Flüssigkeitsschaden oder Bauteildefekt? AMD-Board + RTX 5070 — Zweitmeinung erbeten - Abstimmung

Wie analysiert ihr den Schaden — Flüssigkeit oder Bauteildefekt?


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M.Schneider

Cadet 1st Year
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Sep. 2026
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8
1. Aktuelle Hardware
Prozessor (CPU): AMD Ryzen 7 7800X3D (8× 4,20 GHz, Sockel AM5)
Arbeitsspeicher (RAM): 32 GB (2× 16 GB) Corsair Vengeance DDR5-6000, CL30 (Dual Kit)
Mainboard: MSI MAG B850 Tomahawk Max WiFi
Netzteil: be quiet! Pure Power 12 M 850W (ATX 3.0, 80+ Gold, modular, 12VHPWR)
Gehäuse: be quiet! Pure Base 500
Grafikkarte: MSI GeForce RTX 5070 Ventus 2X OC
HDD / SSD: WD_BLACK SN850X 4 TB (M.2 NVMe)
HDD / SSD: WD_BLACK SN850 1 TB (M.2 NVMe)
Kühlung: be quiet! Dark Rock 5 (Luftkühler), WLP Thermal Grizzly Aeronaut

2. Problembeschreibung
Ich hätte gern ein paar erfahrene Augen dazu. Ich baue seit 40 Jahren PCs, und das war ein sorgfältig geplantes, sauberes System — luftgekühlt, kein Overclocking, nirgends Wasserkühlung in der Nähe — das drei Monate ohne den geringsten Zwischenfall lief, bis das hier passierte. So etwas hatte ich noch nie.

Aufbau und Einbaulage (wichtig für das Folgende)
Standard-ATX-Tower (be quiet! Pure Base 500), normal stehend auf dem Schreibtisch. Mainboard senkrecht, Grafikkarte waagerecht im obersten PCIe-Slot, Lüfter der Karte wie üblich nach unten, Backplate der Karte auf der oberen Seite — zeigt zum M.2-Bereich des Mainboards oberhalb des Slots. Luftkühler auf der CPU. Nichts war je über Kopf oder auf der Seite montiert.

Was passiert ist
Meine Tochter hat YouTube geschaut, dann gab es einen Knall und etwas Rauch. Monitor und PC tot. Die GPU-Lüfter drehten danach noch, aber die Karte wurde nicht mehr erkannt — nicht im UEFI, nicht im Geräte-Manager, kein Bild an irgendeinem Anschluss. Karte ausgebaut, auf iGPU weiter — lief einwandfrei. Eine Weile später ein zweiter Vorfall, dasselbe. Also gingen auch die übrigen Komponenten zurück.

Was zurückkam
Der Service-Report zur GPU spricht von „flooded PCB, which led to corrosion" und stuft es als anwenderverursacht ein — Garantie erloschen, unrepariert zurück. Board/CPU/RAM/Kühler wurden als funktionierend gemeldet, ohne Brandspuren, ohne Geruch am Mainboard. Nach Fotos änderte sich die Aussage zur Karte auf „mechanisch beschädigt". Keine der Aussagen ist mit einem dokumentierten Befund belegt. Auffällig: Board und Karte sind beide von MSI — zwei Produkte eines Herstellers, beide ausgefallen, beide ohne dokumentierten Befund abgetan.

Was ich am Mainboard gefunden habe (erst beim SSD-Einbau nach Abnehmen der M.2-Abdeckung sichtbar; der Händler hatte „ohne Befund" gemeldet)

1-overview.png


[ Foto 1 — Übersicht ]

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[ Foto 2 — Ablagerung oberhalb des PCIe-Slots ]
  • Ausgedehnte weißlich-graue, kristalline Ablagerung oberhalb des oberen PCIe-Slots, strahlenförmig von einem Punkt ausgehend, nach außen dünner werdend.
  • Erhaben und krustig — keine Randbildung an einer Verdunstungsgrenze.
  • Am betroffenen Bauteil direkt am Slot-Rand fehlt ein Anschluss, ein kleines abgetrenntes Metallteil liegt daneben in der Ablagerung.

3-fehlender-pin-fragment.png


[ Foto 3 — fehlender Pin + abgetrenntes Teil ]
- Kupferfarbene Verfärbung an der oberen Ecke des PCIe-Slots, grüne Verfärbung an nahen Lötstellen.

