Legitimation für Linke Politik

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Du siehst ja an einem überzeugten Linken wie th3o, dass Aussagen wie
Zitat:
Es wird an Unis genau deswegen gelehrt, weil die Leute, die in den Positionen sind, zu entscheiden was gelehrt wird a) selbst Interessen verfolgen und b) sich einem bestimmten Druck (seis global von mir aus) beugen müssen.

solche vereinfachenden und verallgemeinernden Standpunkte ein wesentlicher Bestandteil der Partei sind. Stammtischpolitik würde ich das nennen.


Auch das muss sehr kritisch betrachtet werden. Es ist an Universitäteten (jedenfalls an meiner) zu beobachten, das Forschungsgebiete, die nicht primär Geld einspielen noch vom Interesse und vorgehen des Professors gestaltet werden. Je weiter das Thema jedoch auch finanziell etwas einbringen könnte wird das Thema mehr und mehr modifiziert und angepasst. Hierbei spielen immer weniger Faktoren der öffentlichen Hand ein.

Ein Beispiel. Das Fach angewandte spezielle Botanik war vor 5 Jahren noch dominiert von mehreren Themengebieten Genetik, Waldschaden, Feldbau, Mykologie. Je mehr Aufträge das Insitut von Saatgutfirmen bekam, desto mehr hat sich das Thema in Bezug auf Genetik und Mykologie verschoben. Einerseits kann man meinen das dies den Grund der Aktualität hat, andererseits lässt sich aber auch vermuten dass mit geziehlter Ausbildung der Stundenten hier Forschungsgelder von nichtsstaatlicher Seite erworben werden wollen.

Das nur als Beispiel eines (auf Wirtschaftsfragen bzogen) Randgruppen Faches. In welcher Weise dies bei wirtschaftswissenschaftlichen Fächern aussieht kann ich nicht sagen, Vermutungen lassen sich jedoch keinesfalls ausschliessen.


Weiterhin ist die PIN Group das schelchteste Beispiel gegen die Einführung des Mindestlohns (jedenfalls in meinen Augen).

Was für einen (freien) marktwirtschftlichen Sinn macht das in Kombination mit HartzIV. Die Post muss Millionen und Abermillionen investieren um gegen den vom Staat bezahlten Konkurrenten zu bestehen, der sich erstens einen Sch...s um seine Arbeiter schert (sonst würden die Löhne bekommen mit denen sie essen können) und zweitens die Gewinne lieber einstreicht anstatt sie in Rentabilität zu investieren. Nach der Steueraktion von Herrn Zumwinkel ist er zwar untendurch, verstehen kann ich aber warum er für den Mindestlohn ist.
 
extasy schrieb:
@DungDanger
schön das du dich schon mit dem Marxismus beschäftigt hast das ist schon mal viel mehr als bei den meisten Gegner des Linken hier im Forum.

Ich muss die Recht geben das die Schlüsse von Marx aufgrund seiner Untersuchungen heute nicht mehr so in die heutige Zeit zu adaptieren sind. Die Analyse des Kapitalismus jedoch ist auch heute absolut aktuell. An den Schlüssen jedoch muss heute wirklich gefeilt werden und das ist ja genau das was ich als moderen Sozialismus bezeichne. Sicher ist für mich jedoch das es so wie es läuft nicht weitergehen kann. Ein System was es einer absoluten Minderheit erlaubt die übergroße Mehrheit zu ihrem Profit auszubeuten kann und darf nicht richtig sein. Letzendlich geht dabei auch die Natur als Lebensgrundlage für uns alle zu Grunde.

Ja das sehe ich auch so.
Beispielsweise entstehen in immer mehr Branchen Großkonzerne welche die kleinen Schlucken --> höhere Preise, weniger Auswahl für den Nachfrager.

Gerade in diesem Zusammenhang sollte uns der Mindestlohn bei der Post aber schon zu denken geben. Der ist nämlich so hoch das potentielle Mitbewerber aus dem Markt (Briefzustellung) ausgeschieden sind --> Arbeitslose und ein weiterer Schritt in Richtung Monopolisierung des Briefzusteller Gewerbes mit den Bekannten Folgen.
 
