" für Bildbearbeitung (nicht) geeignet"

Scaret

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Okt. 2014
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Mich würde da mal etwas interessieren...

In Bildschirmtests wird oft gesagt, ob diese für die Bildbearbeitung geeignet sind oder nicht, insbesondere wenn um IPS und TN Panels geht. In den Kommentaren der Verkaufsportale gibt es Leute die sagen, die Bildqualität ist super, während andere sich über Lichthöfe, zu helle Bildschirme etc. beschweren.

Doch was heisst das genau?

Ich gehe mal davon aus, dass die normale Windowsoberfläche überall gleichgut dargestellt wird und das man auf allen Bildschirmen Texte lesen kann.
Angenommen ich habe ein hochauflösendes Landschaftsbild, sieht das dann einfach scheisse aus, auf einem TN Panel?
 
Es geht darum, das das Gedruckte Bild so ausehen soll wie die Vorlage auf dem PC. Wenn der Monitor aber Farben verfälscht oder an manchen Stellen zu hell/dunkel darstellt, vermindert das die Qualität. Und Profis merken sowas. Das ist der perfide. Das Bild kann auf dem Monitor gut aussehen, aber wenn man es dann druckt siht es ganz anders aus.
 
Bei der Frage ob für Bildbearbeitung geeignet oder nicht geht es hauptsächlich um Farbgenauigkeit. TN-Panels haben beispielsweise die Eigenart, dass man feine Farbunterschiede oft schwer unterscheiden kann und sie sich teilweise bei etwas seitlicher Betrachtung stark verschieben oder sogar invertieren können. IPS-Panels zum Vergleich haben i.d.R. eine sehr gute und vor allem stabile Farbdarstellung. Zudem sind viele günstigere TN-Monitore ab Werk nur unzureichend kalibriert und/oder können teilweise nicht einmal das volle sRGB-Farbspektrum wiedergeben (professionelle Monitore können noch größere Farbräume wie z.B. AdobeRGB wiedergeben).

Am besten mal ein TN und ein IPS-Panel direkt nebeneinander anschauen (z.B. im Laden), dann wird der Unterschied sofort klar.
 
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Um es kurz zu machen,

Die Unterschiede sind enorm !

Das einzige was fast jeder Bildschirm gut kann ist scharf abbilden, wobei es da auch noch unterschiede gibt.

Kunden die schreiben, das Bild sei klar oder gar farbenfroh bei TN Panels, die haben schlicht noch nie etwas
besseres zu Gesicht bekommen.

Ich nutze IPS , hier gibt es Modelle die Glitzern und andere nicht.
Manche können das wahrnehmen und störend empfinden andere nicht.

Jetzt habe ich doch noch so viel geschrieben.
Naja , jede Technik ob TN , IPS , VA oder OLED haben alle vor und Nachteile.
Grüße :)
 
TN-Panels sind einfach nicht farbecht, haben schlechte Blickwinkel und oftmals einen schlechten Schwarzwert.

Wie macht sich das bemerkbar?
1) Die Farbe die du auf deinem TN-Bildschirm siehst, entspricht nicht der offiziellen Norm. Will heißen das was bei dir Gelb aussieht, könnte auf einem richtig kalibrierten Monitor grünlich aussehen und so weiter..
2) Desweiteren können Farbverläufe / Graustufen auf TN-Bildschirmen oftmals nicht richtig dargestellt werden. Sprich: Auf einem richtig kalibrierten Monitor mit vernünftigem Panel kannst du noch Grauabstufungen sehen, obwohl es am TN-Panel wie eine homogen weiße Fläche aussieht. Außerdem kannst du bei TN-Panels oftmals "harte Farbübergänge" in einem eigentlich fließenden Farbgradient sehen.
3) Die Farbe ist nicht blickwinkelstabil. Sprich: Veränderst du die Position deines Kopfes vor einem TN Panel, so resultiert das häufig in einer leichten bis starken Farbverschiebung. Am schlimmsten ist es von oben oder unten auf den Bildschirm zu blicken, aber auch links oder rechts gibt es Probleme.

