Geblitzt in na 30er Zone innerorts mit Motorrad

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Aber Mitschuld ungleich komplett Schuld. So habe ich das dort oben verstanden.
Aber ich weiß auch nicht wie die Rechtslage da ist. Eigentlich sollte man das wissen ...
 
@Fumanchu: Dann müsste man auch davon ausgehen dass diese ironische Schlussfolgerung zum Thema Alk am Steuer richtig wäre. In Kurven schläft man nicht so leicht ein am Steuer und als betrunkener Fahrer konzentriert man sich vielleicht auch eher, weil man weiß dass man in den Kurven aufpassen muss. Daher die Statistik. Aber wenn man bei klarem Verstand und richtig wach ist und fährt dennoch auf ner geraden Strecke Mist zusammen, macht man irgendwas falsch. Wie schnell man fahren kann, sollte man dann abwägen können. Auch eine völlig übertriebene Reglementierung schützt vor menschlichen Fehlern nicht. Man kann die Leute nur warnen, angebrachte Strafen verhängen und sicherere Fahrzeuge bauen (was bei Motorradfahrern schwer ist, aber die sind hauptsächlich für ihr eigenes Leben verantwortlich).
 
Ich will jetzt nicht auf jeden einzelnen Post hier eingehen, aber mich doch generell nochmals äussern.

Also wenn ich 50 angezeigt habe, dann habe ich etwas zwischen 49.5 und 50.5 drauf. Das ist halt so, bei einem geeichten Tacho. Ausserdem glaube ich nicht, dass ich, wenn ich mit 49 unterwegs bin, wirklich ein Verkehrshindernis darstelle. Wenn jemand hinter mir mit einem normalen Tacho fährt, so zeigt ihm dieser etwa 53 an. Wenn er dann (obwohl er ja im glauben ist, zu schnell zu fahren) auch noch riskant überholt, so kann ich doch wirklich nicht Schuld sein, oder? Oder muss bei meinem Hintermann immer mind. 10km/h zuviel auf dem Tacho stehen, dass ich kein Verkehrshindernis bin??

Das selbe auf der Autobahn. Mein Tacho zeigt 119, der des Golfs hinter mir 126. Schleiche ich? Ich glaube nicht. Bin ich ein Hindernis? Ich glaube auch nicht.

Wenn mir jemand direkt vor den Wagen springt, dann habe ich Pech gehabt. Das stimmt. Und nein, auch ich fahre nicht mit 5km/h an parkierten Autos vorbei (ausser ich sehe, dass Kinder zwischen den Autos spielen). Aber es macht einen Unterschied, ob ich 50 oder 70 fahre, wenn mir jemand 30 Meter vor dem Wagen auf die Strasse rennt.
Wenn ich statt 50 km/h mit 70 km/h fahre, so habe ich einen fast doppelt so langen (x1.96) Bremsweg, denn für die kinetischen Energie zählt die Geschwindigkeit im Quadrat, wobei die Bremsen aber immer gleich stark sind. Dazu kommt dann noch die "Schrecksekunde".

Der reine Bremsweg bei 50km/h beträgt bei guten Bedingungen 21.5 m . Wenn man eine schnelle Reaktion hat, reicht das gerade noch, um auf 30m anzuhalten.

Der reine Bremsweg bei 70km/h beträgt bei guten Bedingungen hingegen schon 42 m. Selbst bei einer Blitzreaktion reichen da 30m einfach nicht mehr zum anhalten.

Bei 30km/h sind es nur noch 7.7 m Bremsweg. Anhalten sollte also innerhalb von 10 bis 11m möglich sein. Und genau deshalb hat es vor Schulen auch eine Tempo 30 Tafel. Wenn dann ein Kind zwei Autos vor mir auf die Strasse rennt, kann ich immer noch anhalten.

