MINT Absolventen, Jobaussicht?

gerd_mueller

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Wie schätzt ihr die Jobchancen von den s.g MINT absolventen?

hier ein bericht von 2007
Deutsche studieren am Arbeitsmarkt vorbei
http://www.welt.de/politik/article817796/Deutsche_studieren_am_Arbeitsmarkt_vorbei.html
Dabei wird Ingenieuren und Mathematikern derzeit auf dem Arbeitsmarkt der rote Teppich ausgerollt. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln kommt auf 48.000 Ingenieursstellen, die in Deutschland in diesem Jahr nicht besetzt werden können.

Wenn ich mich nicht irre, es gibt in D fast 40k arbeitslose Ingenieure. Von den Physikern/Mathematikern usw... nicht mal eingerechnet!

Das ist ja schlimmer als Bild Niveau finde ich!

2010
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690572,00.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man bereit ist umzuziehen findet man in Deutschland auch einen Job als Ingenieur, Mathematiker oder Informatiker (wenn man nicht zu schlecht ist). Zur Not müsste man eben noch 2 Semester Pädagogik machen und wär dann Lehrer.
Ich vermute mal, dass die meisten der 40k arbeitslosen Ingenieure (sofern es wirklich so viele sind) vorrübergehend arbeitslos sind. Firma A hat pleite gemacht und Firma B stellt diese zum nächsten 1. ein oder so.
 
das würd ich so nicht unterschreiben, gerade die hochgebildeten gehen nicht wegen 1 oder 2 monaten arbeitslosigkeit aufs amt. die sollten in den zahlen nicht auftauchen.
 
Von den dt. Physikern ist um die 2% arbeitslos ;) Das sind schon wenige Physiker insgesamt, ergo sehr wenige Physiker auf dem "Markt"... ;) Bei den Mathematikern ist es fast noch krasser - wenn einer da was richtig auf dem Kasten hat, findet er immer Arbeit.

Und Lehrer werden lohnt sich gar nicht, da man a) Pädagogik etc. nicht hatte und b) nur ein Fach lehren kann. Ergo lohnt es sich nicht. Besser ist es ein Wirtschaftsmathematiker zu werden und bei z.B. Price Waterhouse & Coopers etc. zu arbeiten. Da lohnt sich auch das Studium.

Und ja, viele studieren am Arbeitsmarkt vorbei. Das sind entweder Idealisten oder Studiengänge ohne große Berufsaussichten. Kunst, Germanistik, Geschichte etc. haben es generell schwerer außerhalb ihres Berufsfeldes was zu kriegen.
Als Physiker, Mathematiker kannst du dein Geld immer noch an der Börse etc. machen. Da geht es zwar nicht um Physik aber um das logische Denken und mathematische Modelle.

edit: Es wäre vielleicht ganz günstig mal zu sagen, was Mint eigentlich sein soll... Nicht jedem ist es klar, dass es dabei um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) geht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Mich würde mal interessieren wie viele Studierte eigentlich als Leiharbeiter arbeiten. Anscheinend soll es davon zehntausende geben in Deutschland. Ich verstehe junge Leute nicht, die Kunst, Philosophie oder solche Fächer studieren. Die sitzen dann auf der Straße oder eben als Leiharbeiter hinterm Laufband.
Die sollten lieber eine Ausbildung machen, wenn sie kein Mathematik oder Ingenieurstudium wollen.
Auch wichtig wären Erzieher und Pflegekräfte, aber diese Jobs stehen wegen des geringen Verdienstes schlecht da.
 
Und ja, viele studieren am Arbeitsmarkt vorbei. Das sind entweder Idealisten oder Studiengänge ohne große Berufsaussichten. Kunst, Germanistik, Geschichte etc. haben es generell schwerer außerhalb ihres Berufsfeldes was zu kriegen.

Deswegen sind diese Studiengänge an der TU Darmstadt auch nur unter Fachbereich "Sonstiges" zu finden.:lol:
 
Zumindest für Informatik kann ich den Fachkraftmangel bestätigen. Wir suchen seit Ewigkeiten nach kompetenten Informatikern zur Festanstellung. Nach einem halben Jahr erfolgloser Suche wurden dann schließlich ein paar Consultants ausgeliehen. Und die bekommen ausgesprochen attraktive Honorare, von denen man als Angestellter nur träumen kann.
Es gibt einfach viel zu wenig Informatiker mit Hochschulabschluss und entsprechender Erfahrung. Wie oben erwähnt: als Informatiker mit ein paar Jahren Berufserfahrung und Ortsungebundenheit hat man ein großes Angebot an freien Stellen.
Wer als Dipl.-Inf. arbeitslos ist, macht was falsch.
 
