Lebensmittelrecht. Legitimation zur Verbrauchertäuschung?

Schon einmal auf die Zutatenliste von Erdbeerjoghurt geschaut? Ein Großteil von Erdbeerjoghurt hat nicht einmal eine Erdbeere gesehen, und da ergeht es den anderen Fruchtjoghurts nicht anders. Und selbst da wo "echte" Erdbeeren mit drinnen sind, muss der Anteil dort lediglich 6% betragen.



Die Molkereien würden sicher mehr frische Früchte verarbeiten, aber des im Prozess schwierig diese zu transportieren (Pumpen) daher sind die oft schon Matsch bevor Sie im Becher ankommen.
Zudem isst man in Deutschland am liebsten Rührjoghurt, wo die Gallerte gebrochen wird und vermischt wird.

Beim klassischen Stichfesten Joghurt ist es kein Problem echte Früchte zu verarbeiten. Der ist aber nicht mehr in Mode.

Und künstliche Aromen kommen nicht in den Joghurt, sondern die sogn. Fruchtzubereitung
https://www.wildflavors.com/EMEA-DE/produkte/dairy/

Das ist im Prinzip nichts anders wie sehr süße Marmelade, aus echten Früchten. Es kommt halt noch Guarkenmehl als Stabi rein, das wars..

Was anderes würde Aldi & Co auch nicht akzeptieren.
 
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Selbst kochen ist nun einmal Aufwand. Wir kochen seit etwa 4 Jahren selbst - meistens mit Thermomix-Unterstützung - und wissen deshalb, welche Zutaten wir einsetzen. Dafür muss man aber auch Zeit investieren. Statt Brühwürfel macht man eben die Gemüsepaste selbst, dasselbe gilt auch für andere Zutaten.

Zeiteinsatz: Ca. 2 Stunden alle 2 Tage, inkl. einkaufen.

Die Freizeit muss man erstmal einsetzen wollen, wenn man ~40 Stunden pro Woche arbeitet. Und man muss sich gute und vielfältige Zutaten auch leisten können und wollen.



Ich finde aber okay, was die Industrie macht. Es kann sich doch jeder informieren. Gerade wir Deutschen halten uns ja immer für sehr clever und lachen z. B. über US-amerikanische Warnhinweise. Warum also alles regulieren und vereinfachen.
 
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brettler schrieb:
Die Molkereien würden sicher mehr frische Früchte verarbeiten, aber des im Prozess schwierig diese zu transportieren (Pumpen) daher sind die oft schon Matsch bevor Sie im Becher ankommen.
Die Mär von 'zu schwer und zu teuer' erzählt die Industrie allerdings grundsätzlich und wenn sie dann plötzlich doch gesetzlich gezwungen wird geht es dann doch letztendlich. So jedenfalls meine allgemeine Wahrnehmung. Von daher würde ich persönlich auf solche Aussagen erst einmal nicht schrecklich viel geben.
 
Das hat nichts mit dem Preis zu tun. Solche Aussagen kommen auch von Premium Molkerein, wie Bauer, Weihenstephan oder Mövenpick, die sehr hochpreisigen Joghurt produzieren.
Aber eben auch Rührjoghurt.

Joghurt und Frucht treffen an der Abfüllinie zussammen. Der Joghurt ist da bereits erhitzt gewesen und "keimarm".

Da ist es schon ein Problem die Früchte als ganzes zu erhitzen weil die das nicht mitmachen würden.
Zudem schaffen es auch teuere Pumpen nicht 100% die Früchte ohne "Matsch" zu transportieren, daher greift die Industrie seit über 60 Jahren auf Fruchtzubereitungen zurück.

Übrigens sind die gerade die Milchprodukte stark im gesetztlichen Fokus , aber hier weiß der Gesetzgeber auch was Sinn macht. Und ganze Früchte sind es nun mal nicht. (mehr). War zu Zeiten des stichfesten Joghurt noch anders.

Von daher würde ich persönlich auf solche Aussagen erst einmal nicht schrecklich viel geben.
Du hast natürlich Recht ich bin nur ehemaliger Molkereifachmann mit genug Erfahrung in den Prozessen, aber es gibt immer Laien die leider mehr wissen..
 
Idon schrieb:
Ich finde aber okay, was die Industrie macht. Es kann sich doch jeder informieren. Gerade wir Deutschen halten uns ja immer für sehr clever und lachen z. B. über US-amerikanische Warnhinweise. Warum also alles regulieren und vereinfachen.
Ich finde es nicht okay, was die Politik die Industrie machen lässt. Striktere Vorgaben, Kontrollen und Kennzeichnungen (verbindlicher und unverwässerter Nutri-Score) würden den Verbrauchern das Leben sicher verbessern und nebenbei das "sich selbst informieren" erleichtern.
 