Hier in der Schweiz ist das auch eine Versicherungsfrage. Wenn du zu schnell fährst (und seien es "nur" 5 bis 10km/h) und jemanden anfährst, dann wird die Sache sehr schnell sehr teuer. Spitalkosten, Schmerzensgeld, evt. IV-Rente, etc. --> das darf dann der Autofahrer aus der eigenen Tasche bezahlen.

Auch bekommst du in der Schweiz keine Probleme, wenn du vor einer Ampel, die schon auf "Dunkelorange" steht, in die Eisen gehst. Das wird sogar in der Fahrschule gross propagiert. Der hinter dir bekommt aber ein Problem, weil er zu nahe aufgefahren ist. Falls du nicht unbegründet (also wirklich ohne jeglichen nachvollziehbaren Grund - also einfach aus Spass) eine Vollbremsung machst, ist immer der Hintermann schuld, der zu wenig Abstand hielt.
Ist übrigens das gleiche Spiel, wenn du hinter jemandem an der Ampel stehst und einer von hinten in dich reinknallt und dich in den Vordermann schiebt. Du hattest zu wenig Abstand zum Vordermann und musst seinen Schaden bezahlen.

Gruss

Christoph
 
christoph.ruest schrieb:
...Ausserdem glaube ich nicht, dass ich, wenn ich mit 49 unterwegs bin, wirklich ein Verkehrshindernis darstelle. Wenn jemand hinter mir mit einem normalen Tacho fährt, so zeigt ihm dieser etwa 53 an. Wenn er dann (obwohl er ja im glauben ist, zu schnell zu fahren) auch noch riskant überholt, so kann ich doch wirklich nicht Schuld sein, oder? Oder muss bei meinem Hintermann immer mind. 10km/h zuviel auf dem Tacho stehen, dass ich kein Verkehrshindernis bin??

Das selbe auf der Autobahn. Mein Tacho zeigt 119, der des Golfs hinter mir 126. Schleiche ich? Ich glaube nicht. Bin ich ein Hindernis? Ich glaube auch nicht.
...

Und wenn du in der Stadt mit 40 unterwegs bist ist das auch kein Problem, oder auf der Autobahn mit 90 (rechte Spur). Denn die Schilder zeigen die Max-Geschwindigkeit an, nicht Minimum um die Straße zu benutzen. Und man muss ja auch die Chance haben sich zu orientieren, Parkplatz suchen, evtl Gefahren sichten (vielleicht sah man ein Kind auf dem gehweg und jetzt ist es weg und man nimmt an es läuft gleich auf die Straße usw.)
Wer dich damit als Hindernis ansieht und riskant überholt ist selber schuld. Vor einem Überholmanöver schaut man ob die Straße bzw. Sicht frei ist, ansonsten bleibt man eben mal hinter dem langsamen Fahrzeug.

Mich hat letztens ein Fahrer wie wild angehupt und ist dicht aufgefahren, weil ich von der Kreuzung weg nur auf 30 beschleunigt habe und nicht schneller wurde (50 erlaubt). Was hat der sich aufgeregt. Als ich dann noch in den 2. Gang runter geschaltet habe und somit bremste (Motorbremse), wollte der schier ausflippen. Das ich aber einen Parkplatz gesucht habe wollte ihm nicht in den Sinn.

christoph.ruest schrieb:
...Falls du nicht unbegründet (also wirklich ohne jeglichen nachvollziehbaren Grund - also einfach aus Spass) eine Vollbremsung machst, ist immer der Hintermann schuld, der zu wenig Abstand hielt....


Und das Fehlen diesen Grunds muss der Auffahrende erst mal nachweisen. Es gibt immer einen Grund zum Bremsen ;). Wer auffährt hat IMO immer schuld, ich muss immer mit einer Bremsung rechnen, der Grund ist eigentlich egal.

christoph.ruest schrieb:
...Ist übrigens das gleiche Spiel, wenn du hinter jemandem an der Ampel stehst und einer von hinten in dich reinknallt und dich in den Vordermann schiebt. Du hattest zu wenig Abstand zum Vordermann und musst seinen Schaden bezahlen...