Ich denke von den vielen arbeitslosen ingenieuren sind davon viele die schon recht lange im Berufsleben sind, sich aber in der Zeit kaum weitergebildet haben und daher nur noch zweite Wahl sind. Denn als Ingenieur muss man nunmal immer auf dem laufenden sein, da sich der Markt und auch die arbeitsweise rasch ändert.
Und ich bezweifle dass ein durschnittlicher Arbeiter soviel wie ein Ingenieur bekommt. Klar das Einstiegsgehalt ist nicht der Oberknaller, kann aber schnell mehr werden. Beim Fabrikarbeiter eher nicht.
 
SheepShaver schrieb:
Es gibt einfach viel zu wenig Informatiker mit Hochschulabschluss und entsprechender Erfahrung. Wie oben erwähnt: als Informatiker mit ein paar Jahren Berufserfahrung und Ortsungebundenheit hat man ein großes Angebot an freien Stellen.
Wer als Dipl.-Inf. arbeitslos ist, macht was falsch.
Aber für Absolventen ohne Berufserfahrung sieht es zur Zeit trotzdem nicht so rosig aus. Nach dem Studium kann man eigentlich noch nichts und man rechnet mit einem Jahr bis ein Inf. /Ing.-Absolvent eingearbeitet ist und was einbringt. Also muss das Unternehem erstmal 100k pro MINT-Absolventen investieren.
MIt einigen Jahren Berufserfahrung hingegen hat man sehr gute Chancen was gut bezahltes und interessantes zu finden. Allerdings wird man irgendwann auch wieder zu teuer und hat dann wieder Schwierigkeiten einen Job zu finden/zu behalten.
Unternehmen suchen halt immer Spezialisten, die möglichst genau auf die Stelle passen, und wollen so wenig wie möglich bezahlen. Im Zweifelsfall such man eben länger. Aber einen Absolventen einarbeiten wollen die meisten eben auch nicht.
 
Zitat:
Zitat von SheepShaver
Es gibt einfach viel zu wenig Informatiker mit Hochschulabschluss und entsprechender Erfahrung. Wie oben erwähnt: als Informatiker mit ein paar Jahren Berufserfahrung und Ortsungebundenheit hat man ein großes Angebot an freien Stellen.
Wer als Dipl.-Inf. arbeitslos ist, macht was falsch.

Aber für Absolventen ohne Berufserfahrung sieht es zur Zeit trotzdem nicht so rosig aus. Nach dem Studium kann man eigentlich noch nichts und man rechnet mit einem Jahr bis ein Inf. /Ing.-Absolvent eingearbeitet ist und was einbringt. Also muss das Unternehem erstmal 100k pro MINT-Absolventen investieren.

Genau so erging es mehr. Nach meinem Abschluß (Dipl. Inf von einer Uni) Mitte 2009 war ich fast 9 Monate lang arbeitslos und auf Stellensuche. Von einem Mangel an Informatiker hatte ich dagegen überhaupt nicht gemerkt.

Irgendwann hatte (m)ein Chef dann wohl doch Mitleid mit mir und hat mich zu einem relativ geringen (wie er es nannte) Einstiegsgehalt von 32k als Softwareentwickler in JavaEE, Oracle, EJB 3 eingestellt. "Dazu würde es schließlich die Probezeit geben". Das war das erste ernsthafte Angebot, welches mir unterbreitet wurde und ich auch sofort unterzeichnet habe.

Im Vorfeld hatte ich vielleicht 40 bis 50 Bewerbungen geschrieben und wurde zu ca. 10 Vorstellungsgesprächen von Stuttgart bis Hannover eingeladen.
 
das ist ja nicht mal 1.7 netto im Monta. OMG
im Bereich MB ist noch schlimmer, da der Markt völlig überschwommen wird!
 
das ist ja nicht mal 1.7 netto im Monta

es sind ziemlich genau 1.7k im Monat. Aber ich bin damit zufrieden. Besser als noch länger arbeitslos zu sein. Immerhin habe ich so die Möglichkeit, erste, relevante Berufserfahrung zu sammeln. Hinzu kommt noch, dass die Atmosphäre im Team stimmt, ich viele Freiheiten genießen kann und die Arbeit sowohl interessant ist als auch irgendwie Spaß macht. Den Lerneffekt darf man auch nicht unterschätzen.

Bleibe dort vielleicht 2 bis 4 Jahre und werde mich dann nochmal woanders umschauen.
 
Ich frag mich gerade was du für Vorstellungen hast? Welche Firma zahlt jemandem der angelernt werden muss bitte ein Jahresgehalt von 60000€? Um bei deinem Beispiel zu bleiben. Welcher Fabrikarbeiter beginnt mit 1700 Netto?
Mit Berufserfahrung kommst du nach einigen Jahren auf deine 3000€ Netto. Aber als Uni-Absolvent bist du mit deiner Ausbildung zum Ingenierur eigentlich noch nicht fertig, man hat noch eine Menge zu lernen.

