TeamViewer Motive 3

Intel verweigert Vmin-Shift Garantieverlängerung für Tray-CPU (13600K) – trotz offiziellem PR-Statement!

Registriert
Apr. 2026
Beiträge
6
Aktuelle Hardware:
  • Prozessor (CPU): Intel Core i5-13600K
  • Arbeitsspeicher (RAM): Patriot Viper Steel DIMM Kit 32GB 3600 CL18
  • Mainboard: GIGABYTE B660 Gaming X DDR4
  • Netzteil: 850 Watt be quiet! Pure Power 11 FM Modular 80+ Gold
  • Grafikkarte: Radeon RX 6900XT
  • HDD / SSD: KIOXIA EXCERIA G2 SSD 1TB, M.2

Hallo Community,

ich wende mich an euch, weil ich nach wochenlangem Kampf mit dem Intel-Support komplett in der Luft hänge. Vielleicht hat einer von euch einen Rat der mir weiterhelfen kann.

Mein Prozessor ist der klassischen Vmin-Shift-Degradierung zum Opfer gefallen (WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR Bluescreens am laufenden Band). Ein Nutzerfehler (Übertaktung) ist technisch ausgeschlossen, da der B660-Chipsatz meines Wissens nach ohnehin kein manuelles CPU-Overclocking zulässt. Die CPU lief immer auf Stock-Settings. Andere Komponenten (Netzteil, RAM, SSD, GPU) habe ich isoliert und ausgeschlossen.

Nach dem großen Aufschrei wegen der Probleme mit der CPU-Reihe veröffentlichte Intel im August 2024 offiziell die Richtlinie: "Additional Warranty Updates on Intel Core 13th/14th Gen Desktop Processors".

In der Überschrift steht eindeutig: "Intel Core 13th/14th Gen Desktop Boxed/Tray CPUs".

Weiter unten regelt das Dokument genau meinen Fall (wenn Händler nach 2 Jahren ablehnen):"If customers have experienced these instability symptoms on their 13th and/or 14th Gen desktop processors but were unsuccessful in prior RMAs we ask that they reach out to Intel Customer Support for further assistance and remediation."

Folgendes habe ich schon unternommen mit dem Support:
1. RMA bei Mindfactory: Abgelehnt (24 Monate Gewährleistung abgelaufen).
2. Intel Support (Tier 1): Schickte mich zum Distributor/OEM (Barax).
3. RMA bei Barax: Offiziell und schriftlich abgelehnt (Garantie abgelaufen).
4. Intel Support (Tier 2/Supervisor): Lehnt den direkten Austausch mit der finalen Begründung ab, dass die Klausel zur Hilfe bei gescheiterten Händler-RMAs intern ausschließlich für Boxed-Prozessoren angewendet wird.

Für mich wirkt es nun so, dass Intel im PR-Statement öffentlich den Begriff "Boxed/Tray" nutzt, um sich als kundenfreundlich zu inszenieren. Intern werden Tray-Kunden, deren Händler nach den gesetzlichen 2 Jahren (völlig legitim) den Support einstellen, aber dann eiskalt abserviert. Die beworbene 5-Jahres-Garantie ist für Tray-Käufer somit faktisch nicht existent.

Ich stehe jetzt mit einer CPU da, die durch einen werkseitigen Serienfehler gestorben ist, habe alle Intel-Richtlinien befolgt (inklusive schriftlicher Ablehnungen von Händler und OEM) und bekomme nun die kalte Schulter.

Ist das die Art und Weise, wie Intel heutzutage mit Kunden umgeht? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit der RMA von Tray-CPUs gemacht? Oder hat irgendwer Tipps, wie ich jetzt weiter vorgehen kann? Vielleicht habe ich auch was falsch verstanden. Kenne mich leider nicht so gut aus.

Ich freue mich über jeden Ratschlag.

