Kreditinstitut wartet 8Jahre bis Mahnung - Rechtens?

Shurkien

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Schönen Guten Abend Computerbase,

ich habe malwieder ein kleines Rechtliches Problem.

Und zwar habe ich laut der "Mahnung" 2005 irgendwo einen Vertrag abgeschlossen welcher wohl kostenpflichtig war.
Nur war ich persönlich zu dem Zeitpunkt gerade einmal 10/11 Jahre alt, und somit nur beschränkt Geschäftsfähig.

Einmal der gesamte Ablauf:
2005 wurde das ganze wohl abgeschlossen
Juni 2013 kam die erste Rechnung, meine Mutter erkundigte sich bei denen was das denn sei weil uns diese AG unbekannt war. Das ganze liegt wohl unter der Hand von Freenet, was es letztlich war/ist wissen wir bis heute nicht.
Gestern kam nun eine Mahnung die besagt das wir uns bei denen melden sollen bzgl. Ratenzahlung.

Meine Frage ist nun, ist es wirklich rechtens 8! Jahre zu warten bis man die erste Rechnung schreibt zudem ich 2005 nicht voll Geschäftsfähig war?

Liebe Grüße
 
Soweit ich informiert bin ist es nicht gültig zum anderen warst du nicht mal volljährig
 
Auf wen läuft denn die Rechnung?
Auf dich oder deine Eltern?
 
Hallo zusammen!

Mal abgesehen davon, dass die Geschichte (vgl. @werkam) bereits verjährt sein könnte,
meine ich mich an einen recht interessanten Umstand aus meiner Schulzeit im Wirtschafts- und Rechtsunterricht erinnern zu können.

Da hieß es in etwa, soweit ich mich noch erinnern kann, dass schwebende, also unter nicht voller Geschäftsfähigkeit geschlossene Verträge mit Eintritt der vollen Geschäftsfähigkeit auch voll inkrafttreten.

Wie gesagt, die 8 Jahre in deinem Fall sind schon ziemlich heftig,
ich möchte hiermit nur allgemein (weil's für Einige evtl. auch völlig neu sein könnte) vor Augen führen,
dass man 'Minderjährigkeit' in solchen Fällen nicht immer als 'Ausweg' heranziehen kann.

Edit: Habe den Paragraphen gerade gefunden, BGB § 108 (3). :)

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
MichaW schrieb:
Auf wen läuft denn die Rechnung?
Auf dich oder deine Eltern?

Auf mich persönlich, sogar mit aktueller Adresse :)

werkam schrieb:

Wie genau wäre denn so eine Frist für Verjährung eines derartiges Vertrages?
Kann das aus dem Artikel leider nicht direkt rauslesen

cb-leser schrieb:
Wie gesagt, die 8 Jahre in deinem Fall sind schon ziemlich heftig,
ich möchte hiermit nur allgemein (weil's für Einige evtl. auch völlig neu sein könnte) vor Augen führen,
dass man 'Minderjährigkeit' in solchen Fällen nicht immer als 'Ausweg' heranziehen kann.

Edit: Habe den Paragraphen gerade gefunden, BGB § 108 (3). :)

Das, muss ich zugeben, finde ich ziemlich heftig.
Mir wurde bzw wird immer beigebracht das alles was unter 18 abgeschlossen wird bzgl. Verträge nur Wirksam ist insofern die Eltern die Erlaubnis dafür geben.


Aber bereits vielen Dank für die Infos!
Ich bin derzeit als Mandant bei einem Verkehrsanwalt weil ich vor einem 3/4 Jahr von einem Auto angefahren wurde, werde diesen mal fragen deswegen der wird mir ja sicher auch einiges sagen können
 
Lest ihr eigentlich eure eigenen Links?
Mal unabhängig vom hier geschilderten Fall:
108 III sagt, bei Volljährigkeit tritt die Genehmigung des ehemals Minderjährigen an die Stelle der Genehmigung des gesetzlichen Vertreters.
Das bedeutet, als Beispiel:
Person A, 17, schließt einen aufgrund beschränkter Geschäftsfähigkeit schwebend unwirksamen Vertrag.
Wird er 18 (und die Eltern haben sich nicht schon vorher zum Vertrag geäußert - also die Genehmigung verweigert oder erteilt, dann gibt's nämlich schon nichts mehr, was A selbst genehmigen könnte) hat er zwei Möglichkeiten:
1. Er genehmigt seinen eigenen, mit 17 geschlossenen Vertrag - damit ist er wirksam.
2. Er genehmigt den Vertrag nicht. Damit ist er unwirksam.

Automatisch treten mit beschränkter Geschäftsfähigkeit geschlossene Verträge also natürlich mit Erreichen der Volljährigkeit nicht in Kraft - eine "Genehmigung" setzt einen bewussten Entschluss voraus, einen Vertrag gelten lassen zu wollen.
 
Automatisch treten mit beschränkter Geschäftsfähigkeit geschlossene Verträge also natürlich mit Erreichen der Volljährigkeit nicht in Kraft - eine "Genehmigung" setzt einen bewussten Entschluss voraus, einen Vertrag gelten lassen zu wollen.

Das bedeutet, ich müsste dem ganzen Zustimmen damit dieser Vertrag in Kraft tritt?
 
Erstens das.
Zweitens sollten die Sachen am 31.12.2008 verjährt sein, sofern die Verjährung nicht unterbrochen wurde (unwahrscheinlich) und sie auch begann zu laufen (dafür wäre u.a. nötig, dass der Anspruchsteller wusste, dass du der Gegner bist).
 
Hallo zusammen!

@MisterMankind:
Besten Dank für die Horizonterweiterung.
Folie 15 hier verdeutlicht das noch einmal, oben Geschriebenes ist damit hinfällig. :freaky:

Grüße,
cb-leser
 
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