Linux soll einfach zu bedienen sein - 3 Wünsche

J

Jupp53

Gast
Hallo,

im zweiten Link, der auf einen Podcast von November 2015 verlinkt, wird etwa von Minute 38:25 bis 43:20 von Lennart Poettering , von dem ich vorher nichts wusste, ein Plädoyer gegen Elitismus und für Einfachheit in Linux gehalten.

Der ganze Podcast https://cre.fm/cre209-das-linux-system ist mit knapp drei Stunden zu viel, für eine Diskussion hier. Der Ausschnitt spricht Probleme an, die ich kenne und die mir den Weg zu Linux erschwerten. Als Beispiel sei die Einrichtung einer WLAN-Verbindung genannt, die früher in Linuxdistributionen ohne Not unnötig kompliziert war. Unter Windows wurden die verfügbaren Netzwerke angezeigt und übernommen, unter Linux musste man wissen, dass man sich die unter Windows anzeigen lassen konnte, dann aufschreiben, dann hoffen ohne Tippfehler gearbeiten zu haben und nach mindestens drei Bootvorgängen - 1. Linux booten, feststellen was da verlangt wurde. 2. Windows booten und nachgucken. 3. Linux booten und Eingabe fehlerfrei erledigen - kam man ins Netz. Suchte man in einem Linux-Forum gab manche Antwort, die eher abschreckte. Die Beschreibung ist faktisch und enthält die Ironie des Lebens.

Ich will nicht verschweigen, dass ich auf meine Fragen in Linuxforen meistens freundliche Antworten bekam. Die unfreundliche Antwort bekam ich, weil ich in einem Ubuntu-Forum nach einem LinuxMint-Problem fragte, wobei es noch eine freundliche Antwort gab. Als Linux-Noob hatte ich den Streit um Mint nicht mitbekommen. Da kann Linux nichts für.

Was würdet Ihr als erstes vereinfachen oder als Funktion wünschen, wenn Ihr die berühmten drei Wünsche hättet? Bei mir sind das

1. Eine frei auf dem Desktop zu platzierende Taskleiste, die die Programme automatisch nach der Häufigkeit des Aufrufes nach Wunsch von oben nach unten, rechts nach links oder anders herum anordnet.
2. Eine Möglichkeit ohne großes Basteln meine Schachprogramme, zwei Datenbankprogramme und ein Analyseprogramm, unter Linux laufen zu lassen. Wine packt das nicht, sagen die entsprechenden Foren.
3. Eine Möglichkeit einfacher Einblick in die Updates zu bekommen, was?, warum?, nötig oder optional?.

Bin gespannt, ob was und was kommt.

Gruß
 
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Jupp53 schrieb:
3. Eine Möglichkeit einfacher Einblick in die Updates zu bekommen, was?, warum?, nötig oder optional?.
Der Punkt triggert mich ziemlich. Einfach, weil hier die Updatefaulheit aus jeder Pore schwitzt, die einem unter Windows mit Schocktherapeutischen Maßnahmen in die DNA gestanzt wurde.
Was ist an Updates so verkehrt? Gerade in großen Linuxdistributionen, wo sie komfortabel, performant, übersichtlich und gut organisiert sind.
Jemand findet einen Fehler oder erweitert die Funktion in seinem Programm. Neue Version, wird verteilt.
Willst du dein System verwalten oder damit arbeiten?

Was ich mir von Linux wünsche sind Dinge, für die Linux per se nichts kann.
Zb wünsche ich mir OpenCL Support für amdgpu, ohne die Pro-version nutzen zu müssen. Und ich wünsche, mir dass mehr Programme OpenCL nutzen, wenn es Sinn macht. Leider wird OpenCL gerade mit allen Mitteln erwürgt:
https://www.phoronix.com/scan.php?page=article&item=opencl-30-spec&num=1
Danke Nvidia, thanks a lot. fu.

Mehr Spiele sollten Vulkan nutzen, aber auch hier, hat nichts mit Linux zu tun.
Browser sollten endlich Videobeschleunigung unterstützen. Linux stellt die Infrastruktur seit Jahren bereit.
Streaming: Wenn es schon nicht im Browser gehen soll, dann fllt eine separate App per flatpak? Wie bereits gesagt, Linux ist hier nicht das Problem sondern Netflix, Amazon und alle anderen Contentgefängnisse.

