Frage zu Routern bzw. zum Routing

Stefan.W

Cadet 4th Year
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Hallo Leute,

die Welt der Netzwerke ist spannend. Deshalb habe ich mir gedacht ich kaufe mir ein Buch und lese mich in das Thema ein.

Bin jetzt gerade beim OSI-Referenzmodell im Layer III angelangt.

Soweit verstehe ich das Ganze auch. Es ergeben sich für mich jetzt allerdings einige Fragen. Wie die meisten hier besitze ich selbst einen Router, eine Vodafone EasyBox803.

Wenn ich jetzt zwei getrennte Subnetze mit einander verbinden möchte, kann ich dies sicherlich einmal wie abgebildet erledigen. Der Router ist durch die erweiterte Subnetzmaske in beiden Subnetzen vorhanden:

frageb.jpg


In meinem Buch lautet der Tenor allerdings, dass man nicht mit erweiterten Subnetzen in Routern arbeitet sondern jeden Anschluss des Routers einen eigene IP und Subnetzmaske zuteilt.

Um bei meinem Beispiel von oben zu bleiben, sähe dies dann wie folgt aus. Der Anschluss an den Switch 1 bekommt die IP-Adresse 192.168.1.254 und einer Subnetzmaske 255.255.255.0. Der Anschluss an den Switch 2 die IP 192.168.2.254 ebenfalls mit der Subnetzmaske 255.255.255.0.

Nun endlich zu meinen Fragen:

Ist das richtig, das in dem unteren Beispiel eine Kommunikation immer noch möglich ist?

Warum kann ich in meinem Router nicht für jeden Anschluss eine IP festlegen und gibt es Router die dies können?

Ich selbst kann um bei dem Beispiel zu bleiben somit nur mit einer erweiterten Subnetzmaske arbeiten damit die Kommunikation weiterhin möglich ist oder?

Danke schon mal im Voraus.
 
Ist das richtig, das in dem unteren Beispiel eine Kommunikation immer noch möglich ist?

Ja, würde gehen.

Warum kann ich in meinem Router nicht für jeden Anschluss eine IP festlegen und gibt es Router die dies können?

Weil die im Handel erhältlichen Router für Endverbraucher sind, dort kann man meist nur den WAN Port konfigurieren.
Für dein Beispiel bräuchtest einen Router von zb. Cisco.

Ich selbst kann um bei dem Beispiel zu bleiben somit nur mit einer erweiterten Subnetzmaske arbeiten damit die Kommunikation weiterhin möglich ist oder?

Ja, sollte auch gehen.
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Wenn du professionell Netzwerke testen/simulieren willst suche mal nach "Cisco Packet Tracer". ;)
 
Stefan.W schrieb:
Ich selbst kann um bei dem Beispiel zu bleiben somit nur mit einer erweiterten Subnetzmaske arbeiten damit die Kommunikation weiterhin möglich ist oder?

Das ist Käse und wird nicht funktionieren. Durch das ändern des Subnetzmaske schaffst du ein völlig neues Netz. Ein Router muss mit einem Interface immer im gleichen Subnetz sein wie das LAN-Segment das angebunden werden soll. Dieses Interface nutzen dann de angeschlossenen PCs als Gateway. So steht es ja auch in deinem Buch.

Willst du routen brauchst du eben einen richtigen Router, oder du kannst auch mit einem PC der mehrere Netzwerkkarten hat einen Router basteln.

Wenn du jetzt hingehst und auf allen deinen Geräten die Subnetzmaske auf 255.255.0.0 konfigurierst, können die zwar wieder miteinader kommunizieren, aber nur weil dann auch alle Geräte wieder in einem Netz liegen, dort wird dann auch kein Routing mehr benötigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo swz.alucard,

als Gateway ist natürlich bei den beiden PC´s die IP 192.168.1.1 eingetragen.

In meinem Buch steht, das der Switch anhand der IP-Adresse sowie der Subnetzmaske ermittelt, ob der zu findende PC in dem Broadcastnetz ist. Wenn dies nicht der Fal ist nutz er das Gateway, sprich die 192.168.1.1.

