@Limit: Du siehst das viel zu primitiv. Natürlich kannst du als Laie sagen, dass man doch nur Kopfhörer und ein Mikrofon benötigt. Die Frage ist aber, welche Qualitätsansprüche hast du? Apple setzt hohe Ansprüche. Wenn sie solch ein Feature offiziell rausbringen wollen, dann muss das reibungslos funktionieren. Perfekt. Dazu ist es dann schon wichtig, dass das Mikrofon bzw. es sind ja sogar mehrere Mikrofone, gewisse technische Ansprüche erfüllt, damit man überhaupt klar und deutlich in der Umgebung die Stimme isolieren kann, die übersetzt werden soll. Es müssen Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden, es muss fokussiert werden, damit Personen, die links und rechts von dir stehen und irgendwas daher brabbeln nicht plötzlich mitten in der Übersetzung deines Gesprächspartners auch übersetzt werden.
Des Weiteren kommt es auf die Latenz an. Du kannst entweder nur stumpf den generellen Audio-Input der am Gerät an kommt, analysieren, oder ggf. hat Apple die Möglichkeit, da es schließlich deren eigene Hardware ist, noch effizienter und vor allem performanter mit den AirPods zu kommunizeren, ggf. irgendwelche Analysen schon im Chip des AirPods ausführen. Weiß man das alles? Weiß man, was da alles dran hängt? Da ich Software-Entwickler bin, kann ich mir durchaus vorstellen, wie komplex die ganze Geschichte ist. Als Konsument hingegen denkst du nur stupide, da ist ein Mikro und das gesagte wird halt übersetzt. Nein, so einfach ist es in der Implementierung am Ende nicht.
Und nun stell dir vor du kaufst dir so tolle Kopfhörer für 30 EUR bei Temu. Meinst du ernsthaft, dass das Ergebnis dann zufriedenstellend ist? Dass das alles mit der Übersetzung und der Spracherkennung klappt? Sehr wahrscheinlich nicht. Und nun frag dich mal, wer dann Schuld hat und wer die Schuld zugesprochen bekommt: Apple. Der Kunde ist unzufriedend, frustrierend und verärgert, dass die beworbene Funktion nicht klappt. Beim nächsten Mal kauft er sich vielleicht kein Apple Produkt mehr. Ja, Apple könnte darauf hinweisen, dass es mit Drittherstellern nicht optimal klappt, aber glaubst du ernsthaft der dumme Konsument liest sich das durch? Kapiert das? Meinst du, du hast Lust dich im Vorfeld wochenlang intensiv zu informieren, welche Kopfhörer denn nun am besten geeignet sind und kompatibel sind? Am besten lass uns gleich noch Zertifikate wieder einführen, dass ein Kopfhörer von Apple dann für die Funktion zertifiziert ist. Und da die Zertifizierung Geld kostet, kosten die Kopfhörer anderer Hersteller plötzlich mehr als die AirPods, da dies ja mit eingepreist werden muss und dann wird auch auf Apple rumgehackt, dass die Schuld haben, dass andere Hersteller ihre Kopfhörer nicht zu konkurrenzfähigen Preisen verkaufen können.