Hier möchte ich auch deinen Punkt 2 ansprechen: Das deine Programme nicht auf Linux laufen, hat rein gar nichts mit Linux zu tun. Geh den Programmierern der Software auf den Keks. Sag denen, es wird eine Linuxversion benötigt. Wenn genug Leute dieselbe Frage stellen wird es vllt wahr. Du beschuldigst hier das Opfer, nicht den Täter. Das ist moralisch fragwürdig.
Jupp53 schrieb:
1. Eine frei auf dem Desktop zu platzierende Taskleiste, die die Programme automatisch nach der Häufigkeit des Aufrufes nach Wunsch von oben nach unten, rechts nach links oder anders herum anordnet.
Ich weiß nicht ob sich schon jemand mit so einem Gimmik befasst hat, aber geht das unter Windows? oder MacOS? Bisher konnte ich fast jedes Hirngespinst mit irgendeinem Desktop und irgendeinem Tool unter Linux umsetzen. Und wenn es noch nicht existiert, schreib es selbst. Wenn du nicht willst, dann ist das Jammern auf hohem Niveau.

tl;dr
Es ist 2020, Linux ist einfach zu bedienen. Ich kann das und ich scheitere daran ein paar Socken zu finden welches zusammen passt.
Linux ist nicht Windows. Das ist keine Neuigkeit, aber man muss die Leute, die dies erwarten immer wieder daran erinnern.
 
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Linux ist einfach zu bedienen... aber es ist halt kein Windows, deshalb werden deine Windowsprogramme halt maximal unter Wine laufen.
Und zu Updates gibt es meistens Security Seiten der Distributionen bzw. Security Listen bei denen man sich eintragen kann. Optional sind Updates unter den meisten Distributionen in der Regel nicht.
 
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Interessanter Podcast. Habe mir nur die erwähnte stelle angehört. Was ich ganz toll fände:



1.
Wenn man sich eine Distro mit GUI auswählt, sollte möglichst alles auch über GUI steuerbar sein.
Meistens gibt es ja kleinere Programme schon vorinstalliert, die einem Bestimmtes einfacher machen und eine GUI bieten.
Wenn ich zum Beispiel an das einbinden von Festplatten oder NAS-Laufwerken denke. Da ist eine fstab-Datei natürlich nützlich. Wenn man mal alles hinbekommen hat, kann man sie kopieren und auf einem anderen Linux-System einfügen (wenn sich sonst nichts ändert). Aber ein zentrales Programm mit Auswahlmöglichkeiten für Einbindung über NTFS, SMB 1.0, 2.0 etc. mit kleinen Infos dazu, wofür das alles gut ist, wäre schon nett. Gibt es vielleicht sogar, aber soweit ich weiss meistens nicht direkt in der Distro integriert? Das Programm macht ja im Prinzip wahrscheinlich nichts anderes, als die ausgewählten Parameter in die fstab zu schreiben. So kann man sie immer noch exportieren/importieren.

Ein tolles Programm ist zum Beispiel der sc-controller. Damit kann man sich einen Steam Controller unter Linux einrichten, ohne Steam zu nutzen. Es werden alle möglichen Tasten optisch angezeigt. Man hat drop down Menüs für alle Funktionen der jeweiligen Tasten. Es gibt eine gut nutzbare Standardeinstellung auf deren Basis man seine eigene Konfiguration erstellen kann. Wenn es sowas für die Bearbeitung der fstab gäbe, mit allen Funktionen, wie die UIDs direkt anzeigen lassen und über ein Drop down Menü auswählen, welche man einbinden möchte. Dann ankreuzen, welche Nutzergruppen Zugriff bekommen sollen und was sie mit dem Laufwerk alles machen dürfen usw. Ich denke, da gibt es einige Funtkionen, die man auf diese Art und Weise ins System integrieren könnte, um es neuen Nutzern einfacher zu machen.

2.
Einheitlicheres Aussehen von verschiedenen Programmen.
Es gibt eine Variable Programm-Designs? bei den Distros/Desktops, die man beachten muss, wenn man sich Programme installiert. Es gibt Programme mit QT4, QT5, GTK3, GTK+. Je nachdem was man nutzt, sieht das Fenster plötzlich ganz anders aus. Eventuell wäre auch eine Gruppierung dieser Versionen in den Paketmanagern praktisch, so dass man versuchen kann, möglichst einheitlich zu bleiben.

