Google Analytics - blockt ihr den Tracking Code?

Blockierst Du den Tracking Code von Google Analytics?

  • Nein

    Stimmen: 28 48,3%
  • Ja

    Stimmen: 30 51,7%

  • Umfrageteilnehmer
    58
Das ist nicht mein Zitat. Bitte korrigiere das.

Wenn die Leute ihre Daten nicht hergeben wollen, funktioniert das System so nicht. Punkt. Was gibt es da zu bereden oder schön zu reden? Das ist kein Problem von Opt-In oder Opt-Out, sondern der Wille zur Beteiligung an einem System.
BitTorrent würde auch nicht funktionieren, wenn die Leute nichts hergeben würden. Es hat eine gewisse Implementation um Leecher auszubremsen, kann aber niemanden zum Uploaden zwingen.
Ich stelle den Upload in einem Torrent Netzwerk nicht auf 0. Ich uploade häufig sogar (deutlich) mehr als wie ich geladen habe.

Es gibt Staumeldesysteme, die LEBEN ohne Usereingaben. OMG, wie kann sowas nur sein? Ganz einfach, man verwendet z.B. Induktionsspulen in den Straßen und wertet diese Informationen aus. Erhalten kann man solche Daten über Radio - das funktioniert sogar ohne Internet und nennt man TMC. Mein Navigationsgerät funktioniert mit TMC bestens. Ich gebe sogar anonyme! (d.h. ohne genaue Identifikation meiner Person, Aktivitäten oder ähnliches) an den Hersteller meines Geräts weiter. Die berechnen damit die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Straßen, welches wieder in die Berechnung einfließt. Das nennen die dann IQ Routes. Das Feature ist wirklich gut, kann aber auch gut funktionieren, wenn z.B. nur 10% aller Geräte ihre Daten rückmelden.
Wie bereits oben gesagt: wenn die Leute ihre Daten dafür nicht hergeben wollen, kann das System nicht existieren. Ergo man muss sich was anderes einfallen lassen.

Organspende ist ein ganz anderes Thema. Es ist richtig, in Deutschland ist die Beteiligungsquote gering. Problematisch ist daran in erster Linie, dass viele Leute gar nicht wissen, dass man sich irgendwo "registrieren" lassen muss. Würden sich mehr Leute über die Notwendigkeit von Organspenden im Klaren sein, gäbe es vermutlich deutlich mehr potentielle Spender. Der aktuelle Vorschlag, alle paar Jahre die Leute anzuschreiben, halte ich für gut - unabhängig von Opt-In oder Opt-Out. Man erinnert die Leute an ihre Pflichten und gleichzeitig daran, dass sie keinesfalls teilnehmen müssen.

Abgesehen davon sind BitTorrent, Organspenden etc. ein ganz anders Thema zu z.B. Userdatenauswertung. Bei ersteren geht es um ein grundlegendes System/Konzept, welches ohne Beteiligung der Anderen nicht funktioniert. Bei letzteren verwendet der Anbieter die privaten Daten eines Anwenders um ein Mehrnutzen für sich zu erwirtschaften. Wenn der User was dagegen hat, hat er das Recht, seine Daten nicht preiszugeben.
 
andy_0 schrieb:
Es gibt Staumeldesysteme, die LEBEN ohne Usereingaben. OMG, wie kann sowas nur sein? Ganz einfach, man verwendet z.B. Induktionsspulen in den Straßen und wertet diese Informationen aus. Erhalten kann man solche Daten über Radio - das funktioniert sogar ohne Internet und nennt man TMC. Mein Navigationsgerät funktioniert mit TMC bestens. Ich gebe sogar anonyme! (d.h. ohne genaue Identifikation meiner Person, Aktivitäten oder ähnliches) an den Hersteller meines Geräts weiter. Die berechnen damit die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Straßen, welches wieder in die Berechnung einfließt. Das nennen die dann IQ Routes. Das Feature ist wirklich gut, kann aber auch gut funktionieren, wenn z.B. nur 10% aller Geräte ihre Daten rückmelden.
OK, also Induktionsspulen... Hast du mal auf die Straße geachtet, wo überall Spulen sind? Also normalerweise findet man nicht an jeder Kreuzung und jedem Knotenpunkt Spulen, in der Autobahn sind so oder so keine, außer evtl. bei Blitzern. Verglichen mit Echtzeit-Tracking von Handy-Bewegungsprofilen via Internet ist das einfach GAR NICHTS.
TMC ist ebenfalls fürs Klo. Über TMC kriegst du vielleicht den obligatorischen Stau am Kreuz Leonberg, aber nicht den Unfall-verursachten Stau irgendwo in der Innenstadt einer Kreisstadt.
Auch IQ Routes ist gegenüber Handy-Daten nur mittelprächtig. Damit kannst du effektiv berechnen, dass es schneller ist, über eine Nebenstraße zu fahren als an der Ampel der Hauptstraße zu warten, du kannst damit aber keine Echtzeit-Änderungen überwachen. Google Maps kann das hingegen problemlos.

