@wintermute:
Ich bin auf gar keiner Hexenjagd!
Ich weiss nicht, wie das in D gehandhabt wird, aber einem guten Freund meines Vaters ist das so passiert.
Er stand an der Ampel. Vor ihm stand ebenfalls einer und von hinten hat ein J*** seinen BMW in den Wagen des Freundes meines Vaters gesetzt.
Gerichtsurteil: Der Freund meines Vaters muss den Schaden des Fahrzeuges, das vor ihm stand, bezahlen.
Begründung: Er hatte weder die Bremse getreten, noch einen Gang eingelegt und eingekuppelt (am Boden fand sich kein Gummiabrieb seines Wagens), also fahrlässig gehandelt.
@Tapeworm:
Also amtlich geeicht mit Urkunde oder was auch immer ist der Tacho natürlich nicht. Aber genau eingestellt. Das geht bei digitalem Tachosignal recht gut. Dazu fährt man zur Prüfstelle. Dort kommt das Auto auf die Rollen und die beschleunigen dann auf 50km/h. Dann schaut man, was der Tacho anzeigt. Ein Techniker kann darauf hin den Tacho "zurechtbiegen" (über einen PC umprogrammieren). Das macht man bei verschiedenen Geschwindigkeiten, bis du eine schöne Korrekturkurve bekommst. Die wird dann ins Steuergerät des Tachos geschrieben und schon ist der Tacho ziemlich genau (eben so 1 km/h).
Übrigens muss jeder LKW-Tacho geeicht sein (zumindest in der Schweiz). Ist also wirklich nix besonders (so von wegen Rennleitung oder was).
Kinder, die zwischen den Autos spielen, sind manchmal etwas grösser, als die Motorhaube des Autos hoch ist. Dann sieht man sie zumindest schemenhaft durch die Fenster der parkierten Autos. Oder man sieht sie vom Trottoir aus zwischen die Autos rennen, ehe man die stehende Autokolonne erreicht hat. Oder man sieht einen Schatten, wenn die Sonne im rechten Winkel zu den parkierten Autos steht, so dass sie zwischen den Lücken hindurchscheint. Oder man sieht ein Kind, dass fast auf die Strasse rennt und dann wieder umdreht. Das sind so Anzeichen, bei denen man vielleicht vorsichtig werden kann...
@China:
Könntest du mir vielleicht mal erklären, wie man sich das Genick brechen soll, wenn man den Kopf an die Kopfstütze presst?
Vielleicht habe ich ja im Studium irgend was nicht ganz mitbekommen, oder - und das ist aus meiner Erfahrung wahrscheinlicher - du erzählst Quatsch!
Also einer knallt dir hinten rein. Das Auto wird dadurch nach vorne geschleudert. Dein Kopf bleibt aber aufgrund seiner Massenträgheit an seinem Platz. Die Kopfstütze kommt von hinten und fliegt dir mit voller Wucht in den Hinterkopf. Wenn deine Kopfstütze ordnungsgemäss eingestellt ist, gibt das eine böse Kopfverletzung. Wenn deine Kopfstütze falsch eingestellt ist, kann es zum Schleudertraume oder im schlimmsten Fall zum Genickbruch kommen (da der Kopf über die Oberkante der Stütze nach hinten wegknickt).
Zum Schleudertraume kann es auch kommen, wenn zwischen Kopf und Kopfstütze zu viel Abstand ist, so dass zwar dein Rücken (der durch die Rückenlehne fixiert ist) nach vorne geschleudert wird, dein Kopf jedoch stehen bleibt und somit nach hinten gerissen wird und nach hinten wegkippt, noch ehe die Kopfstütze ihn aufgefangen hat.
Wenn du den Kopf an die Kopfstütze legst, wird der Kopf gemeinsam mit dem Auto und dem durch die Rückenlehne fixierten Rücken nach vorne geschleudert, so dass Rücken, Hals und Kopf in einer Linie bleiben.
Je fester dabei die Verbindung zwischen Kopf und Kopfstütze ist, desto besser funktioniert das. Je fester du den Kopf gegen die Kopfstütze presst, desto besser ist die Verbindung zwischen Kopf und Kopfstütze.
Nach der plötzlichen Beschleunigung folgt meistens eine plötzliche Bremsung, weil du in den Vordermann gekracht bist, das Getriebe blockiert oder die Reifen wieder Halt finden.
Dadurch wird dein Körper nach vorne geschleudert. Dein Kopf wird ebenfalls nach vorne und hinten gerissen (durch den Aufprall resp. durch die Massenträgheit) und prallt schlussendlich auf das Lenkrad (falls du keinen Airbag hast).
Das gibt böse Verletzungen.
Wenn du die Arme durchgestreckt ins Lenkrad stemmst, so ist dein Oberkörper zusätzlich an der Schulter fixiert. Durch die Kraft des Aufpralls werden deine Handgelenke, die Arme und evt. die Schulter gebrochen oder ausgekugelt. Durch diese Verletzungen (jemandem eine Verletzung zuzufügen braucht Energie) wird ein Teil der Aufprallsenergie absorbiert. Dein Oberkörper wird nun wesentlich weniger stark nach vorne geschleudert, d.h. der Aufprall auf dem Lenkrad wird wesentlich weniger hart sein.
Durch das zusätzliche Versteifen der Nackenmuskulatur, fixiert diese deinen Kopf in einer Linie mit deinem Rücken. Dadurch kann dein Kopf ebenfalls viel weniger herumgeschleudert werden, als bei entspannter Muskulatur. Dadurch verringert sich ebenfalls das Riskio einer Halsverletzung oder eines Schleudertraumas. Auch die Gefahr eines Arterienabrisses ist bei angespannter Muskulatur wesentlich geringer.
Schau dir bitte einmal Crashtest-Videos an. Und vergleiche dabei die Videos, in denen die Dummies "einfach so" im Wagen sassen (entspricht entspannter Muskulatur) und die, in denen den Dummies zusätzliche Stahlfedern in den Hals gespannt wurden (enstpricht angespannter Muskulatur). Du wirst unschwer feststellen, bei welchen der Kopf mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Und bitte überleg dir das nächste mal was du sagst, bevor du die Grundlagen der Notfallmedizin in Frage stellst, ja?
Gruss
Christoph