Klartext zu Volumes

Pesti!

Lt. Commander
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Im Bereich Netzwerkspeicher bin ich ziemlich unerfahren und komme aktuell etwas ins stolpern. Ich werde bestimmt wild ein paar Begriffe durcheinander schmeißen, sorry.

Theoretisch überlege ich noch, ob ich überhaupt ein NAS benötige oder lieber ein DAS. Ich wollte ein großes Archiv für meine Daten haben und sie nicht über mehrere Festplatten fragmentieren. Ich will an einem Ort in der gleichen Ordnerstruktur nachgucken und nicht auf gut Glück eine der vier verbauten Platten durchforsten. Also dachte ich an einen Speicherpool in Windows, bin aber etwas unsicher, wie das funktioniert, wenn der Pool irgendwann voll ist und ich eine Disk gegen eine größere tauschen möchte. In diesem Fall müsste ich den Pool auflösen, die Dateien (irgendwo?) zwischenspeichern und den Pool neu aufbauen aber ich dachte, einen Speicherpool kann man nur mit leeren Disks aufbauen?

Deshalb dachte ich an ein NAS, welches mir einen JBOD erstellt, womit ich noch weniger Erfahrung habe. Es geht mir nicht um eine bestimmte Redundanz oder besondere Geschwindigkeiten. Ich will nur Kapazität. Aber bei fertigen NAS ohne Festplatte wird nicht nur die Größe der einzelnen Disks beschränkt, sondern auch die der Volumes und das verwirrt mich am meisten. Wenn ein Hersteller die Größe der Disks auf 4x16 TB beschränkt und die Volumes auch auf 16 TB, dann hätte ich im Endeffekt also wieder praktisch vier Laufwerkbuchstaben mit je 16 TB im Explorer, richtig? Das würde mir überhaupt nicht weiterhelfen.

Vielleicht war das etwas viel Geschwafel aber was ich eigentlich will, ist ein zusammenhängender Speicherort von um die 50 TB. Zumindest mit der Zeit, nicht mit einem Schlag. Das soll jetzt klein beginnen und mit der Zeit nachgerüstet werden. Was ist da die beste Option?
 
Das geht mit jedem NAS. Vielleicht ein RAID zur Ausfallsicherheit nutzen. Dann hättest du immer noch 48TB und eine Platte könnte ausfallen. Die 48TB kannst du konfigurieren/ aufteilen wie du willst. Auch als ein großes Laufwerk. Denke aber auch an ein Backup der Daten.
 
Also verstehe ich das mit den Volumes falsch? Ich dachte, ich hätte dann bei voller Kapazität 4x16 TB "Partitionen" anstatt einen Ort unter einem Laufwerkbuchstaben? Die beiden Konzepte bekomme ich irgendwie nicht miteinander verbunden.
 
Ich würde sagen entweder selber bauen oder dann so ein fertiges NAS und im RAID5 betreiben.
Da du denke ich mal doch Datenverlust vermeiden möchtest empfehle ich RAID5, JBOD hat natürlich auch Vorteile gegenüber RAID0 aber empfehlen würde ich das dennoch nicht, beides hat keine Redundanz.
Die z.B. 4 Festplatten in einem RAID5 werden dir als eine angezeigt, eine ist einfach gesagt immer für die Redundanz da und das System lässt sich mit beliebig vielen Platten erweitern, stirbt eine kannst du sie einfach austauschen und deine Daten bleiben erhalten.
Es gäbe dann noch RAID6 da hast du 2 Platten als Redundanz.
Ergänzung ()

Ja ein Nachteil von RAID ist natürlich das alle Platten die selbe Größe haben müssen bei einem JBOD kann man zusammen stecken was man möchte
 
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OK, könnte mir dann bitte jemand erklären, was es mit dem Volume auf sich hat? Wenn der Hersteller sagt 16 TB ist die maximale Volume-Größe - was bedeutet das dann im Klartext?
 
Pesti! schrieb:
Pesti! schrieb:
vier Laufwerkbuchstaben mit je 16 TB
Nein, mit JBOD hast du einen LAufwerksbuchstaben, der 48TB groß wäre.
Nie weißt du, welche Daten sich auf welcher Platten befinden.

Ist eine Platte hin, sind dementsprechend auch willkürlich irgendwelche Daten hin.


Sind die Daten wirklich so unwichtig, das du kein BAckup für sinnig hältst?
So oder so, egal ob du 4 x 16 tb einrichtest oder eben als einzig großes Volumen.
Fällt eine Platte aus, sind Daten verloren.
Ein Raid erhört nur die Ausfallsicherheit, damit du weiter arbeiten kannst, während eine Platte ausgefallen ist.
Es erhöht aber nie, unter keinen Umstanden, die Datensicherheit!!!!

Einzig allein ein, oder im besten Fall mehrere Backups, schützen Daten vor Verlust.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin nicht gegen Backups oder RAID, ich war nur durch die Begrenzung bei Volumes verwirrt und ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht, was das eigentlich bedeutet.
 
