Kursarbeit vom Lehrer falsch korrigiert

megaapfel

Lt. Commander
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Hallo,
ich habe zur zeit richtig Stress mit meiner Erdkundelehrerin und weiß nicht mehr weiter.
Wie haben eine Kursarbeit über die Wirtschaft Polens vor 1990 und nach 1990 geschrieben und sie hat mir 4 Punkte auf meine Arbeit gegeben, obwohl ich (u.a. mit Wikipedia) beweisen kann, dass ihre Korrekturanmerkungen zu mindestens 50% falsch sind. :(
Sie behauptet zum Beispiel, dass Polen nie wirtschaftliche Unterstützung durch die UdSSR erhalten hätte. :rolleyes:

Da sie was gegen mich persönlich hat, will sie die Note partout nicht ändern.
Insgesamt habe ich dann zum Beispiel bei einer Aufgabe 7/18 Punkten, obwohl ich nur 3 Auslassungszeichen und >10 Haken habe. Sie behauptet dann einfach, dass nicht jeder Haken ein Punkt ist.

Meine Frage ist nun, wie ich dagegen vorgehen kann.
Gibt es nicht die Möglichkeit, die Arbeit von einem zweiten Lehrer korrigieren zu lassen?
Bin echt langsam am verzweifeln :(

PS: Wohne in Rheinland-Pfalz
 
Wenn ein persönliches Gespräch nichts bringt, bzw. wenn es aufgrund von "Differenzen" gar nicht erst möglich ist, würde ich mich mal an den Vertrauenslehrer wenden.
 
Hm, kannst du dich an einen Klassenlehrer oder Vertrauenslehrer o.Ä. wenden?
Ansonsten z.B. an den Direktor. Und wenn es sich nicht schulintern regeln lässt, eben die nächste Ebene höher.
Wenn du doch minderjährig bist, kannst/solltest du evtl. auch noch Erziehungsberechtigte informieren.

Grüße,
David
 
Ich werde in 2 Wochen 19 Jahre alt :)
Klassenlehrer haben wir nicht mehr, nur Stammkursleiter.
Dann werde ich morgen mal zu dem gehen.
 
Erstens hat deine Lehrerin deine Arbeit objektiv zu bewerten und Bildung zu vermitteln. Das ist ihr Job und hoffentlich mit einer Leidenschaft.
Klare Antworten auf klare Fragen sind entweder richtig oder falsch. Punkt oder kein Punkt. Bei Ungenauigkeiten kann man immer noch nachhaken, welche aber in einer Arbeit durch klare Antworten nicht auftauchen sollten. Da es hier Korrekturanmerkungen gibt, gibt es Unstimmigfkeiten bei der Fragestellung, den Antworten oder beim vermittelten Wissen. Bildung ist keine Meinungsäusserung. Wie wurde hier korrekt geklärt?

Du bist volljährig und erwachsen. Da sollte es doch keine Kommunikationsschwierigkeiten unter Erwachsenen geben.
 
Der Nachbar schrieb:
Du bist volljährig und erwachsen. Da sollte es doch keine Kommunikationsschwierigkeiten unter Erwachsenen geben.

Tja, schön wär's!
Es fängt ja schon damit an, dass die gute Frau nicht mal das zweite Staatsexamen als Gymnasiallehrer hat und eigentlich nur an Realschulen unterrichten dürfte. :rolleyes:
Unstimmigkeiten bei der Aufgabenstellung gibt es allerdings:
Aufgabe 2: Beschreiben und erläutern sie die wirtschaftliche Entwicklung des GOP bis 1990.
Aufgabe 3: " ab 1990

Das waren die beiden Aufgaben, Aufgabe 1 und 2 fielen für mich weg, weil ich Erdkunde abgestuft habe.

Da es in der Aufgabe explizit heißt, man solle in Aufgabe 2 nur bis 1990 erläutern, kann sie mir wohl schlecht ankreiden, dass ich in dieser Aufgabe noch nicht auf Polens Eintritt in die EU eingegangen bin, wenn es in Aufgabe 3 um die Zeit nach 1990 geht oder?
Des weiteren ist es definitv falsch, zu behaupten, Polen habe keine wirtschaftliche Unterstützung durch die Sowjetunion erhalten.
(Zitat wikipedia.org/polen: "Polen wurde bis 1989 in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe und den Warschauer Pakt eingebunden.")

