Kann jemand einen abgebrochenen Pin eines USB 3.0-Header reparieren?

JBG

Lieutenant
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Hallo,

ich hoffe, ich bin hier im richtigen Bereich, da es sich ja am ehesten um ein Bastelthema handelt - falls nicht, bitte entsprechend verschieben oder löschen ( :( )

Hat hier jemand die Kompentenz, einen abgerochenen Pin eines USB 3.0-Mainboard-Header-Anschlusses gegen ein faires Entgelt sauber zu reparieren? Der Pin ist leider nicht nur verbogen, sondern ziemlich nahe an der Basis abgebrochen.

Es handelt sich um den Pin #3 (IntA_P1_SSRX+), vgl. http://i.stack.imgur.com/3ybBV.jpg

Eine USB-Controller-Karte ist in dem System mangels freier Steckplätze leider nicht möglich und eine ordentliche Reparatur wäre mir deutlich lieber als ein extra Hub.

Vielen Dank für die Hilfe!
 
Wirklich "sauber" kann man es nicht reparieren. Dazu müsste man den kompletten Header auslöten und das ist bei einem Mainboard zu riskant.

Mein Tipp:
Frag einen in deinem Bekanntenkreis der Erfahrung mit dem Umgang eines Lötkolben hat, ob er dir ein Stück Draht anlöten kann. Das hat bei mir auch geholfen.
 
Leider habe ich im Bekanntenkreis niemand, der sich das zutraut.

Ich habe selber keine praktische Erfahrung, hätte aber gedacht, man könnte mit der Praxis den entsprechenden Pin auf der Rückseite mit Entlötlitze oder einer Entlötpumpe "freimachen", herausziehen, einen neuen hineinschieben und wieder mit etwas Lötzinn fixieren.

Ich hoffe, ich schreibe da keinen Unsinn oder verwende eine falsche Nomenklatur, ich habe mich erst vor Kurzem in das Thema eingelesen und hauptsächlich von Anleitungen zu Kondensatorentausch o. ä. extrapoliert.
 
Wenn das für dich fein ist, musst du mal sehen was ich teilweise in der Arbeit löte.

Mir ist schon mal ein Pin am Mainboard abgebrochen, allerdings ein USB 2.0 und es hat mit löten funktioniert

Edit: @JBG
Etwas komplett zu entfernen ist bei einem Mainboard immer sehr kritisch, da in der Industrie mittlerweile bleifrei gelötet werden muss und dadurch noch höhere Temperaturen enstehen, die sehr leicht Bauteile in der Umgebung abschießen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Außerdem sind Mainboards meistens Multilayer - d.h. es gehen mehrere Signale an die Lötöse (auf verschiedenen "Schichten") und eine davon wird an den Pin durchkontaktiert.

Mit selbst löten ist spätestens dort dann Schluss :/. Wenn der Pin noch etwas rausschaut, ist deine beste Chance wohl, da einen neuen "Pin" draufzulöten und beten, dass er hält.
 
Danke für die weitere Aufklärung.

Der Pin ist etwa auf Höhe des "Kunststoffbodens" gebrochen und man sieht noch den Rest.

Gibt es so etwas wie leitenden Klebstoff, mit dem man den Pin wieder an der Bruchstelle fixieren könnte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja gibt es. Da wird man aber als Privatperson nicht so leicht rankommen, da dieses Zeug einigermaßen giftig ist :D Stichwort ist Epoxid Silber/Epoxy Silver

Kannst Du evtl. ein einigermaßen hochauflösendes Bild der abgebrochenen Stelle hochladen, sodass wir eine bessere Einschätzung der Reparaturchancen abgeben können?
 
Habe leider nur ein Mobiltelefon als Kamera zur Hand, ich hoffe die Qualität genügt. Auf dem Bild sieht es fast so aus, als wäre ein Pin an #3 und dieser nur verbogen, das kommt von Spiegelungen im Kunststoff. Der kleine gelbliche Fleck ist der Rest des Pins.

usbhpin.jpg
 
Das Bild ist qualitätsmäßig in Ordnung :-)
Ich denke, dass dieser Schaden reparierbar ist. Optimal ist es sicherlich nicht (dafür ist der PIN zu nah an der Platine gebrochen), dennoch sollte es mit etwas Erfahrung möglich sein, da einen neuen Pin/Draht aufzulöten. Ich würde dafür zuerst etwas Lötzinn an die Bruchstelle anbringen (diese zunächst erhitzen, dann eine kleine Lötkugel anbringen). Anschließend einen neuen PIN/Draht an diese Lötkugel anlöten. Der Stecker sitzt dann vermutlich nicht mehr zu 100%, für einen ausreichend guten Kontakt sollte es aber reichen.
 
Wäre denn das von Dir erwähnte Epoxid Silber hierfür nicht geeignet? Wo könnte man denn jemanden finden, der damit fachgerecht hantieren kann?