Organspende ist ein ganz anderes Thema. Es ist richtig, in Deutschland ist die Beteiligungsquote gering. Problematisch ist daran in erster Linie, dass viele Leute gar nicht wissen, dass man sich irgendwo "registrieren" lassen muss. Würden sich mehr Leute über die Notwendigkeit von Organspenden im Klaren sein, gäbe es vermutlich deutlich mehr potentielle Spender. Der aktuelle Vorschlag, alle paar Jahre die Leute anzuschreiben, halte ich für gut - unabhängig von Opt-In oder Opt-Out. Man erinnert die Leute an ihre Pflichten und gleichzeitig daran, dass sie keinesfalls teilnehmen müssen.
Oh toll, wenn die mich anschreiben, dass ich mich doch registrieren soll, dann mach ich das noch lange nicht, denn es wäre ja Aufwand meinerseits, mich zu registrieren. Schreiben die mich hingegen an, dass ich mich AUSTRAGEN soll, dann werde ich entweder aktiv (bäh) oder bleib faul und registriert. Opt Out ist die bessere Variante, überall.

Abgesehen davon sind BitTorrent, Organspenden etc. ein ganz anders Thema zu z.B. Userdatenauswertung. Bei ersteren geht es um ein grundlegendes System/Konzept, welches ohne Beteiligung der Anderen nicht funktioniert. Bei letzteren verwendet der Anbieter die privaten Daten eines Anwenders um ein Mehrnutzen für sich zu erwirtschaften. Wenn der User was dagegen hat, hat er das Recht, seine Daten nicht preiszugeben.
Die gesamte Wirtschaft basiert auf Marketing, und Marketing basiert auf Analyse. Wenn es nichts zu analysieren gibt, dann gibt es keine brauchbaren Daten -> keine brauchbaren Angebote. Das kannst du auf jeglichen Markt übertragen.
 
1.
Das du so lässig bei GoogleMaps den Verkehr checken kannst, bezahlen viele (unwissende) User mit einem vollem Bewegungsprofil (am besten noch mit vollem Namen und Kreditkarten-Nummer aus dem Android-Store).
Es wird, wenn überhaupt nur sehr verschachtelt darüber aufgeklärt, wer was wann wie wo und warum erfasst und was damit passiert. Wahrscheinlich erscheint einmalig so ein 2-Zeiler wo man die Rechte vergeben muss und damit hat sichs.

2.
Puh, Thema Organspende - sehr OT :D
Wenn ich den Ansatz der da kommen soll richtig verstanden habe, ist es ja nicht so dass da nur ein Brief kommt mit: hier registrieren, sondern eben mit Infomaterial usw... . Das ist ein Unterschied - wie ich auch schonmal in dem Thread erwähnt habe, man könnte einiges mit Opt-In lösen, wenn man bereit ist mehr Geld in die Hand zu nehmen.
Im Jahr 2009 gab es in Deutschland 14,9 Organspender auf eine Million Menschen. Der Durchschnitt in der Europäischen Union liegt bei 18,3 Organspendern auf eine Million.
Für manche zuwenig, unter dem Schnitt, gibt weitaus schlechtere Länder - für die aktuelle Lösung (also keinerlei Informationspolitik darüber, Opt-In,etc..) ein Wert der "okay" ist.
 
Labtec schrieb:
1.
Das du so lässig bei GoogleMaps den Verkehr checken kannst, bezahlen viele (unwissende) User mit einem vollem Bewegungsprofil (am besten noch mit vollem Namen und Kreditkarten-Nummer aus dem Android-Store).
Es wird, wenn überhaupt nur sehr verschachtelt darüber aufgeklärt, wer was wann wie wo und warum erfasst und was damit passiert. Wahrscheinlich erscheint einmalig so ein 2-Zeiler wo man die Rechte vergeben muss und damit hat sichs.

Ja, aber man kann auch mal rational an die Sache herangehen: personenbezogene Profile nutzen weder im Bezug auf die Verkehrsgeschichte noch für Streetview oder eben Analytics was. Ich habe eine aktives Google Konto für GMail und Analytics/Webmaster Tools für 1-2 Seiten, ich surfe mit Chrome/Chromium trotzdem sehe ich nirgendwo personalisierende Effekte. Das ist nicht wie bei Amazon, wo du 1x für deine Mutter ne Schnulze mitbestellst und ratzfatz zwischen Terry Pratchett und Andrew S. Tanenbaum 1001 Groschenroman hast.
Google nutzt wie gesagt nur Schwarmdaten für die verschiedenen Projekte: Semantische Suche durch Nutzereingaben, ReCaptcha für die Digitalisierung alter&seltener Bücher, Live-Übersetzung mit Korrektur durch Nutzerdaten, Verkehrsstatistik durch Handy-Tracking,... Es macht überhaupt keinen Sinn, da Einzelpersonen zu erfassen. Google verkauft nichts außer den eigenen Diensten an Einzelpersonen... nichts, was sich mit Trackingdaten besser vermarken ließe.
 
