Mein Kampf im Geschichtsunterricht?

Der Verkauf ist nicht verboten.

Da gab es verschiedene Wege, die Bayern versucht hat einzuschlagen.

Vor einigen Jahren hatten sie den Plan, Mein Kampf selber neu heraus zu bringen. In einer ausführlich dokumentierten Fassung. Dazu wurde ein Institut beauftragt. Das hat etliche € an Steuergelder gekostet. Diese Version ist nun fertig. Aber letztes Jahr hat Bayern sich dann gedacht, auch diese Version wollen wir nicht auf den Markt bringen und haben dieses Vorhaben verworfen.

Und jetzt will Bayern gegen jede Veröffentlichung klagen. Als Grundlage dient die der Tatbestand der Volksverhetzung. Aber ob das klappt, das wird man sehen. Verbieten per se ist schwierig. Darum eben jede Veröffentlichung neu zu verbiete. Und darum auch, der Verkauf ist nicht untersagt, generell.

Bayerns Haltung ungeachtet will das Institut, was die kommentierte Fassung erarbeitet hat, das Buch dennoch veröffentlichen. Und damit riskieren, dass sie von der bayrischen Landesregierung vor den Kadi gezogen werden.

Unter anderen hier ein Beitrag, der die vergangenen Dinge etwas zusammen fasst.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/2627636/Mein-Kampf---Das-gefährliche-Buch
 
Onkelhitman schrieb:
Die Folgen eines Buches sind auch Quark, es lag ja an der Person, nicht am Inhalt des Buches...

Wieviel weisst du über den Inhalt?
Darin findet sich, wenn auch sehr verwirrend und schlecht strukturiert geschrieben, eigentlich nur das, was jene Person im Hirn hatte.
Den Zweck der kommentierten Fassung kann auch ich nur teilweise nachvollziehen, das liegt aber daran, dass ich mich zu Schulzeiten in zwei verschiedenen Klausuren damit bereits herumplagen musste. Klar kann man sich das erarbeiten, für Leute die nicht in dem Thema stecken kann der Blindflug in die braune Soße aber auch schnell nach hinten losgehen und als positive Ideologie in der Birne landen. Da macht es Sinn- Ansonsten finde ich es nach wie vor albern, was für ein Tamtam darum gemacht wird.
Wer's lesen will, kann's seit vielen Jahren im Internet tun und der Wirbel (seitens der bayerischen Regierung, aber auch der Historiker, die an der kommentierten Version gearbeitet haben) fasse ich nur als das auf, was es ist: Mit Schicklgruber lässt sich noch immer erschreckend viel Profit machen, zu mindestens 50% weil die NS-PR-Masche noch immer gut funktioniert, der Rest reiht sich irgendwo in Gruselgeschichten, zuviel Guido Knopp konsumiert, und Abscheu ein, die natürlich auch reizend ist.
 
@rumpel01
Ich bin also erst in der Lage das Buch zu verstehen, wenn es mir ein Anderer erklärt? Ich denke nicht...

@Schrammler
Ich habs gelesen. Ich kenne den Inhalt. Es ist kein gutes Buch, aber es ist bei weitem mehr, als man weissmachen möchte.

Das mit dem nach hinten losgehen ist Unsinn. Wenn du Agatha Christie liest, wirst du nicht zum Mörder. Wenn du etwas von Karl Marx liest wirst du nicht zum Kommunisten. Wenn du die Bibel liest, wirst du nicht zum Christen. Und wenn du "Mein Kampf" liest, wirst du nicht zum Rechtsradikalen.

In einem gebe ich dir Recht. Der Reiz des Buches ist eigentlich, etwas zu lesen, was man nicht tun soll . Ich hab schon viele Bücher in meinem Leben gelesen, das hier war ein sehr... langwieriges, weil es sich zieht und mans eigentlich weglegen will. Dennoch: Was ich anfange, lese ich zu Ende.

In dem Buch sind jedoch sehr viele Parallelen zur heutigen Politik zu finden, und das finde ich schon Geschichts- wie auch Politikunterricht-würdig. Viele Kinder würden schon viel mehr von Politik verstehen, wenn sies nur erklärt bekämen. Da ist das als Grundlage gar nicht mal verkehrt. Ebenso wird dort sehr gut veranschaulicht, was mit Macht erreicht werden kann. Durch Machtmissbrauch und letztlich zu den Taten, die auf die Person, die das Buch schrieb, folgten. Laut seinem Buch hätte er sich nämlich schon lange selbst erschießen müssen.
 
