Lafontaine, was haltet ihr davon ?

kingtimo

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Zitat : 13.08.04 Oskar lässt nicht locker

Es gehe nicht um einzelne Gesetzesbestimmungen, es gehe um die „Grundorientierung der Politik", sagte Oskar Lafontaine am späten Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Berlin Mitte“.

Wenn Opfer gefordert seien, dann müssten die Wohlhabenden und nicht die Ärmeren die größeren Opfer bringen, betonte Lafontaine. Das Gegenteil sei aber derzeit der Fall. Die Besserverdienenden würden „überhaupt keine Opfer bringen", während „das Volk in großem Umfange zur Kasse gebeten“ werde. „Das ist ein großer Strickfehler der jetzigen Reformen und deswegen gehen die Menschen auf die Straße", fügte Lafontaine hinzu.

Es gehe nicht um einzelne Gesetzesbestimmungen, es gehe um die „Grundorientierung der Politik", sagte Oskar Lafontaine am späten Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Berlin Mitte“.

Was meint ihr dazu, kann man ihn trauen ?
wenn ja, dann wüsste ich schon, wen ich wählen werde :rolleyes:
 
Im Grundsatz hat er ja recht. Aber die einfache Rechnung ist eben, daß wenn du 40 Mio Menschen 10€ abnimmst hast du halt mehr als wenn du 100.000 Leuten 1000€ abknöpfst und deshalb wird sich daran wohl nix ändern.

Denn die große Frage bei allen politischen Entscheidungen der letzten Jahre war wohl "Wie kann es finanziert werden?"

EDIT: @13thAngel Wie wahr, wie wahr. :D Aber du weißt ja: Die Hoffnung (daß es noch vertrauenswürdige Politiker gibt) stirbt zuletzt
 
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13thAngel schrieb:
Er ist bzw. war Politiker! Kann man einem Politiker trauen?


da hast schon recht, aber was haben wir denn für alternativen ?
nicht wählen bringt nur den großen was, und die anderen, denke ich mal sind genauso korrupt, wie die jetzige SPD.

Vielleicht hält ja mal einer sein wort (wäre zwar mal was neues, aber ich bete dafür)

Jedenfalls finde ich es echt mutig, und echt cool von Lafo, wenn er sich so gegen seine eigene partei ausspricht.
 
Manche nennen es Mut, andere Opportunismus. Ich will mir da kein Urteil bilden, weil ich seine Motive nicht kenne. Tendiere aber eher zu Mut.

Echte Alternativen gibts es wohl nicht. CDU und FDP sind genauso schlimm oder wahrscheinlich noch schlimmer) . Rechter und linker Rand sind auch nicht unbedingt vertrauenswürdig.

Bleibt also nur der Aufstand :freak:
 
derohneWolftanzt schrieb:
Im Grundsatz hat er ja recht. Aber die einfache Rechnung ist eben, daß wenn du 40 Mio Menschen 10€ abnimmst hast du halt mehr als wenn du 100.000 Leuten 1000€ abknöpfst und deshalb wird sich daran wohl nix ändern.

Denn die große Frage bei allen politischen Entscheidungen der letzten Jahre war wohl "Wie kann es finanziert werden?"

jaaa, und sowas nennt sich demokratie :eek:
demokratie und gerechtigkeit muss unser land echt noch lernen.
sieht man ja schon an den rechten der ausländer hier in deutschland, und der rechte der (armen) deutschen in deutschland.
Mein Frauli musste mal zum Zahnarzt wegen ner Brücke, die echt teuer war; der beste spruch vom zahnarzt darauf : ja, ausländer müsste man sein, dann würde sie es so bekommen :(
oder wie war das nochmal mit dem lebenspartner, wen einer der beiden sozi beziehen muss ? ein deutscher partner muss für seinen partner mit aufkommen, beim ausländer dürfen sie das geld, was der andere partner verdient, egal wie viel es ist, nicht mit angerechnet werden :eek:
mann, mann, mann, im nächsten leben möcht ich auch ausländer sein, und dann ziehe ich nach deutschland ! :cool_alt:
 
derohneWolftanzt schrieb:
EDIT: @13thAngel Wie wahr, wie wahr. :D Aber du weißt ja: Die Hoffnung (daß es noch vertrauenswürdige Politiker gibt) stirbt zuletzt

