News Kooperation statt Überbau: Glasfaser-Internet von Vodafone kommt im Westconnect-Netz

DerMandelmann schrieb:
Übergabe ins Backbone, DNS, Peering usw. sind wieder alles von dem jeweiligen Anbieter, den du gebucht hast.
Jein, die Begegnung mit dem Backbone ist Bestandteil der Vorleistung. Bei den größeren Playern umfasst die Vorleistung meist viele viele Kilometer bis Hunderte (z.B. bei GFNW in Niedersachsen oder der UGG), nicht wenige Kilometer.
 
aGoat schrieb:
Ich arbeite zum Großteil von zu Hause, mache so einiges im Internet (allerdings auch vieles lokal) und komme mit 100 Mbit dicke aus (weniger konnte ich nicht buchen). Absolut kein Grund, sich einen überteuerten Gigabit-Tarif ans Bein binden zu lassen.
Vollkommen richtig. Ein Beispiel: Meine Mutter wohnt seit langer Zeit bei
einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin (Degewo). Diese
hat in Kooperation mit Vodafone einen kompletten Glasfaserausbau bis
in die ihnen gehörenden Immobilien gestemmt, was ja zunächst einmal
zu begrüßen ist.

Nachdem die Arbeiten für den FTTH in der Wohnung meiner Mutter
abgeschlossen waren, warnte ich sie vor, dass sich vermutlich Vodafone
in absehbarer Zeit bei ihr melden werde. Sie hat einen Aldi Prepaid Tarif,
der ihr für Internet und Kommunikation an ihrem Tablet völlig genügt und für das Kabelfernsehen zahlt sie knapp 2 Euro monatlich.

Das nur als Info im Vorab. Es kam natürlich wie geahnt, und eine Dame
von Vodafone stand unangemeldet vor der Wohnungstür meiner Mutter.
Ohne große Umschweife präsentierte sie ihr den "fettesten" Gigabit Tarif
und schwärmte ihr vor, was sie denn alles an wahrhaft tollen Dingen mit
so einem Vertrag anstellen könne. Meine Mutter antwortete ihr nur recht
knapp, dass sie in puncto Internet bestens versorgt sei, und wies darauf
hin, dass sie künftig nicht mehr an der Haustür belästigt werden möchte.
Na ja, eben so, wie ich es vorher mit ihr abgesprochen hatte. 😉

Mann, einer alleinstehenden Seniorin einen 1000 Mbit/s Vertrag ohne rot zu werden unterjubeln zu wollen, das grenzt für mich schon fast an einen
Betrug.

Wen's interessiert:
https://www.vodafone.de/immobilienwirtschaft/magazin/blog/glasfaser-berlin.html
 
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@DLMttH Achso, dann war ich falsch informiert. Ich dachte die machen wirklich nur die Straßenzüge im Ort und gehen von dort an bestehende Glasfasernetze dran. Trotzdem sollte der Sinn meines Posts erhalten bleiben. :)
 
soso, na da bin ich mal gespannt, ob in erster Linie nicht nur Glas näher an den Kunden gebracht werden soll und Coax weiterhin den Rest der Hauszuführung in die Wohnung macht.
So ala, G.Fast FTTC
Prinzipiell besser als Glas bis in die Bude wo man erstmal gucken muss wie das überhaupt im Bestands Haus machbar ist, wo eh schon DSL und COAX Kabel drinliegt und man eigentlich keine der Leitungsarten für G.hn missbrauchen kann und will

und ob 1&1 Partnerschaft mit DG nicht auch nur drauf abziehlt ein Glasfaser Backbone für deren neues Mobilfunknez zu bieten, statt direkten Endkunden Einsatz.

Am Ende kommt dann gar noch N78 in Small Cells statt überall buddeln und nervig Inhaus Kabel verlegen.

in Anbetracht dessen dass da vermutlich ehr 6G spruchreif ist als denn in DE 5G jemals ordentlich in die Fläche kommt..
 
