Eine Spule mit dünnem Draht hat ein geringeres Gewicht, als eine mit dickem. Dadurch wird das ganze schwingende System weniger träge, was grundsätzlich erstmal erstrebenswert ist. Der dünne Draht hat aber auch einen höheren Widerstand zur Folge. Durch den erhöhten Widerstand wirkt bei gleicher Spannung weniger Leistung am KH, was bei gleichem Kennschalldruck zu geringerer Lautstärke führt. Ein KH mit hoher Impedanz benötigt also in erster Linie eine hohe Spannung.
Bei niederohmigen KH verhält es sich umgekehrt. Schon bei niedriger Spannung liegt vergleichsweise viel Leistung an, die Lautstärke ist höher. Der KHV muss aber entsprechend mehr Strom liefern können, was einen niederohmigen KH daher nicht zwingend zu einer einfacher zu treibenden Last macht. Aus elektrotechnischer Sicht sollte es sich eigentlich sogar eher umgekehrt verhalten. Niederohmige Kopfhörer reagieren auch empfindlich auf hochohmige Kopfhörerausgänge, wie oft zB bei Vollverstärkern, was schnell mal zu ziemlich starken Frequenzgangverbiegungen führt.
Schon wenn man bloß die drei Großen (K701 62Ohm, HD650 300Ohm, DT880 600Ohm) betrachtet, wird klar, dass allein von der Impedanz nicht ansatzweise auf die Qualität eines KH geschlossen werden kann.
Die oft vertretene Meinung "hohe Impedanz=KHV, niedrige Impadanz=egal", kann ich so auch nicht vertreten. Meiner Meinung nach profitiert der K701 sogar noch am stärksten von guter Verstärkung und der DT880 am wenigsten der drei. Mich würde interessieren, wie andere das so sehen.
Bei In-Ears sieht das alles noch ganz anders aus. Die Impedanz ist da ohnehin immer sehr niedrig, ein um 10Ohm höherer Wert macht da eher garnichts aus, zumal der Kennschalldruck von Inears auch bei billigstens Mp3-Playern in der Regel für einen Hörschaden ausreicht. Eine höhere Impedanz würde eher auch nicht bringen, da die Dinger so klein und leicht sind, dass eine geringere Masse kaum klanglich vorteilhaft wäre. Wer den phänomenalen Bass eines richtig hochwertigen In-Ears kennt, weiß was ich meine.
