Idee: passive Wasserkühlung

Schaby

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Hallo,

ich befasse mich schon länger mit PC- insbesondere Wasser-, bzw. Flüssigkühlung. Es gibt mitlerweile eine beachtliche Palette an Wasserkühlsystemen. Was aber alle gemeinsam haben ist eine "aktive Luftkühlung". Warum ich das besonders hervorhebe ist, das ich der Überzeugung bin das es auch anders geht.

Ein wichtiger Grund die "Luftkühlung" abzustellen sind:
1. der Lärmpegel (jeder Lüfter erzeugt einen gewissen Pegel an "Krach").
2. der Stromverbrauch
3. billiger in der Anschaffung ist

Ich erkläre kurz, ganz einfach, wie Wasserkühlsysteme arbeiten:

Erstmal braucht man eine Pumpe mit der wird die Kühlflüssigkeit angetrieben. Was hier auffälllt ist das diese fast ausschliesslich in das Gehäuse des PC eingebaut werden. Nun wird die Flüssigkeit durch Schläuche durch diverse "Kühler" (Cpu, Gpu etc.) gejagt. Von dort werden sie weiter in den Radiator gejagt. Diese befinden sich i.d.R. auserhalb des Gehäuses. Hier wird die Flüssigkeit mittels Ventilatoren herab gekühlt. Von dort wird sie in den Vorratsbehälter gepumpt. Von da saugt dann die Pumpe die Flüssigkeit wieder an.

Nun aber mal zur Sache

Was brauchen wir für eine "Passive Wasserkühlung:

1. diverse Kühler, je nachdem was gekühlt werden soll
2. Schläuche
3. Absperrhähne
4. Ein oder zwei Tauchpumpen (Erklärung folgt)
5. Einen Eimer (10l) oder anderen Behälter
6. Wasser oder Öl

Anleitung:

Die erste Überlegung ist soll ich ein oder zwei Kühlkreisläufe installieren. Wenn ich alles Kühlen möchte würde ich zwei empfehlen. Mit dem ersten Kühle ich z.b. als erstes die CPU danach den Chip und evtl. noch die Speicher. Mit dem zweiten kühle ich erst die Graka dann was noch übrig ist z.B. die Festpaltte(n).

Was Wichtig ist das die Anschlüsse (also die Schläuche) irgendwo hinten am Gehäuse sind. Die Anschlüsse versehe ich mit Apsperrhähnen am besten doppelt mit Kupplung. So, damit sind wir auch schon fast fertig.

Nun besorge ich mir die Tauchpumpe(n), diese bekommt man in jedem guten Zoogeschäft in der Aquarium Aptilung. Dort findet man auch Schläuche, Absperrhähne und noch einige andere wichtige Dinge. Diese Tauchpumpen haben den Vorteil das sie recht billig sind, eine wesentlich höhere Leistung haben und sehr Leise laufen.

Diese verbinde ich mittels Schlauch an den 1. Kreislauf am PC-Gehäuse. an den Auslauf befestige ich ebenfalls einen Schlauche.

Nun kommt der Eimer zum einsatz. Erstmal Wasser rein da Qasi die Pumpe reinschmeisß den auslauf in den Eimer rein, Pumpe an und Voila...

So jetzt,ihr merkt schon das hört sich alle ein bissel na ich sags mal so..groß an. Und mit einem Eimer voll Wasser am PC rumhantieren ist nicht so der Hit. Und man braucht zumindesten den Platz für den Eimer.

Ich möchte erwähnen das ich aus der Aquaristik komme und frühere selber meine Aquarien gebaut habe. Daher weis ich auch, das man schon ziemlich sichere Wasserkreisläufe zusammenstellen kann. Der Behälter (der Eimer) kann auch geschickt durch einen anderen (zb. ne Stabile Platikbox mit Deckel) ausgetauscht werden.

Was man noch testen Kann, ist, kein Wasser sondern Öl als Kühlflüssigkeit zu nehmen. Der Grund, Wasser ist eine sehr schlechter Wärmeleiter und besonders im Pc doch mit einem deutlichen Risiko verbunden (was ist wenn das System mal undicht ist). Mit Öl hat man dieses Risiko nicht. Wenns undicht ist, ist es zwar auch ne schöne Sauerei aber die Komponenten solltemn es übeleben. Die frage ist nur, ob eine herkömmliche Tauchpumpe Öl fördert (hehe, netter Satz). Ach, ich würde herkömmliches Pflanzenöl probieren.