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extasy schrieb:
@Odium
das ist ja wohl eine arrogante Frechheit Anhäger linker Politik als gering Gebildet und zu diffamieren. Ganz im Gegenteil ist der Anteil der richtigen Arbeiter leider gerade bei Linken recht gering weil der Marxismus eine sehr anspruchvolle Wissenschaft ist . Nicht umsonst waren es haupsächlich Studenten die in den 68er Austand getragen haben. Die endlose intellektuellen Diskussionsrunden bei den Linken halte ich deswegen aber auch nicht für vorteilhaft, weil ich finde das uns eben mehr einfache Arbeiter in unsere Reihen fehlen.
Hingegen ist rechte Gesinnung bekannt für platte Vereinfachung und das übermäßige erheben von Banalitäten wie z.B. Nation, Religion und Obrigkeit.

Es hilft nichts, wenn man sich erheben will, indem man auf eine noch schlechtere Partei wie die NPD oder DFU abzielt. Es ist doch sehr aufwendig, wenn ich jetzt einen Haufen Beispiele von dir kriege und dann zeige, wo genau das auf gering gebildete Menschen abzielt.
Du kannst auch heutige Politik nicht damit rechtfertigen, dass vor 40 Jahren (gebildete?) Studenten gegen etwas demonstriert haben. Das tun heutige Studenten gegen die Studiengebühren ebenso, die Linken sind fleißig mit dabei.

Ich gebe dugbang 100% recht mit seiner Frage, wo die Legitimation der Linken ist, wenn ihre Politik so offensichtlich ohne rationale Grundlage daherkommt. Nur Menschen, die nicht in der Lage sind, die heutigen komplexen Vorgänge richtig zu interpretieren (oder sich nicht die Mühe machen wollen), kämen für mich als potentielle Links-Wähler in Frage. Links bedeutet gegen ein kapitalistisches System zu agieren, ohne zu hinterfragen, ob die Alternativen überhaupt finanzierbar und realisierbar sind. Staaten mit linksgerichteter Führung sind nie ein Musterbeispiel von Wohlstand, Frieden und Stablität.
 
Wenn ich in meiner Seminar Arbeit über den deutschen Arbeitsmarkt schreibe "ach ja, und man sollte einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 € einführen dann geht es allen besser" dann bekomme ich 0 Punkte mit der Anmerkung "Sie haben sich nicht mit der Materie beschäftigt".
Mir ist keine Partei bekannt, die mit umfangreichen Seminararbeiten über ihre Parteiprogramme und deren Forderungen eine Wahl gewonnen hätte. Der Wähler ist hier in der Pflicht, eben diese mehr oder weniger gründlich zu hinterfragen - so denn er das kann, möchte und will.
Linke Politik findet keine Legitimation in der deutschen Wissenschaft.
Und? Ihre Legitimation kommt vom Wähler. Seit wann muss eine Partei hierzulande -egal welche- bestimme wissenschaftliche Erkenntnisse in ihrem Forderungskatalog umsetzen, um eine Legitimation zu bekommen? Ich dachte bisher, unser demokratisches System entscheidet über die Legitimation einer Partei und nicht die Wissenschaft.
Bei den Forderungen der Linken handelt es sich in der Wissenschaft um eine absolute Minderheitenmeinung.
Wie war das gleich nochmal in einer Demokratie...?
Woher kommen also die Forderungen der Linken?
Schick Gregor und Oskar ein Mail und frag nach... :evillol:

Kurzum: Ich verstehe nicht, was Du willst. Setze ich deine Argumentation an, haben nicht nur die Linken keine Legitimation. Die Rechten ebensowenig, Teile der SPD eigentlich auch nicht. Die CDU macht neuerdings auch ein wenig auf sozial - ja und nun?

Haben die plötzlich alle ihre Legitimation verloren?
 
