Geplantes Neonazi-Zentrum in Delmenhorst

arc_user schrieb:
was ich nicht verstehe, wie die das so oft hintereinander abziehen koennen, muss doch jeder
halbwegs denkende mensch sofort sehen um was es da geht. geld geld geld!!!

Ich denke auch, daß es hier vornehmlich darum geht die Stadt abzuzocken. Das ändert aber nichts an der Problematik. Eine Kaufabsicht zu bekunden ist keine Straftat. Ebensowenig der Verkauf an Rechte. Deshalb können sie das so oft durchziehen wie sie wollen, so lange ihr Drohpunkt (die Rechten kaufen tatsächlich) glaubwürdig ist. Und es ist durchaus glaubwürdig, daß die Rechten Schulungszentren haben wollen. Das Geld haben sie auch. Ist also eine ziemlich prikäre Situation in der sich die Stadt und die Einwohner befinden. Pokern und riskieren, daß die Rechten tatsächlich kaufen oder in den saueren Apfel beißen und selber kaufen.
Ich sehe diese Entwicklung als sehr bedenklich an. Auch wenn ich sagen muß, daß es eine "clevere Geschäftsidee" ist. :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde das auch sehr bedenklich, falls da denn wirklich ein Verkauf an Herrn Rieger stattfindet und er ein Schulungszentrum daraus macht.
Das schadet auch dem Ansehen der Stadt Delmenhorst, den wenn sich so etwas festsetzt, kannes schnell passieren, dass die Stadt einen Ruf in diese Richtung kriegt.
Das wäre natürlich eine Katastrophe. Deswegen wäre selbst ein überhöhter Preis für die Stadt ein geringerer Verlust als wenn da wirklich die NPD einzieht.
 
Bassi85 schrieb:
...Deswegen wäre selbst ein überhöhter Preis für die Stadt ein geringerer Verlust als wenn da wirklich die NPD einzieht.

Finde ich nicht. Das was jetzt abläuft sieht wie eine versteckte Erpressung aus. "He Stadt, kaufst du nicht mein Hotel, verkaufe ich es an Neonazis, mal sehen wie dir das gefällt". Das Beispiel macht Schule und andere Unternehmer sanieren sich auf die gleiche Weise und so würde Stadt für Stadt erpresst werden. Die Kommunen würden überhöhte Preise zahlen und dann fließt Geld in die Kassen der Neonazis >> und das ist schlimmer als alles andere. So würden sie jetzt Geld ausgeben für eigentlich wertlose Immobilien. Denn was sind die Objekte anderes? Wären sie wertvoll und attraktiv fände sich immer ein Käufer außerhalb der rechten Szene, aber so muss auf die Hilfe von Neonazis zurück gegriffen werden. Lass die Glatzen kaufen, das macht sie pleite, denn die Objekte sind später unverkäuflich so wie eigentlich jetzt auch. Deshalb ja die Tricks.

Lass die Neonazis das Hotel kaufen, das machen die ein oder zwei Mal, dann werden die ihr Geschäftsmodell überdenken und keine weiteren Hotels mehr kaufen - oder es werden reihenweise Verträge platzen und in Zukunft wird keiner mehr mit denen Geschäfte machen wollen. Wer will schon Geschäfte machen mit Leuten, die ständig Verträge platzen lassen.

Ich würde als Bürgermeister darüber lachen, aber keinen Cent bezahlen. Auch die Demonstranten und Panikmacher sollten mal Ruhe bewahren. Panik und Rumgeschreihe nutzen immer nur dem Provokateur, der reibt sich die Hände, hat er doch schon gewonnen wenn die Leute nur Angst kriegen.

Außerdem muss man das mal von einer anderen Seite sehen. Delmenhorst ist stark türkisch, wie lange würde ein Nazihotel da bestehen? :D
 
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Ich kann mir nicht vorstellen das so ein "Schulungszentrum" lange geöffnet sein würde. antisemitischer -, rasistischer - und faschistischer Unterricht sind doch wohl in Deutschland bei Strafe verboten, oder etwa nicht?

Zum Thema Hakenkreuz, dies bedeutet nicht gleich Nazis usw. Alle die das nicht wissen sollten mal hier lesen, bevor sie Häuser in Form eines Hakenkreuzes als "was Spektakuläres" abtun. Die Nazis haben das Symbol nur für ihre Propaganda missbraucht
 
10tacle schrieb:
Ich kann mir nicht vorstellen das so ein "Schulungszentrum" lange geöffnet sein würde. antisemitischer -, rasistischer - und faschistischer Unterricht sind doch wohl in Deutschland bei Strafe verboten, oder etwa nicht?...