4-pcie-ecke-kupfer.png


[ Foto 4 — PCIe-Ecke ]

5-partikel-streuung.png


[ Foto 5 — Partikelstreuung ]
- Feine Streuung einzelner Partikel — vereinzelte Pünktchen, kein zusammenhängender Film. Rest des Boards unauffällig.

Was ich an der Grafikkarte gefunden habe

6-gpu-rueckseite.png


[ Foto 6 — GPU-Rückseite ]
  • Auf der Rückseite (Spannungsversorgung, deutlich entfernt von den PCIe-Kontakten) eine ausgedehnte weiß-grünliche kristalline Ablagerung mit dunklem, thermisch verändertem Zentrum. Gleiche erhabene, krustige Struktur, keine Randbildung. Rest sauber.
  • In Einbaulage zeigt diese Seite nach oben, die Backplate sitzt wenige Millimeter direkt darüber.

7-backplate-unterseite.png


[ Foto 7 — Backplate-Innenseite ]
- Auf der Innenseite der Backplate passende Rückstände: eine schmale Spur vom Slot-Ende in einen dichteren Fleck genau über der Ablagerung. Das Material wanderte also von der Platine nach oben auf die Abdeckung — gegen die Schwerkraft. Die Spur verläuft auf derselben Achse wie das beschädigte Bauteil; ihr Ansatzpunkt liegt genau dort.

Was für mich zusammenpasst
Alles deutet auf ein explosionsartiges Aufplatzen/Ausgasen eines Spannungsreglers (VRM) direkt am PCIe-Slot des Mainboards hin — das Innenleben des Bauteils wurde unter Druck herausgeschleudert. Ein einziger Mechanismus erklärt alles: die strahlenförmige Ausbreitung von einem einzelnen Punkt, die erhabene, krustige Ablagerung, den fehlenden Pin plus das abgetrennte Bruchstück, die feine Partikelstreuung — und dass Material nach oben auf die Backplate gelangte. Externe Flüssigkeit erklärt nichts davon.

Was ich mit „Flüssigkeitseintritt" nicht zusammenbringe
  • Nirgends Randbildung (getrocknete Flüssigkeit hinterlässt einen Rand).
  • Erhabene, krustige Ablagerung statt flachem Film.
  • Vereinzelte Partikel statt zusammenhängender Fläche.
  • Rückstände auf der Backplate-Innenseite, direkt über der Ablagerung → Material ging nach oben, gegen die Schwerkraft.
  • Ein Bauteil ist mechanisch zerstört (fehlender Pin + abgetrenntes Teil) — keine Korrosion.
  • Alles örtlich begrenzt; Netzteil, CPU, RAM, Kühler, Gehäuse sauber. Bei Flüssigkeit im geschlossenen Gehäuse erwarte ich Spuren an mehreren Teilen — niemand hat welche gefunden.
  • Drei Monate störungsfrei; Aufbau-/Konfigfehler zeigen sich sonst sofort.
  • Flüssigkeitseintritt löst üblicherweise erst Kurzschluss/Schutzabschaltung aus. Rauch heißt, ein Bauteil leitete weiter, bis es durchbrannte.

Ehrliche offene Frage
Chemisch analysiert habe ich die Rückstände noch nicht (das will ich fair sagen). Eine Rückstandsanalyse würde es klären: Kondensator-Elektrolyt über Bor/Ammonium, Halbleiter-Vergussmasse anders, externe Flüssigkeit über Natrium/Kalium/organische Reste. Bis dahin ist die Ursache für mich technisch offen — aber ein Flüssigkeitseintritt von außen passt nicht zu dem, was auf den Bauteilen ist.
An alle, die viele tote Boards gesehen haben: liest sich das als Flüssigkeitsschaden, oder als Bauteil, das ausgefallen ist und abgeblasen hat? Elektrolyt? Etwas anderes? Oder kann das echt wie Flüssigkeitseintritt aussehen und ich liege falsch?