ToXiD schrieb:
Schick Gregor und Oskar ein Mail und frag nach... :evillol:
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können...
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@wiesel 201: Also entweder diskutierst du hier jetzt mal ernsthaft mit oder du machst nen Fun Thread auf.
Die anderen schaffens doch auch sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, auch wenn Sie anderer Meinung sind.
 
Linke Politik findet keine Legitimation in der deutschen Wissenschaft.

Das ist wirklich ein gutes Zitat. Die Komplexität des Problems wird etwas unterschätzt.
Es sind nicht alle Deutschen Wissenschaftler, und je mehr die Wissenschaftler einen Weg beschreiten auf dem sie vergessen, dass in dem Land in dem sie Leben auch noch andere Menschen sind, die auch wählen, und die durch die Wissenschaft in eine Randgruppe gedrängt werden, müssen sie sich damit abfinden, dass sie noch immer in einem Land der Demokratie leben und es, je voller die Randgruppe wird, irgendwann eine heftige Retourkutsche geben könnte.
 
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Erstaunlich finde ich es einfach, dass "komplexe Vorgänge" als irgendein Mysterium hier angeführt werden. Da wird sich nicht einmal dafür stark gemacht überhaupt mal darzulegen was diese komplexen Vorgänge sind sondern es wird einfach nur darauf verwiesen, dass es sie gibt. Es wird dann weiter auch überhaupt nicht hinterfragt ob es gut oder schlecht ist dass etwas der eigenen Wahrnehmung nach komplex ist oder nicht und es wird auch nicht danach gefragt ob das in sich vernünftig ist oder nicht.
Wenn einer sich hinstellt und sagt, dass für ihn die Linkswähler diejenigen sind, die irgendwelche Vorgänge nicht verstehen würden, dann wäre es an diesen Menschen, der das äußert, darzulegen, warum die Vorgänge so wie sie sind (und dafür müsste er sie erstmal darlegen) gut sind oder zumindest warum sie notwendig sind.
Jedoch passiert nichts von alldem.
Das Gegenteil passiert. Es macht vielmehr den Eindruck, als ob diese komplexen Vorgänge von ihren eigenen Verteidigern gar nicht mehr recht verstanden würden. Dann aber wird dieses nicht-Verstehen dafür als Beleg genommen, dass man nicht gegen diese Vorgänge sein dürfte und dass man, weil man sie nicht versteht, ja auch nicht ablehnen dürfte bzw. nicht die Stimme dagegen erheben dürfte. Eine wahrhaft zweifelhafte Argumentation, das muss ich schon sagen. :)
 
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Dann tu ich dir den Gefallen, th3o.
Komplex ist schon die Steuer, z.B. die Spitzensteuer. Die Linken fordern einen Spitzensteuersatz von "mindestens 50%". Jetzt zwei Beispielpersonen:
Dieter, der nicht viel von Wirtschaft und Politik versteht, aber ein Gerechtigkeitsgefühl hat.
Und Heinz, der BWL studiert hat und etwas weiter denkt.
Dieter meint: "Gut, dann müssen die Reichen mehr zahlen, richtig so."
Heinz meint: "Das ist Unsinn, wer schon den Spitzensteuersatz zahlt, ist auch leichter in der Lage auszusiedeln. Er wird Deutschland verlassen, so das wir am Ende gar nix mehr von dem kriegen."

Das Beispiel vom geforderten Mindestlohn steht weiter oben, dugdanger hat das in #15 erläutert.

Drittes Beispiel ist die Begrenzung der Profite der Pharmakonzerne, was die Linken fordern.
Dieter: "Ja, das macht Sinn. Medikamente sind teuer und die Pharmakonzerne verdienen sich dumm und dämlich."
Heinz: "Das ist nicht nur ein Eingriff vom Staat in die Wirtschaft, sondern verzerrt auch die gesetzliche Wettbewerbsfreiheit. Um Umsatz und Gewinn konstant zu halten, werden sie ihre Einrichtungen hier schließen und zukünftig ihre Steuern in Frankreich bezahlen."
 
