Flüssigkeitsschaden oder Bauteildefekt? AMD-Board + RTX 5070 — Zweitmeinung erbeten - Abstimmung

Wie analysiert ihr den Schaden — Flüssigkeit oder Bauteildefekt?


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    38
Kurzer Abschluss von meiner Seite.

Mainboard: lebt. Ich habe die betroffene Stelle mit Isopropanol gereinigt, danach BIOS- und Treiber-Updates — das Board läuft wieder einwandfrei. Die Rückstände hatten also etwas gebrückt, statt das Board endgültig zu zerstören. Damit habe ich mir ein neues Board gespart.

Grafikkarte: vermutlich verloren. Sie hat sich seit dem Einschicken sogar verschlechtert — damals liefen die Lüfter noch an, jetzt drehen sie gar nicht mehr.

Gereinigt habe ich sie auch, aber zwischen den Beinchen und den Mini-Bauteilen bekomme ich die Rückstände nicht weg — das Zeug sitzt erstaunlich hartnäckig. Wattestäbchen sind dafür zu grob, die drücken es eher fest und hinterlassen Fusseln. Als Nächstes versuche ich es mit Sprüh-Isopropanol und einer feineren Bürste (Interdentalbürste), damit ich überhaupt zwischen die Anschlüsse komme.

Für eine eventuelle Analyse habe ich die Abdeckung bewusst ungereinigt gelassen — falls das Thema doch noch jemanden interessiert oder ich es mir anders überlege, ist dort unverändertes Material vorhanden.

Ersatz ist drin: eine ASUS Prime RTX 5060 für 419 €. Die 5070, die ich vor drei Monaten für 600 € gekauft hatte, kostet inzwischen um die 800 € — gleichwertig nachkaufen ergibt wirtschaftlich keinen Sinn mehr.

Zur Ursache: Ich verfolge das nicht weiter. Eine Rückstandsanalyse, die die Frage wirklich klären würde, käme teurer als die neue Karte. Und ehrlich: Zeit und Lust dafür habe ich auch nicht mehr.

Die Flüssigkeits-These halte ich weiterhin für schräg, aber nicht für unmöglich — im englischen Elektronikforum kam ein Gedanke, der mir einleuchtet: ein aerosolisierter Reiniger, irgendwo in der Nähe versprüht und vom Lüfter angesaugt. Das bräuchte keinen Eintrittsweg im klassischen Sinn, keine Laufspur, keinen Tropfen — und der Eintrag könnte auch deutlich vor dem Ausfall passiert sein, weil Korrosion Zeit braucht. Damit fällt auch mein eigenes Argument, dass die Kiste drei Monate störungsfrei lief.

Was mich trotzdem irritiert, und das halte ich für dokumentierenswert: Alles andere ist blitzsauber. Ich habe mit gerichtetem Licht gesucht — Lüfterseite der Karte, Lamellen des Dark Rock 5, unter den Kühlkörpern rund um die CPU, auf dem Board, oben auf und unter der Abdeckung des Pure Base 500, an den Slotblenden. Nirgends auch nur eine Spur. Keine Verfärbung, kein Belag, kein Rand.

Wie auch immer es hineingekommen ist: Es hat sich ausschließlich an dieser einen Stelle niedergeschlagen und sonst überhaupt nichts berührt.

@RaptorTP Guter Gedanke mit dem Aufsteigen — dass etwas Heißes „kocht" und nach oben zieht, statt der Schwerkraft zu folgen, passt zu dem, was ich sehe, und erklärt die Lage ausgerechnet an der Schraubendurchführung besser als jede Tropfen-Variante.

Und dein Hinweis auf Vorderseite und Kühler ist der richtige Ansatz — darauf wäre ich von allein nicht gekommen, weil ich die ganze Zeit auf die Rückseite gestarrt habe. Sobald die Reinigung durch ist, nehme ich den Kühler ab und mache Bilder davon. Von der Rückseite allein lässt sich ja gar nicht unterscheiden, ob die Korrosion von einem Bauteil ausstrahlt (also ein Ereignis auf der Karte) oder flächig an einer Kante liegt (Eintrag von außen).

@iron_monkey Danke. Beim Board hat sich die Frage durch die Reparatur erledigt; bei der Karte steht der Aufwand inzwischen in keinem Verhältnis mehr zum Wert.

Danke euch fürs Mitdenken — die Diskussion hat mir mehr gebracht als der ursprüngliche Befund.
 
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M.Schneider schrieb:
@RaptorTP Guter Gedanke mit dem Aufsteigen — dass etwas Heißes „kocht" und nach oben zieht, statt der Schwerkraft zu folgen, passt zu dem, was ich sehe, und erklärt die Lage ausgerechnet an der Schraubendurchführung besser als jede Tropfen-Variante.

Und dein Hinweis auf Vorderseite und Kühler ist der richtige Ansatz — darauf wäre ich von allein nicht gekommen, weil ich die ganze Zeit auf die Rückseite gestarrt habe. Sobald die Reinigung durch ist, nehme ich den Kühler ab und mache Bilder davon. Von der Rückseite allein lässt sich ja gar nicht unterscheiden, ob die Korrosion von einem Bauteil ausstrahlt (also ein Ereignis auf der Karte) oder flächig an einer Kante liegt (Eintrag von außen).
Das ließt sich halt wieder wie so nen von der KI "ich stimme Lieber zu als zu wiedersprechen"
 
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@M.Schneider
Frag doch bei Krisfix für eine Diagnose der RTX5070 mal an. Da muss ein profi Mit echten Messequipment und Reparaturwerkzeugen ran.
In der heutigen GPU Situation ist auch die RTX5070 eine Menge wert. Vielleicht kostet die Reparatur 150€, aber wenn man die MSI RTX5070 für um 600€ gekauft hat, jetzt knapp 780€ neu aufgerufen werden, man nach einer Reparatur mit zusätzlicher Garantie die Karte für 500€ verkaufen kann, macht man nur kleinen Verlust.

Ich habe zwar mal in einem anderen Thread bei einem ähnlichen Fall zur Isopropyl Reinigung empfohlen um entstandende, leitfähige Kurzschlüsse zu beheben, aber auf deinen Bildern sah das schon sehr grenzwertig aus. Glück für das Mainboard.

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Für einen aus schon sehr feuchter Luft entstanden Kurzschluss durch Kondensationsbildung an so einer spezifischen Stelle, das ist die wildeste Theorie. Da muss ja eine ganz besondere Klimazone genau in diesem Bereich herrschen, damit sich Feuchtigkeit niederschlägt und über die Backplate kriecht. Nun, was ist auf dieser Welt nicht alles möglich?

Ich habe meiner GPU die Backplate sowieso entfernt. Ist eine Spielerei, die keinen Mehrwert bringt, wenn diese nicht zur Kühlung beiträgt.
 
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