3. Welche Schritte bereits unternommen
  • Grafikkarte ausgebaut, System auf der integrierten Grafik der CPU betrieben → bootet und läuft fehlerfrei. Passt zum Befund: bei defektem PCIe-Versorgungspfad bleibt der iGPU-Betrieb unauffällig, ein Lasttest auf Onboard-Grafik findet das nicht.
  • Alle Komponenten eingeschickt → Rückmeldung „getestet, ohne Befund" (Board/CPU/RAM/Kühler) bzw. Grafikkarte „anwenderverursacht / mechanisch beschädigt" — jeweils ohne dokumentierten Beleg.
  • Nach Rücksendung selbst untersucht → Befunde wie oben (Fotos).
  • Chemische Rückstandsanalyse: bislang nicht durchgeführt (möglicher nächster Schritt, um Elektrolyt vs. externe Flüssigkeit eindeutig zu klären).

(Den Händler nenne ich bewusst nicht — die Gewährleistungs-/RMA-Sache läuft noch. Seriennummern und Barcodes auf den Fotos sind verpixelt.)
 
nun, vielleicht wird schlicht eine ablehnungsliste abgearbeitet.
und ich fürchte: die sitzen am längeren ast.
ich sag ned, daß es so ist, aber es würde ned wundern, in zeiten wie diesen.
 
Ich würde zuerst an Flüssigkeitseintritt von oben denken. Kannst du am Dark Rock irgendwelche Spuren ausmachen? Da könnte es auch schon durchgetropft sein oder evtl knapp dahinter. Auch mal den hintersten Lüfter oben genau anschauen, falls da einer verbaut ist/war.

E: nach Sichtung von ein paar DarkRock5-Fotos auf Boards doch eher knapp dahinter...
 
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Die Tochter hat auch garantiert nichts verschüttet?
Meine kleine Schwester hatte durch einen verschütteten Colabecher einen Fernseher auf dem Gewissen.
 
Ich hab keinen Text gelesen ... Außer der Überschrift. An Stellen in den Bilden sieht man jedenfalls 100% Korrosion, also Wasserschaden. wodurch auch immer das kommt.

Das Grün zum Beispiel deutet auf korrodiertes Kupfer an der einen Stelle.
 
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Das Fleckenbild auf der Backplate sieht schon nach Flüssigkeitseintrag aus.
Ein Kurzschluss auf der Grafikkarte kann durchaus auch elektronische Bauteile in der PCIe-Stromversorgung auf dem Board mit in den Tod reißen.
Flüssigkeit kann natürlich nicht nur extern (Cola), sondern auch aus den Heatpipes kommen (CPU-Kühler, Graka-Kühler). Die meist kupferfarbigen Röhren sind mit einer Kühlflüssigkeit gefüllt und normalerweise fest verschlossen.
 
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Das Schadensbild sieht für mich tatsächlich nach Flüssigkeitsschaden aus - dafür spricht halt auch das korrodierte Kupfer. Da reicht halt schon nur ein Tropfen.
Woher der kommt ist im Nachgang natürlich kaum nachzuweisen. Das fällt dann wohl unter "Betriebsrisiko".
 
PapaWo schrieb:
Flüssigkeit kann natürlich nicht nur extern (Cola), sondern auch aus den Heatpipes kommen
Auf die Idee mit einer Heatpipe (oder Vaporchamber bei Grafikkarte) wäre ich nicht gekommen und vielleicht erwischt es ja mal einen von 1 Million produzierten Kühlern.
Und wenn 1 von 6,7,8 Heatpipes beim CPU Kühler leckt, macht sich das vermutlich auch nicht spürbar negativ in der Kühlleistung bemerkbar.
Die Flecken sehen aber recht groß aus, ich würde vermuten so viel Flüssigkeit ist in einer Heatpipe nicht drin?

Der Verlauf der Flecken passt auch glaube ich nicht zum Vaporchamber Leck der Grafikkarte, ist ja normaler senkrechter Aufbau im Gehäuse oder?

Und wenn der Computer AUF dem Schreibtisch steht, ist Verschütten eher auszuschließen, aber vielleicht mit der Gießkanne zum Blumengießen ungünstig rübergetropft? Oder irgendwer hat was geputzt und abgewischt und der Lappen war noch sehr nass und hat reingetropft?
War das Gehäuse oben offen oder hattest du den Plastikdeckel drauf?
 
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M.Schneider schrieb:
An alle, die viele tote Boards gesehen haben: liest sich das als Flüssigkeitsschaden, oder als Bauteil, das ausgefallen ist und abgeblasen hat? Elektrolyt? Etwas anderes? Oder kann das echt wie Flüssigkeitseintritt aussehen und ich liege falsch?

also wenn kein Flüssigmetall (Flüssigmetall ist Krebs!) als WLP verwendet wurde sieht mir das auch sehr stark nach Flüssigkeitseintritt aus über das Loch in der Backplate (der Hof um das Loch kommt nicht von einer Explosion eines Bauteils. Und einen elko sehe ich auch nicht in dem Bereich.