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@ Odium
wenn das mit dem Aussiedeln und hier Arbeiten so leicht und toll wäre wie es aus deinem Post hervorgeht, warum haben wie nicht nur Liechtensteiner Führungskräfte ? (übrigends lag der Spitzensteuersatz schon höher, ausgesiedelt ist da auch keiner)

Natürlich soll der Staat nicht in die Wettbewerbsfreiheit eingreifen, und warum will die Post den Mindestlohn, wohl wegen stark eingeschränkter Wettbewerbsfreiheit.

Die "Komplexität" tritt hier mal wieder zu Tage, Beispiel 1, 2 und 3 beachten viel zu wenige Faktoren die einspielen.
 
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Rente mit 60, Forderung der Linken.

Menschen werden Älter, mehr Geld für Renten, dieses Geld wird im Zuge des Generationenvertrages von den heutigen Arbeitnehmern über Lohnnebenkosten gezahlt.
(Die Rentenrücklagen reichen 2 Wochen)
Jetzt sollen die Menschen(obwohl sie im Alter gesünder sind-bessere Lebenserwartung, besseree med. Versorgung) schon mit 60 in Rente gehen.
Damit muss viel mehr Geld für Renten aufgebracht werden (Wir sprechen hier von Beträgen jenseits von 20 bis 30 Milliarden Euro jährlich!).
Diese müssen die Arbeitnehmer- im Zuge des Generationenvertrages- zahlen.
Von unseren Brutto Löhnen bleibt dann nicht mehr 60 % übrig sondern nur noch 40% (grobes Beispiel).

Ich frage mich eben woher die Legitimation für eine solche Politik kommt.
Aus der Wissenschaft jedenfalls-zurecht- nicht.
Das aber die Wissenschaft in diesem Zusammenhang mehr gehör finden sollte halte ich für eine Berechtigte Forderung.

@TH3o und Bulletproof:

Ihr sagt die Wissenschaft macht Politik gegen eine Wachsende linke Mehrheit.

Das sehe ich ganz anders: Wo erfuhr denn ein umfassendes Konzept aus der Wissenschaft in den letzten Jahren eine Umsetzung in konkrete Politik?

Steuer Reform von "diesem Professor aus Heidelberg" --> Nein: Wir habewn immer noch das Umfangreichste, Komplizierteste und Ungerechteste Steuersystem der Welt.

Mehr Kapitaldeckungsverfahren bei sozialen Leistungen (Arbeitslosengeld, Renten...), ob man diese nun für richtig oder falsch hält--> Nein, wird von der Wissenschaft gefordert aber nicht umgesetzt (Riester ausgenommen)

Arbeitsmarktreformen im Sinne der Institute--> Nein
.
.
.
.usw
 
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mop.Bulletproof schrieb:
@ Odium
wenn das mit dem Aussiedeln und hier Arbeiten so leicht und toll wäre wie es aus deinem Post hervorgeht, warum haben wie nicht nur Liechtensteiner Führungskräfte ? (übrigends lag der Spitzensteuersatz schon höher, ausgesiedelt ist da auch keiner)

Natürlich soll der Staat nicht in die Wettbewerbsfreiheit eingreifen, und warum will die Post den Mindestlohn, wohl wegen stark eingeschränkter Wettbewerbsfreiheit.

Die "Komplexität" tritt hier mal wieder zu Tage, Beispiel 1, 2 und 3 beachten viel zu wenige Faktoren die einspielen.

Dir ist schon klar das Deutschland seit 2004 ein Auswanderungsland geworden ist?
d.h. in 2004 war es das erste mal so, dass mehr Leute ausgewandert sind als eingewandert.
Man kann ja streiten was die Ursachen sind aber die Fakten sollten erst mal klar sein.

Was fehlt dir denn an Komplexität an den Beispielen 1 bis 3?
 
Zuletzt bearbeitet:
DugDanger schrieb:
Ihr sagt die Wissenschaft macht Politik gegen eine Wachsende linke Mehrheit.


