Flüssigkeitsschaden oder Bauteildefekt? AMD-Board + RTX 5070 — Zweitmeinung erbeten - Abstimmung

Wie analysiert ihr den Schaden — Flüssigkeit oder Bauteildefekt?


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M.Schneider schrieb:
das passt nicht zum Ausfallbild
Inwiefern passt das nicht zum Ausfallbild? Das passt durchaus. Wenn Flüssigkeit da hin kommt, knallt es nicht sofort, sondern erst, wenn es "tief genug" ist.
Das dabei dann auch Bauteile am PCIe-Slot mit sterben... Ich glaube du suchst so sehr nach einer Erklärung, die es begründet, dass der Defekt doch auf Garantie durchgeht. Weil natürlich. Das ist ein riesiger finanzieller Schaden.
 
Dem Händler Verkäufer oder was auch immer wird auch egal sein was hier so beraten wird.

Mit dem musst du dich rumschalgen.
 
@kachiri fair, dass du nachhakst — dann sauber:

„Erst wenn es tief genug ist" heißt: es müsste sich Flüssigkeit angesammelt haben. Genau das macht die These schwerer, nicht leichter. Angesammelte Flüssigkeit in einem Spalt hinterlässt einen Pegel/Tide-Rand, ein Reservoir, wandernde Korrosion — und einen Weg dorthin. Bei mir gibt es weder Eintrittspunkt (Deckel zu, Seitenwand zu) noch Laufspur noch Pfütze noch Rand. Nichts. Wo hätte sich das über drei Monate sammeln sollen, ohne eine einzige Spur zu hinterlassen?

Und Korrosion sprengt keinen Anschluss ab. Am Bauteil fehlt ein Pin, daneben liegt ein abgetrenntes Metallteilchen im Belag. Das ist mechanisch/energetisch — ein Kurzschluss über Feuchtigkeit macht das nicht.

Zum finanziellen Punkt ganz offen, weil's fair ist, ihn anzusprechen: ja, das ist ein hoher Schaden. Aber genau deshalb will ich keineAbstimmung, die zufällig zu meinen Gunsten ausgeht — ich will die Ursache objektiv geklärt. Eine Rückstandsanalyse sagt eindeutig Elektrolyt/Flussmittel oder externe Flüssigkeit (Natrium/Kalium). Ich nehme das Ergebnis, wie es ausfällt — auch gegen mich. Wer sich eine Garantie-Erklärung zurechtbiegen wollte, würde so einen Test meiden, nicht anbieten.

Und zur Erfahrung, weil sie zur Sache gehört: ich baue und repariere Laptops, PCs und Macs seit 40 Jahren. Wo Flüssigkeit im Spiel war, gab es immer Spuren — Eintritt, Laufweg, Rand. Flüssigkeit materialisiert sich nicht mitten im geschlossenen Spalt zwischen Board und Backplate. Wenn sie da war, dann zeigt sich der Weg — und den finde ich beim besten Willen nicht.
 
@M.Schneider
Es können Bereiche mit kleinen Steuerspannungen weit unter 1V und wenigen mA sein und das kann dauern.
Wir wissen ja nicht was genau das für eine Flüssigkeit ohne chemische Analyse war und woher die wirklich bei deiner schon genauen Spurensuche mit den aussagekräftigen Bildern her gekommen ist.

Lässt sich der Ursprung der Flüssgkeisteintritts nicht mehr finden, die potenzielle Katze im Haus oder der kleine Blumentopf auf dem PC mal abgelegt antworten dir nicht nachträglich und alle Spuren wurden verwischt, so mache dir da bitte keine weiteren Gedanken und gehe einer konstruktiven Lösung entgegen.

Es ist leider eindeutig ein Flüssigkeitsschaden ohne die Herkunft mit intensiver Detektivarbeit alles genau zu zerlegen und zu durchleuchten, zu lösen.;)
 
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@M.Schneider da du schon mehrmals ausgelaufene Kondensatoren erwähnst, die hast du bei dir nicht. Seit gut 15 Jahren hat quasi jedes Board und Grafikkarte Feststoffkondensatoren. Wurde früher noch groß mit geworben „All solid Caps“

Edit: Ich schick gleich mal Fotos von nem Board Wakü Schaden die über Monate geleakt hat… muss in Keller

IMG_1267.jpeg

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IMG_1269.jpeg

IMG_1270.jpeg


Story: Ich habs so gekauft vor über 10 Jahren, als voll funktionsfähig.
Mit tropfender Wakü hatte der Vorbesitzer das für Monate in Betrieb, ja auch mit Grafikkarte im zugekalkten PCI-E Slot. Ich hatte das Board auch selber etwa 30mal in Betrieb für ~500 Stunden und nie ein Problem. Anfangs waren da noch "Tropfsteinhöhlen" aus Kalk drauf vom Sockel bis zum untersten PCI Slot runter und es bröselt bis heute was raus. Aber vor 1 Jahr gings dann nicht mehr an, stellt sich komplett tot.:evillol:
 
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Halten wir fest. Es ist kein Garantie- oder Gewährleistungsfall und irgendjemand hat irgendetwas über den PC verschüttet. So sehe ich es jedenfalls.