Ist das wirklich so? Wie soll ich stehtechnisch denn einen richtigen Abstand einhalten/berechnen? Weiß ich wie schnell und mit welcher Masse der Fahrer von hinten reinknallt? IMO trägt so jemand den gesamten Schaden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wenn das so stimmt, dann bin ich froh dass ich nicht in der Schweiz wohne :rolleyes: Wenn man bei uns in den Vorderman reingeschoben wird, muss dass gewiss der, der hintendrauffährt zahlen, nicht der geschobene...es sei denn da waren vielleicht wirklich nur 5 cm Platz...kann sein dass es da einen Mindesabstand gibt. Aber bei uns lernt man in der Fahrschule, dass man die Heckstoßstange des Vordermannes noch locker sehen können soll. Und man lernt nicht bei Orange die Bremse voll zuzuhauen...völlig unnötig und gefährlich. Wenn auf der Autobahn einer mit 120 auf der ganz linken Spur fährt ist das für mich eine Frechheit. Rechtsfahrgebot! Man kann doch nicht nach Belieben über die Zeit fremder Leute verfügen...(wir haben 130 Richtigeschwindigkeit, sofern nicht anders beschildert, nach oben offen)
 
@TnTDynamite: Ja das stimmt. Nur kommt dann der andere auch dran wegen nicht Beherrschen des Fahrzeuges. Heute ist es auch nicht mehr Ratsam bei Dunkelorange noch über die Kreuzung zu rauschen denn die neuen Radarkästen messen auch noch die Geschwindigkeit. Also am Besten immer eine Wagenlänge Abstand halten wenn man auf eine Ampel losfährt.

@Fu Manchu: Den Abstand zum stehenden Vordermann sollte man schon sehen können und man braust ja auch nicht mit Vollgas auf die Kolonne zu.
 
@Fu Manchu,

Na endlich einer, der meine Meinung teilt ;)

In der Schweiz ist es übrigens noch nicht allzu lange erlaubt, auch dann eine Vollbremsung zu machen, wenn ein Tier (selbst ein Kleintier) auf der Strasse steht.

Das am Lichtsignal ist halt immer so eine Sache. Grundsätzlich heisst es aber 1/2 Autolänge Abstand halten und die Bremsen ordentlich durchtreten. Dann hast du den Beweis auf der Strasse kleben (nämlich deinen Reifengummi), dass du korrekt gehandelt hast, wenn dir einer hinten reinfährt.
Wenn du aber nicht auf der Bremse stehst oder nur 50cm Abstand hattest oder so, dann siehts Essig aus...

Gruss

Christoph

Edit: Auch wichtig: Wenn man ander Ampel (oder auch sonst wo) steht immer schön in den Innenspiegel schauen. Wenn einer etwas schnell von hinten kommt, den Kopf so fest es geht an die Kopfstütze pressen und die durchgestreckten Arme ins Lenkrad drücken. Falls noch möglich auch den 1. Gang einlegen und einkuppeln (zur Not den Motor halt absaufen lassen - einfach Bremse voll runter und Kupplung einfach loslassen). Oder im Idealfall (z.B. auf der Autobahn hat man 2 oder 3 Sekunden Zeit, denn man sieht schon von Weitem, dass einer nicht mehr bremsen kann) den Rückwärtsgang. Das ist der beste Schutz vor einem Schleudertrauma. Sollte er dir so hinten reindonnern, wirst du dir wahrscheinlich die Hände und Arme brechen, ausserdem das Getriebe, evt. den Motor sowie das Lenkrad zerstören, aber dein Hals bleibt einigermassen ganz. Und das ist das wichtigste.
 
Zuletzt bearbeitet:
christoph.ruest schrieb:
...den Kopf so fest es geht an die Kopfstütze pressen und die durchgestreckten Arme ins Lenkrad drücken.

