Fragen an die Speicherspezis / Informatiker

Sasi Black

Admiral
Registriert
Jan. 2013
Beiträge
8.267
tach,

ich such im netz nach paar infos die ich nicht direkt auf anhieb bzw. das passende zu gefunden habe.

also ich beschäftige mich grade mit Fehlerarten / Fehlererkennung / Korrekturverfahren etc.
Grundlagen hab ich soweit verstanden CRC, ECC, Hamming Code, Pärity....
nur kenn ich mit mit der Hardware viel viel besser aus als mit dem was dahinter mit 0 / 1 passiert.

Studieren will ich das auch nicht, bin Azubi Kfz-tler mit dem schimpfwort ,,System und Hochvolttechnik'' hinter

Meine 2 Fragen:
wie warscheinlich ist ein 1-bit fehler bei z.b. 4GB stick

Gehört eig. zum RAM unterforum.
Was hat man an mehraufwand wenn man ECC RAM's benutzt.
- einmal die kosten (Einkauf)
- Langsamerer RAM /Rechenleistung geht verloren
- weniger effektive nutzbarer ram (da kontroll bits zu kommen), 1/3 geht verloren bzw. nur 2/3 nutzbar? richtig?
hab ich was vergessen?

Keine Angs, hab nicht vor ECC zu verbauen. (also keine diskusion darüber), die frage mit der Warscheinlichkeit ist mir wichtiger.
EDIT: man sagt ja das umso länger ein System läuft, umso mehr bit-fehler sich einschleichen können. bezogen auf RAM
daher ja im Consumer bereicht nicht vor zu finden (ECC) da täglich ein aus geschaltet wird. Bei Server werden die ja bei 24/7 verwendet, wenn man hier auf ECC verzichtet stürzt die kiste nach 3 wochen ab?

Danke für tipps oder ungefähren angaben
 
Zuletzt bearbeitet:
USB stick ist ja erstmal was ganz anderes als RAM Speicher, der preislich auch sicher um den Faktor 10 schwanken kann. Dem Messe USB stick würde ich jetzt nicht meine sensiblen Daten anvertrauen.
 
ne allgemein, also muss kein stick sein (also speichertechnologie abgesehen), nur die warscheinlichkeit das ein bit falsch geschrieben wird, falsch verhält.
evtl. ist das mit dem stick doch bischen doof.
fehler durch speichercontroler, äusere einflüsse abgesehen, sowie billiger hardware.

Überarbeitete frage: wie warscheinlich ist ein 1bit fehler bei einen 4GB Speicher?
 
Sasi Black schrieb:
wie warscheinlich ist ein 1-bit fehler bei z.b. 4GB stick
Das hängt sehr vom Stick ab, eigentlich haben alle Massenspeicher eine ECC über die Datenblöcke und daher sollte es dann extrem selten Bitfehler geben. Bei HDDs ist das die UBER, die je nach HDD Modell mit 1:10^14 bis 1:10^16 angegeben ist, was bedeutet, dass pro z.B. 10^14 gelesener Bits (etwa 12TB) dann ein Bitfehler passiert der nicht korrigiert werden kann und das dürfte i.d.R. zu einem Lesefehler führen, die Rate unerkannter Bitfehler ist noch einmal ungleich geringer.

Bei NAND verhält es sich mit der UBER anders, da ist die Fehlerrate anfangs gering und steigt dann mit dem der Verschleiß gewaltig an. Zu beachten ist aber, dass USB Stick meist kein so hochwertiges NAND enthalten und daher weiß man nicht, wo auf der Kurve man sich schon bei neuen Sticks befindet.

UBER_HDD-SSD.png

Bitfehler sind aber i.d.R. eher eine Folge von Fehlern im RAM und nicht des Stick, der SSD oder der HDD. Obwohl es da auch neben den Bitfehlern auf dem Medium auch noch zu Bitfehlern auf den internen Datenpfaden kommen kann, was bei Enterprise HW i.d.R. nicht passiert, weil Enterprise Datenträger (SSDs und HDDs) einen Schutz der internen Datenpfade haben, also z.B. eben auch ECC RAM als Cache.
Sasi Black schrieb:
Was hat man an mehraufwand wenn man ECC RAM's benutzt.
- einmal die kosten (Einkauf)
Das ECC RAM ist gar nicht so viel teurer als normales RAM, aber die Plattform muss das unterstützen, also Board, Chipsatz und CPU und das ist bei Intel zumindest nur bei Xeon Systemen der Fall, da kosten dann alleine die Boards schon deutlich mehr als Boards mit Desktop Chipsätzen. Es gibt Ausnahmen, der X99 unterstützt auch als Desktopchipsatz ECC RAM, aber dann nur mit einer Xeon CPU.

