So, nun gibt es einen kleinen Bericht.
Ich war jetzt zum 2. Mal im LFT Frankfurt bei einem Simulatorflug.
Das erste Mal am 06.08 im A380 und das zweite mal jetzt am 03.12. im A320.
Gebucht wird das ganze über folgende Seite:
http://www.proflight.com
Das ist ein Tochterunternehmen der Lufthansa, die diese "Erlebnisflüge" organisiert.
Alle Informationen zu Simulatoren, Standort und Preise sind dort zu finden.
Kurze Beispiele zur Preispolitik. Es gibt drei Preisstufen, die ich wie folgt benenne:
Kurzstrecke: Boeing 737, A320 295€ (Hier gibt's noch paar Flugzeuge mehr)
Mittelstrecke: Boeing 747, A340 345€ (Hier auch noch abweichende Modelle)
Langsrecke: A380 395€ (aufgrund des teuren Simulators einziges Flugzeug)
Die Preise sind für den ProFlight Erlebnisflug bestehend aus:
3Std. Programm
1 1/2 Std. Briefing mit einem Piloten (Erklärung wie so'n Ding fliegt und Modellspezifische Details)
1 Std. Simulatoflug / wechselnd als Beobachter, FO, Captain. Als Captain macht man einen Start und zwei kurze Landanflüge.
1/2 Std. Debriefing / Flugurkunde mit Foto im Cockpit, Schlüsselanhänger, Ausdruc
Alle weitere Informationen wie gesagt auf
http://www.proflight.com
Nun meine Erlebnisse:
Man sollte 15min. vor Beginn im LFT Frankfurt ankommen, dort wird man angemeldet und kriegt so eine Marke, wo draufsteht "Guided Tour", die man am Körper trägt. Danach setzt man sich hinter dem Empfang auf die gemütliche Sitzlounge und kann dort "Lufthanseat" lesen, eine Piloten-/Konzernzeitschrift von Lufthansa. Dauernd laufen Crews vorbei und diese Menschen mit 4 Strichen auf dem Sakko - herrlich.
Bisher kam der Pilot immer pünktlich und begrüßt die Gruppe bestehend aus drei angehenden "Piloten" und evtl. Begleitpersonen. Danach geht's gleich am Simulatorgang vorbei, die DINGER sind riesig und diese Spinnenbeine enorm, da sieht man meistens schon die Simulatoren in Aktion, wie die sich bewegen und so, zu den Briefingräumen, die immer gegenüber des jeweiligen Simulators sind. Wir waren also jetzt im Briefingraum A320-200.
Kleiner Hinweis zwischen durch: Fotografieren und Filmen ist strengstens verboten. *leider*
Ich hatte zufälligerweise den gleichen Piloten wie im Sommer, daher kannte er schon meine fliegerischen Kenntnisse. 1 1/2Std. erklärt er dann Grundlagen und spezifische Informationen zum jeweiligen Flugzeugtyp und vor allem, wie man sich im Cockpit zurechtfindet und so'n Vogel fliegt. Für uns Spezialisten im Forum ist es wahrscheinlich etwas langweilig, da wir ja durch FSX schon das Meiste wissen, was er erklärt, aber das ist halt für die Menschen, die komplett ohne Vorkenntnisse da ankommen, trotzdem waren auch interessante Sachen dabei, die ich so noch nicht wusste und die nur ein Pilot aus seinem Berufsleben vermitteln kann. Fragen sind gewünscht, wenn ihr Fragen habt, fragt drauf los.
Nach den 1 1/2Std. ging's in den Simulator und ich fing als erster auf dem Captain-Seat an.
Die Simulatoren sind laut Pilot zu 99,9% realistisch, nur Druckeffekte(wie beim Start in den Ohren etc.) werden und müssen ja nicht simuliert werden. Die Simulator-Cockpits entsprechen 1:1 dem Original aus den Flugzeugen
Ich startete in Frankfurt, cruiste ein bisschen und dann setzte mich der Pilot via Computer auf den Flughafen Innsbruck und meinte: "So ich kenne dich ja und jetzt kriegst du mal einen Advanced Approach, der von der schwierigeren Sorte" Nachdem er mir klar machte, dass ich um den Berg fliegen muss und der mir ein bisschen den Föhn simuliert(Turbulenzen, Seitenwind) war ich natürlich total gefordert.

