Vor allem hat man auch einen LC Tiefpass dadurch. Die einzelnen Adern haben einen induktiven parasitären Belag und koppeln sich unter einander dann nochmal kapazitiv (und induktiv). Das verdrillen der Adern erhöht die Kapazität tendenziell noch, da der Abstand geringer wird (natürlich nur in Gegentaktlage). Allerdings wird die Impedanz dadurch berechenbarer.schnagga schrieb:Ich weiß, ganz so einfach ist das nicht. Wer es besser erklären kann möge sich äußern.
Das ist in der Praxis allerdings für die meisten Streckenlängen noch gar nicht das Problem (Mischer, LNA und PA können das kompensieren).
Die Adern koppeln sich auch mit der Umgebung (aka. Andere Adern, Abschirmung und andere Leitungen) und haben für unterschiedliche Betriebszustände ein stark anderes Verhalten (Gleichtaktlage (Evenmode), Gegentaktlage (Oddmode), Skineffekt,..)
Mit viel Pech hat man irgendwo einen sprunghaften Wechsel der Impedanz und ein guter Teil des Signals wird zurück reflektiert. Passiert das an zwei Stellen auf der Leitung, reflektiert das hin und her und man kann das Signal vergessen.
Wenn man die Adern verdrillt, hat man sie kapazitiv stark aneinander gekoppelt. Dadurch macht die Umgebung (man spricht dabei von einem Dreileitersystem) verglichen mit dem gedrillten Adern und derer Kapazität einen viel geringen Anteil aus.
-> Leitung hat zuverlässigere Eigenschaften, welche man leichter kompensieren kann.
Das hat mir in der Ausbildung damals auch niemand so wirklich erklärt. Der AHA Moment kam erst später im Studium und als man sich dann Mal im Beruf mit der Entwicklung solcher Systeme beschäftigen musste. In meiner Erklärung fehlt auch noch der Einfluss von Kurven (Beugung) und Grenzladung, allerdings das bei Ethernet beides vernachlässigbar.
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