3. Eine Art einfacher Linux-Baukasten für eine eigene Distro, mit geführter GUI. Zum Beispiel ein Basis-Debian mit KDE als Desktop und allen möglichen Programmen, die man gerne hätte, mit Funktionen, die man gerne hätte etc.
Sowas wie "Linux From Scratch" mit geführter GUI. Wenn auch nur zum ausprobieren und rumbasteln, als Einstieg ins Kompilieren und anderen Kram.


Es gibt so viele Dinge, mit denen man sich als User tiefer Beschäftigen muss, wenn man mehr als nur Surfen, Videos schauen und Office machen möchte.

Aber ich denke sowas ist kaum möglich, bei so viel Freiheit und Engagement von Personen, Dinge zu verbessern und auf andere Arten zu lösen. Das was Linux so toll macht, führt natürlich auch zu Zersplitterung und Uneinheitlichkeit. Deswegen soll das auch keine grosse Kritik sein, sondern eher so eine Art Wunschvorstellung oder Gedankenspiel.

Das sind alles Dinge, die mir gerade so spontan einfallen, mich persönlich jetzt aber nicht zu tiefst stören. Ich finde es ganz interessant, mich nach und nach tiefer in die Materie einzuarbeiten. Wirklich leicht ist es aber nicht, wenn man nicht so viel Zeit hat. Zum Glück habe ich so viel Zeit :D
 
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ghecko schrieb:
Der Punkt triggert mich ziemlich.
Das fällt auf.
Einfach, weil hier die Updatefaulheit aus jeder Pore schwitzt, die einem unter Windows mit Schocktherapeutischen Maßnahmen in die DNA gestanzt wurde.
Es ist also Faulheit, wenn ich wissen will, welche Funktion das Update hat? Interessante Sicht der Dinge. Im Laufe der Jahre habe ich einige Programmveränderungen erlebt, die sinnvolle Funktion durch kontraproduktive Änderungen zerstörten. Gratulation an alle, die das noch nicht erlebt haben.
Du beschuldigst hier das Opfer, nicht den Täter. Das ist moralisch fragwürdig.
Ich arbeite hier gerade überhaupt nicht mit Schuld. Mir das zu unterstellen ist freundlich formuliert, eine Frechheit.
Und wenn es noch nicht existiert, schreib es selbst. Wenn du nicht willst, dann ist das Jammern auf hohem Niveau.
Hier jammert nur einer, und das bin nicht ich. Zu verlangen, dass der Linux-Nutzer programmieren kann, disqualifiziert Dich für jeden zivilisierten Austausch. Du hast den Ausgangspunkt des Themas nicht verstanden oder willst ihn bewusst sabotieren.

Junge, Junge.
 
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Ich denke, der große Fehler ist es Linux mit Windows (oder auch Mac OS) zu vergleichen. Es werden oft Dinge gewünscht die es nicht gibt weil es so ist wie es ist. Zum Beispiel das GUI geführte "persönliche" Linux. Naja wenn man die GUI schon drin hat dann braucht man ja dafür schon eine Menge Sachen und das System ist damit ja schon zu 90% gesetzt.
Auch kann man nicht wirklich verlangen das es für jede persönliche Vorliebe schon eine Distribution gibt die diese bedient. Wenn es das gibt dann kann man sich freuen und es gibt ja echt viele Variationen.
Mit Gentoo oder Arch (das ja ziemlich populär ist) mal zwei Beispiele genannt bei denen man die volle Kontrolle hat, aber die hat einen Preis: Man muss tief eintauchen. Ist wie bei anderen Produkten auch. Aber der große Vorteil von Linux ist das man die Möglichkeit (im Gegensatz zu properitären Systemen) überhaupt hat. Es selbst zu bauen, oder eine wir-liefern-alles Distro zu nehmen und dann von dort aus das System nach den eigenen Wünschen zu ändern.