Trotzdem meisterte ich beide Landungen in Innsbruck. Er betonte das mit "Sehr schön".
Der Pilot kann alles simulieren lassen per Knofdruck, Turbulenzen, Wind, Regen, Schnee - Alles. Das einzige was man nicht darf sind die "abnormal procedures" - also Triebwerksausfälle, Emergency usw. sind absolut Tabu, dafür reicht die Zeit nicht und das ist verboten, aber der Fokus liegt ja nur beim landen.
Danach waren meine zwei Begleiter dran, ein 23- u. ein 45jähriger Herr, die naja, dem Absturz sehr nahe waren und größtenteils neben der Bahn bzw. einmal im Feld davor landeten, diese ließ der Pilot schon aus Vorahnung in Frankfurt landen.
Aber ist ein tolles Erlebnis auch mal den andern zu zuschauen und als FO GEAR und FLAPS auszufahren.
Übrigens: Der Pilot bestätigte, dass der Simulator keine "Tinki Winki" Funktion hat. Er simuliert alles, was du machst wie in der Realität. Als der 45jährige Mann mit einer Sinkrate von 1100feet/min aufsetzte spürte man das deutlich. DIE EFFEKTE von diesen 6 "Spinnenbeinen" sind einfach nur HAMMERGEIL. Beschleunigungseffekte wie z.B. beim Start, Soundeffekte wie der BUZZZAAWW-Sound der CFM56-5B4 Aggregate etc. das Alles wird wie in echt simuliert.
Die Grafik von Flughafen und Landschaft ist dagegen enttäuschend. Die Flughäfen sind, laut Rückfrage an den Piloten, stark auf die Landebahn reduziert. In Frankfurt war lediglich der Maintower zu sehen und der Flughafen auf Terminal 1 und 2 grafisch reduziert. Sonst ist größtenteils niedrigaufgelöste grüne Landschaft zu sehen und ein paar Flüsse. In Innsbruck war die Grafik schon etwas besser, Berge waren teils gut simuliert und die Stadt auch ganz ordentlich, aber größtenteils ist es nicht wirklich gut. Alles in Allem ist das SCHADE. Da ist FSX Grafik deutlich besser und selbst im hochmodernen, neuen A380 Simulator im Sommer war diese nicht wirklich besser.
Die Stunde im Simulator ging super schnell um...
Danach ging's wieder in den Briefingraum und dort druckte der Pilot mit seinem Mini-HP Drucker die drei Fotos von der "Crew" aus dem Cockpit auf dem Captainseat aus. Diese wurden in eine Flugurkunde geklebt und vom Piloten signiert, dann noch einen "ProFlight"-Schlüsselanhänger und bei Bedarf abschließende Fragerunde. Zusätzlich händigt der Pilot einen Ausdruck des Simulators von beiden Anflügen auf dem Captainseat aus. Dort stehen Anflugwinkel verglichen mit dem Optimum, Speed verglichen mit Optimum und Abweichung von der "Center Line". Ich lade morgen mal eines hoch.
Abschließend verabschiedet sich der Kapitän von der Gruppe im Empfang und die 3 stündige Zeremonie ist vorbei.
FEEDBACK:
Absolut empfehlenswert.
Sucht euch einen Flugzeugtyp eurer Wahl auf der Homepage aus und bucht. Wartezeit etwa 3-4Wochen. Die Effekte sind super und den Piloten könnt ihr alles fragen, was ihr schon immer mal einen echten Airlinepiloten fragen wolltet. Die Simulatoren vermitteln ein unvergessliches Erlebnis und Gefühl, da ist der FSX auf dem technischen Stand von PacMan.

Wer mal ein Flugzeug wie in der Realität fliegen möchte, ist hier genau richtig.
Nachdem man den "Erlebnisflug" zum ersten Mal absolviert hat, kann man auch andere Simulatorflüge á la "Fly with Friends"(Fliegen mit Freundin in einem Cockpit) oder "Nightflight"(2 Stündiger Nachtflug mit Freund oder Pilot) oder mehr.
Es ist zwar relativ teuer für die drei Stunden, aber es lohnt sich allemal. Dieses Erlebnis bleibt für immer in Erinnerung.
ALSO, informiert euch:
http://www.proflight.com
Grüße Michi
P.S.: Solltet ihr einen Simulatorflug buchen, macht bitte nicht den Fehler, den Menschen durchschnittlich dreimal im Jahr bei der ProFlight machen, direkt vor dem Simulatorflug sich den "Bauch vollzuschlagen".
Der Pilot berichtete, dass er schon einmal erlebt hat, wie sich jemand auf die Instrumente übergeben hat und diese dann alle ausgebaut und gereinigt werden mussten, somit der Simulator 3 Tage nicht in Betrieb war, was sehr kostenspielig für die Lufthansa und die ProFlight war. Also nicht zu viel essen an dem Tag, denn der Simulator simuliert sämtliche Querneigung und vor allem Landungen ehrlich.
EDIT:
Nun habe ich einen Ausdruck von einer der zwei Landungen in Innsbruck hochgeladen.
Der oberste Graph zeigt meinen Anflug an, verglichen mit dem Optimum. Oben sieht man auch den Punkt, wo mich der Pilot "abgesetzt" hat.
Darunter sieht man die "Center line deviation", also die Entfernung(links, rechts) von der Landebahn, dieser Graph ist aber falsch, da er den falschen ILS-Anflugskurs eingestellt hat. Trotzdem ist der richtig Graph an meinem Endanflug zu erkennen(schräge Punkte).

Unten ist die "Rudder Deflection", hier sollte eigentlich der Speed Graph sein, aber das hat der Pilot auch erst "danach" bemerkt.