Pym schrieb:
Ich finde es nicht okay, was die Politik die Industrie machen lässt. Striktere Vorgaben, Kontrollen und Kennzeichnungen (verbindlicher und unverwässerter Nutri-Score) würden den Verbrauchern das Leben sicher verbessern und nebenbei das "sich selbst informieren" erleichtern.
Genau das zu verhindern ist die Aufgabe der Lobbyisten und Kartelle. Es geht nur ums Geld und nicht um gesunde Ernährung. Hauptargument der Lobby, die Lebensmittel wären sonst zu teuer.Aber, es gibt auch gar nicht genug Rohstoffe um die Produkte in den großen Mengen herzustellen. Erdbeeren! Für den Jougurt in Deutschland bräuchte man die gesamte Welternte an Erdbeeren.
Zurückgeschaut. Die Zahl der Allergien haben sich nach der Wende im Osten dem Westen angeglichen. Wissenschaftler sind der Meinung das die Lebensmittel im Osten nicht so stark Chemisiert (künslich Aromatisiert, Gefärbt usw) waren was zu geringeren Allergien führte. Irgendwie hatte der Mangel auch sein gutes. Natürlich wird jeder Zusammenhang zwischen Chemie und Gesundheit von der Industrie bestritten.
 
adius schrieb:
Genau das zu verhindern ist die Aufgabe der Lobbyisten und Kartelle. Es geht nur ums Geld und nicht um gesunde Ernährung.
Nutri-Score Ampel klingt mir jedenfalls wenig sinnvoll. Einzelne Lebensmittel kann man nicht wirklich generell auf einer Skala von Gut bis Schlecht einordnen. Ich bin aber auch hier geneigt zu vermuten, dass eine Einführung dennoch besser wäre als keine Einführung.
 
BeBur schrieb:
Nutri-Score Ampel klingt mir jedenfalls wenig sinnvoll. Einzelne Lebensmittel kann man nicht wirklich generell auf einer Skala von Gut bis Schlecht einordnen
Warum nicht?
 
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Scrypton schrieb:
Generell: Einzelne Nahrungsmittel sind nicht ungesund, nur eine Ernährung an sich kann ungesund sein.
Konkreter: Wer nur "A" Produkte ist mag am Ende zu wenig Salz kriegen oder zu wenige Vitamine oder gar zu wenige Fette, die Skala kann nicht so Recht dabei helfen sich ausgewogen und damit gesund zu ernähren aber genau das suggeriert sie.
Nichts desto trotz, wenn dadurch ein Anreiz geschaffen wird Produkte mit geringerer Kaloriendichte zu konsumieren ist das für sich genommen vermutlich schon ein Vorteil.
 
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BeBur schrieb:
Generell: Einzelne Nahrungsmittel sind nicht ungesund, nur eine Ernährung an sich kann ungesund sein.
Klar, es kommt auf die Menge an - immer.
Aber die "Ampel" gibt das "gut" oder "schlecht" ja auch nur im Verhältnis an, also zu 100 g oder ml.

Wenn da also nen Joghurt-Becherlein rot ist, sollte ich von denen am Tag vielleicht nicht gleich mehrere verputzen.
Ist er grün, darfs halt evtl. doch mal mehr als einer sein...

Zucker wird rot sein. Das heißt natürlich nicht, dass in einem Haushalt in dem stark auf Ernährung geachtet wird, nicht doch nen Zucker-Päckchen fürs Backen z.B. herum steht.
Muss man halt alles ins Verhältnis und Relation setzen zu dem, was man halt in Summe so zu sich nimmt.

Die Ampel gilt ja nur für "den ersten Blick", sehr gut geeignet, um ähnliche Produkte unterschiedlicher Hersteller eher vergleichen zu können, ohne separiert die Tabellen von jenen in Augenschein nehmen zu müssen, um die einzelnen Beigaben von Fett, Zucker usw. gesondert zu vergleichen.
:D

BeBur schrieb:
Wer nur "A" Produkte ist mag am Ende zu wenig Salz kriegen oder zu wenige Vitamine oder gar zu wenige Fette
Und müsste urplötzlich auch auf jegliche Schokolade verzichten... ^^
 
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Ich persönlich fände gut wenn die Nährwert Angaben größer und vorne drauf stehen würden. Ich kaufe nichts wo ich nicht vorher mal drauf geschaut habe. Aber vielleicht verleitet dies dann ja auch andere? Eine Makro-Nährwert Ampel (hat England das nicht?) wäre eventuell etwas besser als ein reiner Einzelscore.

