer zukünftigen Anstellung. Man spart sich an der Stelle die diversen Probleme der Vollzeitstudenten.

Klar - man muss halt entsprechend ableisten. Ich bin an der Stelle aber auch nur auf die Idee gekommen, da du ja geschrieben hattest, dass du eher sehr sehr gute Noten schreibst und das Studium eher verkürzen würdest. Somit solltest du den Leistungsdruck da auch standhalten können.

PS als Alternative hatte ich das Studium bei der Bundeswehr ins Auge gefasst gehabt - die damallige Beratungsstelle war aber deutlich schlecht gewesen, so dass ich mich auf Grund der schlechten Beratung dann gegen ein Studium bei der Bundeswehr entschieden hab. (ja - die Studiengebühren waren wirklich hoch - und meine Eltern waren finanziell nicht in der Lage mich zu unterstützen, es gab somit nur für mich die Kombi Studium + Geld verdienen)
 
Interaction180 schrieb:
Deshalb kam bei mir die Idee auf, das Studium früher abzuschließen, um mich bereits als staatlich anerkannter Informatiker auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben und so bessere Chancen auf Praxiserfahrung zu haben, falls ich keine Werkstudentenstelle finden sollte.
Zumindest vor 1-2 Jahren war es deutlich einfacher, eine Werkstudentenstelle als einen Vollzeitjob zu finden. Praktika findest du auch einfacher als Student. Und ganz zur Not kann es wenigstens eine HiWi-Stelle sein.
Ohne im Studium Praxiserfahrungen gesammelt zu haben, sein Studium abzuschließen, halte ich auch für eher suboptimal. Da interessiert sich dann auch niemand für deine Noten oder deine Studiendauer.

Meinen Master habe ich übrigens recht schnell abgebrochen, weil ich ein IMHO verdammt gutes Angebot hatte, das ich wegen meiner Praxiserfahrung bekommen habe. Dass ich deswegen super langsam im Bachelor war und meine Noten auch eher mäsig waren, hat niemanden gejuckt. Haben meine Vorgesetzten auch nicht auf dem Schirm, das interessiert echt niemanden.

Die Jobsuche von Leuten, die brav schnell Bachelor+Master gemacht haben mit guten Noten an einer guten Uni, bekomme ich auch immer wieder im Umfeld mit. Ist nicht so lustig.
 
Zurück
Oben