Onkelhitman schrieb:
@rumpel01
Ich bin also erst in der Lage das Buch zu verstehen, wenn es mir ein Anderer erklärt? Ich denke nicht...

Da verstehst Du den Sinn und Zweck wissenschaftlicher Editionen nicht. ;) Wissenschaftliche Ausgaben 'erklären' einem nicht das Buch, sondern helfen es zu verstehen, geben einem Hin- und Querverweise an die Hand, insbesondere in den Einzelheiten, die nicht explizit gemacht werden, oder ob Sachzusammenhänge korrekt wiedergegeben werden oder nicht, ob man das in der Zeit generell so gesehen hat oder nicht. Sprich: ein historisch-kritisches Verständnis wirst Du nicht erhalten, wenn Du einen wissenschaftlichen Apparat 'ignorierst' oder glaubst, ein Werk ausschließlich aus sich selbst heraus zu verstehen. Das ist, entschuldige, vermessen und funktioniert nämlich nicht, weil gleich welche Schrift niemals ohne ihren jeweiligen historisch-kulturellen Kontext erfasst werden kann.

Ich finde Deine Haltung interessant, weil sonst muss man den Leuten immer dreimal sagen, dass sie Fußnten a) lesen b) zur Kenntnis nehmen sollen c) verstehen und d) diesen ggf. nachgehen sollen. Überlesen wird sowas echt richtig gern. :D

Oder hast Du Angst, dass auf jeder Seite steht, wie böse Hitler war? ;)
 
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Onkelhitman schrieb:
Wenn du etwas von Karl Marx liest wirst du nicht zum Kommunisten. Wenn du die Bibel liest, wirst du nicht zum Christen. Und wenn du "Mein Kampf" liest, wirst du nicht zum Rechtsradikalen.

Um Marx überhaupt zu verstehen, musst du denken können, um Hitler und seinen Krampf zu verstehen, musst du den Rassismus in dir entdecken oder dich in die Lage eines Rassisten in Mitteleuropa der 1920er Jahre hineinversetzen. Das ist ein enormer Unterschied.

Onkelhitman schrieb:
In dem Buch sind jedoch sehr viele Parallelen zur heutigen Politik zu finden, und das finde ich schon Geschichts- wie auch Politikunterricht-würdig. Viele Kinder würden schon viel mehr von Politik verstehen, wenn sies nur erklärt bekämen. Da ist das als Grundlage gar nicht mal verkehrt.

Als Grundlage halte ich es für völlig verkehrt, es ist eher ein historisch abschreckendes Beispiel dafür, zu welcher politischen Ideologie Minderwertigkeitskomplexe führen können.

Ich würde Kindern, die nicht über das heutige politische und wirtschaftliche System nachdenken sollen, auch nicht empfehlen Marx und Engels zu lesen.
 
Schau einfach bei Amazon.com nach. Da findest du auch die deutsche Sprachausgabe ... wobei ich persönlich mir das Geld für dieses Buch echt sparen würde.
Ich glaube interessanter zu lesen sind die Göbbels Tagebücher. Die bekommst du bei deiner Bibliothek deines Vertrauens. Er führte die Tagebücher ja für sich selbst ... und gibt somit mehr Preis.

@ Schrammler

Er könnte ja seine Marx Ausgabe auf "Mein Kampf" legen. Vielleicht konvertiert er dann doch noch ins Judentum. ;) Ich glaub ein Vollblutnazi muss man nicht sein - hatte AH überhaupt soviel Hirn ein anspruchsvolles Buch zu verfassen? Zu der Zeit war er ein Niemand ...
 
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@rumpel01
oder ob Sachzusammenhänge korrekt wiedergegeben werden oder nicht, ob man das in der Zeit generell so gesehen hat oder nicht. Sprich: ein historisch-kritisches Verständnis wirst Du nicht erhalten, wenn Du einen wissenschaftlichen Apparat 'ignorierst' oder glaubst, ein Werk ausschließlich aus sich selbst heraus zu verstehen.
Wenn dem so ist, müsste man das für jedes Buch machen. Das historisch-kritische Verständnis ändert sich doch im Laufe der Zeit, und gerade da kann man im Unterricht ansetzen, wie verschieden nun das Leben, die Werte und die Zeit mit der heutigen war. Wie Menschen dachten, dass es noch Sklaven gab, und und und. Dahingehend auch die Ängste der Menschen, die sich ja scheinbar Jahre später wieder aufrufen lassen.

