IT-Werksstudent aktuell angemessener Lohn?

Lockedoor

Lieutenant
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Sep. 2008
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Hallo Zusammen,

ich studiere momentan im zweiten Semester Wirtschaftsinformatik. Um mir etwas dazu zu verdienen und um mein theoretisches Wissen anzuwenden suche ich momentan nach einer Stelle als Werksstudent. Meine Frage ist nun was ihr in meiner Situation für eine angemessene Bezahlung haltet. Momentan geht es mir um einen konkreten Fall: Ich soll den SAP-Administrator unterstützen (aktuell geht es dabei wohl um das Anlegen und Verwalten von Rollen im System), später werden noch Hardwareaufgaben u.ä. hinzukommen. Man bietet mir hierfür 10€/Stunde. Nach dem was ich bisher recherchiert habe, halte ich das (grade für mein frühes Studienstadium) eigentlich für relativ fair. Allerdings finde ich hierzu leider keine aktuellen Quellen (alle 2009 oder älter). Wie seht ihr das? Vielleicht gibt es ja einige Werksstudenten hier, die etwas aus ihrer Erfahrung berichten können, oder sogar den ein oder anderen Personaler?

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!
lG
Lockedoor
 
Zunächst ist es sowieso erst mal regionsabhängig.
Ich kann dir nur aus den westlichen Gebieten ein paar Referenzen nennen.

Siemens zahlt für Werkstudenten ca. 12 € ohne Bachelor und 15€ mit.
Bei anderen Firmen geht die Preisspanne von 8,50€ - 15€ ohne Bachelor.
Staatliche Einrichtungen wie Forschungszentren etc. zahlen meist etwas mehr als die Unis (ca. 0,50€ mehr) und nochmal 1€ drauf für Bachelor. D.h. man bekommt ca. knappe 9€ bei Hiwi Stellen an Unis. Das ist abhängig vom Bundesland. Die genauen Werte stehen im Netz, wobei Berlin scheinbar sogar 10,11€ bezahlen soll.
Bei Forschungsinstituten kannst eben das Plus draufrechnen, wobei man hier teilweise noch Urlaub erhält.
Das sind alles eigene Erfahrungswerte! (außer Berlin)

Firmen die also <10€ bezahlen sollte man nur für den beginn wählen, wenn es nichts besseres gibt und auch nicht solange bleiben, da das doch schon an Ausbeutung grenzt. An Forschungszentren ist die Arbeit meist etwas entspannter.

Worauf du vor allem achten solltest ist, dass es dir auch etwas für deine spätere Tätigkeit nützt. Ansonsten gehst du besser Kellnern.
 
Verdiene in Bremen an einem halbstaatlichen Forschungszentrum knapp 9 Euro, tariflich geregelt. Bin auch im 2. Semester. Mit deinen 10 Euro liegst du meiner Meinung nach im gesunden Mittelfeld. Und nach ein paar Semestern kannst du deinen Chef ja immer noch nach einer Gehaltserhöhung fragen. Interessant wäre wie schon gefragt wurde, deine Region.
 
Die Region kann ich grob als Unterfranken zusammenfassen. In Baden Württemberg, an der Grenze zu Bayern. Ist eine ländlichere Gegend in meiner Heimat, nicht der Universitätsstadt.
Hilft das? ;-)
Was mich auch noch interessieren würde: wie verhält sich das mit sozialen abgaben. Mir wurde mitgeteilt, dass ich wahrscheinlich Rentenversicherung abführen müsste. Hier hat sich ja in 2013 irgendwas geändert. Kennt sich da jemand aus / hat ne gute Quelle?
 
Zuletzt bearbeitet:
Also bei mir wird 2013 auch noch der Euro für die Rentenversicherung abgezwackt... was soll sich denn genau verändert haben? :)
 
RV-Abgabe ist bei Minijobs (450€) freiwillig. Seit 2013 wird das aber laut meinen Kenntnissen standardmäßig auf "ja" gesetzt und du müsstest bei Unterschreiben deines Vertrages auch ein Formular einreichen, dass diese freiwillige Abgabe ablehnt.

Tatsächlich rentiert sich die Abgabe für dich als Student überhaupt nicht. Deswegen würde ich das auch nicht tun!

Ne Quelle hab ich aber jetzt auch nicht zur Hand.
 
Hiwi-Jobs sind aber meist 600-800€ (bei den üblichen 19 Stunden pro Woche)... ist es da anders?
 
Bitte seit wann gehen Hiwi-Jobs meist erst ab 600-800€ los?
20h/Woche während der Vorlesungszeit sind die gesetzliche Obergrenze.
Hiwi Jobs beginnen meist bei 20h/Monat. 19h/Woche ist schon eher eine Halbtagsstelle!
Und falls man über den 450€ liegt dann muss man eben den RV-Beitrag bezahlen. Bei Hiwi-Jobs auf Minijob Basis ist das eben freiwillig.
 
Interessant, ich sehe immer nur Aushänge für bis zu 19h pro Woche... muss wohl genauer hinsehen :)
 
NuminousDestiny schrieb:
RV-Abgabe ist bei Minijobs (450€) freiwillig. Seit 2013 wird das aber laut meinen Kenntnissen standardmäßig auf "ja" gesetzt und du müsstest bei Unterschreiben deines Vertrages auch ein Formular einreichen, dass diese freiwillige Abgabe ablehnt.

Tatsächlich rentiert sich die Abgabe für dich als Student überhaupt nicht. Deswegen würde ich das auch nicht tun!

Ne Quelle hab ich aber jetzt auch nicht zur Hand.


Bis 450 Euro zahlt der Arbeitgeber eine Pauschale in die Sozialkassen. 20h sind nur für KK relevant. Automatisch wird nur Lohnsteuer abgezogen, weil der Arbeitgeber nicht davon ausgehen kann, dass man keine sonstigen Einkünfte hat. Kann man sich aber mit der Steuererklärung wiederholen
 
Bedenke, dass du, sobald du über 450 Euro kommst, auch Krankenversicherung mitblechen musst. Bei mir war das prozentual gesehen ein nicht unerheblicher Betrag, sodass ich meine Stundenaufstockung wiederrufen musste, um wieder unter die 450 Euro zu kommen. Ich hätte im Endeffekt fast weniger als zuvor gehabt.
 
Bis ~800 ist doch nur die Rentenversicherung fällig (und die kann man sich zurück holen). Erst drüber wird's teuer, wenn ich mich recht erinner'...
 
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