Einleitung
PC-Spiele spielen auf einem PC, der sich aber bequem wie eine Konsole anfühlt und nicht wie ein PC? Noch nie war die Zeit für Konsolen-PCs so reif wie jetzt. Dank Valves hervorragender Arbeit mit dem Steam Deck und SteamOS ist es heutzutage überhaupt kein Problem mehr, einen Großteil des Spielekatalogs in einem schlanken Linuxsystem zu spielen, mit einer TV-freundlichen, komplett per Controller bedienbaren Oberfläche. Ich besitze bereits seit Release ein Steam Deck OLED und bin immer wieder begeistert von der einfachen Bedienung. Einschalten, Spiel auswählen, zocken. Und wenn man doch mal mit den Grafikeinstellungen experimentieren möchte, kann man es trotzdem, ist ja schließlich immer noch ein PC.
Der Wunsch nach einem Konsolen-PC
Immer, wenn ich in den letzten Jahren bei meinem Vater, der etwas weiter entfernt von mir wohnt, zu Besuch war, hatte ich das Steam Deck dabei. Das könnte ich mit dem Dock zwar auch an unseren Wohnzimmer-TV anschließen, aber der schwachen APU geht in dem Fall doch sehr schnell die Puste aus. Es war aber schon immer der Wunsch da, auch mal auf dem großen Fernseher zu zocken. Daher habe ich mir auf Basis des Fractal Design Node 202 einen kleinen Mini-ITX-PC zusammengebaut, der klein genug ist, um in das vorhandene Hifi-Rack im Wohnzimmer integriert zu werden.
Die Wahl der Hardware
Nach längerer Überlegung hatte ich mich hier für ein Intel-Arrow-Lake-System entschieden, hauptsächlich wegen des niedrigeren Idle-Verbrauchs, aber ich hatte auch kein Mini-ITX-Board auf AM5-Basis gefunden, welches USB4 hat. Bei Bedarf meine externe USB4-SSD mit voller Geschwindigkeit anschließen zu können, ist aber schon nett. Im Computerbase-Leistungsrating ist ein Intel Core Ultra 7 265K zudem auf gleichem Performance-Niveau wie ein 9700X, mehr Geld hatte ich für die CPU nicht vor, auszugeben. Schlussendlich habe ich mir dann die non-K-Variante gekauft, weil ich neugierig war, ob der aktuelle Intel-Boxed-Kühler was taugt. Als Grafikkarte kommt eine PowerColor RX 9060 XT Reaper 16 GB zum Einsatz. Bei der Wahl der Linux-Distribution habe ich mich für Bazzite entschieden.
Die ersten Auffälligkeiten
Beim Antesten der einzelnen Spiele kamen mir dann aber relativ schnell Zweifel auf, ob die Arrow-Lake-CPU wirklich die richtige Wahl war. Sowohl mein TV als auf der TV von meinem Vater können 4K mit 120 Hz und VRR, gerade durch VRR merkt man ein CPU-Limit in der Regel sofort, weil man die schlechteren Frametimes einfach fühlt. Mir ist einfach beim normalen Zocken in WQHD-Auflösung durchaus ein CPU-Limit aufgefallen, was ich so nicht erwartet hätte.
Um das Thema für mich zu klären, habe ich angefangen, mal zum Vergleich meine anderen CPUs, die ich noch zur Verfügung hatte, zu benchen. Das habe ich auch gleich als Gelegenheit genutzt, mich ins Benchmarken unter Linux mit MangoHud einzuarbeiten, bisher hatte ich immer nur unter Windows mit CapFrameX gearbeitet, welches schon ein sehr praktisches Tool ist, und einem viel Arbeit abnimmt. Das habe ich zwar zunächst nur für mich selber gemacht, irgendwann hat die Datenlage dann aber doch ein Ausmaß angenommen, dass es sich gelohnt hat, das in einen Leserartikel zu verpacken.