Das ist, entschuldige, vermessen und funktioniert nämlich nicht, weil gleich welche Schrift niemals ohne ihren jeweiligen historisch-kulturellen Kontext erfasst werden kann.
Ich soll also nicht glauben was da drin steht, sondern ich soll glauben, was der kommentierte Teil von sich gibt? Ich denke nicht, ich denke eher, ich muss mir die Informationen selber suchen, wenn ich es neutral betrachten will. Dann kann ich immer noch sagen: In der Hinsicht hat er Unsinn geschrieben, in der hat er Recht. Wobei es auch wiederum ein Unterschied ist, ob ich ein Lexikon schreibe, bei dem eher Fakten reingehören, oder ein Sachbuch schreibe, welches von mir in meiner Weise manipuliert und "missbrauchte Fakten" zu meinem Zwecke beinhaltet. Auch hier gehört diese Ausarbeitung auf meine Kappe, nicht auf Anderen, die können ja ebenso "ihre Fakten" mitbringen. ;)

Und dass Hitler böse war ist völlig egal. Piraten waren auch böse, diejenigen, die die Indianer ausgerottet haben waren auch böse. Ich käme aber nicht auf die Idee, Bücher, die nun geschrieben würden von einem Indianer als "Opfer-Buch" zu interprätieren. Wenn ich auch zugeben muss, dass dort die Verallgemeinerung durchaus in meinem Kopf entstünde. Wie ja auch Hitler in meinem Kopf belegt ist, sicherlich bei fast allen Menschen, die von ihm und seinen Taten gehört haben.

@Schrammler
Nunja, wenn du davon ausgehst, dass die Leute Bücher lesen, und nicht darüber nachdenken....
Der Rassismus ist nicht der überwiegende Teil des Buches. Er ist nicht zwangsläufig die Grundlage. Und dass ich mich in die Leute hineinversetzen muss, gerade hier macht das Buch doch genau das, was man eigentlich will. Es kollidiert mit unseren Wertevorstellungen und ist perfekt um herauszufinden, dass wir, obwohl wir ja meinen weiter zu sein, immer wieder auf den Rassismus und die Macht hereinfallen. Siehe: "Die Welle". Siehe: "Er ist wieder da". Oder die aktuelle Flüchtlingskrise. Würde daher stimmen, was du schreibst müsste man davon ausgehen, dass nur wenige nachdenken.....

Ich würde Kindern, die nicht über das heutige politische und wirtschaftliche System nachdenken sollen, auch nicht empfehlen Marx und Engels zu lesen.
Wenn man den fetten Part nimmt, stimmts.

@_killy_
Nicht um zu erfahren, wie es so weit kam. Da helfen mir Göbbels Tagebücher nicht.
Mein Kampf war auch kein anspruchsvolles Buch. Ich weiss aber auch nicht, ob es das sein sollte. Dann hätten ihn ja wiederum nur wenige Menschen verstehen können und die ihn verstanden hätten, hätten seinen Mist nicht gelesen und es in die Ecke gepfeffert. Die Zielgruppe war also eine andere.
 
Onkelhitman schrieb:
Ich soll also nicht glauben was da drin steht, sondern ich soll glauben, was der kommentierte Teil von sich gibt? Ich denke nicht, ich denke eher, ich muss mir die Informationen selber suchen, wenn ich es neutral betrachten will. Dann kann ich immer noch sagen: In der Hinsicht hat er Unsinn geschrieben, in der hat er Recht. Wobei es auch wiederum ein Unterschied ist, ob ich ein Lexikon schreibe, bei dem eher Fakten reingehören, oder ein Sachbuch schreibe, welches von mir in meiner Weise manipuliert und "missbrauchte Fakten" zu meinem Zwecke beinhaltet. Auch hier gehört diese Ausarbeitung auf meine Kappe, nicht auf Anderen, die können ja ebenso "ihre Fakten" mitbringen. ;)

Herrje, es geht nicht um das glauben, es geht nicht um 'gut' oder 'schlecht', diese normativen Aspekte haben als wissenschaftliche Kategorie in der Analyse des Werks kaum einen Wert. Und es geht auch nicht darum, dass Dir irgend etwas vorgekaut wird, sondern Dir wird von einer Gruppe von Leuten, die sich damit lange Jahre beschäftigt haben, ein Angebt gemacht, eine Schrift in einer Form zu erfassen und zu durchdringen, wie es Dir allein gar nicht möglich wäre. Woher kommt nur diese krude Angst vor dem wissenschaftlichen Apparat und diese, entschuldige erneut, Hybris, dass man das alles allein viel besser könne? Sich selbst zu informieren und zu forschen ist prima, aber noch besser ist es, wenn man zusätzlich darauf aufbaut, was andere bereits geleistet haben. We are standing on the shoulder of Giants.