Und der Schaden auf der GPU könnte dafür gesorgt haben, das dann im Nachgang auch das Board die Hufe gerissen hat.
 
Sieht für mich auch nach einem Schaden (inkl. anschließender Korrosion) durch Flüssigkeitseintritt hin.
Das grüne Zeug wird mit ziemlicher Sicherheit Grünspan sein.

Eine geplatzte Heatpipe ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber durchaus möglich, in der Regel ist da einfach nur destilliertes Wasser drin.
Oder natürlich es ist was von außen reingelaufen/-getropft/-gespritzt.
 
Wenn man mal so nen Herstellungsvideo der Heatpipes ansieht .. die haben da so dünne Spritzen, da wird nicht mehr als ein paar wenige Tropfen Wasser drin sein.
 
Geplatzte Heatpipe, wäre mein Tipp. Ähnlich wie @PapaWo schrieb. Moderne heatpipes haben neben destilliertem Wasser auch häufig Zusätze drinnen, wenn man im Netz sucht tauchen häufig diverse Salze auf in Research Papers.
 
Wenn ich das beruecksichtige was ich gesehen habe ueber die Jahre wenn Dichtungen aufgeben, ist es bei (1) raus gekommen und dann in Richtung des gelben Pfeiles runter gesickert. @M.Schneider

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Wenn das die Gegenseite ist. Ja.

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Und dieser Grünspan wie auf den Bildern
kann - wenn der Rechner eingeschaltet ist - durch elektrolytische Korrosion bereits nach 30 Minuten entstehen und dann auch so aussehen.
Da bilden sich recht schnell genau solche grün-weißliche Krusten.
 
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Danke euch für die vielen Einschätzungen — genau dafür hab ich's gepostet. Ich arbeite die Punkte mal der Reihe nach ab, weil ich das System komplett zerlegt und Stück für Stück abgesucht habe.

Und die Flüssigkeit müsste ja erst mal ins Gehäuse rein. Das Case war zu, Deckel drauf. Es gibt außen keinen Eintrittspunkt, keine Spur oben auf dem Deckel, am Mesh oder an den Lüftungsschlitzen. Von außen eingedrungen ist da nichts — dafür fehlt schlicht der Weg.

Es gibt auch innen nirgendwo sonst eine Spur. Kein Tropfen, kein Rand, kein Belag — nicht am Dark Rock (Heatpipes unbeschädigt, kein Rinnsal, auch nicht knapp dahinter), nicht am oberen/hinteren Lüfter, nicht am Gehäuseboden, nicht an den Seitenwänden, nicht auf den Kabeln, nicht am Netzteil. Wenn von oben Flüssigkeit reingekommen wäre — Cola, Gießkanne, nasser Putzlappen — müsste sie der Schwerkraft folgen und irgendwo einen Verlaufs- oder Trocknungsrand hinterlassen. Den gibt es schlicht nicht, und ich habe wirklich gesucht.

Der Belag selbst passt nicht zu „von außen reingelaufen". Er ist erhaben und krustig, geht strahlenförmig von EINEM Punkt aus und wird nach außen dünner. Auf der Backplate läuft die Spur sogar nach OBEN, gegen die Schwerkraft. Eingelaufene und eingetrocknete Flüssigkeit macht das Gegenteil: sie sammelt sich am tiefsten Punkt und hinterlässt einen Tide-/Verdunstungsrand. Ein Austritt unter Druck von einem Punkt aus erklärt beides zwanglos.

Zum „Loch": Genau an dieser Stelle am oberen PCIe-Slot sitzt ein Spannungswandler. In dem Bauteil ist ein Loch, ein Anschluss fehlt, und ein abgetrenntes Metallteilchen liegt direkt daneben im Belag. Das ist mechanische Zerstörung, keine Korrosion. Ein Bauteil, das ausfällt und explosionsartig aufplatzt/ausgast, verteilt genau dort — von der Unterseite bzw. der Abdeckung bis zum Einschlagpunkt — sein Inneres großflächig auf die Platine. Der „Hof" um die Stelle ist für mich genau dieses Ausbreitungsmuster, nicht ein eingedrungener Tropfen.

