Linux separat auf USB-HDD

kreppel

Lieutenant
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Juli 2001
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798
Hey Leute
ich bin ein absoluter Anfänger in Linux-Sachen.
Ich möchte gern eine Linux-Version (am liebsten debian oder suse) auf eine externe Festplatte (USB) installieren um bei Bedarf davon booten zu können. Ich will aber, daß mein Dual-Bootsystem aus WinXP und Vista dabei nicht angetastet wird.
Da ich das ganze auf meinem Notebook machen möchte, fällt die Option die interne HDD für die Dauer der Linux-Installation zu deaktivieren leider weg. Auch diese für diesen Zeitraum auszubauen möchte ich nicht umbedingt tun.

Kann ich es trotzdem irgendwie schaffen? Danke schonmal
 
AW: Linux seperat auf USB-HDD

Wie wäre es mit ner Knoppix-CD? Also ne Lösung komplett ohne Festplattenzugriff.
 
AW: Linux seperat auf USB-HDD

Prinzipiell ist das kein Problem.
openSUSE 10.2 bietet für die Partitionierung und Installation den Expertenmodus.
http://www.novell.com/de-de/documen...eference/data/sec_yast2_i_y2_part_expert.html
Wenn du keine Ahnung vom Partitionieren hast, dann lass es lieber, aber das ist natürlich unabhängig von Linux generell.
Du solltest mindestens mit den verwendeten Bezeichnungen für Platten und Partitionen zurechtkommen können, damit du die Platten nicht verwechselst.
Wenn man es einmal gemacht hat, ist es relativ leicht.

Dazu noch einige Erläuterungen:
Man darf nur nicht mit den Datenträgerbezeichnungen durcheinanderkommen, da sie sich von Windows und PartitionMagic unterscheiden.
Am besten die einzelnen Grössen und Label unter Windows vorher anschauen und merken/aufschreiben.

Dazu noch einige wichtige Erläuterungen:

Partitionsbezeichnungen:

/dev/hda Master am primären IDE-Controller
/dev/hdb Slave am primären IDE-Controller
/dev/hdc Master am sekundären IDE-Controller
/dev/hdd Slave am sekundären IDE-Controller
/dev/sda Erste SCSI-Platte
/dev/sdb Zweite SCSI-Platte
...

Die einzelnen Partitionen werden dann pro Platte durchnumeriert
Bsp. auf der ersten primären Platte:
hda1, hda2, hda3, hda4 für die primären Partitionen (gibt ja max. 4)
sind noch logische Partitionen eingerichtet sind diese ja innerhalb einer extended Partition(hda4) und beginnen somit ab Nr. 5
hda5, hda6, hda7, usw...

devices.gif

Quelle: http://www.wcm.at/story.php?id=7542
Ergänzung:
SATA und USB Devices werden als sda / sdb / sdc / ... verwendet
Die verschiedenen Controller werden in der Bootreihenfolge entsprechend ausgewertet.

Du kannst damit die Installation auf der externen Platte durchführen.
Den Bootloader Grub kannst du ebenfalls in den MBR der externen Platte schreiben.
Dann kannst du beim Booten im Bios die externe Platte über Funktionstaste im Bootmenu als Bootdevice auswählen.
Somit bleibt die interne Platte unangetastet.

Evtl. vorher mal mit VMware in einer virtuellen Maschine installieren - zum Üben.
Oder gleich eine vorgefertigte Maschine herunterladen.

gruss, limoni
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Linux seperat auf USB-HDD

@age pi
Knoppix ist mir zu langsam und außerdem möchte ich zusätzliche Programme installieren können.

@limoni
Hey super. Habe openSUSE 10.2 auch schon mal auf der virt. Maschine installiert - aber halt ohne Expertenmodus.
Mein Notebook besitzt eine SATA-Platte. Wie finde ich denn heraus, welches der sd? Laufwerke die USB und welche die SATA-Platte ist? Müßte es, da meine interne Platte geteilt ist, z.B. ein sda1 und sda2 geben, was dann bedeutet, daß sda meine interne SATA-HDD ist?
Heißt also, ich muß einfach im Setup die USB-HDD als Ziellaufwerk angeben und dann wird auch der Bootloader nur in den MBR der USB-Platte geschrieben?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die interne Platte wird zuerst kommen => also sda
Die externe USB wird dann => sdb => sofern da natürlich nicht noch andere Platten im Spiel sind.

Ein Tip:
Das Beste ist, auf der externen Platte einfach genügend unpartitionierten Platz zu lassen, oder sie erst gar nicht vorher zu partitionieren.
Dann nimmt der Installer automatisch diesen unbenutzten Platz und macht einen entsprechenden sinnvollen Vorschlag, der nach Überprüfung nur noch bestätigt werden muss.

