Die Umfrage zeigt ziemlich klar: LAN-Partys sind vielen noch ein Begriff, aber kaum noch Alltag.
Früher hatten nur 8,2 % mit LAN-Partys gar nichts am Hut. Private LANs waren dabei deutlich wichtiger als öffentliche: 38,8 % waren oft oder regelmäßig auf privaten LANs, weitere 42,4 % ab und an. Bei öffentlichen LANs waren es dagegen nur 7,7 % regelmäßig und 19,1 % gelegentlich.
Heute sieht es anders aus: 77,7 % gehen gar nicht mehr zu LAN-Partys. Gleichzeitig sagen bei einer hypothetischen LAN in der Nähe aber nur 36,4 % definitiv nein. Komplett tot ist das Thema also nicht.
Die genannten Gründe sind auch recht eindeutig:
- 46,5 % fehlt die Zeit
- 44,3 % haben niemanden, mit dem sie hingehen könnten
- 39,4 % fragen sich offenbar: „Die gibt’s noch?!“
- 37,0 % spielen keine passenden LAN-Spiele mehr
- 32,3 % nennen Aufwand, Menschen, Schweiß und zu wenig Dusche/Deo
- 28,8 % nennen Alter bzw. den Aufwand, die eigene Kiste zu schleppen
Für eine Retro-LAN mit Counter-Strike und Unreal Tournament spricht immerhin: Das sind genau die beiden stärksten Spieletitel in der Umfrage. Counter-Strike wurde von 69,5 % genannt, Unreal Tournament von 55,5 %.
Heißt für mich: Eine Retro-LAN kann funktionieren, aber nicht einfach mit „alles wie früher“. Die Umfrage legt eher nahe, dass man die größten Hürden abbauen müsste: weniger Zeitaufwand, bessere soziale Anschlussmöglichkeiten, klare Spielauswahl, gute Organisation und möglichst wenig Schlepperei.
Also eher Samstag/Sonntag statt drei Tage, feste Tischgruppen statt anonymem Aufschlagen, vorbereitete Server statt Patch- und Netzwerkchaos, und genug Komfort, damit „Schweiß und zu wenig Dusche“ nicht wieder Teil des Programms werden.
Nostalgie ist vorhanden. Aber die Umfrage zeigt genauso deutlich, warum viele trotzdem nicht mehr hingehen.