Und das im Bereich Maschinenbau der Markt völlig überschwommen ist halte ich auch für übertrieben. Man muss auch bedenken das während der Krise keine neue Leute eingestellt hat und deswegen recht viele Ingenieure auf dem markt sind. Aber z.B. bei der Firma wo ich Praktikum gemacht hatte war über ein Jahr Einstellungsstopp. Mittlerweile haben die mehr als 15 Stellenauschreibungen für Elektro-Ingenieure.
Und wenn du die Berufsaussichten als Ingenieur schon so düster siehst, wie würdest du denn denn die Aussichten adnere Berufszweige bezeichnen? Ausgenommen jetzt Mediziner und ein paar andere gehts glaube ich kaum besser als wenn du Ingenieur oder Naturwissenschaftler bist.
 
Ich frage mich auch was Leute so erwarten. Immerhin sind 1700 Netto jetz auch nicht so schlecht als Single.
 
Da ich im Recruiting viel mit Ingenieuren arbeite, will ich auch mal meinen Senf dazu geben.

Ein guter Ingenieur ist den Industrieunternehmen gerade in Deutschland Gold wert. Was die meisten übersehen ist, dass du als Absolvent noch kein Ingenieur bist - dan muss die Firma erst noch aus dir machen ;) Das ist immer eine Wette auf die Zukunft, nicht zuletzt weil viele Leute recht schnell zum Wettbewerber wechseln, weil der damit verbundene Karrieresprung unter Umständen größer ist als das im eigenen Unternehmen mögliche.

Je nachdem wie schnell der Ingenieur dazu lernt, Verantwortung übernimmt und sich beweist (in Managementfunkionen geht das üblicherweise schneller), kann man schon nach weniger als 5 Jahren die 100k€Marke knacken. Manche bekommen auch schon ein Einstiegsgehalt von 50kplus. Warum sind die Unterschiede so groß? Ich vermute mal, dass diejenigen sich meist schon in Praktika bei ihrem Arbeitgeber bewiesen haben, der also die Katze nicht im Sack kauft und die gern halten will, ergo ihnen ein überdurchschnittliches Angebot macht. Läuft ja bei Führungskräften nicht anders.

Was man als Student tun kann, um dem entgegen zu wirken, ist ja klar: sich von der Vorstellung verabschieden, das Diplomzeugnis macht einem zu einem fertigen Ingenieur und mindestens ein längeres Praktikum im Studium machen, ideralerweise ein zweites während man die Abschlussarbeit im Unternehmen schreibt. So sammelt man Praxiserfahrung, kann sich selbst besser orientieren wo man mal hin will, hat idealerweise ein pasr gute Arbeitszeugnisse für die Bewerbung und nicht zuletzt ein erstes Netzwerk in der Branche.

Wer hingegen meint, Fachkräftemangel + Abschlusszeugnis würden schon von alleine die Schecks ranbringen, der soll mal meinen. Ich habe noch niemanden wegen seiner Zeugnisse zum Interview eingeladen ;)
 
FidelZastro schrieb:
Wer hingegen meint, Fachkräftemangel + Abschlusszeugnis würden schon von alleine die Schecks ranbringen, der soll mal meinen. Ich habe noch niemanden wegen seiner Zeugnisse zum Interview eingeladen ;)

Zumal das Zeugnis nichts aussagt, wie gut man wirklich ist, es schaffen in jedem Studium immer einige mit guten Noten durchzuschlupfen, die eigentlich keine Ahnung haben, aber irgendwie die Prüfungen bestanden.
Zumal man auf der Uni auch nur den theoretischen Teil lernt, erst der theoretische und praktische Teil machen ein abgeschlossenes Studium vollwertig.
 
manche behaupten ja auch gern, nur weil sie studiert haben, gleich ein höheres bzw. hoher Einstiegsgehalt verdienen zu müssen. Das Preis-/ Leistungsverhältnis muss stimmen und es muss sich für ein Unternehmen rentieren, einen Mitarbeiter einzustellen.


Ja, denke meine lange Arbeitslosigkeite nach dem Studium liegt vor allem darin begründet, dass ich mich nicht schon während des Studiums um Kontakte / Netzwerke etc. gekümmert hatte und sich meine nebenberuflichen Jobs nicht unbedingt mit dem Studium gedeckt haben. Ich war fast 4 Jahre lang "Computerhausmeister" und Webentwickler an einer Schule. Das ist natürlich keine nennenswerte Berufserfahrung, mit der man Interesse bei Unternehmen und Personalern wecken kann.
 
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