Ist etwas rechts wirklich so verkehrt?

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So ist es. Ich sehe immer nur die Leistungen von Menschen, nicht aber einer Nation. Ich könnte mich als Amerikaner nicht darüber freuen, in Zeiten der Besiedlung die Indianer (bzw. die Ureinwohner) vernichtet und vertrieben zu haben.
Ich könnte mich als Deutscher nicht darüber freuen, in einem Weltkrieg Menschen nach ihrer Rasse getrennt und vernichtet zu haben.
Ich könnte mich als Russe nicht über Stalin und Putin freuen.
Als Franzose nicht über Napoleon freuen.
Als Brite nicht daran erfreuen mit Schiffen eine Armada aufgebaut zu haben um die Welt für sich in Anspruch zu nehmen.
Als Minenbesitzer nicht, Menschen zu versklaven und auszubeuten.

Ich kann mich als Deutscher über unsere deutsche Sozialversicherung freuen (wenn auch nicht in allen Punkten). Ich kann mich als Deutscher über unsere Religionsfreiheit freuen (nicht in allen Belangen). Ich freue mich, aber ich bin nicht stolz darauf. Ich schäme mich aber auch nicht für Andere. "Fremdschämen", das Gegenteil eines "stolz sein auf". Ich schäme mich nicht dafür, dass man hier mal einen Krieg geführt hat. Ich schäme mich nicht dafür, dass Deutschland auch wieder in einen Krieg ziehen will/wird/könnte. Mich erfreut es nicht. Aber ich schäme mich nicht dafür.

Ja, für mich ist eine Nation völlig unbedeutend wenn ich mir die Welt so ansehe. Nur verteufel ich meine persönliche Einstellung nicht, indem ich sage: Die andern machens doch auch!

Nur weil es die anderen schlechter mache, ist das doch kein Argument es EBENFALLS schlechter zu machen. Nein es ist ein Argument dafür, raus zu gehen und zu rufen: Macht es doch auch besser!

@DerBaya
Für mich gehört auf Bayern z.B. eine Tracht, eine Maß Bier, ein Hax'n, ein Oktoberfest und a Christkindlesmarkt.
Eine Muschee oder irgendsowas hat doch hier nichts verloren?!
Zwingt dich denn jemand dazu, Bier zu trinken, eine Tracht zu tragen, ein Maß Bier zu trinken oder in die Moschee zu gehen? Ist es für dich schon anmaßend, wenn dort nur eine Moschee steht? Selbst wenn es in irgend einem Land eine Kirche gäbe, würde dich das da stören? Du wirst doch auch da nicht GEZWUNGEN in ebendiese zu gehen. Nur weil es dir misfällt, weil du es als "Kulturgut" empfindest, muss es doch nicht gleich verboten werden oder?
 
Herdware schrieb:
Wie viele Leute wurden in sinnlose Kriege geschickt, indem an ihren Patriotismus oder ihren Glauben appeliert wurde, aber letztlich ging es dabei doch nur um schnöde Macht oder wirtschaftliche Interessen Einzelner?
Oder wenn man sieht, wie z.B. in den USA sachliche Kritik am Vorgehen der eigenen Regierung als "unpatriotisch" abgekanzelt wird. Da wird mir ganz übel.

Das war nach dem 11. September eine Zeit lang so, was für die USA extrem untypisch war und heute auch wieder ist.

Da konnte aber auch der Patriotismus nichts dafür. Es ist ja auch nicht das Klima schuld, wenn man es missbraucht um seine wirtschaftlichen Interessen voran zu treiben.


@ Baya

Auweia...


@ Onkelhitman

Also ich finde alle diese Länder können sich freuen und stolz auf ihre Entwicklung sein. Wir haben in Europa sehr viel erreicht in sehr kurzer Zeit, und daran haben diverse Länder mit gewirkt.

Und die USA sind nicht nur nach über 200 Jahren noch da, sondern haben es von Sklaverei zu einem (halb) schwarzen Präsidenten gebracht. (Das Argument mit den "Indianern" halte ich für zu weit her geholt, wenn man dem amerikanischen Staat etwas vorwerfen will. Da könnte ich jetzt von den 500 Spaniern erzählen, die 25 Millionen Azteken ausgelöscht haben und so... im Auftrag ihrer Krone, nicht im Auftrag von Washington.
 
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Für mich gehört auf Bayern z.B. eine Tracht, eine Maß Bier, ein Hax'n, ein Oktoberfest und a Christkindlesmarkt.
Eine Muschee oder irgendsowas hat doch hier nichts verloren?!