Wenn Du genau das machst, kannste Dich mit nem gebrochenem Genick und den erwähnten gebrochenen Armen anfreunden...:freak:

Verteilst ja spitzen Tipps hier...
Solltest Dir mal ein Fahrsicherheitstraining antun.
Da wird einem nämlich zum genauen Gegenteil geraten.
Wenn man seinen Körper "verkanntet" während eines Unfalls,
erleidet man erst recht schwere Verletzungen und Brüche.

Davon ab, dass man es aufgrund der Situation eh schon macht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Allerdings. Tut man das, ist man ordentlich dran. Den Kopf locker and die Stütze lehnen und den Aufprall abfedern, die Sicherheitssysteme das Fahrzeugs machen den Rest. Um Himmels willen nix durchstrecken. :eek:
So hab´ ich zum Beispiel auch ohne Blessuren einen Crash überstanden (ich stand am Ende einer Autoschlange).

@Christoph:
Auch bei 50 ist das Kind platt. Find´ dich damit ab, es gibt kein Absolute Sicherheit. Man kann es nur soweit es geht eingrenzen.
Augen aufmachen und innerorts das Tempo niemals überschreiten ist imho noch die Beste Medizin. Vollbremsungen vor Ampeln über
die gerade keiner drüberwetzt sind in meinen Augen eher kontraproduktiv. Toll, man bricht das Gesetz nicht (wobei man in 99%
aller Fälle eh noch bei Orange drüber kommt) und geht dafür in Gefahr eine Massenkarambolage hinter einem auszulösen. :rolleyes:
Wie du das mit dem "geeichten" Tacho gemacht hast würde mich auch wundern. Selbst ein 911er mit einem sehr präzisen Tacho
hat in gewissen Bereichen eine Abweichung, das ist doch Bauartbedingt oder täusche ich mich?

...Ist übrigens das gleiche Spiel, wenn du hinter jemandem an der Ampel stehst und einer von hinten in dich reinknallt und dich in den Vordermann schiebt. Du hattest zu wenig Abstand zum Vordermann und musst seinen Schaden bezahlen...

Und das Gesetzbuch hast du selbst geschrieben, oder? Mir ist eben jenes passiert und ich war nicht im geringsten Schuld. Diskussionslos.
Ich stand. Die Herren Polizisten haben das wunderschön zu Protokoll genommen. Meinem Herrn Vater ist ein Bus hinten draufgefahren als er
stand und er wurde auf ein anderes Auto geschoben. Auch nicht Schuld. Warum auch?

Also so langsam ... auf was für einer Hexenjagd bist du eigentlich? :confused_alt:
 
Zuletzt bearbeitet:
ehm.. ich weiss nicht was ihr habt. er schreibt doch daß es besser ist, wenn die aufprallenergie in gebrochenen armen endet, als wenn die hws was abbekommt.

jeder instruktor sagt beim fahrsicherheitstraining was anderes. der eine sagt so, der andere wills lieber so.

instinktiv wird man eh meistens verkrampfen und sich was brechen. da kommts auf einen arm auch nicht an. ;) hauptsache kopp is ok.
a080.gif
 
es geht nicht um das verkrampfen sondern den schädel an die kopfstütze zu pressen, damit das ding nicht umherschleudert wie eine melone an einem seil. die stütze sollte natürlich richtig eingestellt sein. das ist aber wohl bei ~90 % aller autos nicht der fall.

verkrampfen tut man sowieso. solche unfälle sind eigentlich viel zu schnell passiert und reagieren bzw. denken fällt da eh flach.
 
christoph.ruest schrieb:
Also wenn ich 50 angezeigt habe, dann habe ich etwas zwischen 49.5 und 50.5 drauf. Das ist halt so, bei einem geeichten Tacho. Ausserdem glaube ich nicht, dass ich, wenn ich mit 49 unterwegs bin, wirklich ein Verkehrshindernis darstelle. Wenn jemand hinter mir mit einem normalen Tacho fährt, so zeigt ihm dieser etwa 53 an.
...
Und nein, auch ich fahre nicht mit 5km/h an parkierten Autos vorbei (ausser ich sehe, dass Kinder zwischen den Autos spielen).