Gebencht habe ich den Ryzen 7 1700, Ryzen 7 5700X, Ryzen 7 5700X3D, Ryzen 7 9800X3D und den Intel Core Ultra 7 265. Es kamen insgesamt 3 Testsysteme zum Einsatz. Auf allen war Bazzite in der Version F42.20250720 aus dem Stable-Branch mit Kernel 6.15.6-105 und Mesa 25.1.6 installiert. Es kam durchgehend der RADV-Treiber zum Einsatz.
Die Wahl des RAMs
Ich verwende bei all meinen Systemen nur JEDEC-konformen Standard-RAM gem. CPU-Spezifikation ohne XMP- oder EXPO-Profil, weil ich in der Vergangenheit immer Probleme mit der Stabilität bei XMP hatte, auch wenn es konservative Profile waren. Ich habe für mich selbst entschieden, dass ich mir diesen Stress nicht mehr gebe und verzichte daher vollkommen freiwillig auf etwas Performance. Ihr könnt gern pauschal 20 % auf alle Ergebnisse aufschlagen, die Abstände sollten ja gleich sein, weil ich alle CPUs durch JEDEC-RAM benachteilige.
Auch wenn mir die CPU-Limitierung ursprünglich beim normalen Zocken in 1440p aufgefallen ist, habe ich natürlich alle Benchmarks in 720p gemacht, um die Grafikkarte komplett aus der Gleichung zu nehmen. In Spielen, die Upsampling unterstützen, habe ich zusätzlich auch noch FSR2 oder FSR3 benutzt, um die Renderauflösung weiter zu reduzieren.
Folgende Spiele kamen zum Einsatz:
Outcast 1.1 habe ich als Sonderfall dazugenommen, da dieses Spiel wegen der Voxel-Engine komplett auf der CPU ohne Grafikkarte gerendert wird, dabei aber 8 Kerne nutzen kann.
Bei keinem der Spiele habe ich Ingame-Benchmarks benutzt.
Bei Rise of the Tomb Raider habe ich im Geothermalen Tal gebencht, bei Shadow of the Tomb Raider habe ich die PCGH-Testszene benutzt.
In Witcher 1 habe ich mir eine Szene im Händlerviertel in Kapitel 3 ausgewählt, in Witcher 2 habe ich diese Szene von @Baal Netbeck geklaut. 😆 In Witcher 3 bin ich in Novigrad rumgelaufen, von Ferneck über den Fischmarkt bis zum Platz des Hierarchen.
In Yooka-Laylee habe ich im ersten Level (Stammblock-Tropen) mir eine Stelle ausgesucht, die besonders schlecht lief. Genauso in A Hat in Time, Worst-Case-Szenario im Mafia-Town-Level. Bei Outcast bin ich direkt im ersten Gebiet nach dem Intro etwas rumgerannt.
Da die Ergebnisse deutlich von den üblichen Performance-Ratings abweichen werden, ein kleiner Disclamer vorab: Keines dieser Spiele habe ich mir ausgesucht, um irgendeine CPU schlecht dastehen zu lassen. Die 3 Witcher-Spiele und A Hat in Time zählen zu meinen absoluten Lieblingsspielen, in Yooka-Laylee sind mir initial die ersten Probleme aufgefallen und Outcast ist aus technischer Sicht interessant.
Benchmarks
Genug der Vorrede, hier nun die ersten Ergebnisse. Ich denke, das geometrische Mittel aller Spiele wird die meisten interessieren, daher packe ich das mal an den Anfang:
Da Yooka-Laylee als extremer Ausreißer das Bild stark verzerrt, hier nochmal der Index ohne Yooka-Laylee:
Im Computerbase-Leistungsindex ist der 9800X3D bei den Durchschnitts-FPS 21% vor dem 265K, bei mir sind es 56%. (Es ist zwar der non-K, aber das bisschen Taktunterschied wird nicht viel ausmachen). Das mag natürlich der anderen Spieleauswahl geschuldet sein, aber die AMD-Grafikkarten, die sich im CPU-Limit ja immer etwas anders verhalten als nVidia, und das Linux-System mit dem Mesa-Grafikstack spielen hier bestimmt auch mit rein. Aber der 265 ist bei mir 9% vor dem 5700X3D, das ist ja auch nicht schlecht.