Ich bin zwar nicht der Anwalt von DerBaya ;) ,aber ich denke ihm geht es mehr ums "Heimatbild" mit dem er sich identifiziert.
Eine gewohnte Umgebung,eine Heimat in der er sich zu Hause fühlt.Die nicht fremd wirkt.
Die Band Rammstein passt auch nicht ins Musikantenstadl,auch wenn ich Rammstein mag und tolerant bin.
 
Korrekt :) Danke.
Ich glaub ich kann meine Gedanken immer nicht so ganz in Text umsetzen ;)
 
Manchmal frage ich mich echt wovor einige Deutschen angst haben?
Vor 2-3 % Muslime? Als hätten wir in Deutschland keine größere Probleme und uns jetzt auf die Moscheen, Kopftücher und Scharia stürtzen.
 
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Du wolltest also eigentlich die Frage stellen:

"Stirbt der Bayer und dessen Kultur in Deutschland aus?"

und tust das mit den Mitteln wie in Post 1 und 18, indem du andere Kulturen/Religionen/Menschen ablehnst?
 
Herr Seehofer und der FcB werden sich schon um Eure bajuwarische Identität kümmern. Ich weiß nicht, was wirklich unangenehmer ist. Seine vielleicht weit rechts stehende politische Meinung offen zu kommunizieren, oder diese halb versteckte, verpackt in Traditionen und alten Errungenschaften.
 
Colonel Decker schrieb:
Grundsätzlich stimme ich dem Themen-Ersteller zu. Ich ärgere mich auch immer, wenn ich mal wieder von einer Aktion oder Demo "gegen Rechts" höre. (Statt z.B. "gegen Extremismus" oder "gegen Gewalt" o.ä.)

Colonel Decker schrieb:
Ich sehe das Hauptproblem bei uns darin, dass wir uns nicht über irgenwelche Grundwerte definieren, sondern höchstens über unsere (wirtschaftliche) Leistung, und eventuell noch Tugenden wie Pünktlichkeit.

In Amerika ist es einfach, da das Land auf Basis von Werten bzw. "einer Idee" gegründet wurde. Da geht es um mehr als eine "Nation" im Sinne einer politischen Einheit, sondern eigentlich um einen "Way of Life".

Diese Beispiele sollen pars pro toto für die Widersprüchlichkeit einer Argumentation stehen, die so jedem Völkchen seinen Patriotismus gönnen möchte. Das ist ein leerer Formalismus, weil es darauf ankäme, woraus sich eben dieser Patriotismus beruft. Ebenso wie die Forderung 'gegen Extremismus' oder 'gegen Gewalt' leere sind, weil es darauf ankäme, welche Art von 'Extermismus' oder 'Gewalt' gegen was. Gewalt ist ja auch nicht 'verboten' in Deutschland, sondern monopolisiert. Wer also gegen Gewalt ist, müßte konsequenterweise auch gegen den Staat sein, denn dieser hält das Monopol darauf.

Der Autor hat ja auch eine "Liebeserklärung an Amerika" in seiner Signatur verlinkt und er äußert auch ganz richtig, daß der amerikanische Patriotismus einer der Verfassung ist und nicht der eines 'Blut & Bodens' wie z.B. in Deutschland. Der amerikanische Patriotimsus bezieht sich auf das "e pluribus unum". Das ist eine widersprüchliche Formulierung, die eben jene gesellschaftlichen Widersprüche toleriert.
In Deutschland kommen diese Widersprüche gar nicht zur Geltung, sondern werden 'externalisiert', d.h. wahlweise sind ominöse 'Ausländer' daran schuld oder eben ganz klassisch Juden: "... sind in einem Land, dessen Geschichte auf dem Kreuz basiert, nicht auf dem Halbmond oder Davidstern."

Der oben skizzierte Unterschied artikuliert sich dann z.B. auch in der Kritik am Islam. Große Teile deutscher Islamkritik beruft sich auf ein "Daham statt Islam", will also nur seine Scholle gegen 'Asylanten', 'Ausländer' und andere Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt verteidigen. Große Teile amerikanischer Islamkritik beruft eben darauf, daß mit dem Sieg des politischen Islam diese gesellschaftlichen Widersprüche, die sich im "e pluribus unum" ausdrücken, grausam stillgestellt werden, mit dem Motto "Ein Gott ein Wille".

Ich verstehe also schlechterdings nicht, wie man mit einer "Liebeserklärung an Amerika" hausieren gehen kann, aber dennoch dem Autor des Threads grundsätzlich zustimmen kann.
 
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