Bei aller Begeisterung für all diese "modernen" Tools scheint sich niemand Gedanken über Sicherheit und Wartbarkeit zu machen. Für die private Nutzung mag es ja keine Rolle spielen, aber wenn ich eine Anwendung für einen Kunden entwickele, dann gehört das meiner Meinung nach zu meinen ersten Pflichten diese Dinge zu gewährleisten. In diesem Kontext Bibliotheken oder ganze Frameworks zu verwenden die man nicht im geringsten überblicken kann halte ich für mindestens fahrlässig, wenn nicht gar verantwortungslos.
Mal ein ganz konkretes Beispiel was ich meine, ein zwar sehr krasses aber immerhin ganz reales Beispiel: Der Skandal um die
"XZ Utilities", wo mit grosser krimineller Energie in die Open Source Kompressionsbibliothek eine SSH-Backdoor eingebaut wurde, die es erlaubte vollen Zugriff auf ein Linux-System zu bekommen wenn diese Bibliothek benutzt wurde. (Und die nur aufflog weil der Entwickler so frech war, ungeniert die volle CPU-Power für seine Zwecke zu nutzen und nicht unauffällig unter dem Radar zu agieren)
Aber selbst einfache Dinge, wie zB Fehlerbehebung in Bibliotheken ist ein Thema. Es gibt Beispiele genug dass Leute die über die offizelle Möglichkeiten Bugs gemeldet haben ignoriert oder gar gesperrt werden weil der Entwickler sich persönlich angegriffen fühlt.
Was jetzt zB an einem Lazarus so sehr aus dem "letzen Jahrhundert" sein soll, wie hier schon geschrieben wurde erschliesst sich mir nicht. Denn es macht grundsätzlich genau das was auch der angesprochene SceneBuilder für JavaFX macht.
Ich habe zB eine Anwaltskanzlei als Kunden, seit mehr als 20 Jahren. Ich werde die ganz sicher nicht einer wie oben beschriebenen Gefahr aussetzen wenn ich das mit der Auswahl meiner Entwicklungswerkzeuge verhindern kann. Das ist einer der Gründe warum ich lieber was weniger "modernes" nehme, alse dem Zeitgeist hinterherzu laufen. Denn als gewerblicher Anbieter bin ich unter Umständen für Schaden verantwortlich der dann entsteht.