Aber der alte Ryzen 7 1700 ist ja wirklich schlecht gealtert, ich habe damals 2017 unserem Azubi dieses Teil empfohlen, eine Entscheidung, die ich rückblickend zutiefst bereue.
Und hier nun die einzelnen Spiele:
Yooka-Laylee ist das erste Spiel gewesen, bei dem mir aufgefallen ist, dass irgendetwas nicht stimmt. Performt auf dem 265 mit eingeschalteten E-Cores sehr schlecht, explodiert aber förmlich mit abgeschalteten E-Cores und ist dann 88% schneller als der 9800X3D. Dieses Spiel war der einzige Grund, warum ich den 265 einmal mit und einmal ohne E-Cores gebencht habe. Alle anderen Spiele reagieren auf die E-Cores entweder gar nicht, oder profitieren sogar, sodass ich davon ausgehe, dass es unter Linux keine Probleme mit der P-/E-Core-Zuweisung gibt.
Outcast in 1440p performt auf dem 5700X schlechter als erwartet, die CPU hat nur in dieser Auflösung Probleme, richtig hochzutakten und läuft weitestgehend unter 3 GHz. In den anderen beiden Auflösungen merkwürdigerweise durchgehend mit knapp über 4 GHz.
Die Tomb Raider-Spiele, Witcher 2 und Yooka-Laylee haben auch native Linux-Versionen. Im Falle der beiden Tomb Raiders sind diese Linux-Ports auch gut und performen besser als die DX12-Version über Proton, aber nur die DX12-Version hat Upsampling. Da ich die Kantenglättungen in beiden Tomb Raider-Spielen sehr hässlich finde, spiele ich daher die DX12-Version mit FSR3.1 und erwarte mit Vorfreude Mesa 25.2 im August mit offiziellem FSR4-Support. Bei Witcher 2 ist die native Linux-Version richtig schlecht, performt mies. Yooka-Laylee habe ich nicht ausprobiert, hier stellt schon das Steam Deck in der Standard-Einstellung auf Proton, bestimmt nicht ohne Grund.
Folgende Spiele habe ich mit abweichenden Proton-Versionen gebencht:
GE-Proton10-9: Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider, The Witcher 2, The Witcher 3
Proton 10.0-1 (beta): Yooka-Laylee
Der Rest lief mit der automatisch von Steam ausgewählten Version (irgendeine Proton 9-Version).
In diesem OneDrive-Ordner findet ihr alle Log-Dateien, Save Games, Grafikeinstellungen und die genauen Benchmark-Szenen, damit man alles, was ich gemacht habe, nachvollziehen kann. Da ich sowas in diesem Stil das erste Mal gemacht habe, habe ich bestimmt Fehler gemacht.😆
Fazit
Um abschließend auf die Frage aus der Überschrift zurückzukommen: Ist Arrow Lake denn eine gute Wahl für eine Steam Machine? Nachdem ich zwischenzeitlich anderer Meinung war, sage ich abschließend für mich: Ja, es spricht nichts dagegen. Fast durchgehend schneller als ein 5700X3D, der gewiss nicht schlecht ist, nur der 9800X3D rennt ihm davon. Im Notfall kann man im Steam Deck Gaming Mode ja auch ein FPS-Limit setzen, Rise of the Tomb Raider ruckelt im geothermalen Tal unlimitiert schon ein bisschen, mit 60-FPS-Limit hingegen läufts butterweich. Da kann man dann auch die Auflösung ruhig mal auf 2160p hochstellen und (bald) mit FSR4 arbeiten.
Dies war mein erster Leserartikel, ich hoffe, es war alles gut strukturiert und ich habe mich verständlich ausgedrückt. Ich habe das komplett selbst geschrieben ohne die Hilfe von ChatGPT, das habe ich nur als Unterstützung für die Verformelung in Excel benutzt.