Zum Flüssigmetall-Einwand (@Sebbi): nein, es war keine Flüssigmetall-Paste im Einsatz, ganz normale WLP. Der metallische Rückstand bzw. das abgetrennte Metallteilchen an der Stelle kommt also nicht von verlaufenem Liquid Metal — es gehört zum zerstörten Bauteil.

Das Grüne: ja, das kann Grünspan / korrodiertes Kupfer sein — aber als Folge, nicht als Ursache. Elektrolyt-, Vergussmasse- und Flussmittelreste sind hygroskopisch und korrodieren lokal nach. Das erklärt punktuelle Korrosion an der Austrittsstelle, ohne dass großflächig Wasser drübergelaufen sein muss.

Heatpipe/Vaporchamber (@PapaWo, @ruthi91): hab ich mir angeschaut, gute Idee. Der Dark Rock ist unversehrt, keine Dellen, kein Leck. In einer Heatpipe sitzen ein paar Tropfen meist destilliertes Wasser, die auf einem warmen Kühler sofort verdampfen — das gibt keinen erhabenen, krustigen Belag, der von einem Board-Bauteil ausstrahlt. Größenordnung und Muster passen für mich nicht.

Zur Cola-Frage ganz offen (@PeterSchmidt_80): PC stand auf dem Schreibtisch, Deckel drauf. Meine Tochter würde da nichts verschweigen — sie muss keine Angst haben, ich mache sie deswegen nicht fertig, und so ist sie auch erzogen. Aber ich verlasse mich gar nicht nur auf ihr Wort: hätte sie etwas verschüttet, gäbe es oben, im Gehäuse und auf dem Weg nach unten Spuren. Die gibt es nicht.

Zu „GPU-Schaden reißt das Board mit" (@Sebbi, @PapaWo): halte ich sogar für plausibel. Karte und Board sind zwei getrennte Fundstellen mit demselben Bild; ein Kurzschluss an der Karte kann die PCIe-Stromversorgung am Board mitnehmen. Das widerspricht meiner These nicht — es bleibt ein Bauteil-/elektrischer Schaden, kein Flüssigkeitseintritt.

Ich hänge mich nicht stur an eine Theorie — auf Fotos allein ist „sieht nach Flüssigkeit aus" ein fairer erster Eindruck, das sehe ich auch. Nur passt das, was ich mit dem Teil in der Hand sehe, nicht dazu. Objektiv klären ließe sich das am Ende mit einer Rückstandsanalyse: die trennt Elektrolyt / Halbleiter-Vergussmasse / Flussmittel eindeutig von einer externen Flüssigkeit (Natrium/Kalium, Zucker). Das wäre mir sogar am liebsten.
 
Das mach diese Analyse. Im RMA-Prozess kannst du das ehrlich gesagt nicht verlangen. Zumindest nicht im Rahmen der Garantie und darüber läuft die Abwicklung scheinbar. Man muss da halt von Anfang klar kommunizieren, dass man sich auf die Gewährleistung stützt.
Das was wir sehen und das was eben auch die Werkstatt sieht ist ziemlich eindeutig ein Flüssigkeitsschaden.

Woher die Flüssigkeit kommt... keine Ahnung. Aber tatsächlich scheint mir deine Erklärung sehr weit hergeholt. Das was du als "Ursache" siehst ist für mich eher eine Folge des Schadens.
 
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BFF schrieb:
Wenn ich das beruecksichtige was ich gesehen habe ueber die Jahre wenn Dichtungen aufgeben, ist es bei (1) raus gekommen und dann in Richtung des gelben Pfeiles runter gesickert. @M.Schneider

Anhang anzeigen 1759813

Wenn das die Gegenseite ist. Ja.

Anhang anzeigen 1759814
das ist die Karte von Oben und urteilt selbst ?

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@BFF fairer Einwand — eine interne Undichtigkeit (Vaporchamber/Dichtung) ist die deutlich klügere Variante als „von außen verschüttet", der gehe ich ernsthaft nach. Ich hatte genau die Stelle nochmal in der Hand und neu fotografiert:

Einbaulage. Die Karte lag horizontal im obersten Slot, Lüfter nach unten, Backplate nach OBEN — zum Mainboard hin. Eine Leckage unter Schwerkraft müsste nach UNTEN laufen, zu den Lüftern/Boden. Der Belag läuft aber nach oben über die Backplate, und die Gegenstelle sitzt auf dem darüberliegenden Board. Für „rausgelaufen und runtergesickert" ist das die falsche Richtung.