Zu den Punkten des TE:
2. Das hat jetzt nix mit Linux selbst zu tun. Das sind die Softwarehersteller die aus welchen Gründen auch immer, ihre Software nur für ein oder zwei OS anbieten.
Mein Gefühl ist, das es aber schon etwas besser wird. Außerdem hoffe ich etwas das Virtualisierungsumgebungen wie Docker und Snap auch bei komplexerer Software zur Anwendung kommt und die Sachen somit plattformunabhängiger werden. Vielleicht ja nur ein Wunschtraum, aber diese Techniken bieten auch für die Softwarehersteller viele Vorteile.
Trotzdem schließe ich mich diesem Wunsch an, ich wünsche mir das Anbieter von Software mehr Plattformvielfalt anbieten. (aber das ist nichts was "Linux" machen kann, wir als Kunden können das aktiv von den Herstellern einfordern)

3. Da hilft vielleicht einfach eine andere Distro. Sicher gibt es welche die drücken die Updates im friss-oder-stirb Modus wie Windows durch. Aber es gibt auch genug die einem die Kontrolle lassen, wo man Updates manuell installiert z.B. und sich dann vorher die Release-Notes anschauen kann.
 
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Jupp53 schrieb:
Zu verlangen, dass der Linux-Nutzer programmieren kann, disqualifiziert Dich für jeden zivilisierten Austausch.
Nicht gleich mit Fäkalien werfen.
Mein Punkt ist, dass Linux dir jede Möglichkeit bietet, dein System nach deinen Vorstellungen anzupassen. Dazu muss man teilweise sogar programmieren können, richtig erkannt. Wenn man etwas will was nicht existiert muss man es selbst machen oder andere fragen, die es können. Oder sich damit abfinden. Verlangt habe ich nur Einsicht, dass es manchmal eben nicht ohne Eigeninitiative voran geht.
Jupp53 schrieb:
Ich arbeite hier gerade überhaupt nicht mit Schuld. Mir das zu unterstellen ist freundlich formuliert, eine Frechheit.
Na ja:
Linux soll einfach zu bedienen sein - 3 Wünsche
Jupp53 schrieb:
Eine Möglichkeit ohne großes Basteln meine Schachprogramme, zwei Datenbankprogramme und ein Analyseprogramm, unter Linux laufen zu lassen.

Bzgl Updates: also ich lese Release Notes bei Programmen, bei denen mich das interessiert. Das könnte ich auch bei allen Paketen machen, die bei mir eingespielt werden. Nur wozu? Ist es beruhigend, das bequem per dropdownmenü bei jedem Paket welches geupdatet werden soll sehen zu können?
Sollen Maintainer mehr Zeit mit der Dokumentation außerhalb des Codes verbringen als mit dem Maintainen des Codes? Ist es effizient, 400+ Pakete nach Farbe zu sortieren, damit der User sie selektiv einspielen kann?
ghecko schrieb:
Willst du dein System verwalten oder damit arbeiten?
Btw:
Bildschirmfoto_2020-04-29_02-14-46.png
 
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ghecko schrieb:
Nicht gleich mit Fäkalien werfen.
...
Verlangt habe ich nur Einsicht, dass es manchmal eben nicht ohne Eigeninitiative voran geht.
...
Na ja:
+ Das Zitat mit der Schuldidee.

Du magst ja Ideen haben, über die sich reden ließe, wenn Dir auffiele wie Du argumentierst. Schade für Dich. Schade für das Thema.
 
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@TE

Wenn Du das Thema schon derart persönlich nimmst und dabei sachlich nicht über gewisse Formulierungen hinwegsehen kannst, warum hast Du dann den Fred eröffnet? Ich finde, ghecko hat im zweiten Beitrag wenigstens umfassend inhaltlich geantwortet.
 
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@Akula

Das Thema nehme ich nicht persönlich. Die Beleidigungen und Unterstellungen schon, die im zweiten Beitrag weiter gingen. Da antworte ich lieber direkt, als mich an die Moderation zu wenden. Falls es dazu Rückfragen gibt, bitte ich um PN. Hier ist das für mich abgeschlossen.

Inhaltlich antworte ich gerne, da Du es Dir gewünscht hast.