Update:
Nach Hinweisen aus diesem Diskussionsthread, dass die Ergebnisse des 9800X3D durch die andere Grafikkarte nicht wirklich vergleichbar sind, habe ich jetzt alle Benchmarks des 9800X3D noch einmal mit der 9060 XT (eingebremst auf PCIe 3.0) durchgeführt. Die RX 9070 hat den 9800X3D in 3 Spielen zu gut dastehen lassen (Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider und Witcher 3). Bei der Gelegenheit bin ich auch noch den Wünschen der Community nachgegangen und habe den Intel Core Ultra 5 265 mit höherem TDP-Limit und den 9800X3D mit 65-W-Limit getestet. Die Einzelgrafiken und die beiden Index-Grafiken wurden entsprechend aktualisiert. Vielen an alle Community-Mitglieder für die Verbesserungsvorschläge und Anregungen.
PC-Spiele spielen auf einem PC, der sich aber bequem wie eine Konsole anfühlt und nicht wie ein PC? Noch nie war die Zeit für Konsolen-PCs so reif wie jetzt. Dank Valves hervorragender Arbeit mit dem Steam Deck und SteamOS ist es heutzutage überhaupt kein Problem mehr, einen Großteil des Spielekatalogs in einem schlanken Linuxsystem zu spielen, mit einer TV-freundlichen, komplett per Controller bedienbaren Oberfläche. Ich besitze bereits seit Release ein Steam Deck OLED und bin immer wieder begeistert von der einfachen Bedienung. Einschalten, Spiel auswählen, zocken. Und wenn man doch mal mit den Grafikeinstellungen experimentieren möchte, kann man es trotzdem, ist ja schließlich immer noch ein PC.
Der Wunsch nach einem Konsolen-PC
Immer, wenn ich in den letzten Jahren bei meinem Vater, der etwas weiter entfernt von mir wohnt, zu Besuch war, hatte ich das Steam Deck dabei. Das könnte ich mit dem Dock zwar auch an unseren Wohnzimmer-TV anschließen, aber der schwachen APU geht in dem Fall doch sehr schnell die Puste aus. Es war aber schon immer der Wunsch da, auch mal auf dem großen Fernseher zu zocken. Daher habe ich mir auf Basis des Fractal Design Node 202 einen kleinen Mini-ITX-PC zusammengebaut, der klein genug ist, um in das vorhandene Hifi-Rack im Wohnzimmer integriert zu werden.
Die Wahl der Hardware
Nach längerer Überlegung hatte ich mich hier für ein Intel-Arrow-Lake-System entschieden, hauptsächlich wegen des niedrigeren Idle-Verbrauchs, aber ich hatte auch kein Mini-ITX-Board auf AM5-Basis gefunden, welches USB4 hat. Bei Bedarf meine externe USB4-SSD mit voller Geschwindigkeit anschließen zu können, ist aber schon nett. Im Computerbase-Leistungsrating ist ein Intel Core Ultra 7 265K zudem auf gleichem Performance-Niveau wie ein 9700X, mehr Geld hatte ich für die CPU nicht vor, auszugeben. Schlussendlich habe ich mir dann die non-K-Variante gekauft, weil ich neugierig war, ob der aktuelle Intel-Boxed-Kühler was taugt. Als Grafikkarte kommt eine PowerColor RX 9060 XT Reaper 16 GB zum Einsatz. Bei der Wahl der Linux-Distribution habe ich mich für Bazzite entschieden.
Die ersten Auffälligkeiten
Beim Antesten der einzelnen Spiele kamen mir dann aber relativ schnell Zweifel auf, ob die Arrow-Lake-CPU wirklich die richtige Wahl war. Sowohl mein TV als auf der TV von meinem Vater können 4K mit 120 Hz und VRR, gerade durch VRR merkt man ein CPU-Limit in der Regel sofort, weil man die schlechteren Frametimes einfach fühlt. Mir ist einfach beim normalen Zocken in WQHD-Auflösung durchaus ein CPU-Limit aufgefallen, was ich so nicht erwartet hätte.
