GuideOS - Neu und ggfs. zum Mitmachen

|Moppel| schrieb:
Ich glaube, es kann kein Linux für Einsteiger in dem Sinne geben.
Meiner Meinung nach scheitert es daran, das es "den Einsteiger" oder "die Einsteigerin" [nicht] gibt. [Post #26]
Das ist natürlich auch eine Definitionsfrage. Aber so wie Du es definierst, gebe ich Dir recht.

Wenn ich da mal die Messlatte an mir selbst anlege, muss ich sagen, dass auch ich mir alles selbst angeeignet habe. Ich wäre demnach das, was Du als "Stille Einsteiger" bezeichnest.

Aber ich habe beim Start mit Linux auch nicht bei Null angefangen; hatte schon zwanzig Jahre lang zuvor Umgang mit anderen Computersystemen gehabt. Die Anfängerfragen, mit denen ich mich zunächst konfrontiert sah, hatten Andere jedoch schon stellvertretend für mich im Internet gestellt. Ich musste nur noch die Antworten lesen bzw. in den richtigen Zusammenhang zu meinen eigenen Problemstellungen bringen.

Und jetzt kommt es aber: obwohl ich also kein Einsteiger im hypothetischem Sinne sein dürfte, bin ich unter Linux dennoch stets zielgenau auf die Distributionen zugesteuert, die so gemeinhin mit dem Prädikat 'einsteigerfreundlich' klassifiziert werden. Warum? Weil das Gehirn seine Energie auch nach ökonomischen Gesichtspunkten verbraucht sehen möchte. Es fragt stets: läßt sich eine Aufgabenstellung auch bequemer (also mit weniger Aufwand) lösen. Wenn du beispielsweise in einer Welt lebst, wo Kerzenbeleuchtung Standard ist, sind für dich Petroleumlampen eine geile Sache. Aber wenn du in einer Welt lebst mit elektrischem Licht, findest du Petroeumlampen jetzt nicht mehr so prickelnd und bist dementsprechend nur mäßig motiviert, sich mit deren zweckmäßiger Handhabung zu beschäftigen.

Das heißt also, ein Linux ist umso reizvoller, je mehr es dir hilft, Banalkram abzunehmen oder zu vereinfachen. Warum sollte der Einsteiger beispielsweise die 'fstab' von Hand editieren, wenn er das mit dem 'Laufwerke'-Tool bequemer und zudem ohne unnötige Schreibfehler erledigen kann. Die Einsteiger-Distro braucht dem Neuling nur noch auf so ein Tool aufmerksam zu machen.

Absolute Einsteiger im reinen Sinne wird es in Zukunft zudem immer weniger geben. Heutzutage müssen sich Leute, für die der Umgang mit Computern schon immer ein Gräuel war, zumindest privat nicht mehr mit sowas abquälen. Denen genügt ihr Smartphone für das, was sie noch so brauchen. Auf der anderen Seite werden aber auch Leute nachwachsen, die höhere Ansprüche stellen und dementsprechend Motivation mitbringen, sich mit richtigen Computern zu befassen. (Es lernen ja auch immer noch welche, Musikinstrumente selbst zu spielen. Obwohl Musik zum Konsumieren rund um die Uhr bequem verfügbar ist.) Das sind dann aber eher welche vom Typ "Stille Einsteiger". Also schon von vornherein welche, denen man nicht auch noch helfen muss, die Schuhe zuzubinden.

Legt man diese Ausgangslage zugrunde, dann sind einsteigerfreundliche Linux-Distributionen mehr denn je gefragt. (Es soll ja etwas mehr als nur eine Handvoll Windows-Umsteiger geben.) Von daher werde ich mir dieses Jahr wohl auch mal GuideOS ansehen. Schon der Neugierde halber, wie man versucht, diesem Anspruch dort gerecht zu werden! Kann auch sein, dass ich dann diese Distro in meine erweiterte Auswahl aufnehmen werde.
 
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Ich gebe dir in allen Punkten recht. Dennoch verstehe ich nicht in welche Lücke GuideOS passen soll.

Ich habe bisher Ubuntu, Manjaro, EndeavourOS und CachyOS getestet.

Die haben sich alle mehr oder weniger auf die Fahnen geschrieben, auch etwas für Einsteiger zu sein.
Die meisten Probleme hatte ich mit Ubuntu. Warum?
Der alte Kernel.

Ich frage mich also, welches einsteigerfreundliche Killerfeature zu erwarten ist, weil viele Annehmlichkeiten doch schon Standard sind.

  1. grafischer Installer
  2. Wichtige Grundprogramme vorinstalliert.
  3. Grafische paketverwaltung vorinstalliert oder per Klick im willkommensbildschirm nachinstallierbar.
Wenn dann noch ein aktueller Kernel im Spiel ist und das OS eher verbreitet ist, so dass man auf einen breiten Fehler- und Lösungsfundus zurückgreifen kann, ist meiner Meinung nach alles geboten.
 