Die Forderung ein Linux-User solle programmieren können bedeutet, Linux für eine kleine Minderheit zu reservieren. Nichts dagegen, wenn jemand diesen Wunsch hat. Wirklich. Nun gibt es Menschen, die Computer als Arbeitsinstrumente und weiter nichts verwenden wollen. Die werden damit als Benutzer von Linux-Systemen ausgeschlossen, wenn sie keine EDV-Spezialisten sind. Mein Wunsch ist die Möglichkeit einfach mit Linux arbeiten zu können. Das Oligopol MS, Apple auf dem Desktop ist für die Benutzer von Übel, denke ich mir jedenfalls in Übereinstimmung mit den volkswirtschaftlichen Lehrbüchern.

Der Wunsch bestehende Programme über die heutigen OS-Grenzen zu nutzen, mein Schachkram ist nur ein Beispiel, ist Science Fiction. Es wird hoffentlich mal irgendwann Rechenmaschinen geben, denen ich sage: Benutze die und die Daten für das und das so und so. MS und Apple können das auch nicht. Ja und? Wofür ist das ein Argument? Den Wunsch habe ich für andere Programme auch gelesen, z.B. Photoshop. Die Binse, dass das an Adobe (Platzhalter!) liegt und nicht an Linux mit dem ganzen Rattenschwanz an Argumenten finde ich nicht zum Thema gehörig. Wer das so verstehen will mag das in Ruhe ausbreiten.

Gamer haben ähnliche Wünsche. Da kann ich mich nicht zu äußern, mangels Interesse. Schach und Angband laufen gut unter Linux und haben nicht die Anforderungen an Graphik. Wobei die Engine Lc0 perfomante Graphikkarten nutzt. Aber ich habe absolut nichts dagegen, dass Gamer ihr Hobby unter Linux ohne Einschränkungen erleben wollen. Weshalb sollte ich?

Die angesprochene Aktualisierungsverwaltung mit dem Screenshot läuft entweder nicht auf meinem Mint oder sie ist da noch nicht aufgetaucht, wenn ich Synaptic, Ubuntu-Anwendungsverwaltung oder apt bzw. apt-get verwendet habe. Außerdem geht das nicht auf den Kern meines Wunsches ein. Vielleicht wird das mit einer konkreten Schilderung deutlicher: Mein "Lieblingsprogramm" in Sachen Schach unter Linux erlaubte seit x Jahren über ein Icon das Brett von der weißen oder der schwarzen Seite zu sehen. Diese Möglichkeit ist plötzlich mit einem Update verschwunden. Sehr lästig für die Arbeit mit dem Programm! Ähnliches habe ich unter WIN mit den Ribbons erlebt. Da haben sich die Leute inzwischen dran gewöhnt. Aber wirklich ergonomisch und für Neueinsteiger intuitiv ist das nach meiner Beobachtung nur bei dem Schachprogramm Aquarium umgesetzt worden. Den themenfremden Teil rausgenommen bleibt der Wunsch funktionierende Arbeitsabläufe zu erhalten und nur zu ersetzen, wenn das mit Gewinn geschieht.

Mir ist klar:
  • Linux ist nicht Windows oder Android oder ....
  • Ich habe mich auch schon mal gefragt, warum der Drucker nicht läuft und das Stromkabel war nicht in der Steckdose. Manchmal habe ich mich schon gewundert, warum dem Monitor keine blonden Haare gewachsen sind.
  • Software-Entwickler sind Menschen.
  • ....
Bloß hat das alles überhaupt rein gar nichts mit mit dem Eröffnungspost zu tun. Da geht es um Wünsche nach einfacher Bedienung, die beim Linux-Nutzer entstehen.

Die Antwort von @Ark'Shell auf meine Punkte war inhaltlich nicht weit weg von dem hier jetzt angesprochenen. Da wollte ich später noch einmal sachlich antworten, was hier implizit geschehen ist.

Freundlichen Gruß!
 
Naja das viele Windowsprogramme unter Linux nicht laufen und auch nicht portiert werden liegt oft auch daran, dass irgenwelche Microsoft Bibliotheken (VB.NET und wie sie alle heissen) benutzt werden, was für die Entwickler oftmals nützlich ist, aber für einen Linux Port müssten die Funktionen halt evtl. selbst implementiert werden oder bei Games welche nur DirectX verwenden.

Da gibt es zwei Szenarien: entweder Linux wird irgendwann so populär, dass sich für Entwickler der Portierungsaufwand lohnt oder aber Microsoft portiert seine Bibliotheken und APIs für Linux,(oder stellt sie gar unter Open Source Lizenz) sodass die Portierung von Windows Software einfacher wird.