So ich fasse mal zusammen:

Das was ich da vorschlage ist was für Bastler. Was man sich spart ist, keine Radiatoren, keine Lüfter, die Steuerung dieser entfällt ebenso. Und man hört nur noch die Pumpe zusätzlich und die laufen i.d.R. sehr Leise. Ich setze hier auf Masse. Was meint ihr, kann man mit nem Prozzesor 10l Wasser (oder Öl) zum kochen bringen. Das System wird auf jedenfall billiger sein.

Flexiblität:

Auch das geht recht gut. Schläuche abklemmen, Eimer entleeren, die Pumpe einfach Drinlassen. Pc aufsttellen Eimer befüllen, anschließen, Fertig.

Wie gesagt handelt es sich hier um eine Idee, was meint ihr lohnt es sich die in die praxis umzusetzen?

Ich hoffe ihr betrachtet das nicht als Müll oder so.

Gruß Schaby
 
du willst also nen großer behälter mit wasser als kühlung nehmen. wenn ich das richtig verstanden haben.
denke nicht, dass das reichen wird. denn nen freund von mir hat das schonmal vor jahren am laufen gehabt. war nen thunderbird 1,4 ghz den er damit gekühlt hat. dabei wurde aber das wasser nach ner weile ganz schön warm, so dass das als kühlung auch nicht mehr so der hit war. der behälter den er genutzt hat, hatte glaube ich so um die 50l.
 
Zuletzt bearbeitet:
naja ich denk mal bei ner großen wärmeabgabefläche sollte das vll. funktioniern, aber für sone breite und lange wand möglicherweise bräuchtest du ne ziemlich starke pumpe und viel platz...
und mit sehr leisen lüftern haste kein prob mit der lautstärke;)

mfg Dani
 
Warum willst du den Radiator einsparen? Das macht die Wasserkühlung nicht passiver, nur ineffizienter.

Da arbeitet mein System mit dem Mora GA schon die längste Zeit passiv, komplett ohne Lüfter (Netzteil wassergekühlt), und wird mit weniger als 1 Liter Wasser befüllt. Nebenbei reicht dafür eine ganz normale 1046er Eheim Pumpe.

Ich dachte schon bei dem Thema kommt jetzt etwas Spannenderes, wie z.B. ein "richtig" passives Wakü-System ohne Pumpe dessen Kreislauf die Gesetze der Physik benutzt - heißes Wasser steigt auf und wird am höchsten Punkt vom Radiator gekühlt, kaltes sinkt wieder ab. Sowas gibt's durchaus schon.
 
Nun ja, da finde ich klassische Wakü-Systeme besser, da kompakter, leistungsfähiger und schauen (meist) besser aus als so nen 10 Liter-Eimer.

Den Radiator solltest du nicht einsparen, da die meisten Systeme nicht einfach mit nem großen Behälter gekühlt werden können. Zudem hört man die Lüfter auf einem Radi auch nicht, wenn sich diese mit nicht mehr als 500 U/min drehen.

So eine Tauchpumpe kann funktionieren. Aber wieso nicht die schon besagt Eheim 1046? Die kostet auch nur ca. 40 €. Andere Wakü-Pumpen sind sogar billiger.

Die Idee mit dem Öl kann ich mir nicht vorstellen, da Öl zähflüssiger als Wasser ist und somit die Pumpe mehr Leistung aufwenden muss, um das Öl durch die Schläuche zu bewegen. Dadurch entsteht aber auch wieder mehr Lärm.
Die Sache mit der Leitfähigkeit stimmt so nicht ganz. Du musst unterscheiden, was für Öl du verwendest. Öl aus dem Supermarkt ist evtl. doch leitfähig, da es es meist verunreinigt (mit Ladungsträgern) ist. Mineralöl hingegen kann man hingegen schon als Isolierend bezeichnen. Allerdings sind die sehr teuer.
 
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Habe schon ein komplett in Öl versenktes System laufen sehen. Über Sinnhaftigkeit und Wiederverkaufswert der Hardware lässt sich dann natürlich streiten, aber das Experiment wurde mit alter Hardware durchgeführt.
 