Pesti! schrieb:
was es mit dem Volume auf sich hat?
Üblicherweise werden in einem NAS mehrere Festplatten zu einem sogenannten Speicherpool zusammengefasst, also einer Festplattengruppe.

Diese Gruppe (JBOD, RAID usw) besteht aus einer Reihe von physischen Festplatten mit einer gewissen Kapazität (aufgedruckt auf der Platte). Durch das gewählte Verfahren, z.B. Raid 5 oÄ, entspricht die tatsächlich zur Verfügung stehende Endkapazität jedoch nicht der ursprünglichen Kapazität.
Ab diesem Moment musst du dir die Festplatten als einzelne Komponente wegdenken und rein den (oder die) Speicherpool(s) betrachten.

Der Speicherpool entspricht jetzt im weitesten Sinne einem im PC eingebauten Datenträger, indem er nach außen als Einheit auftritt.

Und wie auf einem Datenträger im PC müssen jetzt Partitionen angelegt werden, auf denen am Ende die einzelnen Ordner, Daten usw. landen.
Und im Speicherpool heißen diese "Partitionen" dann "Volumes".

Also in Kurzfassung: NAS Volumes sind Partitionen des Speicherpools.

(Edit: Was für ein NAS hast du denn?)
 
Das ist genau das, was ich vermutet habe. Dann müsst ihr aber meine Verwirrtheit verzeihen, wenn ich die Aussage nicht verstehe, dass ~50 TB unter einem Laufwerkbuchstaben möglich ist, wenn der Hersteller des NAS angibt, ein Volume kann maximal 16 TB groß sein. Ist das nicht ein Widerspruch?
 
Pesti! schrieb:
Wenn der Hersteller sagt 16 TB ist die maximale Volume-Größe - was bedeutet das dann im Klartext?
Beispiele?
Gut möglich, dass als die Produkte rausgekommen sind 16TB HDDs die größten verfügbaren HDDs waren und deshalb auf Nummer sicher gegangen wurde was Angaben zur Kompatibilität angehen.
 
Skudrinka schrieb:
Nein, mit JBOD hast du einen LAufwerksbuchstaben, der 48TB groß wäre.
Nie weißt du, welche Daten sich auf welcher Platten befinden.

Ist eine Platte hin, sind dementsprechend auch willkürlich irgendwelche Daten hin.


Sind die Daten wirklich so unwichtig, das du kein BAckup für sinnig hältst?
So oder so, egal ob du 4 x 16 tb einrichtest oder eben als einzig großes Volumen.
Fällt eine Platte aus, sind Daten verloren.
Ein Raid erhört nur die Ausfallsicherheit, damit du weiter arbeiten kannst, während eine Platte ausgefallen ist.
Es erhöht aber nie, unter keinen Umstanden, die Datensicherheit!!!!

Einzig allein ein, oder im besten Fall mehrere Backups, schützen Daten vor Verlust.
Dem stimme ich auch völlig zu und bei angedachten 50TB kann ich mir nicht vorstellen das ein Datenverlust kein Problem darstellt.

Deshalb würde ich auf RAID5 gehen und eine Backupstrategie wo man sich dann überlegen muss wann inkrementell, differenziell und Vollbackup.
Wie lange hebe ich den Kram auf Son/Father/Grandfather...

Aber bei 50TB Daten in einem JBOD oder RAID0 solltest du auf keinen Fall tun
 
Es gibt Synology NAS mit schwächeren CPUs die auch eine Beschränkung auf 16TB Volumes haben.
https://kb.synology.com/de-de/DSM/t..._volume_size_limitation#x_anchor_id345a4c8480

Ich meine aber, falls du ggf. auch eins dieser Synology NAS hast, dass es eine Portalfunktion gibt, die mehrere Volumes (bzw. Shares (freigegebene Ordner eines Volumes), um noch komplizierter zu machen) als ein Netzlaufwerk ausgibt, bzw. zumindest als Anlaufstelle. Die einzelnen Shares sind dann vermutlich trotzdem maximal 16TB groß.
 
Den Link von TriceO wollte ich gerade posten. Ich hab noch gar kein NAS, sehe aber auch, dass die mit den größeren Volumes meist deutlich teurer sind und ich wollte sicher gehen, dass ich den Umstand korrekt verstehe. Ich will nicht auf gut Glück mehrere hundert Euro ausgeben.

Ansonsten gibt's als weiteres Beispiel eins von Terramaster, da wird beim Eintrag auf Amazon etwas geschrieben von 16 TB Volumes. https://geizhals.de/terramaster-f4-series-f4-210-1gb-a2183354.html?hloc=at&hloc=de
 
Vielleicht wäre sowas einfach die bessere Lösung für deinen Anwendungsfall:
https://geizhals.de/raidsonic-icy-box-ib-3740-c31-60360-a1881422.html?hloc=de
Vier Platten rein, JBOD oder RAID0 wählen und am Ende sollte da ein 64TB großes USB-Laufwerk am PC erscheinen. Kein Ärger mit Volumes und Share-Größen.