Aber insgesamt finde ich ist Linux schon sehr Anwenderfreundlich. Es gibt Distros bei denen musst du kein einziges mal mehr in irgendeine Configdatei gehen oder die Konsole verwenden, da es für jedes Konsolentool mittlerweile GUI-Frontends gibt.

Zu der Updatethematik fällt mir noch ein, dass es aber so ist wie bei jeder Software: wenn man wissen will, was das Update für Änderungen mitbringt, kommt man nichtumhin die Patchnotes zu lesen. Die Updates in Linux kommen ja nur deshalb weil der Maintainer des Paket sie ins Paketrepository eingestellt hat.
Man kann aber auch Pakete von der aktualisierung ausschließen. Geht alles. Oder wenn es ein Open Source Programm ist und man merkt die neue Version ist nichts für einen, dann geht man zurück auf eine alte Version, diese sind oft auf der Seite des Projekts noch verfügbar und können über den Source Code installiert werden. Zugegeben Programme zu kompillieren ist dann doch was anderes und eher für Fortgeschrittene, aber es ist nunmal eine Möglichkeit.

Um mal zu deinem Schachproblem zu fragen: hast du mal nach Open Source alternativen geschaut? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die nicht gibt für Linux. Ja es ist eine Umstellung evtl., aber viele Open Source Alternativen sind oft richtig gut, wenn man ihre Bedienung erlernt, denn zugegeben, manchmal haben Open Source Projekte nichts von UX-Design gehört. Technisch sind sie ihren proprietären Konkurrenten doch oft überlegen.
 
Vor kurzem hat eine Person was schönes gesagt.

Für die meisten soll / muss Linux ein Windows oder MacOs Ersatz sein. Der Gedanke ist aber falsch. Die vorgefertigten Distrubionen sind nur ein Einstieg in die Welt.

Ein Linux System soll generell für jeden ein eignes Custom System sein, was man nach Wünschen sich selbst zusammenstellt.
 
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BieneMafia schrieb:
Ein Linux System soll generell für jeden ein eignes Custom System sein, was man nach Wünschen sich selbst zusammenstellt.
Das ist aber auch ein Problem. Viele sehen den PC nur als Werkzeug, das funktionieren muss. Diese Art von Menschen wollen gar kein "Custom System" nach ihren Wünschen haben. Es soll alles möglichst einfach und vorgefertigt sein.
Z.b. könnt ich meinen Eltern sowas nicht vor die Nase setzen. Die haben ein Chromebook bekommen. Einfach und tut was es soll ohne zu nerven. Es ist also möglich, Linux distros DAU-tauglich zu machen. (Chrome OS ist doch Linux, oder?)
 
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IBMlover schrieb:
Viele sehen den PC nur als Werkzeug, das funktionieren muss. Diese Art von Menschen wollen gar kein "Custom System" nach ihren Wünschen haben. Es soll alles möglichst einfach und vorgefertigt sein.

Auch das ist kein Problem.
Gibt genug Distros, die intuitiver und einfacher als Windows zu bedienen sind.

Allerdings heißt für viele "möglichst einfach und vorgefertigt" halt "so wie bei Windows", weil sie das schon kennen.
 
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Old Knitterhemd schrieb:
Auch das ist kein Problem.
Gibt genug Distros, die intuitiver und einfacher als Windows zu bedienen sind.

Allerdings heißt für viele "möglichst einfach und vorgefertigt" halt "so wie bei Windows", weil sie das schon kennen.

Ich möchte ja jetzt wieder nicht irgendeine Diskussion anfangen zum Thema Linux/Windows - aber was bitte ist "schwer" an der Bedienung von Windows 10? Windows-Taste + eingeben was ich suche oder starten möchte + Enter

Und wer jetzt wieder mit Windows 7 oder so kommt, benutzt ihr auch Linux 1.x weil früher alles besser war?
 
Interessantes Thema.