Mein kleiner Sohn (11) hatte auch Orangensaft über dem PC verschüttet. Ich habe es überhaupt erst bemerkt, weil der Hund am Gehäuse geleckt hat. Ist aber nichts ins Innere des Gehäuses gelaufen.
 
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Es sieht nach dem Eintritt einer zuckerhaltigen Flüssigkeit aus. Das weiße dürfte kristallisierter Zucker sein.
 
M.Schneider schrieb:
Elektrolytkondensatoren
Kannst du im Internet Bilder oder Videos von GPU und Board finden, die genau die Stellen zeigen und das fragliche versprengte Bauteil identifizieren würden?

Reparieren kann das jemand (der es kann), ob das wirtschaftlich ist wird erst die Begutachtung durch so eine Person zeigen. Wenn es Säure war und die anfängt PCB-Schichten mit Leiterbahnen zu zermapfen wird es aufwändig.
Ergänzung ()

surfix schrieb:
zuckerhaltigen Flüssigkeit [...] kristallisierter Zucker
Nach Zucker sieht mir das irgendwie nicht aus. Die Cola müsste ja seitlich aufs senkrecht montierte Mainboard gefallen sein!?

@M.Schneider Ist Hund/Katze im Haus, der seitlich den PC "markiert" haben könnte? Aber du sagtest ja schon, dass sich sonst keinerlei Spuren am Gehäuse finden. Deswegen tendiere ich auch zu "irgendwas ist explodiert und der Rest ist Folgeschaden".
 
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@M.Schneider
Wäre ja vielleicht mal was für Igor aka @FormatC oder Roman der8auer. Die machen gerne mal Content mit solchen Fehlersuchen.
 
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Man sieht Oxidation an den Komponenten. Von daher geb es aus meiner Sicht Kontakt mit einer Flüssigkeit. Man müsste sich hier wohl an einen Spezialisten wenden. Das ist die Sache wohl aber nicht wert.
 
Zum Abschluss von meiner Seite — danke für die vielen Rückmeldungen, das hat geholfen, das Bild zu schärfen (u. a. der Hinweis auf Feststoffkondensatoren, den ich gern aufgenommen habe).

@Looniversity hat den Kern eigentlich schon benannt: Sobald man sich die Einbaulage klarmacht, zeigt sich das eigentliche Problem der Flüssigkeits-These. Das Mainboard steht senkrecht, die Grafikkarte liegt waagerecht im obersten Slot, die Backplate zeigt nach oben zum Board — Flüssigkeit hätte also seitlich auf das senkrecht montierte Board bzw. genau in den schmalen Spalt zwischen Backplate und Board gelangen müssen. Genau da beißt es sich.

Ich habe die These trotzdem ehrlich durchgespielt, auch gegen mich selbst. Wenn ich sie annehme, müsste der Eintritt im offenen Zustand passiert sein — geschlossen und aufrecht, wie das Gerät lief, gibt es keinen Weg in den Spalt zwischen GPU-Backplate und Board. Und selbst im offenen Zustand läuft der Befund konträr:

1. Keine Spur, kein Weg. Externe Flüssigkeit hinterlässt eine Kette vom Eintritt bis zur Pfütze. Bei mir ist alles auf eine Stelle begrenzt — kein Eintritt, kein Laufweg, kein Rand, sonst nirgends etwas. Das Gerät lief geschlossen und aufrecht und wurde nur von mir geöffnet, nie mit Flüssigkeit dabei.

2. Der Verlauf passt nicht zu geflossener Flüssigkeit. Der Belag ist an der äußeren Kante der Karte (zur Seitenwand) am dicksten und wird zum Slot hin dünner, strahlt von einem Punkt und läuft teils nach oben. Entscheidend ist die Beweglichkeit des Materials: Eine dünnflüssige, mobile Flüssigkeit verteilt sich nach der Schwerkraft und sammelt sich am tiefsten Punkt — läge der Slot unten, müsste dort mehr liegen und außen weniger, also genau umgekehrt zu dem, was ich sehe. Zähes, ausgeworfenes Material dagegen fließt nicht nach, sondern erstarrt in der Auswurfform; „dick außen, dünn zum Slot" bleibt so stehen, wie es gespritzt kam. Mein Bild passt zu Letzterem — etwas, das gespritzt und erstarrt ist, nicht etwas, das geflossen ist. (Am Millimeter-Dickenverlauf will ich es nicht festmachen — je nach Lage im Moment des Ereignisses lässt sich das diskutieren; es reiht sich aber in Form, Richtung und fehlenden Laufweg ein.)

