Musikindustrie mal anders....

F!o

Admiral
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Okt. 2004
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Hi,

Muss euch von meinem Erlebnis berichten.
Ich war gestern auf einem Konzert in München,
Hatte danach noch die Gelegenheit mit einer der Bands zu sprechen.
Ich wollt mir gleich die CD von Ihnen vor Ort kaufen, jedoch hatten sie keine mehr dabei.

Ich hab also gefragt wieviel sie denn pro verkaufter CD bekommen....
Glatte 50 CENT.
Find dass echt ne Frechheit.
Natürlich war dass noch keine soo berühmte Band, jedoch haben sie gesagt ist es bei anderen bekannteren Kollegen auch nicht anders.
Die Künstler bekommen nur rund 50 cent bis 2€

Ich hab mich mit Ihnen dann darauf geeinigt dass ich ihnen 10 € gebe und mir die CD ausm Internet saug.
Sie waren Glücklich, ich war Glücklich.

Da sieht man mal wieder wie Heutzutage die Bands ausgenommen werden, un die Musikindustrie verdient sich ne goldene Nase.
 
Genau das sind die Gründe weswegen ich die Musikindustrie nicht mag. Die regen sich über illegale Downloads auf und sind im Endefekt selber die Verbrecher. 2 € Pro CD? Davon kann man doch nicht wirklich leben.
Das grenzt schon fast an Sklavenarbeit. Sorry, wenn ich direkt bin, aber ist doch irgendwie so. Das ist ein Hungerlohn. Traurig:(

Gruß Andy
 
Außerdem verstehe ich den Titel des Threads nicht so ganz. Wieso "mal anders"? Das ist doch schon seit Jahren so, dass die Künstler nicht wirklich was abbekommen, zumindest die kleinen. Und Leuten wie Britney Spears wird dann das Geld gleich bündelweise vor die Haustüre geschmissen. Ist ja klar, dass da nicht viel übrig bleibt für den großen Rest.

Das beste, was man da machen kann, ist die CDs gleich bei den Künstlern selbst zu kaufen. Das geht halt leider nur sehr sehr selten. Oder eben wie F!o. Finde ich übrigens echt eine geniale Idee.
 
Nicht nur den Spot auf RTL, die Plattenfirma Produziert ja das Album, Studio Miete, Werbung in Zeitschriften u.s.w.
Ausserdem bekommen Künstler ja nicht nur diese je €0.50 - 2.00 von jedem Album, sondern ja einen vorher vereinbarten Festbetrag.

Ich denke da mal nur an R.E.M. die sich seinerzeit für was weiss ich wieviele Millionen $ an Warner verkauft haben, für 3-4 Alben. ;)

Wenn man erstmal richtig bekannt ist und in den Charts war, bekomt man auch die dicke Kohle.
Und das eher unbekannte Bands wesentlich weniger bekommen, weil die Plattenfirma damit ja auch nicht viel verdient, dürfte eigentlich logisch sein. ;)

Die Plattenfirmen und Musiker produzieren Musik ja nicht nur um der Musik willen, sondern um unserer Kohle wegen. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Gefälle zwischen Geld verdienen und kein Geld verdienen ist im Musikerbereich extrem steil und kurz (wenn man da überhaupt von einem Gefälle reden kann).

Viele Bands bezahlen auch dafür mit goßen Bands Sach´ auf Tour zu gehen, rein des Image wegens (bei Fans und eventuellen Sponsoren/Labels). Man muß mal hinter die Kulissen blicken und es wird immer dreckiger ...
als Künstler zahlst du dich erstmal zu Tode und bist froh wenn du nach nem kleinen Gig was zu fressen und ein paar Bier bekommst. Und das bleibt entgegen der landläufigen Meinung sehr sehr lange so wenn man nicht immens Dusel hat.
 
Natürlich sind 50 Cent nicht viel aber auch nur wenn man wenig verkauft...wenn man zB wie Juli oder so ein paar j´hunderttausend Alben verkauft, ist das ne Menge Geld, von den ganzen Stars aus Übersee mal ganz zu schweigen.

Bands verdienen ja sowieso weniger weil die die Kohle ja noch teilen müssen.

Die Welt is hart und ungerecht. :)
 
@ShaÐe45:
Also darum geht es doch nun wirklich nicht. Es ist doch schon irgendwie merkwürdig, dass von einer CD, die 18 oder 19 oder teilweise sogar noch mehr Euro kostet, derjenige, der am meisten dazu beigetragen hat, nur 50 Cent oder vielleicht mal nen Euro bekommt! Wo ist denn da bitte die Relation?
 
ShaÐe45 schrieb:
Die Welt is hart und ungerecht. :)
Und mehr gibts dazu eigentlich auch gar nicht mehr zu sagen, ist zwar ne Phrase hoch 10 aber stimmt in allen bereichen des Lebens immer wieder. :)

@sunny-side_down
Weil die Plattenfirma erstmal die Produktionskosten wieder reinbekommen will/muss?
Man weiss ja auch gar nicht wie die Verträge aussehen, vielleicht bekommen die wenn sich die Produktionskosten amortisiert haben ja pro Album mehr kohle. ;)

Ausserdem ist von der Plattenfirma bis zum Händler deiner Wahl mindestens ein Zwischenhändler involviert der auch was verdienen will.