Elitarismus findet sich mMn überall in Tech-Foren, könnte hier die Linux-Community die Ausnahme bilden? Ich meine ja, ist schon so, mindestens teilweise.
Das Problem aus meiner Sicht ist, Einsteiger:innen können oft, unabhängig von der Software/Hardware, Fragen nicht gut genug formulieren. Hilfsbereite Antwortende schmeißen viel zu oft mit Terminal-Kommandos und scheinbar „kryptischen“ Begriffen um sich, für „Einsteiger:innen“ oftmals verwirrend oder ungewohnt. Ein klassisches Kommunikations-Problem. Einsteiger:innen erwarten einfache Lösungen und Helfer:innen antworten mit aus ihrer Sicht „einfachen“ aber unverständlichen Lösungswegen.

Ich nutze openSuse Tumbleweed (KDE) jetzt noch nicht so lange das ich mir anmaßen würde mich als Pro (Was immer das auch sein soll, egal) zu bezeichnen, das notwendigste konnte ich mir anlesen. Oder ich schlag einfach nach, Internet ist trotz Linux-Nutzung nicht kaputt. Wirklich schwierig ist die Benutzung im allgemeinen nicht, fast alles geht per GUI. Konsolen-Kommandos sind schneller, ich mag die Konsole inzwischen wieder.
Meine wichtigsten Multimedia-Anwendungen funktionieren zufriedenstellend. Habe ich Probleme? Ja, hier und da, meine Erwartungshaltung war entsprechend, insofern bin ich nicht enttäuscht sondern eher weiterhin neugierig interessiert.

Das was ich mir wünschen würde:
  • Mehr und ausführlichere Dokumentation generell, ja wirklich
  • AirDrop und Itunes, wird wohl realistisch betrachtet unerfüllt bleiben (ist okay) – meine Programmierkenntnisse sind beschränkt, insofern kann ich selbst da nix machen. Außer macOS installieren.
  • zypper für andere Distributionen

Ergänzend noch, es wäre schön wenn „Linux“ und open source Teil des Lehrplans wären. Den Podcast hör ich mir mal komplett an, Danke für den Hinweis.
 
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Es gibt nicht "das eine Linux" sondern du vergleichst hier eine Distribution bzw. kritisierst diese und äußerst Anpassungen.
Wenn dir die Update-Verwaltung von Mint nicht gefällt: Mache ein Feature Request Ticket auf oder wechsel auf eine für dich passendere Distribution oder versuche den Updater von Ubuntu zu installieren der alle notwendigen Infos liefert wie man im Bild von @ghecko sieht.

Wenn sich deine für Windows programmierten/kompilierten Schachprogramme/Photoshop/Beliebiges-Beispiel ändern oder von den Entwicklern nicht für Linux laufen ist das jetzt wie genau eine Ursache von $beliebiger-Linux-Distribution?

(Open Source) Entwickler werfen selten grundlos Funktionen weg. Primärgründe sind entweder dass diesen Teil des Codes niemand mehr pflegen kann oder will und der Code Fehler verursacht oder aufgrund von anderen Anpassungen nicht mehr kompatibel ist (und niemand dies pflegen kann oder will). Wenn bei einer neuen Version mit entfallenen Funktionen dann Anwender kein Feedback geben bzw. dies nur in irgendwelchen Foren machen anstatt per Feature Request im jeweiligen Bugtracker bzw. per direktem Kontakt mit den Devs: Woher sollen diese dann wissen, dass jemand den Knopf für die Brettrotation verwendet?

Dein Wunsch nach einem alles umfassenden Tool zum Thema Mounts und Dateisysteme widerspricht kolossal dem Grundgedanken von Unix/Linux: ein Tool für ein Problem. Ja, diese Tools sollten gut miteinander agieren können. Willst du Dokumentation dann lies die jeweiligen Manpages von fstab und/oder mount. Bei deinem alles umfassenden Tool frage ich dich: Welche Features genau sollen da rein? Welche nicht mehr? Wo ziehst du da die Grenzen und warum? Wieso noch veraltete und obsolete Dinge wie SMBv1.0 dort aufnehmen? Neben SMB auch NFS? Wenn ja: Generell NFS oder erklärst du auch die (für jeden Anwender unterschiedlich stark) relevanten Unterschiede von NFSv3 und NFSv4? Wo wir schon bei NFSv4 sind bitte Kerberos nicht vergessen. Wenn nein: warum genau nicht?
Was ist mit ZFS? Erklärst du dies nur bei Canonical oder auch bei anderen Distris, die dies nicht direkt aufgrund der Lizenzproblematik integrieren? Was ist mit Lustre, GlusterFS, Ceph oder den ganzen anderen Dateisystemen, die ich vergessen habe...
Neben SMB und NFS nutzt man ja ggf. auch gerne mal SSHfs, wie war das noch gleich mit diesen Schlüsseln? Welcher muss genau wo hin kopiert werden?