Dann hast du nicht verstanden wie Google funktioniert und wie weit personalisierte Dienste bereits verbreitet sind. Google ist wie Amazon, es ist offenbar nur nicht so auffällig. Wenn 3 Leute in Google was suche, werden sich die Ergebnisse deutlich voneinander unterscheiden. Dort liegt der Sinn personenbezogene Daten zu speichern und sie der entsprechenden Person zuzuordnen. Mit der von Google geschalteten Werbung z.B. in GMail sieht es nicht anders aus. Wir reden hier von personenbezogene, nicht von reinen analytischen Daten (wie oft wird der Button "Suche" gedrückt, sondern "was sucht Person A, interessiert sie sich für x und y". Mit ersteren kann man den Dienst auf die Person zuschneiden, mit zweiteren das System an sich optimieren (wird der "Suche" Button überhaupt benötigt).

Durch diese Verfahren entsteht eine sog. Filter Bubble. Das alleine ist schon ein Grund, möglichst wenig Daten preiszugeben. Wenn du mehr über Filter Bubbles wissen möchtest, schau z.B. den TED Link an, den ich gepostet habe.
 
@ Daaron
Jede Google-Dienstleistung einzeln gehsen ist natürlich nicht "soo schlimm". Aber seit den neuen Bestimmungen wirds schon haarig, mMn.
Sehe das so:
Google bekommt deine Daten von:
1. GoogleMail -> schön alle Mails filtern - Realname + Kontakte (die am besten wiederraum auch bei GMail sind damit man schön den Sozialkreis abbilden kann, etc..)
2. Android-Handy -> Realdaten aus dem Store + KK-Karte, dazu Bewegungsprofil, App-Nutzung etc..
3. Youtube -> welche Videos, zu welche Uhrzeit, etc..
4. ... fortsetzbar mit jedem weiterem Google-Service

DAS ist woraus Google Geld macht, sicherlich nicht damit das sie kostenlose Email-Accounts mit 8GB-Speicherplatz unter das Volk bringen oder ähnliches.
Ich mein, grundsätzlich ist die Idee dahinter mehr als genial, sie haben in viele Märkte auch Schwung gebracht, wo zB haste vor Gmail ne Mail-Adresse mit soviel Speicher und IMAP für Lau bekommen?
Das machen sie mit vielen anderen Produkten genauso: Android <> iOS / Handy-OS, Google Chrome <> FF, G+ <> FB, ....
Aus sozialen Gedanken machen sie das sicherlich nicht.
 
Natürlich nicht. Google lebt von den kostenpflichtigen Diensten, die sie anderen Firmen zur Verfügung stellen.
 
@ Daaron
Diese Annahme wäre schön, ist aber leider nicht so. Schau dir gerne die Bilanz von Google an. Der Großteil der Einnahmen werden mit Werbung erwirtschaftet (http://www.wordstream.com/articles/google-earnings) - nämlich 96 Prozent. Alles andere sind Nebenverdienste.

Spätestens daran erkennt man, dass Google ein Interesse an Personalisierung haben muss. Durch personalisierte Werbung und Dienste können sie ihre Werbeeinnahmen deutlich erhöhen.
 
Google bekommt aber auch nur dann Geld, wenn Leute der Werbung folgen... wieso tun sie das? Genau! Weil die Werbung genau auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Users zugeschnitten ist. Ist das schlimm? Nein!

Als ob nur Google oder das schlimme, datenfressende Internet personalisierte Daten zum Schalten von Werbung verwendet... :rolleyes:

Seltsamerweise wurde hier die Frage, ob Suchmaschinen verwendet werden, noch nicht beantwortet...
 
Die Problematik ist nicht die ob Leute die Werbung verwenden, sondern was mit den Userprofilen gemacht wird, die man anlegen muss, um auch personalisierte Werbung schalten zu können. Ich z.B. hab noch nie eine bei Google angeklickt. Offensichtlich gibt es aber eine ganze Armada von Leuten, die das tun, was fast widersinnig erscheint. Die Suchergebnisse sind eigentlich fast immer deutlich besser als die geschaltete Werbung.

DIe personalisierte Werbung ist also nicht schlimm. Die Individualisierung des gesamten Systems inkl. Suchanfragen sowie die Anlegung von Anwenderprofilen jedoch sehr.
 
Also ich finde die Individualisierung von Suchanfragen eher praktisch. So komme ich schneller an die Sachen, die mich interessieren.
Ich sehe das ganze "mittellocker". Die Datenerfassung durch Like Buttons +1 etc. hab ich bei mir geblockt, Analytics etc. nicht. Auch beim WLAN hab ich kein Opt-out drin.

Beispiel WLAN: Die SSID und MAC werden mit einer Position verknüpft. So und jetzt? Google weiß weder, wem das Ding gehört, sie können keine Serverzugriffe oder sonstwas damit assoziieren. Aber es ermöglicht bessere Navigation. Ich sehe da für mich keine Nachteile, höchstens Vorteile.
 
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