maku schrieb:
- Business class reliability with advanced data protection
Was soll das konkret aussagen? Das würde ich als normale Anpreisung ohne konkrete Aussagekraft betrachten. Die MTBF wird auch nur mit >1 Millionen Stunden angegeben, was für SSDs besonders hoher Wert ist, Samsung gibt für die 850 Evo 1,5 Millionen Stunden an. Aber das sind sowieso Ausfallwahrscheinlichkeiten und keine Lebenserwartungen und die sind eher theoretisch bis geraten und selbst wenn sie genau zutreffen für den Heimanwender mit einer einzigen SSD total irrelevant. Die eine SSD kann immer kaputt gehen, wahrscheinlich wird aber weder die eine noch die andere innerhalb ihrer Nutzungsdauer, die etwas über den 5 Jahren Garantiedauer beider SSDs liegen dürfte, überhaupt ausfallen.
Würdes Du jetzt 3 Millionen von den SSDs nutzen, dan würde es einen Unterschied machen ob der Techniker 20 Minuten oder 30 Minuten hat um eine zu tauschen bevor die nächste igrendwo ausfälllt
maku schrieb:
- end-to-end data path protection and SmartECC to guard data plus SmartRefresh to protect against read errors
Welche Controller eine End-to-end data path protection hat, weiß ich auch nicht, aber vermutlich haben die 850 Evo die ebenfalls, da die gleichen Controller auch in den 845DC Evo Enterprise SSDs verwendet werden und da gehört das Feature zum Standard. Die Marvell Controller dürften es auch alle haben, da die ja auch für Enterprise SSDs verwendet werden, nur bei SMI scheint es nicht immer dabei zu sein, so schreibt Anandtech über den SMI 2259 in der neuen Intel 545s:
Da wird auch gleich gut beschrieben was es ist, nämlich ECC für das interne SRAM und das externe DRAM des Controllers. Außerdem klingt es für mich danach als habe der Chip dies schon immer drin gehabt, aber erst bei dieser neuen Version wird es auch aktiviert, aber vielleicht ist es auch bei allen drin und aktiv, aber nur diese Version zeigt dann auch das Attribut in den S.M.A.R.T Werten an.
SmartRefresh ist ein absoluter Marketing-Gag, denn jeder SSD Controller muss zuweilen die NANDs refreshen. Das Problem mit dem langsamen Lesen alter Daten bei der 840 und 840 Evo, also den Vorgängerversionen der 850 Evo die noch planare TLC NANDs hatten, war gerade das die FW die NANDs zu selten refresht haben. Dann musste eben zuweilen die LDPC Fehlerkorrektur aktiviert werden und die ist langsam, weil dafür die Zellen mehrfach mit verschiedenen Thresholds ausgelesen werden. Als die FW mit dem Bugfix für die beiden Serien kamen, beschwerten sich dann gleich wieder einige im Forum die neue FW würde bestimmt die NANDs zu schnell verschleißen
NANDs zu refreshen ist also schon immer nötig gewesen, früher als die Fertigungsstrukturen noch sehr groß waren nicht so sehr und oft wie heute, aber eben auch schon und auch die alten SF machen dies, was man bei denen schön an der mit der Zeit steigenden WA (man teile die Rohwerte des Attributs E9 durch den von EA) sehen kann. Phison ist nun nur die erste Firma die dies Feature als SmartRefresh bewirbt was alle Controller machen und ebenso hat jede SSD eine ECC, die gewöhnlich hinter jedes NAND Page steht. Dafür haben die NANDs auch schon seit ewigen Zeiten extra ein paar mehr Bytes für jede Page, wie hier am Beispiel eines alten Micron NANDs zu sehen ist welches pro Page 4320 Byte hat, eben 4096 für die Nutzdaten und 224 für ECC und andere Verwaltungsdaten:
Wie Du siehst sind die toll beworbenen Features also eigentlich Selbstverständlichkeiten und außer vielleicht der end-to-end data path protection bei allen SSDs seit Jahren selbstverständlich. Wenn man nichts besonderes hat was man hervorheben kann, dann wirbt man eben mit dem was man hat, auch wenn es nichts Besonderes ist, dazu macht man es dann gerne durch fantasievolle Namen die man den selbstverständlichen Funktionen dann gibt.