Manpages reichen ja nicht, du möchtest also dein all-umfassendes-irgendwas-mit-Dateisystemen-und-Einhänge-Möglichkeiten grafisch haben und dies soll sich dann direkt in allen Desktopoberflächen (xfce, gnome, kde, lxqt, cinnamon, mate, etc) perfekt integrieren? Was ist mit Servern? Parallel wäre natürlich auch eine Webvariante toll.

Ich höre jetzt mal auf denn du siehst dein Wunschtool aus dem Beispiel ist eine never-ending-Story und könnte dutzende von Entwicklern, Testern, UX/UX-Designern, usw. usf. für Wochen und Monate beschäftigen und dann wirst du nie allen gerecht.

Wenn du ein zentrales Tool zur Konfiguration suchst schau dir ggf. mal openSuse und deren YaST an wobei ich auch gestandene SLES-Admins kenne die einen großen Bogen um dieses Tool machen^^
 
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sh. schrieb:
aber was bitte ist "schwer" an der Bedienung von Windows 10?

Windows 10 ist so ziemlich das schlimmste Windows.

Guck dir doch mal alleine die neue Systemsteuerung an...

Wer hat sich dieses dämliche Design ausgedacht.

Da wollte man auf Teufel komm raus modern und flat machen und hat dabei komplett auf Usability und Übersichtlichkeit geschissen.

Von dem Mischmasch mit der alten Systemsteuerung ganz zu schweigen.


Ich kann Windows bedienen, aber ich bin damit auch aufgewachsen, es als intuitiv oder simpel zu bezeichnen, fiele mir aber im Leben nicht ein.

Da sind 90% aller Linuxdesktops besser.


sh. schrieb:
Windows-Taste + eingeben was ich suche oder starten möchte + Enter

Dann stell so mal den Pegel des Mikrofons ein.


Windows ist überladener Mist.


Außerdem: für alle Beispiele die hier genannt wurden, für die sich GUIs unter Linux gewünscht wurden, gibt es bereits welche.
 
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Um nochmal was halbwegs konstruktives zum Thema beizutragen:

Braucht es für alle Funktionen eine GUI? Der Haupteinsatz eines Linux-System ist immer noch der Server-Betrieb und ich kenne keinen der einen Server ernsthaft mit einem Desktop Environment betreibt.
 
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BieneMafia schrieb:
Für die meisten soll / muss Linux ein Windows oder MacOs Ersatz sein. Der Gedanke ist aber falsch. Die vorgefertigten Distrubionen sind nur ein Einstieg in die Welt.
Genau das. Zu den Punkten aus dem Eingangspost: 1. Sehe ich als Spielerei. Es gibt nun wirklich genügend Möglichkeiten die verschiedenen GUIs unter Linux auch an die allerspeziellsten Bedürfnisse anzupassen. 2. Wenn bestimmte Windows-Programme gebraucht werden, Alternativen suchen (und oft finden). Falls dies nicht möglich ist, abwägen, was wichtiger ist: Die Programme oder das Betriebssystem. 3. Verstehe ich nicht. Jedes Update wird mir unter Ubuntu, Manjaro, Fedora, Suse auf Wunsch angezeigt (siehe Screenshot von @ghecko ). Wie es unter Mint ist weiß ich gerade nicht. Dies ist nicht Windows, das Updates und deren Funktionen hinter kryptischen Nummernfolgen versteckt. Die scheinbar vorhandene Einstellung, dass Updates unbedingt eingesehen und kontrolliert werden müssen ist meiner Meinung nach auch eine Prägung aus der Windows-Welt (sieht mensch meiner Meinung nach auch an der Unterscheidung "nötig oder optional", die ich so unter Linux nicht kenne). Ich habs tatsächlich auch noch nie erlebt, dass wirklich zentrale, wichtige Funktionen irgendwo wegfielen... und ich nutze Linux mit Unterbrechungen seit 99.
 
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