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Caramon2 schrieb:
Bei mir: ZX-Spectrum -> C64 -> Commodore Amiga 500 -> 3000 -> 1200

Dann MS-DOS: Häh? Was sind Laufwerksbuchstaben? ;)

Vor allem immer noch nur 26: Wo ist das denn noch zeitgemäß?
Mich verwirren diese Laufwerksbuchstaben auch. Wie macht das eigentlich Apple?
 
Meta.Morph schrieb:
Da MacOS ebenfalls auf UNIX basiert, würd ich einfach mal behaupten: Wie Linux...
Ich vermag es nicht zu glauben weil mir zu wenig jammern darüber an meine Ohren dringt.
 
@foofoobar
Das ist eben dem Unterschied geschuldet, dass nicht jeder den gleichen Anspruch haben. Einem typischen Apple-User würde ich unterstellen, dass er das System in erster Linie vor allem Nutzen will. Er interessiert sich nicht dafür, wie etwas funktioniert.

Das ist meiner Meinung nach vollständig legitim!

Apple Liefert ein fertiges Produkt und hat die Vollständige Kontrolle. Vermutlich passiert da nichts außergewöhnliches und wenn dann doch, dann kann man den Support bemühen - oder kauft sich wat neues (Ja, so schätze ich Apple-User ein 😁 ).

Das führt aber auch zu dem Missverständnis, auf das ich immer versuche aufmerksam zu machen: Was heißt Einsteigerfreundlich? Wenn man unter Linux ein Problem hat, hat man als Benutzer schlicht verloren. Da wird immer diese Berühmte Oma herangezogen, der men ein Ubuntu installiert. Tolle Wurst. Ein Desktop kann jeder Bedienen.

Ein Linux für Benutzer wäre tatsächlich Vorinstalliert, Vorkonfiguriert und Immutable. Aber wie gesagt dauerhaft Mounten solle ebenfalls so einfach sein, das es über den Dateibrowser geht (oder vielleicht sogar automatisch. Man könnte ja annehmen, das der Nutzer ein Internes Medium tatsächlich dauerhaft verwenden will...). Aber da geh ich schon wieder von mir aus. Keine Ahnung wie das unter macOS geht und welche Bedürfnisse so ein (Apple)User hat...
 
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Meta.Morph schrieb:
@foofoobar
Das ist eben dem Unterschied geschuldet, dass nicht jeder den gleichen Anspruch haben. Einem typischen Apple-User würde ich unterstellen, dass er das System in erster Linie vor allem Nutzen will. Er interessiert sich nicht dafür, wie etwas funktioniert.
Bei einem Bücherschrank sollte ich wissen das die Bücher im Schrank sind, sonst finde ich die Bücher nicht.
 
Versteift euch doch nicht so sehr auf "Einsteigerfreundlich"! - Wie hier schon vor Wochen festgestellt wurde: Den "Einsteiger" gibt es gar nicht. - Die Bedürfnisse, Kenntnisse und mögliche Hilfe aus dem Umfeld sind viel zu unterschiedlich.

Wären alle Menschen gleich, würde ja ein einziges OS für alle reichen. Genau wie ein einziges Automodell, eine einzige Sportart, eine einzige Art der Bekleidung, usw. "Individuell" gäbe es überhaupt nicht in unserem Wortschatz.

GuideOS wird von einer deutschen Community für die Community entwickelt und man kann ggfs. selbst Ideen einbringen: Es ist noch am Anfang, noch längst nicht alles ist festgeschrieben, das Potenzial viel dabei zu lernen ist groß: Auf welche andere Distribution trifft das denn sonst zu?

Das hatte ich doch schon geschrieben.
 
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Wurde bisher kaum darauf eingegangen, das GuideOS Cinnamon als Desktop verwendet. Cinnamon ist einer der beliebtesten Desktops (Platz 3 in unserer Umfrage).
Interessant wäre, welche Pakete kommen aus den Debian-13-Repos und welche werden selbst gehostet. Kann ich jetzt nur indirekt beantworten (Video über Primo): Kernel von Debian, Cinnamon Version von LMDE 7 ISO, Primo selbst entwickelt, ...
 
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|Moppel| schrieb:
Dennoch verstehe ich nicht in welche Lücke GuideOS passen soll.
Also eine eigene ökologische Nische (, die noch völlig brachliegt), sehe ich auch nicht. Wenn die neue Distro sich denn etablieren sollte, dann wird sie halt auch nur eine Auswahlmöglichkeit mehr sein.

Eine neue Distro kann ja Linux nicht neu erfinden. Eine neue Distro kann sich aber über etwas, was ich mal vage als individuellen Stil bezeichnen würde, gegenüber den anderen Distributionen abgrenzen. Irgendwas Typisches halt!

Und dann schauen, ob das bei den Leuten ankommt bzw. auch wirklich umsetzbar ist.

Caramon2 schrieb:
GuideOS wird von einer deutschen Community für die Community entwickelt und man kann ggfs. selbst Ideen einbringen: Es ist noch am Anfang, noch längst nicht alles ist festgeschrieben, das Potenzial viel dabei zu lernen ist groß:
Ja genau. Das ist es, wo GuideOS punkten will.
 