Ich denke nicht das dort offenkundig in dieser Art unterrichtet werden würde. Ich schätze eher, das dort diese Schulungen in Form von Rethorik (wie diskutiere ich um zu gewinnen), Psychologie (wie gewinne ich Sympahtien und neue Mitglieder), Wirtschaft (Geld für die eigene Sache) oder Recht (Strafrecht, Wirtschaftsprivatrecht, politisches Recht). Idiologie wird dort eher weniger vermittelt, weil diese wohl Voraussetzung ist um überhaupt aufgenommen und geschult zu werden.
Ich stelle mir Kurse ähnlich der in Sekten vor, Manipulation, Überzeugung, Wissen um Möglichkeiten die einen selbst weiterbringen. Dumpfes Zeug wie Antisemitismus und rassistische Lehre wird es nicht sein, so dumm sind auch die Rechten nicht, da darf man sie nicht unterschätzen. Die Führung besteht aus gebildeten und studierten Leuten die ihrer Sache sicher sind. Sie haben leider nur die falsche Einstellung.
 
Fu Manchu schrieb:
... Denn was sind die Objekte anderes? Wären sie wertvoll und attraktiv fände sich immer ein Käufer außerhalb der rechten Szene, aber so muss auf die Hilfe von Neonazis zurück gegriffen werden. Lass die Glatzen kaufen, das macht sie pleite, denn die Objekte sind später unverkäuflich so wie eigentlich jetzt auch. Deshalb ja die Tricks.....

So wie Fu Manchu beurteile ich die Situation ebenfalls. Ein Interview im TV hat ganz deutlich gezeigt, daß der Eigentümer mit der Stadt im Streit liegt. Er gibt insbesondere der Stadtverwaltung die Schuld, daß er sein Hotel nicht mehr wirtschaftlich führen könne. Seine bemerkenswerte Aussage, das Gebäude notfalls den Neo-Nazis schenken zu wollen, ist nichts anderes als ein Erpressungsversuch. Wenn es ihm damit Ernst gewesen wäre, hätte er es schon längst in die Tat umsetzen können. So wartet er aber seelenruhig die Spendenaktion der Bürger ab und reibt sich vermutlich über den zu erwartenden überhöhten Verkaufspreis die Hände. Vielleicht werden ja seine rechten Volksgenossen sogar am Gewinn beteiligt?

Auch wenn ich verstehen kann, daß die Delmenhorster dieses duboise Geschäft mit allen Mitteln verhindern wollen, so hoffe ich doch, daß letztlich die Vernunft siegen und nicht dem Erpressungsversuch nachgegeben wird. Bei einem Verkauf des Gebäudes kann man sich rechtstaatlich nicht gegen "unangenehme" Käufer wehren. Einen anderen Status hat die NPD zur Zeit leider nicht, denn sie ist nicht verboten. Möglicherweise könnte man aber ordnungspolitisch auf die Nutzung des Gebäudes Einfluß nehmen, so daß das Interesse an einem Kauf vergeht; falls das Interesse denn wirklich vorhanden ist.
 
In Delmenhorst selbst tut sich auch so einiges. Vorgestern berichtete "Die Welt", daß die Stadt nunmehr ein Kaufangebot vorgelegt hat http://www.welt.de/data/2006/11/16/1112941.html

900.000 Euro soll die Spendenaktion der Delmenhorster gegen das geplante "braune Schulungszentrum" erbracht haben. Alle Achtung!
 
BlackSavage schrieb:
Muß man da tatsächlich ohnmächtig zuschauen? Ich finde schon, dass das eine Schande ist.
Wenn jemand offiziell ein Schulungszentrum für Neonazis plane?

Naja, es gibt z.B. auch (und zwar viel viel mehr!) "Puffs", also Prostitutionszentren und anderen Krams. Dagegen tut auch keiner was.
Und nein, rechtsgesinnt sein ist nicht von der "Verfassung her verboten", verboten ist nur, den Staat beseitigen zu wollen, egal ob als Linker oder Rechter oder sonstwas.
 
MacII schrieb:
900.000 Euro soll die Spendenaktion der Delmenhorster gegen das geplante "braune Schulungszentrum" erbracht haben. Alle Achtung!