Das die Hoffnung zuletzt stirbt, scheint sich hier zu bewahrheiten, denn der letzte vertrauenswürdige Politker scheint nicht mehr unter uns zuweilen, sofern es ihn je gegeben hat.

kingtimo schrieb:
da hast schon recht, aber was haben wir denn für alternativen ?
nicht wählen bringt nur den großen was

nicht ganz, nicht wählen bringt nur den kleinen was, denn jede nicht abgegebene Stimme wird auf die Minderheiten einer Wahl verteilt. Nicht wählen zu gehen ist demnach das verkehrteste was wir machen können.

kingtimo schrieb:
und die anderen, denke ich mal sind genauso korrupt, wie die jetzige SPD.

Da muss ich dir voll und ganz zutimmen, es ist definitiv egal welche der, na sagen wir drei (SPD, CDU, Grüne) großen Parteien man wählt. Ob Demokrat oder Republikaner, politische Mitte oder linkes Feld, vorher versprechen sie alles anders zu machen und nachher bleibt alles wie vorher.

Deswegen finde ich es nicht "so" schelcht das die SPD mal den Mut zeigt die Richtung zu wechseln, allerdings scheint mir das im Moment eher als eine Art überstürzte Kurzschlussreaktion, weil die Wählerstimmen der SPD in den Keller gehen, als ein durchdachtes Konzept.
 
Ich denke so einfach ist es nicht. Es gibt genug Ausländer die genauso hart (oder sogar härter) arbeiten als Deutsche. Und soweit ich weiß dürfen Asylanten gar nicht arbeiten, selbst wenn sie wollen (hab mal was gehört von den ersten 5 Jahren oder so). Und daß man Verfolgten nicht hilft nur weil es auch schwarze Schafe gibt, davon halte ich überhaupt nix.

Die von dir angeführten "Ungereimtheiten" sind wohl nur auf seltsame/schlechte Gesetze zurückzuführen. Und die entsprechenden Leute nutzen ihre Rechte.

Oder verzichtest du auf deinen Lohnsteuerjahresausgleich obwohl du das Recht dazu hast? Wohl nicht. Und du willst wohl auch nicht, daß er abgeschafft wird nur weil einige Menschen Schlupflöcher finden und sich vom Staat zuviel zurückholen
 
derohneWolftanzt schrieb:
Ich denke so einfach ist es nicht. Es gibt genug Ausländer die genauso hart (oder sogar härter) arbeiten als Deutsche. Und soweit ich weiß dürfen Asylanten gar nicht arbeiten, selbst wenn sie wollen (hab mal was gehört von den ersten 5 Jahren oder so). Und daß man Verfolgten nicht hilft nur weil es auch schwarze Schafe gibt, davon halte ich überhaupt nix.

Die von dir angeführten "Ungereimtheiten" sind wohl nur auf seltsame/schlechte Gesetze zurückzuführen. Und die entsprechenden Leute nutzen ihre Rechte.