Wenn dem so ist, müsste man das für jedes Buch machen. Das historisch-kritische Verständnis ändert sich doch im Laufe der Zeit, und gerade da kann man im Unterricht ansetzen, wie verschieden nun das Leben, die Werte und die Zeit mit der heutigen war.

Du hast es erfasst. Das muss man machen. ;) Umso weiter man sich aber von dem kulturellen-historischen Kontext, in dem das Buch steht, in diachroner und kultureller Perspektive entfernt, desto mehr muss man diesen untersuchen, wenn man das Werk wirklich durchdringen will. Ein aktueller Kommentar mit wissenschaftlichem Apparat leistet exakt das bzw. gibt einem die Instrumente an die Hand, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können. ;)
 
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Onkelhitman schrieb:
@Schrammler
Nunja, wenn du davon ausgehst, dass die Leute Bücher lesen, und nicht darüber nachdenken....
Der Rassismus ist nicht der überwiegende Teil des Buches. Er ist nicht zwangsläufig die Grundlage.

Der Rassismus ist Grundlage der Ideologie, das wiegt viel schwerer als die hitlerischen Floskeln drumherum, die dazu dienten es dem Zeitgeist anzupassen.


Onkelhitman schrieb:
Würde daher stimmen, was du schreibst müsste man davon ausgehen, dass nur wenige nachdenken.....

Die Masse denkt nicht- davon profitierten nicht nur die Nazis. Wenn die heutige Masse dieses Buch nur liest, weil es gerade im Trend ist (siehe meine aufgeführten Gründe für den Erfolg), wird dabei wenig herumkommen, zumindest in Westdeutschland sind Grundpfeiler vorhanden, die anderes verhindern. Du zieltest allerdings auf Kinder ab, denen du damit Politik erklären willst: Mehr vergiften kann man die Jüngsten nicht, als mit diesem Buch und in jeglicher Hinsicht.
 
Adolf Hitlers Ansichten wurden durch Henry Fords (ja, DER Ford, der mit den Autos) "Der internationale Jude" maßgeblich geprägt. Henry Ford war glühender Hitler Anhänger und wurde 1938 auch mit dem "Adlerschild des Reiches" ausgezeichnet. Seit 2008 gibt es übrigens im Iran eine neue Fassung vom "Internationalen Juden" zu kaufen....

Baldur von Schirach hat bei den Nürnberger Prozessen sogar dieses Buch als das für ihn prägenste Buch angepriesen und als Grund dafür angegeben, dass er Antisemit wurde.

Wenn man sich mit "Mein Kampf" auseinandersetzen will/muss, dann sollte man die 20 Euro übrig haben und sich "Der internationale Jude" ebenso kaufen.

http://www.amazon.de/henry-ford-int...n:186606,k:henry ford der internationale jude


Schrammler schrieb:
Als Grundlage halte ich es für völlig verkehrt, es ist eher ein historisch abschreckendes Beispiel dafür, zu welcher politischen Ideologie Minderwertigkeitskomplexe führen können.

Ford oder Hitler hatten beileibe keine Minderwertigkeitskomplexe - weißt du überhaupt was dieses Wort bedeutet?

Beide sahen sich als absolute Herrenmenschen, die anderen Befehle erteilen konnten und bestimmen konnten, wer als minderwertig gilt und wer nicht. Ford war bekannt für diese Einschätzungen anderer Menschen.
 
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Ok rumpel01, wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind. ;) Denn ich bin der Meinung, dass gerade das Erarbeiten wichtig für den Lernprozess und den Verarbeitungsprozess ist. Wohingegen ich die Informationen, die nun als mit-Anhang im Buch sind, wahrscheinlich nicht mehr in Frage stellen würde. Daher ist deren sorgfältige Auswahl sowie Objektivität ein Muss. Das kann ich aber nicht beurteilen, da ich den kommentierten Teil nicht kenne. Du hast also Recht, ich muss mir erst einmal das neue Werk kaufen, um es vergleichen zu können.