Um das Thema für mich zu klären, habe ich angefangen, mal zum Vergleich meine anderen CPUs, die ich noch zur Verfügung hatte, zu benchen. Das habe ich auch gleich als Gelegenheit genutzt, mich ins Benchmarken unter Linux mit MangoHud einzuarbeiten, bisher hatte ich immer nur unter Windows mit CapFrameX gearbeitet, welches schon ein sehr praktisches Tool ist, und einem viel Arbeit abnimmt. Das habe ich zwar zunächst nur für mich selber gemacht, irgendwann hat die Datenlage dann aber doch ein Ausmaß angenommen, dass es sich gelohnt hat, das in einen Leserartikel zu verpacken.
Gebencht habe ich den Ryzen 7 1700, Ryzen 7 5700X, Ryzen 7 5700X3D, Ryzen 7 9800X3D und den Intel Core Ultra 7 265. Es kamen insgesamt 3 Testsysteme zum Einsatz. Auf allen war Bazzite in der Version F42.20250720 aus dem Stable-Branch mit Kernel 6.15.6-105 und Mesa 25.1.6 installiert. Es kam durchgehend der RADV-Treiber zum Einsatz.
| Mainboard | ASRock B860I Lightning WiFi |
| RAM | 2x16 GB Kingston ValueRAM DDR5-6400CL52 CUDIMM |
| Grafikkarte | PowerColor RX 9060 XT Reaper 16 GB, händisch auf PCIe 3.0 gestellt (mehr unterstützt die Riserkarte vom Node 202 nicht) |
| Bemerkungen | Grafikkarte wurde auf ein Powerlimit von 100 W eingebremst, da das Node 202 mit mehr Abwärme überfordert war. Dem Intel Core Ultra 5 265 habe ich ein fixes Powerlimit (PL1=PL2) von 65 W eingestellt, sonst wurde der kleine Kühler zu laut. |
| Mainboard | MSI X570 Tomahawk WiFi |
| RAM | 2x32 GB Crucial DDR4-3200CL22 (beim Ryzen 7 1700 nur DDR4-2667CL19 gem. AMD-Spezifikation) |
| Grafikkarte | PowerColor RX 9060 XT Reaper 16 GB (PCIe 4.0) |
| Bemerkungen | Grafikkarte wurde auf ein Powerlimit von 100 W eingebremst, um die Vergleichbarkeit beizubehalten. |
| Mainboard | Asus Prime B650-Plus |
| RAM | 2x16 GB Crucial DDR5-5200CL42 |
| Grafikkarte | PowerColor RX 9060 XT Reaper 16 GB, händisch auf PCIe 3.0 gestellt |
| Bemerkungen | Grafikkarte wurde auf ein Powerlimit von 100 W eingebremst, um die Vergleichbarkeit beizubehalten. Die offiziellen RAM-Spezifikationen von Zen 5 sind eigentlich DDR5-5600, aber hierbei wird der UCLK im Takt halbiert. Das ist ein paar Prozent langsamer als DDR5-5200 im 1:1-Betrieb. |
Die Wahl des RAMs
Ich verwende bei all meinen Systemen nur JEDEC-konformen Standard-RAM gem. CPU-Spezifikation ohne XMP- oder EXPO-Profil, weil ich in der Vergangenheit immer Probleme mit der Stabilität bei XMP hatte, auch wenn es konservative Profile waren. Ich habe für mich selbst entschieden, dass ich mir diesen Stress nicht mehr gebe und verzichte daher vollkommen freiwillig auf etwas Performance. Ihr könnt gern pauschal 20 % auf alle Ergebnisse aufschlagen, die Abstände sollten ja gleich sein, weil ich alle CPUs durch JEDEC-RAM benachteilige.
Auch wenn mir die CPU-Limitierung ursprünglich beim normalen Zocken in 1440p aufgefallen ist, habe ich natürlich alle Benchmarks in 720p gemacht, um die Grafikkarte komplett aus der Gleichung zu nehmen. In Spielen, die Upsampling unterstützen, habe ich zusätzlich auch noch FSR2 oder FSR3 benutzt, um die Renderauflösung weiter zu reduzieren.