DerMandelmann schrieb:
@rezzler ich meinte eher Wettbewerb für die Schaltung über das vorhandene open access (passive) Netz.
Wäre toll, andererseits halt praxisfern. Gabs schon zu ADSL-Zeiten nie flächendeckend.
DerMandelmann schrieb:
Wortklauberei, du! :D
🍻
DerMandelmann schrieb:
@Holzkopf Jain. Bei so einem Open Access Netz wie der Westconnect oder GlasfaserPlus geht es ja nur um die letzten wenigen (Kilo)Meter bis ins Haus des Kundens. Das ist eigentlich sehr vergleichbar zur Lage beim DSL, wo die Leitung eigentlich in ganz Deutschland der Telekom gehört und andere ISPs einen Bitstream Zugang erhalten. Übergabe ins Backbone, DNS, Peering usw. sind wieder alles von dem jeweiligen Anbieter, den du gebucht hast.
Die einzige Alternative zu diesem Modell wäre x-fache Überbauung, aber wer will das wirklich?
Alternative wäre noch eine eigene Glasfaser bis zum Kunden (Punkt-zu-Punkt, PtP-Netz) und dann im PoP auf die Technik des jeweiligen Anbieters. Aber selbst wenn jemand so ein Netz baut wollen sich dort nur die wenigsten einmieten.
 
Pitt_G. schrieb:
und ob 1&1 Partnerschaft mit DG nicht auch nur drauf abziehlt ein Glasfaser Backbone für deren neues Mobilfunknez zu bieten
Das ist sicher nicht so. Die Übergabe der DG in andere Netze läuft ziemlich zentral, von dem was man bisher so sehen konnte.

Pitt_G. schrieb:
soso, na da bin ich mal gespannt, ob in erster Linie nicht nur Glas näher an den Kunden gebracht werden soll und Coax weiterhin den Rest der Hauszuführung in die Wohnung macht.
Nein, es handelt sich um eine ganz normale Provider-Kooperation, wie sie 1&1 auch schon mit Westconnect unterhält.
 
DerMandelmann schrieb:
Das ist eigentlich sehr vergleichbar zur Lage beim DSL, wo die Leitung eigentlich in ganz Deutschland der Telekom gehört und andere ISPs einen Bitstream Zugang erhalten. Übergabe ins Backbone, DNS, Peering usw. sind wieder alles von dem jeweiligen Anbieter, den du gebucht hast.
Die einzige Alternative zu diesem Modell wäre x-fache Überbauung, aber wer will das wirklich?
Und das ist bei Glasfaser halt unnötig, es müsste nicht Bitstream sein, es ginge auch die Glasfaser-TAL damit wäre ein Überbau nicht nötig.
 
bart1983 schrieb:
Es zeigt aber auch exemplarisch wie weitsichtig Helmut Schmidt war. Das schon 1981 zu erkennen ist wild.
Pläne gab es ja auch im weiteren Verlauf der 80er...

Der Beschluss der SPD hatte natürlich auch eine starke politische Komponente. In den 70gern haben sich Union und SPD um den Ausbau von Kabel-TV (und damit Privatfernsehen) gestritten. Die Union wollte das, die SPD nicht. Der Beschluss ein Glasfasernetz zu bauen ("sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen") war sicher auch ein Versuch einen Schlussstrich unter diese Debatte zu ziehen. Wie genau der Glasfaserausbau aussehen sollte wusste man damals noch nicht. Man hoffte eben dass man ab 1985 loslegen könnte.

Wie realistisch das gewesen wäre ist fraglich, insbesondere wenn man bedenkt dass Glasfasernetze für Privatkunden (im heutigen Verständnis, also FTTH) selbst im Pionierland Japan erst 20 Jahre später aufkamen. Dank des Regierungswechsel musste sich ja nie in der Praxis beweisen wie realistisch die Pläne waren. Die ganze Diskussion basiert auf dem Argument: "wäre möglich gewesen, wurde von Politikern schliesslich so beschlossen".
 
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millen schrieb:
@Holzkopf Müsste man dann nicht alles auf P2P umbauen und die ganzen passiven Splitter loswerden?
Nicht unbedingt, die Splitter müssten halt zentral platziert werden und in Pigtail/Splitterbox Bauweise ausgeführt werden. ( Das wäre das französiche Modell ) Variante 4
Screenshot 2026-02-19 201530.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Holzkopf schrieb:
Nicht unbedingt, die Splitter müssten halt zentral platziert werden und in Pigtail/Splitterbox Bauweise ausgeführt werden. ( Das wäre das französiche Modell ) Variante 4
In Deutschland halt unrealistisch, weil hier kein Netzbetreiber an der Muffe/KVz/NVt Stecker verbaut. Und ich finde aus sehr gutem Grund. Allein schon der Platzbedarf würde massiv steigen und man müsste die Gehäuse besser abdichten als aktuell. Vom höheren Montageaufwand, höherem Materialverbrauch und höherer Fehleranfälligkeit zu schweigen.

Da find ich ein PtP bis zum PoP deutlich einfacher, günstiger und auch wartungsfreundlicher. Aber selbst wenn das existiert gibts oft genug nur einen Betreiber für die aktive Technik.
 
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