Grüße,
Jannis
 

Anhänge

  • IMG_4354.jpeg
    IMG_4354.jpeg
    261,3 KB · Aufrufe: 90
  • IMG_4321.png
    IMG_4321.png
    587,4 KB · Aufrufe: 89
  • IMG_4322.jpeg
    IMG_4322.jpeg
    326,2 KB · Aufrufe: 86
  • IMG_4323.jpeg
    IMG_4323.jpeg
    399 KB · Aufrufe: 99
  • Gefällt mir
Reaktionen: clarkathome, SuperTuesday, KEV24in_Janßen und 2 andere
Naja, laut https://www.intel.com/content/www/us/en/support/articles/000024255/processors.html wäre dein Ansprechpartner Mindfactory.

Warranty Policy for Intel Tray Processors

  • For resellers, integrators, and end users, the warranty is provided at your place of purchase.

Hast du MF mal damit konfrontiert? Also das sie laut Intel auch für die Garantieabwicklung zuständig sind? In dem gleichen Dokument findest du ja auch
Note: Intel is offering a two-year extended limited warranty for the Intel desktop processors listed in the table below.
- i5-13600K
 
@zeaK
Das bezieht sich doch alles auf die reguläre Zeit, nicht die Erweiterung wegen dieses speziellen Fehlers. MF ist da zu gar nichts verpflichtet. Allerspätestens nach Ablauf der Gewährleistungszeit von 24 Monaten machen die absolut nichts. Die Verlängerung geht ganz allein auf Intels Kappe und der Handel hat damit nichts mehr zu tun.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: TheLizardator, DevD2016, AB´solut SiD und 2 andere
@zeaK
Danke für den Link und den Hinweis! Genau das habe ich natürlich versucht.

Das Problem hierbei ist die rechtliche Trennung zwischen Gewährleistung und Garantie: Mindfactory ist als Händler nur für die gesetzliche Gewährleistung von 24 Monaten zuständig. Da mein Kauf aus dem Jahr 2022 stammt, ist diese Frist längst abgelaufen. Mindfactory hat meine Anfrage daher völlig zu Recht schriftlich abgelehnt, da sie als Händler nicht verpflichtet sind, eine freiwillige Herstellergarantie von Intel nach Ablauf der eigenen Gewährleistung abzuwickeln. Das gleiche gilt für den zuständigen Großhändler (Barax).

Exakt für diese bekannte Lücke bei Tray-Käufern hat Intel im August 2024 diesen entscheidenden Satz in das offizielle PR-Statement eingebaut:"If customers [...] were unsuccessful in prior RMAs we ask that they reach out to Intel Customer Support for further assistance and remediation."

Intel schickt mich also laut ihren Standard-Dokumenten (dein Link) zum Händler. Der Händler sagt rechtmäßig: "Frist abgelaufen, wir sind raus." Dann greift eigentlich Intels PR-Zusage für "unsuccessful prior RMAs", bei der sie direkt übernehmen wollen. Und genau hier macht Intel nun den Rückzieher und behauptet plötzlich, diese Rettungsklausel gelte intern nur für Boxed-Kunden.

Man wird als Tray-Kunde nach Ablauf der Händler-Gewährleistung also bewusst im Kreis geschickt, obwohl Intel in der Überschrift groß mit "Boxed/Tray" wirbt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: SuperTuesday, Volvo480 und JumpingCat
@Moep89
Mir gehts nur drum das Intel in seinem offiziellen Dokument schreibt das der jeweilige Händler für die Garantieabwicklung zuständig ist. Kann man so machen aber dann muss seitens Intel auch ein entsprechender Ablauf mit den jeweiligen Händlern kommunziert sein.


@Picknicker0708
Du schreibst ja aber oben das MF sagt deine Gewährleistung ist abgelaufen - was ja auch richtig ist. Meine Frage war ob du MF direkt nach der Garantieabwicklung gefragt hast - welche von Intel ja auch so vorgegeben ist.
Und warum schreibt Barax die Garantie sei abgelaufen wenn du das Ding 2022 gekauft hast und es aber 5 Jahre Garantie hat?

Was sagt denn das Intel Tool über den Garantiestatus? https://supporttickets.intel.com/s/warrantyinfo?language=en_US
Vielleicht kannst darüber was anstoßen?
 