Oder verzichtest du auf deinen Lohnsteuerjahresausgleich obwohl du das Recht dazu hast? Wohl nicht. Und du willst wohl auch nicht, daß er abgeschafft wird nur weil einige Menschen Schlupflöcher finden und sich vom Staat zuviel zurückholen

ich habe niemals gesagt, das die ausländer die bösen wären ( hab ja auch gesagt im nächsten leben werde ich ... usw)

das ist natürlich ganz klar die politik schuld !
aber wie kann sowas gehen ?
wie darf so etwas sein ?
wenn ein deutscher in deutschland nichts mehr wert ist, aber ein ausländer um so mehr ... und ausserdem, ich finde, man kann nur leistung vom staat erhalten, wenn man dem zugehörig ist, UND auch dafür eingezahlt hat, wie zum beispiel sozialversicherung usw.
und wie kann es sein, das manche (auch deutsche) mal eben ein paar millionen im jahr verdienen ?
das geht so nicht, finde ich, soviel hat NIEMAND verdient, das ist nicht demokratisch ! (hatte mir mal gestern nur mal m-schumachers gesamteinnahmen gesehen, cirka 100 mio €/jahr), da könnt ich kotzen gehen, so hart könnte keiner von uns arbeiten, um dies zu bekommen, da müsste man schon zig 1000 jahre alt werden, nur um an ein einziges monatsgehalt von ihm heranzukommen.
kein wunder, das hier alles den bach heruntergeht
 
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Dann hab ich dich da etwas falsch verstanden, sorry.

Ich denke daß war ein langer Prozeß, bei dem Gesetze immer nur erweitert oder ergänzt wurden, anstatt sie neu zu formulieren. Und durch die tausend Zusätze, Ausnahmen, etc. sind immer neue Lücken entstanden die man nur finden und nutzen muß.

Allerdings ist das wohl ein rechtsstaatliches Problem. Versuch mal in Amerika gegen den Staat deine Rechte einzuklagen. Ich nehme an Guantanamo (richtig geschrieben?) wird deine neue Postadresse werden. ;)

EDIT: Das mit den Gehälter in den oberen Kategorien artet teilweise wirklich etwas aus. Aber es ist in dem Fall auch nicht Schumachers Schuld daß, ihm alle das Geld so nachwerfen. Der würde auch für 1 Mio fahren, aber er nutzt halt seine Möglichkeiten.

Schlimmer finde ich da Vorstände die sich gegenseitig mit Managern immer höhere Gehälter zuschustern und dann nachher bei den Arbeitern sparen um "Arbeitsplätze zu sichern".
 
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hmm, ein Deutscher ist in Deutschland nichts mehr wert?

Mal ganz abgesehen davon, daß das nichts mit dem thread zu tun hat, ist diese Aussage auch nicht haltbar.

Deine vorgenannten Bsp. reichen da bei weitem nicht aus.
Von Oscar halte ich gar nichts.

Er ist und war genauso machtgeil, wie Schröder.

Er ist halt der Mann der Stunde, der dem kleinen Manne das präsentiert, was er hören möchte.

Gruß


olly3052
 
derohneWolftanzt schrieb:
Dann hab ich dich da etwas falsch verstanden, sorry.

Ich denke daß war ein langer Prozeß, bei dem Gesetze immer nur erweitert oder ergänzt wurden, anstatt sie neu zu formulieren. Und durch die tausend Zusätze, Ausnahmen, etc. sind immer neue Lücken entstanden die man nur finden und nutzen muß.

Allerdings ist das wohl ein rechtsstaatliches Problem. Versuch mal in Amerika gegen den Staat deine Rechte einzuklagen. Ich nehme an Guantanamo (richtig geschrieben) wird deine neue Postadresse werden. ;)

für mich ist amerika der hass überhaupt, da hast du mir gerade das absolut kapitalistischste system überhaupt genannt

Nee, gerade von denen sollten wir nichts lernen.

kapitalismus bedeutet in meinen augen ausbeutung von anderen, nur um in reichtum und macht schwimmen zu können.
das hat für mich überhaupt nichts mehr mit demokratie gemein.
 
Aber ganz ohne Kapitalismus gehts auch nicht. Du brauchst immer ein paar die nach Macht und Geld streben. Sowas treibt (wenn es in Maßen passiert), meiner Meinung nach, immer etwas die Wirtschaft und Wissenschaft an.