Zuletzt bearbeitet:
also ich habe ja eine passiven radiator.
jedoch empfehle ich mind. 1 oder 2 langsame lüfter trotzdem an den radiator zu hängen. Grund: die wassertemperatur stieg bei mir bis ca. 45°C tendenz steigend, ab 45°C habe ich den last test abgebrochen, weil die temperatur ständig stieg.
nachdem ich einen lüfter montiert hatte und den mit ca. 600rpm (lautlos) habe laufen lassen, blieb die wassertemperatur bei konstanten 37°C (ohne übertaktung) und mit 2 lüftern ist die wassertemperatur ca. 34-35°C (egal wie fest ich übertakte!!!).
 
Ist natürlich klar dass bei der Wasserkühlung auch nur ein schwacher Windhauch ausreicht, um die Temperaturen massiv zu senken. Wenn man es ernst meint mit der Passivität muss man die fehlenden Lüfter eben entsprechend mit Radiatorfläche kompensieren.

Funktioniert mit dem Mora jedenfalls wunderbar bei mir.
 
Ab 30l kann es funktionieren sofern der Behälter an einem kälteren Ort steht. Keller etc.

Öl verstopft dir die Kühler das kannst vergessen zu mal es nicht besonders gut kühlt.
 
Hab 50L Fass und betreibe meine WaKü passiv von anfang an. MB, CPU, FP, sind absolut kein Problem. Wenn man aber so einen Heizmonster anschliesst wie 8800GTX, dann erhöht sich die Wassertemperatur auf ca. 8°C und zwar sehr schnell.
Ein wassergekühltes 450W NT hat das Wasser ebenfalls auf ca. 10°C erhitzt

ps: momentan hängen nur 3 Festplatten und 6600er dran. 6600 ist auf 3.2Ghz übertaktet. Raumtemp. 20°C, CPU Idle (2.2) 27°C
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Jo mein 30Litersystem wird vor dem Wassereinlass durch einen 5V 3 mal 120 Radiator gekühlt.

Habe je nach Zimmertemperatur 4C° wärmeres Wasser. Derzeit 22C° Wasser und ich muss sagen, dass ich mir das Silent gar nicht so leise vorgestellt habe.  Ich würde es gerne noch erweitern mit meiner GTX, da ich meine da ist noch was drin und vielleicht auch noch ein Raid 0 aus 4 Festplatten. Aber dann würde ich vielleicht auch eine zweite Pumpe und einen Durchlaufkühler verbauen, der nur meinen Ausgleichsbehälter runterkühlt.

Mit freundlichen Grüßen

Tom
 
Da könnte ich ja auch mal gleich meine Idee vorstellen. Also:

Ich habe eine flache Wassersäule (ca 1.5m hoch).
Wenn man die in den Kühlkreislauf einbinden würde könnte man die Blubberblasen zur Kühlung des Wassers nutzen.
Das ganze bräuchte dann natürlich noch eine konstruktion die verhindert das Luft von der Pumpe angesaugt wird.
Werd mich demnächst vllt mal hinsetzen und eine Zeichnung machen.
 
@offspring: sowas gibts auch schon, bzw haben bastler gebaut.

auch ne "regenturm-kühlung"
ds ist ein rohr in dem oben eine brause angebracht ist, aus der es in die röhre regnet.
von unten wird luft reingeblasen, die oben entweichen kann.
dadurch kann eine temp unterhaltder raumtemperatur erreicht werden, jedoch steigt die luftfeuchtigkeit im raum an.

links müsste ich erst wieder ergooglen
 
Sorry, das ich mich jetzt erst melde, hatte einige Probleme mit meinem Rechner. Ich habe schon mehrere anläufe probiert (jedesmal Rechner "eingefroren" Grrr), ich hoffe diesmal klappt es.

Erstmal vielen Dank für die vielen Aussagen hier. Ich stelle fest das die Waküs mit Radiator doch schon recht ausgefeilt sind, was manche hier bestädigen. Demnach ist mein Projekt eher was für Hardcore-Bastler. Die Idee hatten wohl aber schon einige und haben sie in die Tat umgesetzt. Festzustellen ist, das nichtmal 30l ausreichen um eine stabile Temperatur zu erreichen. Sind CPU, Gpu, Cips und Co, wirklich solche Wärmemonster?

