Ich fang mal mit Frage 5 an, weil man zwischen Gewährleistung und Garantie unterscheiden muss und es in der Reihenfolge am meisten Sinn macht.
5. Mf hat 2 Jahre Herstellergarantie, oder?
Man muss generell unterscheiden zwischen Gewährleistung durch den Händler und Garantie durch den Hersteller.
Gewährleistung
Die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung durch den Händler ist in Deutschland (für Elektronik) auf 2 Jahre festgelegt. Innerhalb dieser Zeit(*) steht der Händler für die Funktion der gelieferten Ware und den Austausch gerade, sofern es ein Defekt ist, der nicht durch dich selbst verschuldet ist. Wenn du selbst z.B. mit dem Schraubendreher abrutschst, und die Leiterbahnen auf dem Motherboard durchtrennst, dann ist der Händler nicht verpflichtet für dein Missgeschick gerade zu stehen.
Sofern du also nicht selbst schuldt bist, und die Ware von "alleine" kaputt gegangen ist, gilt zusätzlich folgendes:
Die ersten 6 Monate (der oben genannten zwei Jahre) liegt die Beweislast beim Händler. Das heißt er muss nachweisen, dass das die Ware den Defekt nicht schon zum Auslieferungszeitpunkt hatte. Nach den 6 Monaten erfolgt die Beweislastumkehr, und DU bist dann in der Pflicht nachzuweisen, dass die Hardware schon zum Lieferzeitpunkt einen Defekt hatte. Letzteres ist quasi unmöglich, und führt dazu, dass ... ich nenns mal Hardware-Discountern (also die, die die allerbilligsten Preise haben, z.B. Mindfactory) meist auch gebrauch von dieser Regelung machen und effektiv nur die ersten 6 Monate austauschen (was dann meist auch recht flott geht).
Alles darüber hinausgehende ist von Händlerseite aus nur Kulanz. Ich hab da z.B. gute Erfahrungen mit Alternate und Amazon gemacht, die auch nach den ersten 6 Monaten noch austauschen. Bei den Billigheimern (ist nicht böse oder abwertend gemeint) ist das einfach nicht drinn. Das gibt die Verkaufsmarge (deren Gewinne beim Verkauf) einfach nicht her.
Ich hatte z.B. im Oktober 2015 eine GTX 980 Ti bei Alternate gekauft, die pünktlich zu meinem Urlaub am 18.12.15 den Geist aufgabe (Streuselkuchenbild mit blauen Artefakten und extrem niedriger Auflösung und Bluescreens). Hab die dann eingeschickt am 24. und in der ersten Januarwoche dann eine Austauschkarte bekommen. Hier hat die Gewährleistung gegriffen.
(Hersteller-)Garantie
Für manche Produkte bietet der Hersteller (z.B. Asus, Gigabyte) zusätlich eine (freiwillige) Garantie an. Das bedeutet sie stehen dafür ein, dass eine elektronische Ware keine Probleme hat und für den Garantie-Zeitraum auch funktionstüchtig ist, sofern hier eben nicht wieder Selbstverschulden vorliegt. Diese Garantie liegt meist auch bei zwei Jahren, bei manchen Produkten aber auch deutlich höher (hab schon 5 Jahre für manche Netzteile gesehen).
Manchmal übernimmt der Händler (nach 6 Monaten) die Abwicklung mit dem Hersteller im Garantiefall. Manchmal will der Händler das aber nicht und du musst dich direkt selbst an den Hersteller wenden. Meist ist es hierfür notwendig sich selbst eine Return Material Authorization == Rücksendeerlaubnis(nummer) zu beantragen. Kurz auch RMA genannt.
Das geht meist über die Support-Seite des Herstellers. Der Austausch dauert aber recht lange. 6 Wochen würde ich im Schnitt so schätzen, kann aber auch drei Monate dauern. Kommt immer drauf an.
Ich hoffe das macht einiges klarer.
Zu deinen restlichen Fragen:
1. Nehmen wir mal an, ein Teil geht kaputt - ich weiß nicht welches - muss ich nun extra alle Teile versenden?
Nein. Es würde am meisten Sinn machen raus zu finden welches Teil defekt ist, und nur dieses einzuschicken.
2. Wenn ich wüsste, welcher Teil es wäre, müsste ich immer noch alles versenden?
Nein. Nur das Teil das defekt ist muss eingeschickt werden.
3. Wohin muss ich es versenden? Mf oder Hersteller?
Das kommt drauf an ob du Gewährleistung oder Garantie in anspruch nehmen willst und ob Mindfactory die Druchführung eines Garantieaustauschs macht. In erster Linie (Gewährleistungsfall) geht es zurück an den Händler (das wäre in diesem Fall MF).
4. Ist das ganze Versenden kostenlos?
Bei einem Warenwert von unter 40€ ist der Händler nicht verpflichtet die Portokosten zu übernehmen. Die Manche Händler machen es aber trotzdem aus Kulanzgründen. (z.B. Amazon).
Prinzipiell würde ich immer zuerst den Händler fragen, und erst wenn der sich weigert irgendwas zu tun selbst den Hersteller anschreiben. In dem dem beispielhaften Fall, dass die Gewährleistungsfrist schon verstrichen ist, aber noch Garantie besteht, würde ich mich aber direkt an den Hersteller wenden, da der Händler in dem Fall nichts mehr damit zu tun hat. Das ist nur verschwendete Zeit dann über den Händler zu gehen.
Gruß,
L666