Man darf nicht nur diesen einen Aspekt der Geschichte sehen sondern das gesamte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gonzo71 schrieb:
Und mehr gibts dazu eigentlich auch gar nicht mehr zu sagen

Hm, okay, wenn man sich auf diesen Standpunkt stellt, dann können wir das ganze Forum gleich dicht machen. Rechner stürzt ab => tja, die Welt ist halt ungerecht.

Ich finde dieses Thema durchaus diskussionswürdig. Vielleicht findet sich ja auch jemand, der die MI hier verteidigen will, und schon haben wir einen Dialog. Könnte ja auch passieren.

@Gonzo71:
Mir ist schon klar, dass andere Leute auch was dran verdienen müssen und dass die Werbung usw. Geld kostet, klaro. Aber die Herstellungskosten von einer CD mit einer Auflage von sagen wir mal 10.000 Stück sind heutzutage doch wirklich lächerlich. Und der ganze Rest geht dann nur für Zwischenhandel etc. drauf?
Ich verstehe das nicht so ganz. Irgendjemand muss doch da beträchtliche Mengen Geld verdienen, oder etwa nicht? Der Künstler ist es auf jeden Fall mal nicht.
 
Um diese Frage zu beantworten bräuchten wir hier jetzt wirklich jemanden aus der Musikindustrie, sei es von ner Plattenfirma oder einer/m Band/Künstler. ;)

Am besten eine Band/Künstler die/der bekannt ist.
 
Jep, anders wird´s wohl schwer möglich sein.
Ich kenn´ mich zwar ein wenig damit aus, aber wie´s mit CDs verkaufen + komplette Produktionskosten und Vertragsbildung aussieht, da muß ich leider passen.
 
Ich glaube, so detailliert muss das auch gar nicht sein. Die Plattenfirma muss halt einen Vorschuss für die Produktion und die Werbung leisten, dann will sie natürlich auch noch was dran verdienen, ist ja klaro (und auch gut!). Dann kommen die Händler (Zwischenhändler, tatsächlicher Verkäufer), die GEMA muss auch bezahlt werden. Dass man eine komplett neue CD nicht für 8 Euro verschleudern kann, ist mir durchaus bewusst und damit habe ich auch kein Problem (ich besitze weit über 300 Original-CDs, Tendez steigend).

Ich sehe halt nur nicht ein, wieso ich für eine CD 19 Euro bezahlen soll, an der nix dran ist außer einem stinknormalen Jewel-Case und einem vierseitigen Booklet.

Bestes Gegenbeispiel: die aktuelle CD von Bolt Thrower. Kommt in einer limitierten Digipak-Version daher mit Bonustrack und aufklappbarer Verpackung. Der Spaß hat mit 14,99 Euro im Laden gekostet. Das bin ich ohne mit der Wimper zu zucken auch bereit zu zahlen.

Seht ihr mein Problem? Es geht ja anscheinend auch anders. Dass von den 15 Euro die Band selber auch nicht viel abbekommt, ist mir natürlich auch klar. Aber ich wäre auch bereit, 16 Euro zu löhnen, wenn die Band die Differenz noch bekäme. Und dann sind wohl alle zufrieden, oder?
 
Die Kosten für ein Studio können gerne auf die 20 000 Tacken zugehen, das darf man auch nicht vergessen. Die Plattenfirma trägt das Risiko wenn die Platte floppt. Selbst wenn die PF 15€ pro CD wirklich VERDIENEN würde (was äusserst realitätsfremd ist ;) ), müssten immer noch 1333 verkauft werden um nur das reinzubekommen.

Bevor man da also spekuliert und sich mit weniger Info zufrieden geben will, sollte man lieber genauer hinschauen und versuchen sich wirklich zu informieren. Sonst ist das alles etwas pointless. ;)
 
Ist doch ein offenes Geheimnis, dass die Künstler nicht an Platten und CDs verdienen, sondern an Auftritten und Merchandise-Artikel. Den größten Brocken schlagt wie immer der Handel auf, hier kann man gut und gerne mit 50-70% rechnen.

Dennoch schadet Filesharing allen: auch den Musikern und gerade kleine Labels.
 
Loopo schrieb:
Den größten Brocken schlagt wie immer der Handel auf, hier kann man gut und gerne mit 50-70% rechnen.
Da ich in nem Laden arbeite wo auch CDs verkauft werden kann ich dir sagen, falsch. ;)
Eine CD kostet schon im Einkauf zwischen €12-15, ohne MwSt.
 
Hauptproblem ist die Werbeindustrie. Sicher muß die auch leben. Aber das nimmt überhand.
Musik muß weder schön noch beliebt sein um gekauft zuwerden. siehe Cracia.

Wenn man den Künstlern, wie auch allen anderen "Superverdienern" einen max. Verdienst gestattet, wurden die CD-Preise fallen. Im Gegenzug darf jedes Unternehmen nur einen gewissen Umsatz erwirtschaften. Alles andere würde dem Staat zugeführt werden, oder müsste invistiert werden.

Ok ist Wunschdenken und passt nicht hier her, musste aber mal gesagt werden.
 
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