Der Bericht von Gidra finde ich ziemlich interessant. Dazu aber ein paar Fragen: Sind deine Temperaturangaben schreibfehler oder steht das Fass an einem gekühlten Ort, z.b. im Kühlschrank? Es gibt ein paar Kühlsysteme für Aquarien die von Hobbybastlern so konstruiert wurden. Wenn man das Wasser mit Frostschutzmitteln versetzten würde könnte man auch einen kleinen Gefrierschrank zum Einsatz bringen. Damit hätte man dann natürlich das beste Kühlsystem. Da wären dann Temperaturen im minus Bereich möglich^^

Nochmal zum Öl im Kühlkreislauf. Ich hab vor Jahren mal einen sogenanten "Öllehrgang" von BP mitgemacht. War ziemlich interessant. Also nur Öle mit Harzen würden das System mit der Zeit verstopfen bzw. verkleben. Normales Pflanzenöl ist 100% hartzfrei. Öl hat aber gegenüber Wasser zwei Vorteile. 1. Es leitet keinen Strom und es ist ein etwas besserer Wärmeleiter als Wasser. Das Problem ist, ob die herkömlichen Pumpen es schaffen das Öl in den Kreislauf zu pumpen. Wenn der Kreislauf erstmal befüllt ist, müsste es eigendlich laufen, da die Pumpen das Öl nur noch umwälzen müssen. Das Öl fliesst dann langsamer durch das System aber die Wärmeabführung müsste trotzdem besser klappen. Zumal Öl je wärmer es wird schneller fliesst weil es "dünner" wird. Ein netter Nebeneffekt wäre, das die Pumpen (noch) leiser laufen.

So nun mach ich erstmal Schluss

Gruß von

Schaby
 
wegen der temperaturangabe von gidra: ich schätz mal, dass er eine temperhöhung von 10° meinte, und nicht die wassertemperatur selber .

das wasser in einem kühlschrank oder gefrierschrank kühlen zu lassen, ist keine so gute idee.
die kompressoren von diesen geräten sind nicht für dauerlauf konstruiert.

normales pflanzenöl wird ranzig, und damit zäh bis fest http://de.wikipedia.org/wiki/Ranzigwerden
öl hat aber eine sehr schlechte wärmekapazität (die menge an wärme die das öl aufnehmen kann).
wenn öl so gut zum kühlen währe, wirden in jedem kühlkreislauf in fahrzeugen, öl eingesetzt werden.
 
Sind CPU, Gpu, Cips und Co, wirklich solche Wärmemonster?
Hab sogar mal was gelesen, das eine CPU mehr Wärme abgeben würde als eine Herdplatte, wenn sie dieselbe größe hätten.
 
@offspring: das lässt sich einfach ausrechnen ^^
die wärmedichte (W/mm2) ist bei einer heutigen cpu tatsächlich höher als die einer herdplatte ^^
 
S.a.M. schrieb:
normales pflanzenöl wird ranzig, und damit zäh bis fest http://de.wikipedia.org/wiki/Ranzigwerden
öl hat aber eine sehr schlechte wärmekapazität (die menge an wärme die das öl aufnehmen kann).
wenn öl so gut zum kühlen währe, wirden in jedem kühlkreislauf in fahrzeugen, öl eingesetzt werden.

100% reines Pflanzenöl wird nicht schnell ranzig, wegen den dort enthaltenen Fettsäuren. Geauso schnell wird Wasser faulig. Und in Autos kühlen auch die Motorenöle den Motor. Aber du hast schon Recht, Öl scheint keine gute Kühlflüssigkeit zu sein.
 
Bei dem mir bekannten Experiment wurde afaik Lampenöl verwendet.

Ich stelle hier nochmals die Frage: Was spricht gegen die Verwendung eines Radiators?
 
Ich denke die Dichte des Öls ist vielleicht so als wenn du versuchst durch einen Strohhalm eine Momel zu drücken. :evillol:

Also ich würde an Verstopfung denken des Radiators wo durch der Druck dann an der Stelle entweicht wo er geringsten Widerstand hat. Das kann dir auch bei Wasser passieren, durch Ablagerungen oder der Schlauch platzt am Verbindungsstück.

Mit freundlichen Grüßen

Tom
 
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