Entwickler machten am Donnerstag auf den prominenten Hinweis aufmerksam. Er sehe das zum ersten Mal,
schrieb ein App-Entwickler auf X. Bislang nutzen nur extrem wenige Apps die neue Option, eigene Kaufmöglichkeiten anzubieten. Apple muss solche Direktkäufe in der EU aufgrund des Gesetzes über digitale Märkte in dem als Gatekeeper-Dienst eingestuften App Store inzwischen zulassen. Der Warnhinweis erscheint nur beim Verkauf digitaler Inhalte. Shopping- oder Buchung-Apps, in denen Nutzer ebenfalls ihre Zahlungsdaten seit Jahren direkt eingeben können, sind nicht derart gekennzeichnet.
Apple gestaltet solche Direktverkäufe hochgradig unattraktiv für App-Anbieter: Neben den Warnhinweisen im App Store gibt es auch eine Vollbildwarnung in der App, die Nutzer vor jedem Kaufvorgang erst bestätigen müssen. Anbieter beziehungsweise Entwickler sind zudem verpflichtet, für die anschließenden Käufe ihrer Kunden weiterhin Provision an Apple zu zahlen – und zwar auch, wenn diese Käufe von anderer Hardware aus im Web getätigt werden, etwa mit einem Windows-PC im Browser. Das gilt für alle Käufe, die innerhalb von 12 Monaten nach Installation einer App oder einem App-Update passieren.
In den USA wurde
Apple jüngst per Verfügung dazu gezwungen, Apps ebenfalls externe Kaufmöglichkeiten zu erlauben, ohne dafür eine Provision veranschlagen zu dürfen. Große App-Anbieter wie Amazon und Spotify machen davon bereits Gebrauch.
Den Gerichtsunterlagen zufolge übertrafen sich Apple-Mitarbeiter dabei, besonders furchteinflößende ("scary") Warnmeldungen ("Scare Sheets") zu formulieren, damit Nutzer möglichst keine externen Käufe in Apps tätigen. Apple-Chef Tim Cook sei persönlich in die Formulierungen involviert gewesen, heißt es.