Meine Erfahrung im ÖD ist, dass es oft engagierte Mitarbeiter gibt. Besonders die neuen.
Leider sind die Umstände so, dass oft wenig bis gar nichts bewirkt werden kann.
Dies führt dann zu sehr viel Frust und Demotivation mittelfristig. Dann wird woanders hingegangen oder man legt sich eine "mir alles egal" Haltung zu.
Wesentliche Probleme aus meiner Sicht warum sich nur wenig tut:
Entscheider sind ab einerm gewissen Level oft politische Menschen nach Parteibuch. Sprich kaum Fachkompetenz und vor allem auf die eigene Karriere bedacht. Was ist schädlich für die eigene Karriere? Für Dinge verantwortlich gemacht werden zu können. Also werden einfach keine Entscheidungen getroffen. Was alles lähmt.
Da hab ich ein paar wilde Beispiele. Dienstleister kommen angereist für mehrere Tage Arbeit. Es muss eine kleine Entscheidung über Implementierungsdetails getroffen werden. 2 Beamte sagen "Nein der andere ist verantworltich das zu entscheiden". Es wird über Wochen nichts entschieden. Tja wird der Dienstleister halt mal wieder gut vergütet ohne was tun zu können. Entwickler im Max Plank darf nicht selber einfachste Dinge entscheiden. Mehrere Ebenen Vorgesetzte verweigern es ebenso zu entscheiden. Am Ende eskaliert eine mini Entscheidung bis zum Institutspräsidenten hoch.... Ergebnis fürs Industrieprojekt ist mau. Aber hey Staat zahlt ja die meisten Kosten. Was kümmerts wenn es danach direkt in den Müll wandert.
Zusätzlich gibt es keine Qualitätskontrolle und keine Konsequenzen. Es wird immer mal vorkommen dass an kritischer Stelle jemand sitzt der einfach gar nichts tut. Tja jetzt ist der Prozess kaputt. Pech. Dann gibt es ein bisschen Wildwuchs und jeder wurschtelt Parallelprozesse wie er möchte. Das macht es aber nicht besser.
Mit den aktuellen Rahmenbedingungen sehe ich sehr schwarz für eine sinnvolle Digitalisierung und Prozessautomatisierung im ÖD.
Es gibt seit Jahrzehnten die Option viele Prozesse sinnvoll zu automatisieren. Passieren tut es nicht. Erheblich fragmentierte Zuständigkeiten zwischen Land/Kommune/Bund und verschiedenen Behörden macht es nicht besser.
Wenn du eine sinnstifende Arbeit im ÖD suchst geh in die Schweiz. Da ist der ÖD erstaunlich gut aufgestellt vgl mit hier. Gehälter sind da auch echt solide im ÖD. Und nein man ist damit nicht ärmer als in DE. Die Kaufkraft ist erheblich höher.
Zur Finanzierung auf Bundesebene: Nachdem die CDU der Ampel den Haushalt weggeklagt hat, wurden gerade im Bereich Digitalisierungen extreme Einsparungen getroffen. Für die CDU Regierung selber aktuell hat das Thema scheinbar 0 Priorität. So etwas braucht solide Finanzierungen und Planung auf Jahrzehnte. Schwierig wenn kaum etwas bis zur nächsten Landtagswahl/Bundestagswahl überlebt.
Hintergrund: 6 Jahre im ÖD gearbeitet. Davor teils Verwaltungsdinge im ÖD als Nebenjob. Auf die eine oder andere Art ca 10 Jahre im ÖD.
Leider sind die Umstände so, dass oft wenig bis gar nichts bewirkt werden kann.
Dies führt dann zu sehr viel Frust und Demotivation mittelfristig. Dann wird woanders hingegangen oder man legt sich eine "mir alles egal" Haltung zu.
Wesentliche Probleme aus meiner Sicht warum sich nur wenig tut:
Entscheider sind ab einerm gewissen Level oft politische Menschen nach Parteibuch. Sprich kaum Fachkompetenz und vor allem auf die eigene Karriere bedacht. Was ist schädlich für die eigene Karriere? Für Dinge verantwortlich gemacht werden zu können. Also werden einfach keine Entscheidungen getroffen. Was alles lähmt.
Da hab ich ein paar wilde Beispiele. Dienstleister kommen angereist für mehrere Tage Arbeit. Es muss eine kleine Entscheidung über Implementierungsdetails getroffen werden. 2 Beamte sagen "Nein der andere ist verantworltich das zu entscheiden". Es wird über Wochen nichts entschieden. Tja wird der Dienstleister halt mal wieder gut vergütet ohne was tun zu können. Entwickler im Max Plank darf nicht selber einfachste Dinge entscheiden. Mehrere Ebenen Vorgesetzte verweigern es ebenso zu entscheiden. Am Ende eskaliert eine mini Entscheidung bis zum Institutspräsidenten hoch.... Ergebnis fürs Industrieprojekt ist mau. Aber hey Staat zahlt ja die meisten Kosten. Was kümmerts wenn es danach direkt in den Müll wandert.
Zusätzlich gibt es keine Qualitätskontrolle und keine Konsequenzen. Es wird immer mal vorkommen dass an kritischer Stelle jemand sitzt der einfach gar nichts tut. Tja jetzt ist der Prozess kaputt. Pech. Dann gibt es ein bisschen Wildwuchs und jeder wurschtelt Parallelprozesse wie er möchte. Das macht es aber nicht besser.
Mit den aktuellen Rahmenbedingungen sehe ich sehr schwarz für eine sinnvolle Digitalisierung und Prozessautomatisierung im ÖD.
Es gibt seit Jahrzehnten die Option viele Prozesse sinnvoll zu automatisieren. Passieren tut es nicht. Erheblich fragmentierte Zuständigkeiten zwischen Land/Kommune/Bund und verschiedenen Behörden macht es nicht besser.
Wenn du eine sinnstifende Arbeit im ÖD suchst geh in die Schweiz. Da ist der ÖD erstaunlich gut aufgestellt vgl mit hier. Gehälter sind da auch echt solide im ÖD. Und nein man ist damit nicht ärmer als in DE. Die Kaufkraft ist erheblich höher.
Zur Finanzierung auf Bundesebene: Nachdem die CDU der Ampel den Haushalt weggeklagt hat, wurden gerade im Bereich Digitalisierungen extreme Einsparungen getroffen. Für die CDU Regierung selber aktuell hat das Thema scheinbar 0 Priorität. So etwas braucht solide Finanzierungen und Planung auf Jahrzehnte. Schwierig wenn kaum etwas bis zur nächsten Landtagswahl/Bundestagswahl überlebt.
Hintergrund: 6 Jahre im ÖD gearbeitet. Davor teils Verwaltungsdinge im ÖD als Nebenjob. Auf die eine oder andere Art ca 10 Jahre im ÖD.
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