Die Kunststoffbuchse in Mitleidenschaft zu ziehen, versuche ich zu vermeiden; alle USB 3.0-Header-Stecker, die ich bislang hatte, wackelten ziemlich und machen einen nicht allzu vertrauenserweckenden Eindruck, da möchte ich deren physikalischen Halt in der Buchse nicht noch zusätzlich negativ beeinflussen, indem der Kunststoff der Buchse durch die Hitze etwas verformt wurde und die Passform eventuell nicht mehr so gut gegeben ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke dabei weniger an die Hitze des Lötkolbens, sondern an die Lötverbindung zwischen abgebrochenem Pin und neuen. Die wird ziemlich sicher einen größeren Durchmesser/andere Form haben, als der ursprüngliche Pin, weswegen der Stecker da nicht draufpasst. Da die Verbindung aber ziemlich am Sockel der Buchse sein würde, sollte der Kontakt noch funktionieren.
Dieses Silber Expoxid-Harz ist nicht ganz einfach; wenn Du einen Conrad/sonstigen Elektronikshop in der Nähe hast, können die Dir aber vielleicht weiterhelfen.
 
Die Pinns sind ca. 7 mm lang. Eine Lötstelle im Normalfall 1mm also bleiben minus Restpin und Toleranz noch ca. 5mm, genug um einen guten Kontakt zu haben
 
Kenne mich zwar nur bedingt mit der Hardware aus, aaaaber:
Ich würde einfach an der Rückseite des Boards einen Draht anlöten und diesen dann auf die vorderseite zum Stecker führen. Ist der Stecker eingesteckt einfach den Draht in den entsprechenden Kontakt stecken, vielleicht ein wenig fixieren und fertig.
Bei einer einfachen Platine würd ich den Pin einfach raus löten, was hier wie erwähnt riskant sein kann, noch riskanter wäre es, wenn der angelötete Ersatzpin abbricht (das wird er vermutlich zu 70%) und irgendwo auf dem Board verschwindet (Die berühmte Nadel :-)). Zumal das dingen klein ist, heiß wird/ist und nach mehreren Versuchen noch mehr Bauteile in Mitleidenschaft ziehen kann wenns einem selbst zu heiß wird.

Gruß Cookie
 
Also ich habe schon mehrfach bei Multilayerplatinen Steckerleisten getauscht.
Dazu muss man die Kunststoffwanne vorsichtig von den übrigen Pins abziehen. Die einzelnen Pins kann man dann vorsichtig mit hilfe eines kleinen Seitenschneiders oder einer Pinzette auslöten (ist auch nicht anders als beim Kondensatorenwechsel), die Lötstellen mit einem Lötsauger säubern und eine neue Wannensteckerleiste einlöten.
Umliegende Bauteile sind mir noch nie wegen Überhitzung gestorben.

Und wenn's doch schiefgeht: Einfach ein neues Mainboard kaufen (eines mit genug Steckplätzen) :evillol:
 
Das erklärt aber nicht, wie Du das Problem mit dem Multilayer(=> neuer Pin kontaktiert an mehrere Layer) löst.
 
Das ist ganz einfach: Die Montagelöcher aller Bauteile sind durchkontaktiert, d.h. das Loch selbst ist mit einer leitenden Schicht ausgekleidet, die dort Kontakt mit Leiterbahnen hat, wo Kontakt sein muss. Diese Schicht ist normalerweise ziemlich robust, trotzdem sollte man beim Auslöten keine Gewalt anwenden. Deshalb die Maßnahme, die Kunststoffwanne vorher zu entfernen.

Wie, glaubst du, werden die Platinen beim Hersteller gelötet? Sie laufen auf einem Band durch das Lötbad, das nur die unterste Schicht der Platine benetzt. Alles Andere macht die Durchkontaktierung.
Erst alle Kontakte verlöten und dann die einzelnen Platinenschichten zusammenkleben geht halt nicht. :D

Du kannst das z.B. sehr gut an einer doppelseitigen Kupfer-Lochrasterplatine sehen. Die Löcher sind dort so groß, dass du die Kupferverkleidung in jedem Loch gut erkennen kannst.
 
Holgip ist der Erste mit Ahnung :)

Würde nur noch anmerken, dass so viel Vorsicht beim Auslöten nicht notwendig ist. Typischerweise sind die Abstände bei solch grob gerasterten Löchern zur nächsten leitenden Schicht im Bereich 0,1mm und diese 0,1mm Materialabtrag bei einer Glasfaserplatine braucht gerichtete Gewalt bevor da etwas passiert.

Würde es also genauso versuchen Kunststoffwanne abziehen wenn möglich, ansonsten das Ding komplett auslöten (Entlötsauger/-spritze) und eine neuen Sockel verlöten. Der Lötkolben sollte über die Temperatur regelbar sein ESD sicher sein.


Das Verlöten eines Drahtes von Hinten um diesen nach vorn zu führen ist bei USB 3.0 wahrscheinlich aussichtslos. Die Signalraten und damit die verwendeten Frequenzen brauchen zwingend Schirmung und schon ein kleiner Abschnitt ohne Schirmung bring ordentlich Probleme
 
Danke Piktogramm, ich denke, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :)
Vielleicht liest der TE hier nochmal vorbei und es findet sich jemand in seiner Nähe, der den Buchsenstecker austauschen kann. Alles andere ist Bastelei, die nicht von Dauer ist.
 
Würde einfach den abgebrochenen pin in das passende loch des steckers stecken und den kontakt mit lötzinn permanent herstellen das bekommst auch als laie hin
 
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