»Festplatte« voll - Tempo - Geamtvolumen oder log. Laufwerke?

cumulonimbus8

Fleet Admiral
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Hallo!

Mir sind zu meiner Frage in so vielen Jahren nie Hinweise und Anmerkungen begegnet…
Die Faustregel sagt, dass man nie unter 10% Freiraum fallen sollte, bei HDD wie SSD (oder sollten es da sogar 15-20% sein?).

Diese Tipps scheinen immer davon auszugehen, dass die ganze Platte als »einzige« Partition gilt. Wie aber verhält es sich in der Praxis wenn eine Platte, sagen wir mal, gedrittelt ist? Ist dann das Gesamtvolumen kritisch oder gilt diese Füllgrenzenregel Laufwerk für Laufwerk?

Ich habe da auch nie weiter drauf geachtet; das Systemlaufwerk hatte immer genug Luft zum Atmen, auch ein Weitere-Programme-Laufwerk nebst Eigener-Dateien hatte nie Beklemmungen, bei Lagerlaufwerken war ich da großzügiger.

CN8
 
Jede einzelne Partition. Ein OS muss arbeiten können auf der HDD, wenn da nur noch fragmentierte Einzelbereiche frei sind, werden Schreibvorgänge träge.
Bei der SSD tritt dieser Effekt zwar nicht ein, aber das Wear Leveling funktioniert nur mit freien Bereichen. Damit erhöht es bei der SSD die Lebensdauer. Da kann man auch einfach ein Stück unpartitioniert lassen in diesem Fall.
 
Also meine Erfahrungen damit ist so, das ich bisher selten mal im roten Bereich war und eigentlich auch gar keinen Unterschied in der Geschwindigkeit gemerkt habe. Kritisch kann es dann werden, wenn die Auslagerungsdatei von Windows zu wenig Platz bekommt.
Die Faustregel sind wie du schon andeutest ca. 10%. Und das gilt in der Regel auch nur für das Systemlaufwerk, also Laufwerk "c". Es sei denn, du hast die Auslagerungsdatei von Windows auf ein anderes Laufwerk ausgelagert. Solange kein Programm mehr auf dem entsprechenden Laufwerk etwas abspeichern will, ist es egal wie viel Bytes noch frei sind. SSD´s sollten aber ein wenig frei haben um "Atmen" zu können
 
Ich bin nur neugierig, Probleme habe ich, Gottlob, keine.
Und ich hatte auch mehr HDDs im Auge (mein Geldbeutel war bisher strikt gegen eine SSD die einer Partitionierung würdig gewesen wäre :D).

Mir ist halt (auf den eigenen Systemen, über die Zeit) nie sonderlich aufgefallen wo die Schallgrenze liegt. Dass Schreiben bei räumlicher Enge und Fragmentierung zur Qual wird, kein Zweifel. Als sich mal wieder was andeutete kamen (zufällig…) größere Platten zur rechten Zeit.

Also mal das Gedankenspiel mit der Drittelung. P1 sei mal zu 75% voll, sie wird da und dort auch zum Lesen und Rückspeichern verwendet. P2 und P3 sind Lager und kriegen mit 95% Beklemmungen. Wir sind damit über 10% Totalbelegung, aber bei 2 Partitionen um 50% unter der Grenze für Gut und Böse.
Annahme: P1 ist es Wurscht wie voll P2 und P3 sind. Weitere Annahme: die Annahme ist richtig.

CN8
 
In order for the layout policies to be effective, a file system cannot be kept completely full. For each file system there is a parameter, termed the free space reserve, that gives the minimum acceptable percentage of file system blocks that should be free. If the number of free blocks falls to zero, the file system throughput tends to be cut in half, because of the inability of the file system to localize blocks in a file.

http://docs.freebsd.org/44doc/smm/05.fastfs/paper.pdf
 
Das war mir nach über 20 Jahren leidlich klar, auch wenn ich es nicht so detailliert wusste :)

Sieht also nach einer Gruppierung in logische LW = Partitionen = separierte Datenblöcke aus. Wäre eigentlich auch logisch so; aber wer weiß welche Heimtücke in die Frimware gegossen wurde ;)

CN8
 
Merle schrieb:
Jede einzelne Partition. Ein OS muss arbeiten können auf der HDD, wenn da nur noch fragmentierte Einzelbereiche frei sind, werden Schreibvorgänge träge.
Bei der SSD tritt dieser Effekt zwar nicht ein
Doch, denn die Fragmentierung kommt vom Filesystem und tritt bei SSDs genauso auf wie bei HDDs. Der Unterschied ist nur, dass die SSDs dadurch nur wenig an Performance verlieren, da die Zugriffe auf die einzelnen Fragmente eben sehr schnell gehen. Das die SSDs die Daten intern sowieso noch einmal woanders ablegen und die Reihenfolge im NAND ganz anders ist, spielt da keine Rolle. Entscheident ist einzig die Art und Länger der Zugriffe, denn SSDs brauchen lange Zugriffe, bei heutigen SATA SSDs lesend meist mindestens 512k um überhaupt ihre volle Transferrate zu erreichen. Die Zugriffe können aber nie länger als ein Fragment sein und daher mindert eine starke Fragmentierung des Filesystems auch bei SSD die Performance, aber praktisch sieht man das meist nur wenn man eine recht volle SSD mit fragmentiertem Filesystem mal bencht. Dazu kommt übrigens auch immer noch der erhöhte Verwaltungsaufwand des Filesystems für fragmentierte Dateien, es muss ja jedes einzelne Fragment in den Verwaltungsdaten stehen und auch auf jede einzeln zugegriffen werden.

Merle schrieb:
, aber das Wear Leveling funktioniert nur mit freien Bereichen.
Wobei es für das Wear Leveling egal ist welche LBAs nun frei sind, also ob pro Partition oder im Gnazen 15% frei sind.
Merle schrieb:
Damit erhöht es bei der SSD die Lebensdauer.
Gute SSDs haben NAND mit mehr als genug Lebensdauer, die muss man als Heimanwender nicht schnonen, die würden einen wahrscheinlich überleben.
Merle schrieb:
Da kann man auch einfach ein Stück unpartitioniert lassen in diesem Fall.
Wobei ich das nur dann empfehle, wenn die SSD nicht getrimmt wird. Sonst ist es besser den ganzen Platz den Partitionen zuzuweisen und die dafür nicht so voll werden zu lassen, eben um eine starke Fragmentierung des Filesystems zu verhindern.
 
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