Also fachlich bin ich wie mir auch mein Vater, der nebenbei bemerkt selbst Erdkundelehrer ist, bestätigt hat zu 99% im Recht.
 
megaapfel schrieb:
Des weiteren ist es definitv falsch, zu behaupten, Polen habe keine wirtschaftliche Unterstützung durch die Sowjetunion erhalten.
(Zitat wikipedia.org/polen: "Polen wurde bis 1989 in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe und den Warschauer Pakt eingebunden.")

Schau doch mal, ob du (Stadtbücherei?) belastbare und u.U. umfangreichere Quellen findest, die deine Ansichten untermauern. Das ist eine bessere Position als leere Hände und Behauptungen. :-)
Dann arbeite dich in der Hierarchie von unten nach oben durch, bis dir jemand zuhört.
Viel Erfolg!

Grüße,
David
 
Also fachlich bin ich wie mir auch mein Vater, der nebenbei bemerkt selbst Erdkundelehrer ist, bestätigt hat zu 99% im Recht.

Dann wird er ja wohl auch so kompetent sein und es Dir schriftlich geben können, dies kannst du der Dame dann vorlegen, evtl überdenkt sie dann die Sache noch mal.
 
Gibt einfach immer wieder Sturköpfe, dies einfach wissen wollen.
Hatte auch mal so einen, ich hab den Krieg gewonnen ;)

Ihr zuerst klar machen das du den Instanzenzug bereit bist durchzugehen. Wird in der Regel nix bringen aber man kann nicht sagen du hättest sie übergangen. Kenn mich auf dem Gebiet mehr mit dem Österreichischen System aus. Keine Gnade zeigen, sie hat auch keine.
 
ich würde mich auch an mdave halten an deiner Stelle.
Wenn du deine Lehrerin mit Fachwissen "belasten" willst in der Form, dass du Recht hast, ziehe unbedingt Fachliteratur zu Rate und NICHT Wikipedia. Gerade diese Seite hat fachlich 0% Fachwissenschaftlichen Rückhalt. In der Stadt (oder wenn du kannst) Uni-Bibliothek findest du aber dazu sicher schnell belastbare Fachliteratur.
Zum belegen deiner Thesen zitierst du die entsprechenden Stellen ( ggf schaust du hier http://amor.cms.hu-berlin.de/~h0444upa/tutorium/Bibliographie.htm für die korekte Angabe wo du es her hast EDIT: GANZ wichtig! Wenn du aus dem Internet zitierst bzw dich darauf als Quelle berufst, gib IMMER den kompletten Link an UND an welchem Datum + Uhrzeit du diese Information von der Seite bekommen hast! ). Das ist zwar auf Universitärem Niveau, bist damit allerdings dann auch unanfechtbar - bzw zumindest noch deine Quellen. Du hast damit das höchste Maß an Objektivität gewahrt und deine Lehrerin ist in Erklärungszwang, warum sie gegenüber der Fachliteratur anders gewertet hat.

Solltest du in deiner Schule keinen Rückhalt bekommen, kann es unter Umständen allerdings ziemlich lange dauern, bis dein spezieller Fall entschieden ist. Da es hier durch mehrere Büros läuft, können gerne mal 4-6 Wochen ins Land gehen. Dass du es damit nicht unbedingt leichter haben wirst künftig bei deiner Lehrerin sollte dir hoffentlich auch klar sein, da eine entsprechende Umbenotung auch in ihrer Akte vermekrt werden wird und eine Rolle bei der Prüfung einer anderen (vorzugsweise höheren) Besoldungsstufe haben wird.

In deinem Fall räume ich dir allerdings gute Chancen aus und geh deinen Weg. :) Die Noten sind ja für dich auch Abschlussrelevant nehme ich an.
 
megaapfel schrieb:
Des weiteren ist es definitv falsch, zu behaupten, Polen habe keine wirtschaftliche Unterstützung durch die Sowjetunion erhalten.


(Zitat wikipedia.org/polen: "Polen wurde bis 1989 in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe und den Warschauer Pakt eingebunden.")

So abgesehen davon, dass Wiki nicht die Spur einer belastbaren Quelle wie oben schon geschrieben darstellt. Merkst du deinen Fehler? Polen war im rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe, aber wo steht dass sie Hilfe bekommen haben.

Deutschland ist auch in der EU und der größte Nettozahler, sprich wir leisten Hilfe aber kriegen keine, vielleicht war es bei den Polen genauso.

Besorg dir Statiken über den Rat die nachweisen, dass Polen Nettoempfänger und die Russen Nettozahler waren, dann stimmt deine Aussage, wenn aber weder Polen Nettoempfänger war bzw. die Russen Zahler, hat Polemn keine Unterstützung der UDSSR erhalten.
 