Der Router ist doch aber in beiden Netzen vorhanden und müsste doch auch wissen, an mit welchem Anschluss er welches Netzt erreicht oder bin ich da total auf dem Holzweg?

Das kann ich ja zum Glück zu Hause probieren. :)
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Versucht und gescheitert, da ich nicht mal die Subnetzmaske vom Router ändern kann.
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Allerdings hat mich auch Windows gewarnt, dass das Gateway nicht im eigenen Subnetz liegt.

Ich gehe davon aus, dass du Recht hast und es nicht funktioniert. Der Switch nicht weiß wohin er das Paket schicken soll, da der Switch selbst das Gateway nicht kennt, da es nicht im eigenen Subnetz ist!?
 
Hi, ein Switch ist ein Layer 2 gerät.
Der hat nichts mit IP Adressen am Hut. Das ganze "geswitche" wird über die MAC Adressen erledigt.
Du solltest einen normalen Switch nicht mit einem Layer 3 Switch verwechseln. Der hat dann nämlich wieder Routingfunktionen eingebaut und kann zwischen verschiedenen Netzen, in diesem fall VLANs routen.

Richtige Netzwerkerei kann man mit den zu Hause verwendeten DSL-Routern nciht wirklich betreiben. Die sind wie schon genannt wurde endkundenprodukte und nicht wirklich Konfigurierbar. Zudem sind die ja auch keine klassischen router, sondern ein multifunktionsgerät mit vielen Komponenten.

Zur Netzwerkerei würde ich dir empfehlen das CCNA von Cisco zu lesen. Das ist eigentlich recht gut, auch wenns in der aktuellen Version auf englisch ist und an manchen Punkten doch inkorrekt ist. Aber alles in allem steht das ganze Zeugs mit Subnetting, routing, switching usw sehr gut dadrin erläutert. Dazu noch den Paket Tracer und du kannst dir eigentlich fast alles beibringen.

Gruß

Edit: zu deinen Anmerkungen. Kennst du schon ARP? Das ist eigentlich für dich das schlagwort, dass du beim switching schonkapiert haben musst.

Edit2: http://de.wikipedia.org/wiki/Switch_(Computertechnik) Da steht es eigentlich auch halbwegs gut drin erklärt. Der Unterschied zwischen IP und Mac Adresse in einem Paket ist dir auch bekannt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Duke,

naja mir ist so einigermaßen klar was ARP heißt.

Ich versuche es mal kurz mit meinen leihenhaften Worten zu beschreiben:

Wenn ich mit PC 1 an einen PC 2 (im selben Subnetz) etwas schicken will, wird als erstes ein Broadcast an alle PC´s (im selben Subnetz) geschickt, damit ich die MAC-Adresse von dem PC2 bekomme. Erst dann können Daten von PC 1 an PC 2 geschickt werden.

Diese MAC-Adresse wird dann im ARP für eine gewisse Zeit gespeichert. Wenn die Rechner nach der Zeit wieder Daten austauschen wollen geht das spiel von vorne los.
 
Der ARP Prozess findet dann statt, wenn der Abgleich von Subnetmaske und IP(Ziel) ergibt, dass es sich im selben Netz befindet!! Wenn nicht, wird ein ARP gemacht um das Default Gateway zu finden, wenn das Ziel NICHT im selben Netz ist. Und diesen ARP könnte er nicht machen, denn das Default Gateway ist nicht im selben Netz.
 
Dann passts ja schonmal.
Ein Switch hört ja zwangsläufig diese Pakete mit und kann somit feststellen, welcher PC an welchem Port hängt.
Weis er das aber nicht, so verhält er sich wie ein Hub und broadcastet das Paket an alle.
Dies passiert zb, wenn du in ein anderes Subnetz gehst.
Dann erhält der Router auch das Paket und kann es weiterleiten.
Wenn dir aber bekannt ist, dass das Ziel in einem anderen Netz liegt, besteht das Paket aus der IP des Empfängers, aber nicht dessen MAC. Hier steht dann die MAC des Routers drin und der Switch kann es an den Passenden Port weiterleiten.
Im Zielnetz bleibt die IP unverändert, aber die Source Mac ist jetzt diese, die der Port des Routers hat, von dem das Paket in das Zielnetz kommt. Dahin schickt der Empfänger nun sein ACK auch wieder hin. Aber halt mit der IP, des Ziels, blos dessen MAC nicht. der Router schiebt das dann wieder aus dem anderen Port raus. Halt an den ursprünglichen Sender. Da ist dann dessen Ziel mac und ip drin. Als source mac ist die des Routers, die IP ist die des anderen.
Ich hoffe du verstehst den groben überblick. Die Animationen beim CCNA erklären es aber deutlich besser, als ich es beschreiben kann.
 