Sasi Black schrieb:
- Langsamerer RAM /Rechenleistung geht verloren
- weniger effektive nutzbarer ram (da kontroll bits zu kommen), 1/3 geht verloren bzw. nur 2/3 nutzbar? richtig?
Leistung geht i.d.R. nicht verloren, die ECC Prüfung läuft in Hardware und kostet auch keine Kapazität, da die ECC RAMs mehr Chips enthalten (9 statt 8) und daher eben 72Bit statt 64Bit "breit" sind.

Sasi Black schrieb:
hab ich was vergessen?
Wenn Du Bitfehler hast und kein ECC RAM verbaut ist, dann würde ich mal das RAM richtig testen, damit wenigstens RAM Hardfehler auszuschließen sind. Dazu stellt man alles im BIOS so ein, wie es auch nachher läuft, also keine Tweaks unter Windows verwenden! Dann die iso / img von Memtest86 von CD oder USB-Stick booten, denn man kann nicht unter Windows sinnvoll das RAM testen. Es sollten min. 6 PASS abgewartet werden und es darf dabei kein einziger Fehler auftreten, also am Besten über Nacht laufen lassen. RAM-Fehler können die unmöglichsten Probleme erzeugen. Softfehler, also zur Laufzeit gekippte Bits kann sowieso nur ECC RAM erkennen und minimieren, normales ECC RAM reicht auch nicht einmal aus um diese komplett zu verhindern, weshalb es ja auch Advanced ECC Technologien gibt.


Sasi Black schrieb:
man sagt ja das umso länger ein System läuft, umso mehr bit-fehler sich einschleichen können. bezogen auf RAM
daher ja im Consumer bereicht nicht vor zu finden (ECC) da täglich ein aus geschaltet wird. Bei Server werden die ja bei 24/7 verwendet, wenn man hier auf ECC verzichtet stürzt die kiste nach 3 wochen ab?
Kann sein, muss aber nicht, nicht jeder RAM Fehler und jedes gekippte Bit führt zu Abstürzen, es kann auch einfach Daten die im RAM gecacht sind, verändert und jedes normale OS, auch Windows, nutzt sonst unbelegtes RAM gewöhnlich als Diskcache.

Gandalf2210 schrieb:
USB stick ist ja erstmal was ganz anderes als RAM Speicher, der preislich auch sicher um den Faktor 10 schwanken kann.
Nein, RAM und Flash NAND sind ganz verschiedene Technologieren, aber die Daten die ins NAND geschrieben werden, werden eigentlich vorher und nachher immer über das RAM gehen und ohne ECC RAM können sie dort natürlich leicht korrumpiert werden.
Gandalf2210 schrieb:
Dem Messe USB stick würde ich jetzt nicht meine sensiblen Daten anvertrauen.
Keinem Stick alleine würde ich sensible Daten anvertrauen, erst recht nicht wenn ich den nicht vorher komplett mit h2testw durchgetestet und h2testw ihn als fehlerfrei erkannt hat. Gerade bei günstigen Sticks ist ein Test über die ganze Kapazität unumgänglich, da es zu viele Fakes gibt.
 
wie sieht die warscheinlichkeit bei Arbeitsspeicher aus? RAM 4GB aus?
 
Google danach, es gibt Statistiken dazu im Netz, nur kannst Du das bei einer übertakteten CPU und womöglich sogar übertakteten RAMs natürlich vergessen, da ist das Risiko noch einmal höher. Du solltest aber wie beschrieben wenigstens mit Memtest86(+) mal schauen ob es bei den gewählten Einstellungen nicht schon hard-errors gibt, soft-errors kann man ja sowieso nur mit ECC-RAM erkennen. Das dürfte der 1090T mit einem passenden Board unterstützen, aber der i5 garantiert nicht.
 
Zurück
Oben