Nicht das ich Intel's gebaren gut finde, aber was mich noch interessieren würde, hast du den Prozessor auch in einem anderen Mainboard getestet?
War dabei immer das neueste BIOS installiert?
 
Dann bleibt dir wohl nur, Mindfactory eine Frist zu setzen und anschließend rechtliche Schritte einzuleiten.
 
Es ist simpel: Intel übernimmt keinerlei Garantie für Boxed CPUs, egal, was da irgendwann mal irgendwo in einem Satz stand. Und Mindfactory übernimmt genau 2 Jahre Garantie, und die sind vorbei.
Ergo: Pech gehabt, neuen Prozessor kaufen. Das Leben ist ungerecht, aber jammern hilft nicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Goltz
Eine weitere Möglichkeit wäre die Verbraucherzentrale einzuschalten und zu argumentieren dass die CPU von Anfang an fehlerhaft war weil ein Produktionsfehler vorliegt der zu vorzeitigem Ausfall führt und das Intel das auch wusste und das fehlerhafte Produkt trotzdem verkauft hat. Das eröffnet dann weitere Möglichkeiten.
Da könnte man dann mit arglistige Täuschung argumentieren was die Kaufverträge nichtig machen würde.

Ich meine es laufen wegen den 13. / 14. Generation CPUs auchschon Sammelklagen gegen Intel, da könntest du dich evtl. anschliessen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: SuperTuesday, Schwobaseggl, AB´solut SiD und 3 andere
JoeDante schrieb:
Intel übernimmt keinerlei Garantie für Boxed CPUs, egal, was da irgendwann mal irgendwo in einem Satz stand. Und Mindfactory übernimmt genau 2 Jahre Garantie, und die sind vorbei.
Ich glaub es ist umgedreht, Intel übernimmt keinerlei Garantie für Tray CPUs und der Händler muss sich an die gesetzlichen 2 Jahre Gewährleistung halten.

mytosh schrieb:
Mindfactory eine Frist zu setzen und anschließend rechtliche Schritte einzuleiten.
Wird auf jeden Fall schiefgehen. Es gibt nach dieser Zeit absolut keine rechtliche Handhabe.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: LiniXXus, JoeDante, Volvo480 und eine weitere Person
@joel
Ich habe leider kein zweites LGA1700-Mainboard hier rumliegen, um gegenzutesten. Der Fehler WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR im Leerlauf ist aber das absolute Bilderbuch-Symptom für den Vmin-Shift bei der 13./14. Gen. Da ich ein B660-Board nutze, ist manuelles Übertakten ohnehin technisch ausgeschlossen. Die CPU lief seit Tag 1 streng nach Spezifikationen. Das allerneueste BIOS mit dem Microcode-Fix habe ich natürlich geflasht, aber wie Intel selbst bestätigt hat: Das Update verhindert nur zukünftige Degradierung. Wenn die CPU bereits physisch durch die zu hohen Spannungen beschädigt wurde, ist der Defekt irreversibel.
 
@D0m1n4t0r
Das klingt nicht schlecht. Intel hat hier ja wissentlich defekte Produkte verkauft und die nachträglichen PR-Garantieversprechen läuft faktisch ins Leere. Arglistige Täuschung ist natürlich ein starker Vorwurf, aber Intels Kommunikationsstrategie "Öffentlich beruhigen, intern ablehnen" liefert da glaube ich sehr viel Angriffsfläche. Ich werde es mal probieren
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: AB´solut SiD
So wie ich das in Erinnerung habe galt die verlängerte Garantie für Boxed und Tray. Boxed wird direkt über Intel abgehandelt und Tray über den Händler, nur Interessiert das einen Händler nach 2 Jahren nicht was sich Intel da wünscht. Er kann es freiwillig machen, muss es aber nicht. Es gibt nichts was den Händler dazu verpflichtet.
 
JoeDante schrieb:
Es ist simpel: Intel übernimmt keinerlei Garantie für Boxed CPUs, egal, was da irgendwann mal irgendwo in einem Satz stand. Und Mindfactory übernimmt genau 2 Jahre Garantie, und die sind vorbei.
Ergo: Pech gehabt, neuen Prozessor kaufen. Das Leben ist ungerecht, aber jammern hilft nicht.
Doch klar, Intel und AMD übernehmen 3 Jahre Garantie bei Boxed CPUs. In den 3 Jahren kann man es direkt über den Hersteller abwickeln.
 