bist bei der rennleitung oder warum hast du einen geeeichten tacho ?

mein tacho zeit grundsätzlich immer ca 5kmh zu wenig an, bei 50 fahr ich 45/46...
und wie oft hab ich mich auf freier strecke über leute aufgeregt die laut ihrem tacho 50 fahren aber in wirklich 45...
Ausserdem is jedes auto im grund schon verschieden, auch von der tachoseite aus.

wie siehst du kinder zwischen den autos spielen ?
verrat den leuten deinen tip, verhindert bestimmt genug unfälle
 
@wintermute:
Ich bin auf gar keiner Hexenjagd!
Ich weiss nicht, wie das in D gehandhabt wird, aber einem guten Freund meines Vaters ist das so passiert.
Er stand an der Ampel. Vor ihm stand ebenfalls einer und von hinten hat ein J*** seinen BMW in den Wagen des Freundes meines Vaters gesetzt.
Gerichtsurteil: Der Freund meines Vaters muss den Schaden des Fahrzeuges, das vor ihm stand, bezahlen.
Begründung: Er hatte weder die Bremse getreten, noch einen Gang eingelegt und eingekuppelt (am Boden fand sich kein Gummiabrieb seines Wagens), also fahrlässig gehandelt.

@Tapeworm:
Also amtlich geeicht mit Urkunde oder was auch immer ist der Tacho natürlich nicht. Aber genau eingestellt. Das geht bei digitalem Tachosignal recht gut. Dazu fährt man zur Prüfstelle. Dort kommt das Auto auf die Rollen und die beschleunigen dann auf 50km/h. Dann schaut man, was der Tacho anzeigt. Ein Techniker kann darauf hin den Tacho "zurechtbiegen" (über einen PC umprogrammieren). Das macht man bei verschiedenen Geschwindigkeiten, bis du eine schöne Korrekturkurve bekommst. Die wird dann ins Steuergerät des Tachos geschrieben und schon ist der Tacho ziemlich genau (eben so 1 km/h).

Übrigens muss jeder LKW-Tacho geeicht sein (zumindest in der Schweiz). Ist also wirklich nix besonders (so von wegen Rennleitung oder was).

Kinder, die zwischen den Autos spielen, sind manchmal etwas grösser, als die Motorhaube des Autos hoch ist. Dann sieht man sie zumindest schemenhaft durch die Fenster der parkierten Autos. Oder man sieht sie vom Trottoir aus zwischen die Autos rennen, ehe man die stehende Autokolonne erreicht hat. Oder man sieht einen Schatten, wenn die Sonne im rechten Winkel zu den parkierten Autos steht, so dass sie zwischen den Lücken hindurchscheint. Oder man sieht ein Kind, dass fast auf die Strasse rennt und dann wieder umdreht. Das sind so Anzeichen, bei denen man vielleicht vorsichtig werden kann...

@China:
Könntest du mir vielleicht mal erklären, wie man sich das Genick brechen soll, wenn man den Kopf an die Kopfstütze presst?
Vielleicht habe ich ja im Studium irgend was nicht ganz mitbekommen, oder - und das ist aus meiner Erfahrung wahrscheinlicher - du erzählst Quatsch!

Also einer knallt dir hinten rein. Das Auto wird dadurch nach vorne geschleudert. Dein Kopf bleibt aber aufgrund seiner Massenträgheit an seinem Platz. Die Kopfstütze kommt von hinten und fliegt dir mit voller Wucht in den Hinterkopf. Wenn deine Kopfstütze ordnungsgemäss eingestellt ist, gibt das eine böse Kopfverletzung. Wenn deine Kopfstütze falsch eingestellt ist, kann es zum Schleudertraume oder im schlimmsten Fall zum Genickbruch kommen (da der Kopf über die Oberkante der Stütze nach hinten wegknickt).