In wie weit die Quelle hier belastbar ist muss man selber abwägen:


Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung:
http://www.wifo.ac.at/wwa/servlet/wwa.upload.DownloadServlet/bdoc/MB_1947_12_02$.PDF


Die kurzfristigen Hilfslierungen Rußlands,
die unmittelbar nach Kriegsende einsetzten, versorgten
die Oststaaten zunächst mit Rohstoffen,
hauptsächlich mit Baumwolle und Erzen, und ermöglichten
in Bulgarien, Ungarn und Polen vielfach
erst das Anlaufen der Produktion

Die CSR wird 200.000 t Getreide
(eine Erhöhung auf 400.000 t ist vorgesehen) sowie
150.000 t Futtermittel und Polen 300.000 t Getreide
erhalten. Polen wurde außerdem im März 1947 ein
Goldkredit von 7 Mill. Pfund gewährt.
 
Zuletzt bearbeitet:
So hab jetzt mal auch ein wenig über den Rat zur gegenseitigen Wirtschaftshilfe gegoogelt und nirgendswo werden "Hilfen" im Sinne von Transferströmen angegeben. Also nix mit Hilfe der Russen für die Polen, mit Ausnahme vielleicht von den Hilfslieferungen direkt nach dem Krieg. siehe oben.

Tja deine Lehrerin hat wohl Recht und nicht du.
 
@ Marvin_X

Warum stellen der Transfer von landwirtschaftlichen Gütern und Gold keine wirtschaftliche Unterstützung dar ?
Natürlich ist es genau das ......
 
Zumal aufgepasst! Die Quelle da ist aus dem Dezember im Jahr 47. Es ist also nur ein äußerst kleiner Zeitraum nach dem Krieg erfasst.
 
Es stimmt schon, dass man online nur wenig zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe findet. Das muss aber nicht heißen, dass es keine Hilfe gegeben hat.
Fakt ist jedoch, dass die Arbeitslosigkeit in Polen während der ersten 2 Jahre nach der Wende um mehr als 2 Millionen angestiegen ist.
Ist schon erstaunlich, dass über 20 Jahre hin bis zur Wende die Arbeitslosigkeit gegen Null geht und dann auf einmal auf >2 Millionen ansteigt. Das hat bestimmt nichts mit der Auflösung der Sowjetunion zu tun...

Hilfe bedeutet ja nicht nur, Güter/ Geld nach Polen zu scheffeln, sondern auch in der Weise, dass die UdSSR der wichtigste Handelspartner Polens war. Mit der Auflösung selbiger mussten also zahlreiche Arbeiter der Industrie entlassen werden, da der wichtigste Abnehmer fehlte.
 
megaapfel schrieb:
Ist schon erstaunlich, dass über 20 Jahre hin bis zur Wende die Arbeitslosigkeit gegen Null geht und dann auf einmal auf >2 Millionen ansteigt. Das hat bestimmt nichts mit der Auflösung der Sowjetunion zu tun...

Hilfe bedeutet ja nicht nur, Güter/ Geld nach Polen zu scheffeln, sondern auch in der Weise, dass die UdSSR der wichtigste Handelspartner Polens war. Mit der Auflösung selbiger mussten also zahlreiche Arbeiter der Industrie entlassen werden, da der wichtigste Abnehmer fehlte.

Natürlich hat das was mit dem Zerfall der SU zu tun.
Weil der Export von Polen in den Keller ging.

Wirtschaftshilfe ist aber eine aktive Subventionierung etc und eben kein Handelspartner.
Such dir Fachliteratur die deine Thesen unterstreichen.

Ich sehe deine Aussage ebenfalls kritisch.
 
TalBar schrieb:
Ich sehe deine Aussage ebenfalls kritisch.

Da ich das Gefühl habe, dass wir aneinander vorbeireden, werde ich jetzt einfach mal die gesamte Kursarbeit inkl. Korrekturanmerkungen einscannen. So kann man die Geschichte vermutlich besser beurteilen.
Ergänzung ()

Hier gibt's die Kursarbeit als PDF (Namen sind wegen des Datenschutzes zensiert)
 
Zuletzt bearbeitet:
habt ihr keine Schulbücher oder Skripte, wo du das fachliche Wissen nachlesen kannst? Oder gibt es noch einen zweiten Erdkundelehrer mit dem du sprechen kannst?

Aber trotzdem glaube ich, dass du dich da in was verrennst...
 
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