An (1) selbst. Das sind die gefederten Kühler-Montageschrauben, keine abgedichteten Kühlmittel-Auslässe — da ist keine Dichtung, die „aufgeben" kann. Und genau dort, wo sich austretende Flüssigkeit stauen oder ablaufen müsste, ist nichts: kein Stau, kein Rinnsal, kein Rand.

Menge/Art. Eine Heatpipe/Vaporchamber hat ein paar ml praktisch destilliertes Medium unter Unterdruck. Ein Leck verdampft schlagartig und hinterlässt kaum Rückstand — sicher nicht diesen erhabenen, krustigen Belag.

Der Knackpunkt bleibt das Board. Selbst wenn die Karte geleckt hätte: das sprengt kein Loch in einen Spannungswandler, reißt keinen Anschluss ab und legt kein abgetrenntes Metallteil daneben. Der Board-Schaden ist mechanisch. Beide Belagstellen liegen sich direkt gegenüber — zerstörtes Board-Bauteil unten, Karten-Backplate direkt darüber — mit demselben Muster. Das liest sich für mich als Auswurf, der vom Board nach oben auf die Backplate gelangt und dort gelandet ist. Die Backplate ist der Landeplatz, nicht die Quelle.

Das leicht Schmierige an der Stelle sieht für mich eher nach Wischspuren vom Prüfvorgang aus — so hinterlasse ich das nicht.
 
Da scheint noch ein Zweitschaden auf der GPU Kühlerseite im Nut/Kerbebereich des PCIe Slots zu geben.

Aber wie schon erwähnt, sieht stark nach Flüssigkeitsschaden aus.

Ein Profi kann das sicher reparieren, weil als Gewährleistung und Garantie wird das echt nicht durchgehen.

Sicher, das die GPU beim Kauf neu war oder man nicht beim Einbau Flüssigkeit in den Schraubenbereich an der Backplate gekommen ist? Beim horizontalen Einbau und schon vorhandener Flüssigkeit in dem Bereich, könnte ein kleiner Tropfen genau auf das Mainboard getropft sein und so ein Korrosionsschaden kann seine Zeit dauern.
 
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Ich halte es für nahezu ausgeschlossen das ein Spannungsregulator einen Schaden auslösen kann, der so aussieht wie auf den Bildern.
Die Chokes, also die Drosselspulen sind einfach nur vergossene Spulen, die platzen nicht, die zerbrechen höchstens, ähnlich wie Porzellan.
Da ist keine Flüssigkeit drin.
Und die MOSFETs sind ja nur elektronische Bauteile, wo auch nichts austreten kann. OK, die könnten im schlimmsten Fall schmelzen und fast schon explodieren und dabei geschmolzenes Epoxidharz (also sein Gehäuse) verteilen. Aber das sähe vermutlich anders aus als der Grünspan - wenn ich ihn mal so nenne - auf den Bildern. Das wären dann ehr so ölig-schwarze Rückstände, vielleicht ein bisschen wie Schmauchspuren.
Für mich sieht das nach wie vor nach einem Flüssigkeitsschaden aus.
Eine geplatzte Heatpipe würde ich nicht gänzlich auschließen, aber die wenigen Tropfen Flüssigkeit da drin, dafür sieht mir der Schaden zu groß aus.
Aber ich bin auch kein Experte.
Ob man sich die Mühe einer chemischen Analyse der Rückstände machen will, halte ich für ein wenig übertrieben, machbar wäre das natürlich.
 
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Kurzer Punkt zum „das ist Korrosion, also Wasser": Elektrolytkondensatoren sind selbst voll mit einer nassen, leitfähigen, leicht sauren Flüssigkeit. Bläst so ein Cap unter Überlast ab, sprüht das Elektrolyt raus, trocknet weiß-kristallin und frisst das Kupfer daneben grün — dasselbe Endbild wie ein Wasserschaden, nur dass die Flüssigkeit aus dem Bauteil kam, nicht ins Gehäuse. Die Farbe unterscheidet die beiden Fälle nicht — das Muster tut es: radial von einem Punkt, erhaben/krustig, teils gegen die Schwerkraft, plus ein Bauteil mit Loch und abgetrenntem Anschluss. Das ist kein Tropfen, der reinlief.

