TheManneken schrieb:
... Versuch mal ins Kino zu gehen mit ein paar Freunden, bezahl nur ein Ticket und versuch deine Freunde irgendwie durch die Hintertür einzuschleusen. Das haben sich die Filmindustrie und der Kinobetreiber natürlich auch ganz anders gedacht. So verhält es sich auch hier. Natürlich wurde schon immer verliehen und bei einer Audio-CD, eine Bluray oder schlicht einem Buch lässt sich das natürlich nicht kontrollieren. Aber wer ein bestimmtes Produkt anbietet, in das er Zeit, Mühe und Geld investiert hat, möchte eben auch von jedem, der dieses Produkt konsumieren möchte, ein Entgelt dafür erhalten. Wieso "geht das gar nicht" deiner Meinung nach? Du hättest es doch auch gerne so, wenn du auf der anderen Seite stündest.
Naja, das Kinoticket kostet auch keine 69€ (wobei der Besuch für 2 Personen mit Popcorn und Coke da langsam echt drankommt). Warum es "gar nicht geht"? Stell dir mal vor: Du kaufst ein Auto und der Hersteller könnte dir verbieten, es wiederzuverkaufen, wenn du ein neues holst. Wäre das auch ok? Oder du kaufst ein Album, darfst es aber nur 15 mal anhören, danach kostet es pro Anhören extra. Oder du darfst das Album nur zu dritt anhören, sobald vier oder fünf Personen im Raum sind, wird dir der Konsum der Musik untersagt. Science Fiction? Das sind doch die Pläne, die bei Microsoft bei der XB-One erst einmal zurück in die Schublade gewandert sind.
Ich zahle für etwas Geld, d.h. ich erhalte etwas Geltwertes. Wenn ich es nicht mehr will, kann ich (so definiert sich übrigends Eigentum, in dem Fall an dem Datenträger inkl Software) mit diesem Verfahren, wie ich es gerne habe, z.B. durch Verkauf. Oder durch Leihe. Eigentum ist das grundlegendste Recht, was du hast, was dich antreibt und was die Wirtschaft ankurbelt.
Und so gesehen stehe ich sogar auf "deren Seite", da mein Job in ein Gebiet fällt, das dem der Softwareentwickler i.w.S. ähnlich ist. Und klar möchte ich für meine Leistung bezahlt werden, doch wenn ich etwas schaffe, dieses verwerte (=entlohnt werde), dann ist es Sache des Zahlenden, was er mit meiner geistigen Leistung (im Rahmen geltenden Rechts=Spielregeln) treibt.
Ich mein die Softwareindustrie hat sich gewandelt und wurde gekarpert von irgendwelchen Rechenheinis. Spiele lassen sich, auch wenn sie verleihbar sind, so vermarkten, dass sie jeder kauft. Ein Beispiel für den Anzreiz des Kaufs von mehreren Exemplaren unter Freunden ist ein guter Multiplayer. Das ist auch der Grund, warum Spiele wie Half Life, Quake 3, Cod4, Starcraft, Diablo2 usw... lange leben. Ohne deren lange Lebensdauer gebe es heute ggf. keine rundenbasierten Shooter (CS), keine Echtzeitstrategie (C&C, Warcraft2), CoD wäre vielleicht nicht so erfolgreich, wie es heute ist...was ich sagen will: Die leben von uns als Community (die wollen ja was von uns: Kohle) und solange man sich das im Hinterkopf behält, hat man Macht über sie (siehe auch das Xbox-One Dilemma mit alwys-on und dem zurückrudern, oder die Windows8 Pleite). Und das muss man nutzen, sonst wirst du ausgebeutet, so schnell kannst du dich nicht umdrehen. Das gilt übrigends für alle Bereiche des Lebens.
Daher sehe ich es bei einem so teuren Produkt als "geht mal gar nicht", dass man es (fast) nicht hätte verleihen, tauschen, oder wiederverkaufen können. M.e.n. eine Schwäche der digitalen Editionen, aber dazu könnte ich ein Buch schreiben....
Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen

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Gn8