Auch eine Verbraucher-Aufklärung bzw. Erinnerung fände ich gut d.h. ein großes Schild zu ausgewogener Ernährung vor jeder Kasse.

Womöglich mit der Möglichkeit noch spontan an der Kasse eine Packung Gemüse kaufen zu können :D aber ich denke das wäre zu viel der Regulierung.
 
Das würde vor allem nichts bringen. Wer geht denn in den Supermarkt und denkt sich "oh yes, die haben recht, ich bringe meine 7 Kästen Cola und 20 Packungen Chips zurück und gönne mir dafür eine Zucchini."

Wer gesund einkaufen möchte, der geht mit diesem Mindset in den Laden. Wem es egal ist, der geht eben damit rein. Und so Spontankäufer wie ich, die sich neben ihrem Einkaufszettel auch noch mal eine Tafel Schokolade gönnen, sind einfach willensschwach und lassen sich durch Schilder auch nicht aufhalten. :D


Dann lieber ein verpflichtendes Fach in der Schule, in der neben Steuern und Formularausfüllen auch gekocht wird. Und zwar nicht gesunder Shit den keiner mag, sondern einfach ehrliches echtes Kochen: Lecker, aber aus richtigen Zutaten. Mit selbst gemachten Geschmacksverstärkern und Fonds.
 
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Eine echte Ampel wurde ja bereits erfolgreich von den Lobbyisten verhindert, würde aber sicherlich vielen bei der Entscheidungsfindung helfen. Es langt ja wenn ein Lebensmittel in sich ungesund ist (zuviel Zucker/Fett etc.), dann macht die rote Ampel vielleicht bei manchen klick im Kopf und das Zeug wird nicht gekauft.

Immerhin hatte die Industrie soviel Angst vor einer besseren Ampel, daß sie damals richtig Geld in Lobbyarbeit gesteckt haben und alleine deswegen gehe ich davon aus, daß eine richtige Markierung zumindest gewisse Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten hätte. :D
 
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new Account() schrieb:
Mit welcher Ernährung wäre denn Cola gesund?
Es gibt eine Welt jenseits von zweiwertiger Aussagenlogik, das Cola nicht ungesund ist macht Cola nicht gesund ;D.
 
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Scrypton schrieb:
Bringst du da nicht so einiges durcheinander?
1. Honig enthält auf 100g etwa 78-82 Gramm Zucker, so oder so.
2. Honig ist entsprechend für starke(!) Diabetiker grundsätzlich nicht essbar, so oder so - wenn sie ihn essen möchten, müssen sie sich Insulin dafür spritzen.
3. Die Zucker- bzw. Invertzuckerfütterung findet nach(!) der Entnahme des Honigs statt, damit das Bienenvolk sich von diesem - anstelle von ihrem gesammelten Honig - ernährt.

1&2. Unterschiedliche Zuckerarten, ja. Hauptsächlich Traubenzucker. Da war ich nicht deutlich. Mein Fehler. Ich meinte damit, das derart viel Zucker drin ist, das es für schwere Diabetiker trotz Insulin nicht ausreicht.
3. Jain. Ein Großteil der erbwerbstätigen Imker fängt im Frühjahr mit dem zufüttern an um die Volkstärke möglichst schnell und möglichst groß zu bekommen. Und bei nicht wenigen geht es über die Reizfütterung hinaus.
 
Die größte Verbrauchertäuschung bei Lebensmittel sind für mich diese ganzen Tüten-Pulver Produkte (auch Lebensmittelschrott genannt) sprich, Tütensuppen, Soßen und diese ganzen Fix-Produkte. Nichts wirklich nahrhaftes drin, sind sie aber für die heute dauergestressten Menschen aus der Küche, wegen Zeitmangel (oder auch Bequemlichkeit:D), quasi nicht mehr wegzudenken. Dafür wurden diese Produkte ja auch entwickelt. Und diese Firmen verdienen sich mit diesen Lebensmittelschrott auch noch eine goldene Nase. Bei Fertiggerichten sieht es ganz ähnlich aus. Ich glaube mittlerweile schon, das jede Fertig-Tiernahrung nahrhafter und gesünder ist, als der Mist, der von den Lebensmittelkonzernen für die Menschen produziert wird. :D
 
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