Okay. Soweit habe ich das ganze jetzt glaube ich erst einmal verstanden. Danke an alle die mir geholfen haben.

Ich werde mir jetzt mal weiter mein Buch geben.

Ich hoffe kann euch in Zukunft mit solchen Fragen verschonen und verstehe den Inhalt des Buches auf Anhieb.

Mein größter Fehler beim Lesen ist glaube ich, dass ich das was in dem Buch steht, mit meinem "Router" vergleiche um es zu verstehen. :)

Das CCNA werde ich mir im Anschluss an das Buch auch nochmal geben. Hätte ich doch einfach was "Gescheites" gelernt. :D
 
Hallo Merle,

nachdem ich das Buch aus langeweile lese und mit meinem normalen Beruf, der nichts mit Netzwerk zu tun hat, eigentlich genug ausgelastet bin, wäre ein 2-wöchiges Bootcamp etwas übertrieben.

Allerdings muss ich anmerken, dass ich mir im Urlaub sicherlich einen solchen vorstellen könnte. Muss nur noch die Frau mitziehen. :D
 
Naja, den CCNA schafft man auch ohne solch intensive Vorbereitung. Allerdings ist es, gerade wenn man beruflich nichts damit zu tun hat, sehr gut fürs Verständnis.
Eine Woche Vorbereitungskurs (jeweils ICND1 und 2) kostet allerding schnell mal 1500-2800€ exkl Unterkunft.
Fürs Selbststudium kann ich dir dieses Buch stark empfehlen:
http://www.ciscopress.com/bookstore/product.asp?isbn=1587201828
(gibt's sicherlich irgendwo auch als PDF).
Natürlich stark an Cisco angelehnt, aber es sind ja auch Cisco Zertifizierungen.
Nichts desto trotz lernt man dort alle Grundlagen über Subnetze, VLANs, OSI. Und auch so Sachen wie ARP.
Ich sag mal so: es ist viel drin, was man fürs Verständnis nicht braucht. Aber alles was man braucht ist drin.

Ich für meinen Teil bin da beruflich eher reingeschlittert, nun finde ich es sehr interessant und bin im Prozess... Ist ein vielschichtiges Thema, Netzwerke.

Gruß und viel Erfolg, Merle.
 
Stefan.W schrieb:
Warum kann ich in meinem Router nicht für jeden Anschluss eine IP festlegen und gibt es Router die dies können?
Weil dein "Router" keine reiner Router ist. EIn reiner ROuter kann zwischen _allen_ physischen Anschlüssen routen.

So ein typischer Heim-"Router" hat nur 2 oder 3 IP-Interfaces: Eins fürs ins Internet, eins fürs WLAN, eins fürs LAN. Zwischen denen kannst er routen. An dem LAN-Interface hängt direkt eingebaut in die gleiche kleine Kiste ein Ethernet-Switch, der dir die z.B. 5 Ethernet-Ports des Geräts zur Verfügung stellt. Du kannst _zwischen_ _diesen_ 5 Ethernet-Ports dann nicht routen.

Stell dir bei einen Home-Router mit vielen Ethernet-Ports die beiden Teile (den Router + den Switch) als einzelne Teile vor. Dann wird dir dir schnell klar, zwischem welchen physischen Ports du routen kannst und zwischen welchen das nicht geht.

Wenn du 2 PCs an einen reinen Ethernetswitch anschließt, kannst du ja auch nicht den beiden Ports am Switch IPs verpassen und den Switch routen lassen. Zwei an deinen Heim-"Router" per Ethernet direkt angeschlossene PCs sind haargenau das gleiche. Die hängen auch nur an zwei Ports eines Switches.
 
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