Also wo ich das geschrieben haben soll weiß ich beim besten Willen nicht.
Erstens bin ich der Meinung, dass Wissenschaft selber keine Politik macht sondern, wenn überhaupt, der verlängerte Arm der Politik ist und zweitens sehe ich überhaupt nirgendwo irgendeine wachsende linke Mehrheit.
Ich meine, dass du, zumindest in meinen Beiträgen, etwas reininterpretierst, was da überhaupt nicht drin ist.
 
mop.Bulletproof schrieb:
@ Odium

Natürlich soll der Staat nicht in die Wettbewerbsfreiheit eingreifen, und warum will die Post den Mindestlohn, wohl wegen stark eingeschränkter Wettbewerbsfreiheit.

QUOTE]

Ähm langsam wirds aber schon Haarsträubend.
Die Post wollte den Mindestlohn um Ihre Konkurenten aus dem Markt zu halten. Das ist Ihnen auch gelungen.
Die Folge sind Arbeitslose und kein Wettbewerb im Post Sektor, was im Regelfall (und bei der Post tatsächlich) zu hohen Preisen und schlechter Qualität führt.
Das die Löhne der Konkurenten nach persönlichem Empfinden zu niedrig waren ist schon richtig. Die ist aber ein normaler Vorgang. Die Post hat einen riesen Vorsprung durch die Jahrzehntelange Stellung als Quasi Monopolist. Da mussen neue Markt Eintreter die ersten Jahre eben ganz schon buckeln um den Sprung in den Markt zu schaffen.
Dies äußert sich eben in geringen Löhnen und keinen Gewinnen, eher Verluste.
In einer dynamischen Betrachtung hätte der Konkurenzkampf im Postsektor aber durchaus positive Aspekte mitgebracht.
Arbeitsplätze und, nach Etablierung der Unternehmen im Markt-->höhere Löhne.
Aber das hat sich ja Dank des Mindestlohnes erledigt.
Ich finde das sehr schade.
 
th3o schrieb:
Also wo ich das geschrieben haben soll weiß ich beim besten Willen nicht.
Erstens bin ich der Meinung, dass Wissenschaft selber keine Politik macht sondern, wenn überhaupt, der verlängerte Arm der Politik ist und zweitens sehe ich überhaupt nirgendwo irgendeine wachsende linke Mehrheit.
Ich meine, dass du, zumindest in meinen Beiträgen, etwas reininterpretierst, was da überhaupt nicht drin ist.

sorry dann hab ich dich falsch verstanden oder mit nem anderen Post verwechselt.
Es ist aber keine Meinung das Wissenschaft keine Politik macht sondern ein Fakt.
Trotzdem können Ihre Ideen Einzug in Politik finden-->tun sie aber nicht, oder nur in sehr geringem Maaße.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dug Danger

nettes Beispiel mit der Rente

ein kleiner Exkurs in die Demographie.

Es ist nötig, für eine stationäre Bevölkerung, 2,1 Kinder/Frau zu erzeugen (gebären). Die Fruchtbarkeit hat dabei mehrere Einflussfaktoren. Alles was so mit Männer und Frauen Fertilität zu tun hat und als weiteren sehr wichigen Punkt sozioökonomische Einflüsse/Umstände/Gegebenheiten. Wäre es den Regierungen der 80ziger und 90ziger tatsächlich bewußt gewesen (ehrlich gesagt war es ihnen bewußt nur haben andere, anscheinend wichtigere Dinge, vorrang gehabt) dass die Geburtenrate in Deutschland auf 1,3 Kinder/Frau gefallen war, wäre es sicher nicht soweit gekommen, dass heute bei der Rentenfinanzierung Amok gelaufen wird. Das war ganz sicher kein Versäumniss der Linkspartei.

Hypothese: Wären sozioökonomische Umstände in den letzten 30 Jahren besser auf eine stationäre Bevölkerung ausgelegt gewesen, müsste heute sich keiner drüber den Kopf zerbrechen was mit der Rentenfinanzierung passiert und wann wir in Rente gehen, ob 60, 65 oder 67.