Zum Schleudertraume kann es auch kommen, wenn zwischen Kopf und Kopfstütze zu viel Abstand ist, so dass zwar dein Rücken (der durch die Rückenlehne fixiert ist) nach vorne geschleudert wird, dein Kopf jedoch stehen bleibt und somit nach hinten gerissen wird und nach hinten wegkippt, noch ehe die Kopfstütze ihn aufgefangen hat.

Wenn du den Kopf an die Kopfstütze legst, wird der Kopf gemeinsam mit dem Auto und dem durch die Rückenlehne fixierten Rücken nach vorne geschleudert, so dass Rücken, Hals und Kopf in einer Linie bleiben.
Je fester dabei die Verbindung zwischen Kopf und Kopfstütze ist, desto besser funktioniert das. Je fester du den Kopf gegen die Kopfstütze presst, desto besser ist die Verbindung zwischen Kopf und Kopfstütze.

Nach der plötzlichen Beschleunigung folgt meistens eine plötzliche Bremsung, weil du in den Vordermann gekracht bist, das Getriebe blockiert oder die Reifen wieder Halt finden.
Dadurch wird dein Körper nach vorne geschleudert. Dein Kopf wird ebenfalls nach vorne und hinten gerissen (durch den Aufprall resp. durch die Massenträgheit) und prallt schlussendlich auf das Lenkrad (falls du keinen Airbag hast).
Das gibt böse Verletzungen.

Wenn du die Arme durchgestreckt ins Lenkrad stemmst, so ist dein Oberkörper zusätzlich an der Schulter fixiert. Durch die Kraft des Aufpralls werden deine Handgelenke, die Arme und evt. die Schulter gebrochen oder ausgekugelt. Durch diese Verletzungen (jemandem eine Verletzung zuzufügen braucht Energie) wird ein Teil der Aufprallsenergie absorbiert. Dein Oberkörper wird nun wesentlich weniger stark nach vorne geschleudert, d.h. der Aufprall auf dem Lenkrad wird wesentlich weniger hart sein.

Durch das zusätzliche Versteifen der Nackenmuskulatur, fixiert diese deinen Kopf in einer Linie mit deinem Rücken. Dadurch kann dein Kopf ebenfalls viel weniger herumgeschleudert werden, als bei entspannter Muskulatur. Dadurch verringert sich ebenfalls das Riskio einer Halsverletzung oder eines Schleudertraumas. Auch die Gefahr eines Arterienabrisses ist bei angespannter Muskulatur wesentlich geringer.

Schau dir bitte einmal Crashtest-Videos an. Und vergleiche dabei die Videos, in denen die Dummies "einfach so" im Wagen sassen (entspricht entspannter Muskulatur) und die, in denen den Dummies zusätzliche Stahlfedern in den Hals gespannt wurden (enstpricht angespannter Muskulatur). Du wirst unschwer feststellen, bei welchen der Kopf mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Und bitte überleg dir das nächste mal was du sagst, bevor du die Grundlagen der Notfallmedizin in Frage stellst, ja?

Gruss

Christoph
 
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meine damen und herren..

das war der vortrag.. wie zeige ich allen anderen was sache ist. :daumen:



deswegen nutzen z.b. die irren in der f1 ja auch schon länger hans.

hoffentlich wird das keine pflicht in der eu. :p
 
Hm, eventuell lag es dann daran das wir beide auf der Bremse standen. Aber was Rechtssprechung angeht müsste man sich ja eh ein paar Jahre damit beschäftigen bis man eine ungefähre Tendenz angeben kann. ;)

@Kopfstützenerklärung:
Ja so sieht das wieder anders aus. Toll erklärt.
 