Außer natürlich, du brauchst Netzwerkspeicher.
Und man sollte natürlich noch etwas rechnerchieren, was Besitzer solcher Icy Box (oder vergleichbarer DAS-Gehäuse) so berichten.


Falls es ein NAS sein muss:

Hier schreibt jemand, dass man zwar nicht per GUI, aber wohl per Terminal mehr Optionen hat.
https://www.reddit.com/r/synology/comments/e62ppf/how_to_bypass_108_tb_limit_with_1216tb_single/
https://www.reddit.com/user/RadiumInHuman/
Yes you have to do all manually from terminal, connect with SSH then:
1/ increase volume group with vgextend (if required)
2/ increase logical volume with lvextend (sudo lvextend -l +100%FREE /dev/vg1/volume_1)
3/ reboot the synology (sudo reboot)
4/ resize the brtfs volume (sudo btrfs filesystem resize max /dev/mapper/cachedev_0)
Then BOOM your volume size is higher than 108TB

Ich hab zwar ein Synology NAS, aber ich hab nicht die gebündelte Kapazität, die offizielle Grenze zu überschreiten.
Scheint somit aber in jedem Fall ein Soft-Lock zu sein. Sei es aufgrund geringer RAM-Menge der Einstiegsmodelle oder zwecks Modellabgrenzung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ne, ich brauche nicht unbedingt einen Netzwerkspeicher. So etwas hatte ich auch überlegt, da komme ich halt wieder ins Stolpern, wie die Speicherpools unter Windows funktionieren, ob ich aus einer (fast) vollen und einer leeren Disk einen Pool erstellen kann oder nicht. Wie es sich verhält, wenn ich eine Disk tauschen will gegen eine größere, wo bleiben die Daten währenddessen? Wenn ich einen Pool auflöse, könnten einzelne Dateien doch auf mehrere Datenträger aufgeteilt sein? Ist das nicht ein Problem? Irgendwie hab ich nicht so das Vertrauen in dieses System.
 
Der Link war auch falsch. Du brauchst ja kein JBOD, sondern ein RAID.

Wenn das DAS selbst RAID-Funktion hat, dann meldet es sich in Windows als ein USB-Laufwerk. Da musst du dir dann keine Gedanken um Speicherpools machen.

https://www.amazon.de/dp/B009O73WA0

Also beispiel: du nähmest so ein DAS-Gehäuse, steckst vier 16TB Platten ein, wählst RAID 5 und bekommst am Ende ein Volume mit 49,xx TB angezeigt. Plattentausch und -ausfall ist dann durch das RAID 5 abgefangen.
 
Pesti! schrieb:
Ist das nicht ein Problem? I
Für mich persönlich, ja.
Daher habe ich jede Platte in meiner selbstbau NAS unter Debian einen Buchstaben zugeteilt.
Ich habe absolute Kontrolle darüber, welche Daten sich auf welche Platte befinden.
Etwas anders kommt für mich nicht in Frage.

Pesti! schrieb:
Ne, ich brauche nicht unbedingt einen Netzwerkspeicher.
Aber du benötigst Speicher?!
Dann bietet sich eben ein Zentraler Punkt schon an, wo all deine Daten lagern.
Und wie greifst du dann auf den Speicher zu? - Über das Netzwerk!? ;)

Eine "NAS" würde ich auch NIE unter Windows realisieren.
Es gibt mit Linux ganz feine Software wie unraid, OMV, truenas etc.
Ergänzung ()

TriceO schrieb:
sondern ein RAID.
Never, nicht im privaten Umfeld?!
Ist eine Ausfallsicherheit wirklich so wichtig, dass ich mir einhergehend damit, als Laie, weitere Schwierigkeiten ins HAus hole?
 
Skudrinka schrieb:
Never, nicht im privaten Umfeld?
Ist eine Ausfallsicherheit wirklich so wichtig, dass ich mir einhergehend damit, als Laie, weitere Schwierigkeiten ins HAus hole?

Gut, es geht ja wohl darum, nicht zu teuer eine Lösung zu finden, wie am Ende in Windows ein großes Laufwerk mit 50TB erscheint. Und gleichzeitig soll das Volume abgesichert sein, falls mal ein Plattentausch ansteht.
Spricht für mich für RAID 5. Raid 5 mit 4x16=49,xTB.

Billig-Fertig-NAS scheidet aus, weil die maximale Volumegröße nur 16TB beträgt. TE will aber ein einziges Volume mit 50TB.

Wenn die Komponenten für ein TrueNAS oÄ zur Verfügung stehen, wäre das natürlich ne elegante Option. Nur am Ende ist das doch auch ein Raid, wenn ich Plattentausch und Ausfallsicherheit möchte.
 
Skudrinka schrieb:
Nochmals, ein Raid erhöht nur die Ausfallsicherheit.
Es schützt NIE!!!!!! vor Datenverlust.
Und wie genau würdest du es beschreiben, wenn eine Platte stirbt, was dann mit den Daten darauf passiert?
Sie sind weg.
Und was passiert, wenn in einem Raid 5 eine Platte stirbt? Die Daten sind noch da.

Dass ein Raid kein Backup ist, ist was völlig anderes.
 
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