Das Heraufsetzen des Rentenalters ist nichts anderes als den begangen Fehler in der Demographie durch Rentenabschlag der jetzigen Generation zu kompensieren. Das Heraufsetzen des Rentenalters korreliert nämlich schon lang nicht mehr mit dem tatsächlichen Eintrittsalter, und je weiter Eintrittsalter von Anspruchalter entfernt sind desto mehr bezahlst du für Fehler der Regierungen der letzten 30 Jahre und bekommst dementsprechend weniger Rente. Und das Eintrittsalter sinkt jährlich wohingegen Anspruchalter ständig steigt. Fehler heist hier Massnahmen wie HartzIV :). (Absenken der Geburtenrate auf 0,8 Kinder/Frau in Ostdeutschland wo leider der Großteil der HartzIV Generation sich sammelt)
Das in das Sinken des Eintrittsalters noch andere marktwirtschaftliche Faktoren mit einspielen ist noch gar nicht betrachtet.
Schon etwas von dem Phänomen gehört, dass die Chefs immer Jünger werden. Mag gut sein aufgrund der Leistungsfähigkeit, mag schlecht sein in Bezug auf Erfahrung, ist auf jedenfall in der Perspektive schlecht, dass selten Mitarbeiter eingestellt werden die Älter als der Chef sind. Also heben wir das Renteneintrittsalter um die Rentenkasse zu schonen.

Es sind andere Maßnahmen als HartzIV oder "kein Mindestlohn" notwendig, um einen noch größeren Generationskonflikt zu verhindern. Auch ich will einmal Rente haben, und mir ist ganz sicher klar, dass der derzeitige Weg ganz sicher nicht funktioniert.

Und die Steuerreform als umfassendes Konzept zu bezeichnen, die gerade das was ich beschrieben haben in keinem Punkt berücksichtigt, halte ich doch für sehr weit hergeholt.


nochmal zum Postmindestlohn

wie soll es zu mehr Arbeitsplätzen kommen, wenn der gleiche zu transportierende Umfang nicht sprunghaft ansteigt. Ich schreibe jedenfalls nicht plötzlich Briefe weil es die PIN Gruop gibt. Auch waren die Briefpreise als die Post noch Staatsunternehmen war angepasst und angemessen. Wozu ist es nötig auf Biegen und Brechen Konkurrenz zu schaffen, die einzig und allein darin resultiert die Lohnkosten der Arbeiter zu senken, um dem Genrationskonflikt einen weiteren Sargnagel zu spendieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe wohl eine offenere, aber eindeutige Meinung. Die Linke spricht Probleme zwar an, um die sich andere herumkungeln wollen - sie kriegen ja auch keinerlei Spenden für die sie sich revanchieren müssten, hat aber nicht die besten Lösungsvorschläge für diese.
Daher erfreut es mich eigentlich wenn wir endlich Minderheitsregierungen bekommen, und sich die Direktmandatsträger endlich nach Themen anstatt nach Fraktionszwang entscheiden werden - echte parlamentarische Demokratie eben.

In den letzten 2 Tagen hab ich bei der ARD was gesehen, da hieß es um nicht zu den Aufstockern gehören zu müssen, müsste man bei 2 Kindern ca. 13 EUR brutto verdienen, eine Zahl von der aber keine Partei als Mindestlohn spricht.
Und natürlich ist klar das Mindestlohn geringstqualifizierte Arbeitsplätze in erheblichem Ausmaß vernichten wird. Billiger als in einem diktatorisch und/oder zurückliegendem Land kann man Menschen nicht lohnmäßig ausbeuten. Firmen die soetwas machen werden alle 15 Jahre, nachdem sich die Kosten amortisiert haben weiterziehen.
Es stellt sich dann eben die Frage, wollen wir eine Zwangsubventionierung für Unternehmen die besonders schlechte Löhne zahlen oder nicht? Dann kann man den Leuten die nur eine gering Qualifizierung haben auch gänzlich Hartz4 + 1/3 mehr geben, wenn sie eine gemeinnützige Aufgabe für die Gesellschaft tätigen.
Und das Mindestlohn Hartz4 sei ist nicht ernsthaft Realität! Die Aufstocker werden ja nur ca. auf den Hartz4 betrag gehoben + Kinderbonus. Es müssen also einige weniger als Hartz4 verdienen.

