meeven schrieb:
Die Festplatten im alten NAS haben jetzt schon die 20k Betriebsstunden drauf. Die Smartwerte sind einwandfrei. Sollte man diese trotzdem tauschen?
Das hängt von den Platten ab, einfachen Desktopplatten die keine Zulassung für den Dauerbetrieb haben, sind mit 20.000 Stunden oft am Lebensende, die sind aber auch nur für 2400 Betriebsstunden pro Jahr ausgelegt.
Candy_Cloud schrieb:
MBFT ist regelmäßig bei 100.000-150.000 Stunden.
Die MTBF wird zwar in Stunden angegeben, ist aber eine Ausfallwahrscheinlichkeit und kann keineswegs in Betriebsstunden umgerechnet werden. Die bezieht sich ja auch nur auf einen bestimmten Zeitraum und der umfasst nur die mittlere Zeit der Badwannenfunktion der Ausfallrate technischer Geräte. Diese neigen dazu am Anfang besonders häufig auszufallen. Dann fällt die Ausfallrate aber steil ab und bleibt für eine Zeit, die der geplanten Betriebsdauer entspricht, auf einem geringen Niveau stabil und genau für diese Zeit gilt auch nur die MTBF. Gegen Lebensende (Wear-Out Phase) steigt sie dann wieder deutlich an. Schon diese Definition auf einen beschränkten Zeitraum verbietet jede Umrechnung in eine Betriebszeit.
Die Lebenserwartung wird vom Hersteller festgelegt, entsprechend der Nutzung die er für ein Produkt vorsieht und den Einsatzbedingungen. Das können bei SSDs auch mal 10 Jahre sein, bei HDD sind eher 3, 5 oder 7 Jahren typisch, die Garantiedauer ist i.d.R. kürzer, logisch. Dann gibt man z.B. 2 Millionen Stunden MTBF/MTTF an, was eine statistische Ausfallwahrscheinlichkeit während der Lebensdauer bei Einhaltung der Einsatzbedingungen ist, abzüglich der Anfangsphase in der die Ausfallraten alle technischen Produkte immer besonders hoch sind.
Hat man 2 Millionen der Geräte in einem System, kann man jede Stunde einen Fehler / Ausfall erwarten.
Hat man nur 2000 Geräte, so wird etwa alle 1000 Stunden eine Fehler auftreten, also so alle 43 Tage.
Hat man nur eines, wär ein Fehler nach spätestens 2 Millionen Stunden oder 83 Jahren zu erwarten, nur ist dann die Lebensdauer schon lange überschritten und damit ist die MTBF/MTTF bei so wenigen Geräten nicht aussagekräftig und damit irrelevant.
Wieso das so ist? Nun ein durchschnittlicher Mitteleuropäer von 46 Jahren mit einem BMI von 27, Nichtraucher und mäßiger Konsument von Alkohol hat eine statistische Sterberate von 1,8 Todesfällen pro 1000 solcher Personen. Damit rechnen die Versicherungen und daraus ergibt sich eine MTTF von 1000(Personen) * 365 (Tage/Jahr) * 24 (Stunden/Tag) / 1,8 (Personen, die Ausfälle pro Jahr) = 4,867 Millionen Stunden, was 555 Jahren entspricht.
So alt wird aber offensichtlich keiner, die Versicherer rechnen mit 81 Jahren Lebenserwartung, also nur etwa 0,71 Millionen Stunden.
meeven schrieb:
Bei den Festplatten handelt es sich um Toshiba Desktopplatten, welche von Hitachi (HGST) hergestellt wurden.
Nein, die hat Toshiba selbst hergestellt, aber mit der Einrichtung aus einem der von der Flut betroffenen Hitachi Werke in Thailand die sie demontiert in China wieder aufgebaut haben. WD musst ja ein Werk abgeben um die Übernahme genehmigt zu bekommen. Wie genau diese nun den alten Hitachi HDDs, die alle eine Zulassung zum Dauerbetrieb haben, entsprechen und ab wann wie sehr kostenoptimiert wurde, kann man schwer sagen.