@fritz:
Öhm - irgendwann kennt man sein täglich Brot. Und ich muss solche Vorträge des öfteren halten... von daher.... na ja... ;)

Halskrausen sind - glaub ich zumindest - in einem normalen PW dann doch auch etwas übertrieben. Aber wenn man sich mal Sportsitze anschaut (die mit den Hosenträgergurten), dann fällt mir jedenfalls auch immer diese recht weit nach vorne ragende Kopfstüzte auf, die eine sehr unbequeme Fahrposition verspricht. Dafür ist dann bei einem Aufprall der Kopf sehr gut geschützt...

Edit: ich meine damit, dass bei Sportsitzen die Kopfstüzte mindestens in gerader Linie mit dem Rücken ist, wenn nicht sogar zwei, drei cm weiter vorne. Bei "normalen" Sitzen hingegen ist die Kopfstütze tendenziell eher ein paar cm hinter der Rückelinie angebracht. Es sind zwar nur ein paar cm, aber die merkt man.

@Wintermute:
Was meinst du damit, dass "wir beide" auf der Bremse standen? Du und der vor dir?

Das habe ich ja weiter oben auch geschrieben: wenn man steht, die Bremse nicht zu knapp drücken. Das fängt auch schon ganz schön was ab, wenn einer hinten reinkommt.

Danke übrigens für das Kompliment (hoffe jetzt, es war ernst gemeint und ich habs richtig verstanden):daumen:

Gruss

Christoph
 
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christoph.ruest schrieb:
Vor ihm stand ebenfalls einer und von hinten hat ein J*** seinen BMW in den Wagen des Freundes meines Vaters gesetzt.

So seriös wie deine bisherigen Beiträge waren, hätte ich sowas von dir nicht erwartet. Auch wenn du es nicht ausgeschrieben hast (denke bei den Deutschen ist das sowieso nicht so bekannt) hat die Nationalität eines Autofahrers rein garnichts mit einem Auffahr Unfall zu tun.
 
EGG schrieb:
Auch wenn du es nicht ausgeschrieben hast (denke bei den Deutschen ist das sowieso nicht so bekannt) hat die Nationalität eines Autofahrers rein garnichts mit einem Auffahr Unfall zu tun.

In diesem Fall war es halt mal wieder ein typischer Fall.

Ich habe einen guten Bekannten, der ist Polizist. Er hat den Fall auch gekannt und mir mal eine Unfallstatistik gezeigt.
Unfälle, die genau diese Charakteristik aufweisen, wie es dieser eine aufgewiesen hat, werden zu über 90% von Leuten mit einer bestimmten regionalen Herkunft verursacht.
Es geht einfach um den gesamten Zusammenhang. Angefangen vom Fahrzeug über die Geschwindigkeit, bis zum Alter, das Verhalten sowie die Vorgeschichte des Unfallverursachers. Es war halt wirklich ein Fall wie aus dem Buch und sämtliche Vorurteile hätten bestätigt werden können.

Das hat jetzt nichts mit Rassismus oder sonst was zu tun,sondern ganz einfach mit der Unfallstatistik unserer Stadt.
Übrigens hätte ich dort auch jede andere Nationalität hingeschrieben, wenn es für den Unfall relevant gewesen wäre. Und in diesem Fall ist die Nationalität des Unfallverursachers sogar für das Gerichtsurteil mitverantwortlich.

Gruss

Christoph
 
So nachdem hier nun das eigentliche Thema geklärt ist, die ganze Chose völlig abgedriftet ist und nun eine äußerst merkwürdige Wendung nimmt, mache ich hier mal zu.

Da ich annehmen muß, das das zensierte Wort eine abwertende Bezeichnung darstellt, welches zumindest Schweizern geläufig ist, möchte ich auch noch darauf hinweisen, daß solche Dinge hier nicht gerne gesehen werden. Die Nationalität erwähnen schön und gut, aber dazu gibt es genug neutrale Begriffe. Das man sich selber zensiert, macht die Sache auch nicht besser.
 
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