Ich würde auch die Verbraucherzentrale einschalten. Leider ist die intel Gewährleistungsklausel Garantieklausel klar formuliert, weil die defekte Tray CPU vom Endkunden an den OEM oder Reseller weitergeleitet werden soll.

Das Problem wirklich kundenfreundlich in meinem Laien Englisch zu lösen, müsste es so lauten: "In total 5 Years Warranty from the Day of Purchase for degradation symptoms qualified 13/14th Raptor Lake Generation intel Boxed/Tray CPUs! Qualified CPU List, see below. For further Questions and Replacement as an Enduser, please contact the intel Customer Support."

In wenigen Sätzen kann man ganz einfach kundenfreundlich Probleme lösen, wenn man es will.

Das Problem ist, Warranty wird im Englischen auch als Gewährleistung übersetzt, Guarantee aber als Garantie.

Was intel aber selbst anbietet, ist eine freiwillige, erweiterte 2 Jahres Garantieleistung, wenn man es auf Deutsch liest.
https://www.intel.de/content/www/de/de/support/articles/000024255/processors.html

Die Tray CPU könnte dennoch 5 Jahre Garantie haben, nur geht es über den Direktkunden und da muss sich MF drum kümmern. Die könnten es wenigstens mit einer kleinen Versandpauschale erledigen, aber ingesamt hat hier einfach intel Mist gemacht und müsste dafür direkt gerade stehen.

Es ist nämlich nicht marktüblich, das CPUs nach zwei Jahren oder auch nur nach fünf Jahren einfach kaputt gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: AB´solut SiD
@Der Nachbar
Danke für deinen Beitrag, sehe ich tatsächlich genau so.

Genau diese klare, kundenfreundliche Formulierung aus deinem Beispiel hätte Intel wählen müssen – aber echte Transparenz war hier nach dem PR-Desaster offensichtlich gar nicht das Ziel.

Das ist rechtlich bei US-Konzernen oft ein Übersetzungs-Albtraum. In Deutschland trennen wir glasklar zwischen der gesetzlichen Sachmängelhaftung (Gewährleistung durch den Händler, 24 Monate) und der freiwilligen Herstellergarantie. Intel nutzt im Englischen den Begriff "Limited Warranty" für seine freiwilligen Garantieleistungen, verweist für die Abwicklung bei Tray-CPUs dann aber auf den Händler.

Mit MF hast recht, es wäre extrem kulant von MF, das z. B. gegen eine Bearbeitungspauschale abzuwickeln. Aber aus rein kaufmännischer Sicht kann ich Mindfactory sogar verstehen: Warum sollten sie Arbeitszeit und Versandkosten investieren, um Intels massiven Konstruktionsfehler auszubaden? Sie sind nach Ablauf der 24 Monate rechtlich komplett raus. Intel hat dieses RMA-Konzept für Tray-CPUs exakt so entworfen, dass es auf dem guten Willen und der unbezahlten Arbeit der Händler basiert.

Wie du völlig richtig sagst: CPUs gehen normalerweise nicht einfach nach zwei Jahren kaputt. Das ist ein von Intel zu verantwortender, werkseitiger Serienfehler. Öffentlich spielen sie den großzügigen Retter mit „5 Jahren Garantie für Boxed und Tray“, aber im Hintergrund wissen sie ganz genau, dass die Abwicklungskette beim Händler nach 2 Jahren abreißt. Und genau dann lassen sie den Endkunden fallen.

Das Anschreiben an die Verbraucherzentrale ist auf jeden Fall raus. Mal sehen, ob die sich für diese Art der "Garantieversprechen" interessieren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: SuperTuesday und AB´solut SiD
Es handelt sich aber nicht um einen Garantiefall, die CPUs wurden defekt verkauft.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Nachbar
Sapphire Forum
Zurück
Oben