Unterscheidungsmerkmale:
Hersteller
Typ
Grösse
Label
Partitionierung
Filesysteme
Platz-Belegung

Wenn deine interne Platte 2 Partitionen hat (unter Windows C:\ und D:\ oder wie auch immer die Laufwerksbuchstaben vergeben worden sind) werden da wohl sda1 und sda2 mit NTFS Formatierung auftauchen - die darfst du dann natürlich nicht anfassen.

Der Bootloader Grub wird standardmässig in den MBR der 1. Platte geschrieben.
Dabei werden die Windows Installationen von Grub erkannt und in das Bootmenu mit eingebunden, allerdings openSUSE an die erste Stelle gesetzt.
Möchtest du dieses nicht, gibt es bei der Installation des Bootloaders die Option:
Andere
womit du den Ort des Bootloaders selbst festlegen kannst. => In diesem Falle sollte das sdb werden.
14.3.2 Speicherort des Bootloaders

Um den Speicherort des Bootloaders zu ändern, gehen Sie wie folgt vor:
Speicherort des Bootloaders ändern

1. Wählen Sie die Registerkarte Bootloader-Installation und anschließend eine der folgenden Optionen für Speicherort des Bootloaders:

Master Boot Record von /dev/hdX

Dadurch wird der Bootloader im MBR einer Festplatte installiert. X gibt die Festplatte an, beispielsweise a, b, c oder d:

hda => ide0 master
hdb => ide0 slave
hdc => ide1 master
hdd => ide1 slave


Bootsektor der Boot-Partition /dev/hdXY

Der Bootsektor der Partition /boot. Dies ist der Standard für die Option, wenn Sie auf Ihrer Festplatte mehrere Betriebssysteme installiert haben. Das Y steht für die Partition (1, 2, 3, 4, 5 usw.), wie in:

/dev/hda1

Andere

Mit dieser Option können Sie den Speicherort des Bootloaders manuell angeben.

2. Klicken Sie zum Anwenden der Einstellungen auf Beenden.
http://www.novell.com/de-de/documen..._boot_yast2_config.html#sec_boot_yast2_config

Wenn irgendetwas schieflaufen sollte, musst du für die Wiederherstellung des Windowsbootloaders nach den Stichworten:
Reparaturkonsole
Fixboot
Fixmbr
EasyBCD

suchen.
Damit kann alles in den Ursprungszustand wiederhergestellt werden.

Es gibt auch für Fortgeschrittene die Möglichkeit mit der Installations CD/DVD von openSUSE diverse Reparaturszenarien durchzuspielen:
http://www.novell.com/de-de/documentation/opensuse102/opensuse102_startup/data/sec_trouble_data.html

Damit sollte man eigentlich alles wieder hinbekommen.

Ein ernstgemeinter Hinweis noch:
Nicht Partition Magic zum Partitionieren benutzen, das geht bei modernen Installationen immer häufiger mal schief.
Der Installer von openSUSE bringt alles notwendige für übliche Installationen mit.

Willst du es dennoch komfortabler, dann schau dir Parted Magic an:

gpartedsmall.jpeg


http://partedmagic.com/index.html

Das *.iso File downloaden (ca. 30MB), als Image brennen, davon booten.


gruss, limoni
 
Zuletzt bearbeitet:
Super, vielen Dank. Werd mich am Wochenende gleich mal ransetzen. Ich denke, mit deiner Erklärung schafft ich das jetzt ohne Probleme.
 
Am Wochenende?
Die reine Installationszeit (ohne Lesen und Nachdenken über die Partitionierung) sollte auf deinem Notebook so um die 45min dauern.
Dies bei einer Standardinstallation mit Gnome oder KDE - benötigt ca. 3GB - Besser ist jedoch gleich 10-20GB zur Verfügung zu stellen, wenn vorhanden.
Vollinstallation ca. 9GB, dauert dann natürlich länger - Standard reicht aber, man kann hinterher alles noch benötigte nachinstallieren.
Hängst du hinter einem Router, bist du auch gleich im Netz.

Und denk daran, wenn du den Bootloader Grub auf die externe Platte installierst, dann musst du auch im Bios die Bootreihenfolge entsprechend abändern. Sonst startet einfach weiter Windows.
Oder es gibt eine Funktionstaste zum drücken dafür, welche dann beim Booten ein Menu zur Auswahl zeigt, von welchem Datenträger gebootet werden soll. Da musst du mal schauen.

Viel Spass.

gruss, limoni
 
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