IPS Monitore sind in der Regel für die Bildverarbeitung geeignet. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Monitore vorkalbiriert vom Werk kommen (z.B. von DELL / Eizo / NEC) oder zu Hause entsprechend nachkalibriert werden. Außerdem sollte es ein 8/10/12bit Panel sein und kein 6bit Panel (wie bei den meisten TN Monitoren). IPS Monitore neigen zum "IPS-Glitzern", damit muss man klarkommen, außerdem ist der Schwarzwert meist etwas schlechter als bei Monitoren mit VA-Panel.

VA und IPS-Panels sind dafür in der Regel etwas langsamer beim Bildaufbau und haben einen gewissen Input-Lag, zumindest in der Standardeinstellungen (viele Monitore haben deswegen einen "Game-Mode", der Abstriche bei der Bilddarstellung macht).
 
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Naja, ein Display ist eben nicht gleich Display. Da gibt es teilweise schon gravierende Unterschiede.

Bei der Bildbearbeitung bist du daran interessiert, dass das verbaute Panel möglichst Farbtreu ist und eine möglichst große Abdeckung des Adobe-RGB bzw sRGB Farmraums aufweist. Idealerweise sollte es auch möglich sein, ihn zu kalibrieren. Hier ist ein IPS-Panel einem TN-Panel weit überlegen. Zu den stärken des IPS-Panel gehört auch die große Blickwinkelstabilität – das heißt, dass sich das Bild farblich nicht großartig verändert, wenn du schräg oder zentral auf den Bildschirm schaust.

Ein NT-Panels sind dagegen zu meist günstiger, verbrauchen (afaik) auch etwas weniger Strom und sind haben eine kürze Reaktionszeit beim Aufbau des Bildes. Das kommt dann jenen zu gute, die viele Filme schauen oder spielen.

Und was die unterschiedlichen Meinungen zu ein und dem selben Monitor betrifft: manche Leute stören sich dran, wenn das Bild nicht gleichmäßig ausgeleuchtet ist, anderen fällt es nicht auf. Die einen sehen sofort, wenn der Monitor nicht halbwegs vernünftig kalibiert ist, dem anderen ist das egal. Das sind mitunter schlicht subjektive Meinungen.
Mein Tipp: vertrau den Testberichten, zum Beispiel jenen von prad.de und im Zweifel selbst testen.
 
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Scaret schrieb:
In den Kommentaren der Verkaufsportale gibt es Leute die sagen, die Bildqualität ist super, während andere sich über Lichthöfe, zu helle Bildschirme etc. beschweren.

Gerade die Bewertungen und Kommentare kann man in der PC sparte in der Regel alle vergessen. 90 % sind einfach nur von absoluten daus geschrieben.
 
Naja neim Ausdruck könnte man auch noch den Druckes als mögliche Fehlerquelle hinzuziehen, aber das ist gerade nebensächlich. Kommt noch das Raumlicht dazu...

Der Witz ist, wenn ich Videos von anderen Bildschirmen anschaue, dann gibt ja mein Bildschirm das Bild wieder. xD
Und im Laden ist es relativ schwer die gewünschten Bildschirme anschauen zu können. In einem Laden sind die Bildschirme nichtmal angeschlossen und was bei Mediamarkt ausgestellt wird ist auch nicht gerade hochwertig.

Für ISP steht bei mir ein Asus PB248Q auf der Liste, aber da gibt es viele Kommentare, dass er zu hell ist und Lichthöfe hat... (solche Kommentare nerven echt...)
 
such dir mal ein Bild mit blauem Himmel und weissen Wolken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Wolken pinkig aussehen oder der Himmel grünlich oder gelblich. Falls es so aussieht wie draussen in drei freien Wildbahn, hast du einen guten Monitor (oder wenig Bedürfnis für Farbgenauigkeit) ^^
 
Inwiefern ist der Blickwinkel relevant? xD
Klar, sobald mehrere Personen vor dem Bildschirm sind wird es kritisch, für einen selbst ist das ja ziemlich egal, man braucht ja nicht von der Seite auf den Bildschirm zu schauen, wenn man arbeitet.
 
Man muss auch Qualitätiv hochwertig drucken ;) So ein kleiner Tintenstrahldrucker ist da wohl nicht das Maß der Dinge ;)
 
Scaret schrieb:
Inwiefern ist der Blickwinkel relevant? xD

Der Blickwinkel ist durchaus relevant. Bei einem schlechten (NT-)Panel reicht es teilweise schon, dich zurück zu lehnen oder mit dem Stuhl 10cm zur Seite zu rücken um eine Veränderung zu erkennen. Ob das Panel aber nun 172° oder 178° stabil ist, ist für eine Person erst mal wurst, ja.
 