Folgende Spiele kamen zum Einsatz:
- Rise of the Tomb Raider (DX12-Version mit FSR3 Ultra-Performance via OptiScaler)
- Shadow of the Tomb Raider (DX12-Version mit FSR3 Performance via OptiScaler)
- The Witcher: Enhanced Edition
- The Witcher 2: Enhanced Edition
- The Witcher 3: Next-Gen 4.04 (DX12-Version mit FSR2 Ultra-Performance)
- Yooka-Laylee
- A Hat in Time
- Outcast 1.1
Outcast 1.1 habe ich als Sonderfall dazugenommen, da dieses Spiel wegen der Voxel-Engine komplett auf der CPU ohne Grafikkarte gerendert wird, dabei aber 8 Kerne nutzen kann.
Bei keinem der Spiele habe ich Ingame-Benchmarks benutzt.
Bei Rise of the Tomb Raider habe ich im Geothermalen Tal gebencht, bei Shadow of the Tomb Raider habe ich die PCGH-Testszene benutzt.
In Witcher 1 habe ich mir eine Szene im Händlerviertel in Kapitel 3 ausgewählt, in Witcher 2 habe ich diese Szene von @Baal Netbeck geklaut. 😆 In Witcher 3 bin ich in Novigrad rumgelaufen, von Ferneck über den Fischmarkt bis zum Platz des Hierarchen.
In Yooka-Laylee habe ich im ersten Level (Stammblock-Tropen) mir eine Stelle ausgesucht, die besonders schlecht lief. Genauso in A Hat in Time, Worst-Case-Szenario im Mafia-Town-Level. Bei Outcast bin ich direkt im ersten Gebiet nach dem Intro etwas rumgerannt.
Da die Ergebnisse deutlich von den üblichen Performance-Ratings abweichen werden, ein kleiner Disclamer vorab: Keines dieser Spiele habe ich mir ausgesucht, um irgendeine CPU schlecht dastehen zu lassen. Die 3 Witcher-Spiele und A Hat in Time zählen zu meinen absoluten Lieblingsspielen, in Yooka-Laylee sind mir initial die ersten Probleme aufgefallen und Outcast ist aus technischer Sicht interessant.
Benchmarks
Genug der Vorrede, hier nun die ersten Ergebnisse. Ich denke, das geometrische Mittel aller Spiele wird die meisten interessieren, daher packe ich das mal an den Anfang:
Da Yooka-Laylee als extremer Ausreißer das Bild stark verzerrt, hier nochmal der Index ohne Yooka-Laylee:
Im Computerbase-Leistungsindex ist der 9800X3D bei den Durchschnitts-FPS 21% vor dem 265K, bei mir sind es 56%. (Es ist zwar der non-K, aber das bisschen Taktunterschied wird nicht viel ausmachen). Das mag natürlich der anderen Spieleauswahl geschuldet sein, aber die AMD-Grafikkarten, die sich im CPU-Limit ja immer etwas anders verhalten als nVidia, und das Linux-System mit dem Mesa-Grafikstack spielen hier bestimmt auch mit rein. Aber der 265 ist bei mir 9% vor dem 5700X3D, das ist ja auch nicht schlecht.
Aber der alte Ryzen 7 1700 ist ja wirklich schlecht gealtert, ich habe damals 2017 unserem Azubi dieses Teil empfohlen, eine Entscheidung, die ich rückblickend zutiefst bereue.
Und hier nun die einzelnen Spiele:
Yooka-Laylee ist das erste Spiel gewesen, bei dem mir aufgefallen ist, dass irgendetwas nicht stimmt. Performt auf dem 265 mit eingeschalteten E-Cores sehr schlecht, explodiert aber förmlich mit abgeschalteten E-Cores und ist dann 88% schneller als der 9800X3D. Dieses Spiel war der einzige Grund, warum ich den 265 einmal mit und einmal ohne E-Cores gebencht habe. Alle anderen Spiele reagieren auf die E-Cores entweder gar nicht, oder profitieren sogar, sodass ich davon ausgehe, dass es unter Linux keine Probleme mit der P-/E-Core-Zuweisung gibt.