Ohne kapitalistiche Anwandlungen wären wir wahrscheinlich immer noch alle Bauern auf dem technischen Stand des 12. Jahrhunderts. (einfach mal ne provokante These in den Raum schmeißen :D)
 
derohneWolftanzt schrieb:
Aber ganz ohne Kapitalismus gehts auch nicht. Du brauchst immer ein paar die nach Macht und Geld streben. Sowas treibt (wenn es in Maßen passiert), meiner Meinung nach, immer etwas die Wirtschaft und Wissenschaft an.

Ohne kapitalistiche Anwandlungen wären wir wahrscheinlich immer noch alle Bauern auf dem technischen Stand des 12. Jahrhunderts. (einfach mal ne provokante These in den Raum schmeißen :D)

stimmt,provokant, aber war das hohe mittelalter hier in deutschland(germania) nicht viel gerechter, als es heute ist ?

da gab es noch keine zinsen, nur steuern, die ungefähr jedes jahr oder so 10 zu 9 neu ausgegeben wurden, und das alte geld verfiel, wenn man nicht wechseln wollte.

da war es noch so, das derjenige, der hart arbeitete, reich war, und der der nichts tat, auch nichts besaß, und nicht wie heute.

so, und wie der olly schon sagt, back to thema ;), sonst schweift es hier noch voll aus
 
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Was ich der SPD momentan zugute halte (bei allem Müll den sie fabriziert): Sie arbeitet definitiv nicht auf den Machterhalt hin! :D :D

Mal ehrlich, Reformen müssen sein. Aber man muß immer ein bischen die soziale Balance im Auge behalten. Mit Clements Aussagen "Es wird besser, da bin ich sicher" ändert sich gar nix. Ich hab eher das Gefühl der leidet unter Realitätsverlust.

Aber was will unser saarländischer Rotlichfürst anders machen und wie will er es bezahlen? Bis jetzt hat er nur ein "So nicht!" in den Raum gestellt. Ich hab aber noch keine konkreten Ideen von ihm gehört oder hab ich die nur verpaßt?
 
ich finde es gut was Lafontaine sagt, er sagt doch nur die wahrheit und davor haben die anderen wohl angst und wollen ihn in die Wüste schicken
 
Gonzo71 schrieb:
ich finde es gut was Lafontaine sagt, er sagt doch nur die wahrheit und davor haben die anderen wohl angst und wollen ihn in die Wüste schicken
Naja, das was er sagt, ist stand der Dinge aus den 70ern.
Wenn der sich mit der Wahlalternative zusammen tut, wären ohnehin die richtigen zusammen. Alles gewerkschaftliche Betonköpfe die mit mitteln von vorgestern die Probleme von heute lösen wollen.
Na dann Mahlzeit.
 
Daß er Recht hat bestreitet wohl kaum einer in Deutschland (außer Clement). Aber das wissen 75% der Deutschen genauso gut.
Mir fehlen nur die alternativen Lösungen. Und solange er da nix nachliefert, bleibt er für mich nur einer von "denen da oben". Wenn er aber halbwegs vernünftige, finanzbare Lösungen vorweisen kann, überlege ich sogar an nem Parteibeitritt ;)

EDIT: @Graka Wie haben sie gestern in "Monitor" gesagt? Der Sozialvertrag (reich hilft arm, jung hilft alt) wird einseitig gekündigt. Die Oberschicht trennt sich von ihrer Unterschicht. So ähnlich wars formuliert. Aber krass gesagt ist es so.
 
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Gonzo71 schrieb:
ich finde es gut was Lafontaine sagt, er sagt doch nur die wahrheit und davor haben die anderen wohl angst und wollen ihn in die Wüste schicken

ja, ich hoffe auch, das er nicht nur die wahrheit sagt, sondern auch zu änderungen bereit ist, wenn er denn gewählt würde.
aber ich denke diesmal etwas positiver, denn er macht sich ja gerade auch 1000de von feinden, nur um gegen diesen schmach der Reform zu protestieren :rolleyes:
 
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