Das mit der PIN, da hat man sich die Diskussion eigentlich nur selbst geschaffen, weil man das Briefmonopol unnötig geöffnet hat. Statt 1 Briefträger der 10 Blocks in einer Stadt betreut, gibt es nun 6 oder 8 die diesen Weg "doppelt" laufen - das ist auch ökologisch äußert unsinnvoll. Ökonomisch steigen die Kosten somit bei jedem Einzelnen Marktteilnehmer aber es kommt der Preisdruck auf. Das es Unternehmen dann mit gewissen Möglichkeiten des Staates versuchen kein Wunder.

Insgesamt kann man mE nur sagen das es Leute gibt die Links denken und wählen, und andere die Protest wählen. Aber lieber besser so, als würden 6-7% an die Rechten gehen, das wäre allein außenpolitisch bereits eine Katastrophe. Daher sollten sich Politiker um Sorgen der Menschen kümmern, den Lobbyismus zurückschrauben und dann löst sich das Phänomen der Linken von selbst auf. Wenn man "Glück" hat ist die FDP ja auch diejenige Partei, die durch ihr Ausscheiden wieder zu einem 4-Parteiensystem führt.
 
@Bulletproof

Wie nettes Beispiel mit der Rente?
gehts noch. Das ist ein Fakt kein Beispiel. Das gewünschtes und tatsächliches Eintrittsalter nicht übereinstimmen ist schon klar. Trotzdem wird das durchschnittliche Eintrittsalter deutlich sinken wenn so ein abstruse Forderung (Rente mit 60) umgesetzt wird. Und das kostet Milliarden jährlich.
Natürlich ist die Linkspartei daran nicht schuld, die Forderung wird dadurch aber nicht besser. Im Gegenteil:Wenn man um die Versäumnisse in der Vergangenheit weiß, dann darff man erst recht nicht solch eine Forderung aufstellen.

Zum Thema Steuern:
Da machst du den selben Fehler wie viele Politiker (aller Coleur) in der Vergangenheit.
Du willst die Steuerpolitik für die Rentenpolitik "missbrauchen" so wie für alle Politik Felder überhaupt.
Das führt dann dazu, dass bei mir hier im Regal eine ganze Reihe belegt wird durch Steuer Gesetze, Steuer Richtlinien , Steuer Erlasse.
Kennst du überhaupt die genauen Inhalte der Steuerreform von Kirchhoff oder März?
Dir ist auch klar das Renten heute zum Teil doppelt besteuert werden....usw.:rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
DugDanger schrieb:
@wiesel 201: Also entweder diskutierst du hier jetzt mal ernsthaft mit oder du machst nen Fun Thread auf.

Du willst mir doch nicht wirklich erzählen, linker Politik kraft Deiner Wassersuppe die Legitimation abzusprechen wäre eine auch nur annähernd eine ernsthafte Diskussionsgrundlage? Nur weil ein Professor Sinn nicht viel davon hält? Nur damit Du das nicht in den verkehrten Hals kriegst: Ich achte den Professor, seine wissenschaftliche Arbeit und auch seine Meinung, aber deswegen vergöttere ich ihn nicht und stelle seine Meinung über alles andere. Soetwas habe ich früher schon erlebt und davor bereits meine Großeltern, in völlig unterschiedlichen Systemen. Da zitierte man auch ständig im System anerkannte Autoritäten, klopfte sich dabei ob des eigenen Wissens selbst auf die Schulter und sprach andersdenkenden die Legitimation ab. Denk mal darüber nach!;)
 
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