Noch was zur Karte von oben: das glänzend-schmierige Zeug dort sind Griff-/Fettfingerspuren vom Handling, kein Schadensbild — sitzt in den Anfasszonen, glänzt, verändert nichts darunter. Das darf man nicht mit dem eigentlichen Belag am Defekt verwechseln: der ist matt, krustig und kristallin und ätzt das Kupfer an. Wäre da flächig Flüssigkeit gelaufen, sähe es matt-krustig aus, nicht glänzend-fettig — und wäre gereinigt worden, wäre es streifig und rückstandsfrei. Beides ist es nicht.

Nachsatz: Ich sehe, die Abstimmung geht klar Richtung Flüssigkeit — fair, auf Fotos ist das der naheliegende erste Eindruck, den hatte ich anfangs selbst. Das Meinungsbild nehme ich ernst. Nur löst es die Widersprüche nicht auf, die ich mit dem Teil in der Hand sehe: Ausbreitung von einem Punkt (teils gegen die Schwerkraft), krustig-erhaben statt Verdunstungsrand, kein Eintrittsweg ins geschlossene Gehäuse — und ein Bauteil mit Loch, fehlendem Anschluss und einem abgetrennten Metallsplitter daneben. Am Ende entscheidet das ohnehin keine Abstimmung, sondern eine Rückstandsanalyse: die trennt Elektrolyt/Flussmittel eindeutig von einer externen Flüssigkeit. Danke euch fürs Draufschauen — das hat mir geholfen, die Punkte zu schärfen.

Der Nachbar schrieb:
Da scheint noch ein Zweitschaden auf der GPU Kühlerseite im Nut/Kerbebereich des PCIe Slots zu geben.

Aber wie schon erwähnt, sieht stark nach Flüssigkeitsschaden aus.

Ein Profi kann das sicher reparieren, weil als Gewährleistung und Garantie wird das echt nicht durchgehen.

Sicher, das die GPU beim Kauf neu war oder man nicht beim Einbau Flüssigkeit in den Schraubenbereich an der Backplate gekommen ist? Beim horizontalen Einbau und schon vorhandener Flüssigkeit in dem Bereich, könnte ein kleiner Tropfen genau auf das Mainboard getropft sein und so ein Korrosionsschaden kann seine Zeit dauern.
Danke — die Punkte greife ich auf.

Karte war neu, versiegelte Retail-Ware, direkt verbaut. Und beim Zusammenbau ist keinerlei Flüssigkeit im Spiel: Luftkühler, keine Flüssigmetall-Paste, nichts Nasses in der Nähe. Es gibt also gar keine Quelle für „Flüssigkeit im Schraubenbereich beim Einbau".

Zur langsamen Korrosion über Monate: das passt nicht zum Ausfallbild. Es war kein schleichendes Sterben — keine Artefakte, keine sporadischen Aussetzer über Wochen. Es gab einen Knall + Rauch, und das Teil war sofort tot (Karte nicht mehr erkannt). Ein Tropfen, der drei Monate vor sich hin korrodiert, gibt ein langsam schlechter werdendes Bild und wandernde Korrosion entlang der Leiterbahnen — nicht einen punktuellen Krater mit Loch, fehlendem Anschluss und einem abgetrennten Metallsplitter daneben. Das ist ein akutes, energiereiches Ereignis, keine Zeitlupen-Korrosion. Dass es ausgerechnet unter leichter Last (YouTube)passierte und nicht unter Volllast, passt ebenfalls nicht zu einer marginalen, langsam degradierenden Lötstelle.

Zum „Zweitschaden" auf der GPU-Kühlerseite im Kerbenbereich: die Stelle liegt genau gegenüber der zerstörten Board-Stelle am PCIe-Slot. Zwei sich gegenüberliegende Flächen mit demselben Bild lese ich nicht als zwei getrennte Flüssigkeitsereignisse, sondern als eine Quelle — Auswurf vom Board, der auf der Kühlerseite gelandet ist.

Dass ein Profi das reparieren kann, glaube ich sofort — mir geht es aber nicht um Reparatur, sondern um die Ursache, und die will ich objektiv geklärt haben. Deshalb der Weg über eine Rückstandsanalyse statt übers bloße Draufschauen.
 
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