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garfield121 schrieb:
Kernel & Paketmanager von Debian, Cinnamon Version von LMDE 7 ISO, Primo selbst entwickelt, ...
... sowie ggf. bei Bedarf: Professioneller Support von Linux Guides (?).
 
garfield121 schrieb:
Interessant wäre, welche Pakete kommen aus den Debian-13-Repos und welche werden selbst gehostet.
Synaptic ist dein Freund: :)

Synaptic.png

Ich hatte es dafür auf hell und Win11-Layout umgestellt:
(die vorinstallierten Hintergrundbilder waren mir dafür zu dunkel, oder haben mir nicht gefallen)

GuideOS-Win11.png

Schön an Primo finde ich, dass die Empfehlungen (jedenfalls die, bei denen ich es kontrolliert habe) gut beschrieben und mit Screenshots sind:

GuideOS-Primo.png

Bei neuen Aktualisierungen erscheint oben eine Einblendung und wenn man sie verpasst, unten im Tray ein Icon (s. o. das erste). Bei beiden kann man den Update-Manager direkt aufrufen:

GuideOS-Aktualisierungen.png

Zwar weniger schön als die LinuxMint-Aktualisierungsverwaltung, aber da standardmäßig alle ausgewählt sind, braucht man nur unten rechts auf die große grüne Schaltfläche klicken: Das hätte sogar mein Vater hinbekommen, da das auffälliger ist, als bei der LinuxMint-Aktualisierungsverwaltung (damit hatte er zuerst Probleme, da er erst mit 60 (Frührentner) seinen ersten PC wollte).

Ups! Einen Screenshot hatte ich übersehen:

GuideOS-Software.png

Also auch der Firmware-Update-Dienst ist vorinstalliert und eingerichtet. (oben drüber ist nur das aktivierte Flatpak)

Außerdem gibt es dort etwas bzgl. nVidia-Treiber, aber da mir von denen schon lange nichts mehr ins Haus kommt, kann (und will!) ich das nicht testen.

Hinweis: Alles davon habe ich mit dem Livesystem gemacht. Eine Installation war nicht notwendig.
 
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Ja, ich hatte im Netz nach der Liste der selbst-gehosteten Pakete gesucht, da ich GuideOS noch nicht heruntergeladen habe.
Möglicherweise wäre der Nvidia-Installer auch brauchbar für LMDE, der fehlt dort (noch).
Die Empfehlungen sind sicherlich ein nützliches Feature für Anfänger/Umsteiger, sowas gab es vor Jahren mal bei Ubuntu Mate (Software-Boutique).
 
garfield121 schrieb:
Möglicherweise wäre der Nvidia-Installer auch brauchbar für LMDE, der fehlt dort (noch).
Beim regulären LinuxMint denkt man an die Treiberverwaltung: Die ist zwar "bequem" (s. meine Sig ;)), hatte aber, als ich noch eine nVidia-GraKa hatte, den großen Nachteil, dass man nur die dort angebotenen Treiber nutzen konnte.

Auf nvidia.com gab es aktuellere (als .run = direkt ausführbares Archiv), aber mit dessen Installation (den aus der Treiberverwaltung hatte ich natürlich vorher deinstalliert, damit es keine Konflikte gibt) hatte ich LinuxMint für mich irreparabel zerschossen, reproduzierbar: Ich hatte natürlich eine Sicherung, so dass ich es auf unterschiedliche Arten versuchen konnte (nur bis in den Textmodus booten, usw.) aber immer mit dem selben Ergebnis: Exitus.

Das gleiche bei LMDE (wo es die Treiberverwaltung gar nicht erst gibt) funktionierte dagegen auf Anhieb erfolgreich.

Bei GuideOS wird es dank Debian-Basis vermutlich genauso sein.

Wer (trotz allem ;)) immer noch eine nVidia-GraKa hat, kann es ja ausprobieren (natürlich anstatt des Treibers vom GuideOS-Tools) und bitte hier darüber berichten: nVidia Treibersuche oder nVidia 580.126.09 Linux 64-bit

Nachtrag:

Ein Bericht, wie das mit dem GuideOS-Tool abläuft, wäre auch toll.
 
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sedot schrieb:
Dann würde auch auffallen, dass die von dir beschriebene Fehlermeldung bekannt ist. Hast du die Lösungsoptionen probiert?
Am dort beschrieben lag es nicht, sondern daran, dass mein PC üblicherweise offlline ist (isch abe gar kein Festnetz ;)): Mit Internetverbindung kommt es weder zu der ursprünglich beschriebenen einminütigen Verzögerung (in denen es weder Datenträgerzugriffe noch besondere CPU-Last gibt), noch zur Cinnamon-Fehlermeldung.

Offensichtlich wurde ein Offline-Betrieb nicht berücksichtigt (egal ob VM oder Real, Livesystem oder installiert, BIOS/CSM oder UEFI). - Ist bereits ans Entwicklerteam weitergeleitet.
 
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