Hut ab! Das nenn ich mal ein Zeichen setzen! Das ist ja schon fast aktionäre Basisdemokratie! ;)

Was mich stört ist das die 900.000 nun an den Immobilienbesitzer geht.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

MFG
 
Was heißt ein Schelm? War doch vor Unzeiten schon ein Artikel im Spiegel über das "Joint Venture" von braunen Typen und Immobilienbesitzern, die den Ertrag ihrer Immobilie etwas tunen wollen.
 
Der Artikel ist mir wohl entfleucht! :rolleyes:
Diese "Zusammenarbeit" war mir neu und in dem Zusammenhang noch nicht bekannt.

Wieviel Einwohner hat Delmenhorst eigentlich?

MFG
 
Dann hat also jeder Delmenhorster im Durchschnitt mehr als 10 € "gespendet"!
Na jetzt würd ich glatt noch nen zweiten Hut abnehmen.

MFG
 
Die Spenden kommen bestimmt nicht alle aus Delmenhorst. Das ging ja Bundesweit in den Nachrichten rum, da werden auch andere Leute was in den Topf getan haben.
 
Nö, kein Armutszeugnis, sondern ein Zeichen freier Demokratie, in der alle Meinungen toleriert werden und in der man höchstens auf demokratischem Weg versucht eine Partei zu verbieten.

Und Demokratie spielt hier schon eine Rolle, wenn die Partei lokal auf über 10% kommt. Das darf man nicht einfach verbieten, sondern muss anderweitig gelößt werden. Man kann ja nicht einfach die Meinung anderer nicht einfach verbieten - dann wäre man selber nicht besser und kann sich gleich dazu gesellen.

Alles andere wäre keine Demokratie mehr, wenn man selber nicht die rechtsstaatlichen Wege beschreitet, um verfassungsfeindliche Organisationen zu unterbinden.

Und es scheint ja nicht so leicht zu sein das zu tun, sonst wäre es ja längst durch.
 
@smacked2
Die Einstellung des NPD-Verbotsverfahrens durch Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 18. März 2003 war eine Prozeßentscheidung, keine Sachentscheidung. Wer diese Entscheidung, insbesondere das Mehrheits- und das Minderheitsvotum zum Vorliegen eines Verfahrenshindernisses liest, kann ein Armutszeugnis unseres Rechtssystems nicht wirklich behaupten, im Gegenteil.
So sehr ich die Verfahrenseinstellung in der Sache auch bedauere, um so mehr begrüße ich die Sicherheit, daß unser Verfassungsgericht sich von der Politik nicht blind vor den Karren spannen läßt.
 
Die Leute die ständig fordern dass man die NPD oder sowas wie in diesem Fall hier verbieten sollte, die sollten mal darüber nachdenken, was sie da eigentlich sagen.

Ich finde man sollte generell alle Arten von Parteien erlauben, und solange man Rechtsradikalen nicht nachweisen kann, dass sie anderen Leuten aktiv und organisiert Schaden zufügen oder sonstwie den Tatbestand einer kriminellen Vereinigung erfüllen, solange können die so rechtsextrem und faschistisch sein, wie es ihnen gefällt.

Wo kämen wir denn hin, wenn Linksradikale die sich auf Gleisen festketten und solche Aktionen, und den totalen Sozialismus fordern, organisiert und öffentlich auftreten dürfen, und das andere Extrem nicht?

Man sollte lieber mal die Ursachen bekämpfen und sich angucken wie traditionelle Einwanderungsländer die Immigration handhaben, anstatt hier aus Angst und falsch verstandener politischer Korrektheit einfach immer weiter immer mehr Leute reinzulassen, die man dann nicht integrieren kann.

An den derzeitigen Entwicklungen (immer mehr Leute näheren sich den beiden politischen Extremen an) ist ganz alleine unsere Politik schuld. Wenn man nun anfängt da noch totalitär einfach bestimmte Einstellungen für "illegal" zu erklären, dann macht man es alles nur noch schlimmer und noch viel gefährlicher.

Aber Pustekuchen, das Eisen ist unseren Politikern zu heiss. Ist ja auch einfacher, Rechtsextreme einfach als Unmenschen abzutun, als den Dialog zu suchen und etwas wirklich hilfreiches dagegen zu tun.

Armes sozialistisches, unfreies Deutschland.
 
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