Deshalb spielen TN-Panels bei Games nicht so eine Rolle, da die meisten Games sowieso keine "reale" Farben verwenden.
 
Neue Spiele teilweise schon. Die arbeiten mit einem physikbasierten Rendering-Modell, bei dem die Farben doch ziemlich exakt der Realität nachempfunden werden (– ob die Artists das dann auch so lassen, oder etwas boosten, sei mal dahin gestellt ;)). Aber da ist des dennoch wichtiger, dass der Monitor flott ist um die Bewegung flüssig und scharf rüber zu bringen, als dass die Farben super exakt sind.
 
Also ich finde nicht, dass man den Prad Tests besonders vertrauen kann, da werden Bildschirme als mittelmässig bewertet, die oft empfohlen werden, während einige trotz Farbschwächen etc. ein "sehr gut" erhalten, wie der aktuelle LG24GM77-B, ich kann da absolut nicht nachvollziehen, woher die 5 Sterne kommen, wenn er bei den üblichen Tests nicht wirklich besser abschneidet als andere Bildschirme.
 
In einem der letzten c't-Tests (findet jemand die genaue Ausgabe?), in dem TN- und IPS-Bildschirme getestet wurden, haben die IPS-Geräte in Hinblick auf Farbtreue nicht sehr viel besser abgeschnitten. Einfach deshalb, weil sie etwa genauso viel kosten. Der Mythos stammt aus der Zeit, in der es keine IPS-Bildschirme im dreistelligen Preisbereich gab.

Scaret schrieb:
Klar, sobald mehrere Personen vor dem Bildschirm sind wird es kritisch, für einen selbst ist das ja ziemlich egal, man braucht ja nicht von der Seite auf den Bildschirm zu schauen, wenn man arbeitet.
Auf der Arbeit hatten wir mal irgendeinen 24" von Dell (mit TN), vor den man sich nicht so platzieren konnte, dass nicht in irgendeiner Ecke die Farben zu invertieren anfingen.
 
powerfx schrieb:
In einem der letzten c't-Tests (findet jemand die genaue Ausgabe?), in dem TN- und IPS-Bildschirme getestet wurden, haben die IPS-Geräte in Hinblick auf Farbtreue nicht sehr viel besser abgeschnitten. Einfach deshalb, weil sie etwa genauso viel kosten. Der Mythos stammt aus der Zeit, in der es keine IPS-Bildschirme im dreistelligen Preisbereich gab.

Bei Bildschirmen sollte nunmal entsprechend investiert werden. Dass eine Investition in ein 200-300€ 6bit-IPS Panel keine Wunder vollbringt und ähnlich schlecht wie ein TN-Panel ist, sollte klar sein.

Bei Prad muss man übrigens darauf achten, in welcher Kategorie getestet wird. Die Wertungen der einzelnen Monitore können definitiv nicht beliebig miteinander verglichen werden. Es gibt TN-basierte Monitore die eine ähnlich gute Wertung wie z.B. PVA-basierte Monitore haben. Einzig und alleine aus dem Grund, da es zwei unterschiedliche Testkategorien sind, ist so aber auch auf prad.de erläutert..
 
Ein BenQ XL2420T wird als mittelmässig eingestuft, ein Asus VG248QE wird als gut eingestuft und eine LG 24GM77-B erhält die Wertung sehr gut...

Der BenQ wird anderen Orts als Top beschrieben, der Asus ist mittlerweile schon etwas länger auf dem Markt und der LG ist gerade erst erschienen...
 
Weder BenQ, noch Asus, noch LG sind etablierte Hersteller wenn es um Profimonitore geht, eher das komplette Gegenteil. Einen ordentlichen Monitor findest du bei NEC, Eizo, Dell oder HP.
 
Zu den Tests: Es kommt ja bei immer auf den Einsatzzweck drauf an! Ich benutze meinen Rechner für CAD, Gaming und ab und an für Bildbearbeitung, da ich aber nichts drucke ist mir die Farbqualität völlig egal ;)
 
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