Outcast in 1440p performt auf dem 5700X schlechter als erwartet, die CPU hat nur in dieser Auflösung Probleme, richtig hochzutakten und läuft weitestgehend unter 3 GHz. In den anderen beiden Auflösungen merkwürdigerweise durchgehend mit knapp über 4 GHz.
Die Tomb Raider-Spiele, Witcher 2 und Yooka-Laylee haben auch native Linux-Versionen. Im Falle der beiden Tomb Raiders sind diese Linux-Ports auch gut und performen besser als die DX12-Version über Proton, aber nur die DX12-Version hat Upsampling. Da ich die Kantenglättungen in beiden Tomb Raider-Spielen sehr hässlich finde, spiele ich daher die DX12-Version mit FSR3.1 und erwarte mit Vorfreude Mesa 25.2 im August mit offiziellem FSR4-Support. Bei Witcher 2 ist die native Linux-Version richtig schlecht, performt mies. Yooka-Laylee habe ich nicht ausprobiert, hier stellt schon das Steam Deck in der Standard-Einstellung auf Proton, bestimmt nicht ohne Grund.
Folgende Spiele habe ich mit abweichenden Proton-Versionen gebencht:
GE-Proton10-9: Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider, The Witcher 2, The Witcher 3
Proton 10.0-1 (beta): Yooka-Laylee
Der Rest lief mit der automatisch von Steam ausgewählten Version (irgendeine Proton 9-Version).
In diesem OneDrive-Ordner findet ihr alle Log-Dateien, Save Games, Grafikeinstellungen und die genauen Benchmark-Szenen, damit man alles, was ich gemacht habe, nachvollziehen kann. Da ich sowas in diesem Stil das erste Mal gemacht habe, habe ich bestimmt Fehler gemacht.😆
Fazit
Um abschließend auf die Frage aus der Überschrift zurückzukommen: Ist Arrow Lake denn eine gute Wahl für eine Steam Machine? Nachdem ich zwischenzeitlich anderer Meinung war, sage ich abschließend für mich: Ja, es spricht nichts dagegen. Fast durchgehend schneller als ein 5700X3D, der gewiss nicht schlecht ist, nur der 9800X3D rennt ihm davon. Im Notfall kann man im Steam Deck Gaming Mode ja auch ein FPS-Limit setzen, Rise of the Tomb Raider ruckelt im geothermalen Tal unlimitiert schon ein bisschen, mit 60-FPS-Limit hingegen läufts butterweich. Da kann man dann auch die Auflösung ruhig mal auf 2160p hochstellen und (bald) mit FSR4 arbeiten.
Dies war mein erster Leserartikel, ich hoffe, es war alles gut strukturiert und ich habe mich verständlich ausgedrückt. Ich habe das komplett selbst geschrieben ohne die Hilfe von ChatGPT, das habe ich nur als Unterstützung für die Verformelung in Excel benutzt.
Update:
Nach Hinweisen aus diesem Diskussionsthread, dass die Ergebnisse des 9800X3D durch die andere Grafikkarte nicht wirklich vergleichbar sind, habe ich jetzt alle Benchmarks des 9800X3D noch einmal mit der 9060 XT (eingebremst auf PCIe 3.0) durchgeführt. Die RX 9070 hat den 9800X3D in 3 Spielen zu gut dastehen lassen (Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider und Witcher 3). Bei der Gelegenheit bin ich auch noch den Wünschen der Community nachgegangen und habe den Intel Core Ultra 5 265 mit höherem TDP-Limit und den 9800X3D mit 65-W-Limit getestet. Die Einzelgrafiken und die beiden Index-Grafiken wurden entsprechend aktualisiert. Vielen an alle Community-Mitglieder für die Verbesserungsvorschläge und Anregungen.
Zuletzt bearbeitet:
(Siehe Update-Notiz)