3. Mechanische Zerstörung. Am Bauteil fehlt ein Anschluss, daneben liegt ein abgetrenntes Metallteilchen im Belag, das Bauteil selbst hat ein Loch. Korrosion durch Feuchtigkeit macht das nicht — das ist ein energiereiches Bauteilversagen. Und genau das erklärt alle Fundstellen aus einer Quelle, ohne irgendeinen externen Weg.

Dass es auf Fotos nach Flüssigkeitsrückstand aussieht, bestreite ich gar nicht — getrockneter Auswurf und getrocknete Flüssigkeit sehen ähnlich aus. Der Unterschied liegt nicht in der Farbe, sondern im Muster und in der Mechanik.

Wie ich es auch drehe: Ich glaube die Flüssigkeits-Variante nicht, sie widerspricht allem, was ich in vielen Jahren an solchen Schäden gesehen habe. Entscheiden wird das ohnehin kein Blick und keine Abstimmung, sondern eine Rückstandsanalyse — ausgeworfenes Bauteilmaterial (Bor/Ammonium/Vergussmasse/Metall) gegen externe Flüssigkeit (Natrium/Kalium/Zucker). Das Ergebnis nehme ich, wie es ausfällt.

Ein förmliches, bezahltes Gutachten werde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht selbst beauftragen — das ist verständlicherweise nicht mein erster Schritt und liegt so früh auch nicht an mir. Ich versuche aber, jemanden mit dem passenden Werkzeug für eine Rückstandsprüfung aufzutreiben. @djducky guter Hinweis — an Igor's Lab (FormatC) oder der8auer hatte ich auch gedacht; das ist genau die Richtung, jemand mit dem richtigen Werkzeug und Blick für so etwas.

@Looniversity: zusätzliche Referenzaufnahmen brauche ich dafür eigentlich nicht — wer sich auskennt, vollzieht die Einbaulage selbst nach und stutzt an genau dieser Stelle. Die Aufnahme von oben war ja gerade wichtig, um zu zeigen, dass von oben nichts eingedrungen ist — also genau gegen diese eine These.

Zu Zucker/Oxidation noch kurz: kristallisierter Zucker bliebe klebrig, verfärbt und läge entlang eines Laufwegs — hier klebt nichts, und einen Laufweg gibt es nicht. Oxidation zeigt nur, dass ein leitfähiges, leicht saures Medium im Spiel war — das kann ebenso das ausgeworfene Bauteilmaterial sein, lokal und sekundär, nicht zwingend Flüssigkeit von außen. Zur Tier-Frage: außen am Gehäuse ist keinerlei Spur, auch keine, die ein Markieren hinterlassen hätte. Und ob sich eine Reparatur am Ende wirtschaftlich lohnt, ist eine andere Frage als die nach der Ursache — mir geht es zuerst um die Ursache.

Damit lasse ich es hier gut sein und danke euch fürs Draufschauen.
 
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Aber melde dich gerne, wie es ausgegangen ist. Vielleicht sehen wir es ja irgendwann auf YT bei Igor oder Roman. :)
 
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Es könnte auch z.b Batteriesäure o.ä sein. Die BIOS Batterie ist nicht gepatzt ?
 
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M.Schneider schrieb:
versuche aber, jemanden mit dem passenden Werkzeug für eine Rückstandsprüfung aufzutreiben
Falls du eine Hochschule in der Nähe hast findet sich da vielleicht jemand, der mal was analysieren will und das für Materialkosten umsetzen kann (auch wenn das eigentlich nicht der offizielle Weg ist...). Aber aus naheliegenden Gründen sind die auch nicht immer unbedingt wild drauf, völlig unbekannte Proben in ihre teuren Geräte zu stecken. :D
surfix schrieb:
Die BIOS Batterie ist nicht gepatzt
Das ist noch ein echt guter Gedanke. Da hätte sich aber ein kleines Stück "Blechdose" im Gehäuse finden sollen.
 
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Selbst wenn man Flüssigkeit ausschließt würde ich sagen, dass solche verkolketen Rückstände oder Spuren vom Rauch auch grau / weiß sein können, bin jedenfalls gespannt ob dein Fall mal bei Roman oder Igor unter die Mikroskope für Materialanalyse kommt 👍
 
Trotzdem würde die Batterie ausgasen. Und sich die Rückstände ablagern.
 
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@BEF

Jetzt wo du es sagst. Wohl eher nicht 😅 Scheidet somit wohl aus. Die Theorie mit der Batterie könnte aber durchaus hinkommen.
 
Welcher Schaden ist hier am Ende konkret auf der Sachebene entstanden?

Die GPU ist komplett defekt und das Board ist teildefekt? Das Board hat die GPU geschädigt, oder wie verhält es sich?

Das Schadensbild ist schon untypisch ohne externe Faktoren. Früher gab es öfters solche Themen.
 
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