Ein aktueller Kommentar mit wissenschaftlichem Apparat leistet exakt das bzw. gibt einem die Instrumente an die Hand, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können.
Er überspringt damit aber den Teil des selbst erarbeitens, indem ich wiederum das glauben muss, was dort steht und erarbeitet wurde. ;) Wir drehen uns im Kreis. Ist aber ok.

@Schrammler
Wenn ich also den Kindern Winnie Puh gebe werden sie alle zu selbstlosen Menschen die anderen helfen? Ich bezweifel das sehr. Außerdem ist hier das Wort: Kind entscheidend. Es gibt aber einen Unterschied, ob ich Hitler im Geschichtunterricht als völlig Größenwahnsinnigen Massenmörder hinstelle (der er zweifellos war) und demnach ALLES was mit dem dritten Reich verbunden wird verteufel. Oder ob ich erkläre WARUM das so ist, WIE es dazu kam, wie es vor allem bei Hitler dazu kam, und welche Parallelen/Gefahren wir in der heutigen Zeit haben. Damit kann man nicht Politik erklären, sondern die Machtergreifung Hitlers und wie es dazu kam. Ebenso das WIESO. Und dem Wieso steuern wir in der momentanen prekären Lage Deutschlands (natürlich nicht für alle) entgegen.
 
Onkelhitman schrieb:
Denn ich bin der Meinung, dass gerade das Erarbeiten wichtig für den Lernprozess und den Verarbeitungsprozess ist. Wohingegen ich die Informationen, die nun als mit-Anhang im Buch sind, wahrscheinlich nicht mehr in Frage stellen würde. Daher ist deren sorgfältige Auswahl sowie Objektivität ein Muss. Das kann ich aber nicht beurteilen, da ich den kommentierten Teil nicht kenne. Du hast also Recht, ich muss mir erst einmal das neue Werk kaufen, um es vergleichen zu können. Er überspringt damit aber den Teil des selbst erarbeitens, indem ich wiederum das glauben muss, was dort steht und erarbeitet wurde. ;)

Nochmal: "Glauben" musst Du nichts, denn die Anmerkungen und Kommentare sind ja ihrerseits durch Verweise transparent, weiterverfolg- und daher überprüfbar, und dazu bist Du als Nutzer auch ausdrücklich ermuntert! Das ist der Kern wissenschaftlichen Umgangs mit solchen Texten. Der ist Punkt ist ja gerade, dass das Selbsterarbeiten davon profitiert, und nicht dafür hinderlich ist.
 
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Aber das spart doch nichts. Vorher musste ich den Inhalt kritisch begutachten und mir alles erarbeiten. Jetzt habe ich zwar etwas erarbeitetes, muss dies aber dann überprüfen. Ich hab nur mehr Text....
 
Ich gebs auf.

Bei möglichen Erkenntnisgewinnen geht es nicht ums Einsparen, sondern um die Erkenntnis, deren Tiefe und am Ende um die Gewissheit, dass man nach Ausschöpfung der Möglichkeiten nicht mehr weiterkommen kann. Denn bestimmte Dinge würden Dir gar nicht einfallen, wenn Dich sonst niemand darauf hinweist. Wenn Du denkst, dass Du von selbst auf alles kommst, was da zusammengetragen wurde, bitte. Illusionen können ja manchmal ganz angenehm sein. ;)
 
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rumpel01 schrieb:
Bei möglichen Erkenntnisgewinnen geht es nicht ums Einsparen, sondern um die Erkenntnis, deren Tiefe und am Ende um die Gewissheit, dass man nach Ausschöpfung der Möglichkeiten nicht mehr weiterkommen kann.
Die kommentierte Ausgabe wiegt 5,5Kg, über dreiviertel des Textes sind Kommentar.
Im wahrsten Sinne des Wortes "schwer" zu lesen.
Trotzdem, soweit ivhs mir bisher habe angedeihen lassen, nur ein dürftiger Ersatz für Originaltext+weitere Lektüre zum Thema.

Grundsätzlich halte ich Qualtingers auszugsweise Vertonung für besser geeignet und hinreichend, um sich klarzumachen, daß Hitler nicht schreiben konnte und, daß die Deutschen ihn nicht trotz, sondern wegen seiner Ausrottungs- und Herrenrassephantasien an die Macht gebracht haben.
Viel mehr gibt "Mein Kampf" einfach nicht her.
 
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