NAS+Raid mit Plattenwechsel als backup-System

AitschPi

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Eigentlich steht alles schon in der Überschrift, wahrscheinlich aber zu komprimiert um verständlich zu sein. Daher hier noch einmal eine ausführlicherer Gedankengang:

Ich will ein Backupsystem schaffen, welches in meinem kleinen Büro die regelmäßige Prozedur des anlegen vereinfacht. Bislang mussten die regelmäßigen Backups manuell angeschoben werden. Ok, innerhalb des Netzwerkes gibt es überall die Daten mit Raid gespiegelt und ich kopiere die wichtigsten Daten von einem System zur Sicherheit auf jeweils andere Systeme. Ein wirkliches Backup erfolgt aktuell noch manuell. Die Backupdatenträger in Rotation werden jeweils sicher weggeschlossen. Ich will das Backup schon sicher unabhängig vom laufenden System irgendwo liegen haben, falls einmal...

Nun zu meiner Idee:
Ich hatte daran gedacht, dass ich ein NAS mit Raid und hotswap betreiben könnte. Dorthin kopiere ich die wichtigen Daten, die ich sichern will über das Netzwerk per Skript oder manuell. So steht dann das NAS da, auf dem die zu sichernden Daten jeweils auf beiden Platten gespiegelt liegen.
Nun wollte Ich die eine Platte im laufenden NAS entfernen (daher hotswap) und als Backup weglegen/einschließen.
Aus der Backupablage entnehme ich dann eine andere Platte, um dann diese in den leeren Laufwerksschacht zu schieben (Rotation). Via Raid sollte nun das System eine Kopie des aktuellen "Ist-Zustandes" im Rahmen der Wiederherstellung des RAIDs schaffen. So hätte ich dann dank Raid jeweils den aktuellsten Stand auf dem NAS. Dorthin kann per Skript oder manuell jederzeit das kopiert werden, was ausgelagert werden soll. Das bleibt dann auch auf der 1. Platte stets aktuell. Die 2. Platte rotiert dann mit der "weggeschlossenen Ablage".
Und sollte mal etwas ausfallen, kann ich die jeweils nicht genutzte Platte per SATA/USB irgendwo anschließen und habe plattformunabhängig die aktuellen Daten verfügbar - und das ohne langes restore über Bänder und so...

Ist der Gedankengang jetzt nachvollziehbar? Ich will ein NAS nutzen, um da bequem die 2. Platte wechseln zu können, die mherfach existiert und von der eine dann wieder jeweils per RAID von der ersten Platte aus automatisch wiederhergestellt wird.

  1. Ist das möglich bzw. da ja sicher fast alles möglich ist, kann ich das einfach ohne viele Programmierkenntnisse und so mit aktuellen NAS-Systemen machen? Oder hat mein Ansatz einen gedanklichen Systemfehler?
  2. Ich habe ein QNAP TS-239 Pro II ohne viel Aufwand verfügbar. Ist das damit einfach umsetzbar? Geht das "einfach so" oder muss da viel umprogrammiert/installiert werden?
  3. Wenn das bei einem anderen System "besser" funktioniert, weil dieser Gedanke direkt umsetzbar ist, freue ich mich über einen alternativen Vorschlag für ein anderes System bis max. 500EUR (ohne Platten).
 
Das wird wohl nicht funktionieren. Im laufenden Betrieb abziehen ist sowieso keine gute Idee - da müsstest du das NAS auf jeden Fall herunterfahren - sonst kann es sein, dass nicht alles sauber auf der Platte liegt.

Und wenn du dann die Ersatzplatte einschiebst, wird es diese vermutlich komplett überschreiben. Dauert also ewig. Einfachgesagt: Keine gute Idee. Wie du solch ein Backup dann noch verwenden willst, ist nochmals eine Frage.

Da würde ich eher mehrere USB Platten nehmen und die Daten jeweils da drauf kopieren (synchronisieren) und sie dann wegschliessen.
 
Natürlich funktioniert das, wie der TO schon geschrieben hat: HotSwap

Und auch die Wiederherstellungsdauer sollte bei guten Systemen bei wenigen Stunden liegen. Es handelt sich ja um ein einfaches Raid 1, also nichts komplexes, bei dem viel berechnet werden muss.

Der TS-239 Pro II kann z.B. schon alles, was du benötigst (ohne mich jetzt ausführlich damit beschäftigt zu haben). Infos wie lange das Wiederherstellen dauert, habe ich aber keine gefunden. Je nachdem müsste man das selbst testen. Einfach mal ein Raid 1 erstellen, mit Daten füllen, im laufenden Betrieb eine Platte entfernen, Daten auf dem NAS verändern und die Platte wieder rein. Das ganze sollte in ein paar Stunden erledigt sein.
 
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Bedenke aber, dass in diesem Szenario stets die komplette Platte wiederhersgestellt wird, nicht nur der beschriebene Bereich (es sein denn, du benutzt ein Raid1 auf Dateisystemebene). Das beansprucht die Backupplatte gehörig und dauert, je nach Größe der Platte, recht lange.

Falls das NAS auch Spiegel mit mehr als zwei Platten anbietet, könntest du ein 3-Platten Raid1 aufsetzen. So hast du auch dann noch Redundanz, wenn die Backupplatte nicht im System steckt und während einer Wiederherstellung dürfte das Raid dann auch deutlich ansprechbarer sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mag halbwegs funktionieren, aber es ist auf keinen Fall eine saubere Lösung und auch nicht die Idee von RAID1. Wie gesagt, wenn du einfach mal im laufenden Betrieb die Platte herausziehst, kann es sein, dass das Dateisystem inkonsistent ist. Im schlimmsten Fall hast du dann ein Backup mit Dateisystemfehlern - vermutlich in der Regel nicht gravierend, aber...

Und eben, ein Abgleich geht je nach Plattengrösse mehrere Stunden. In Theorie gibt es bei Linux ja write intent bitmap, aber, dafür müsstest du vermutlich von Hand dahinter, was beim NAS eher nicht geht und daher immer alles komplett beschreibt.
Bei 2TB wirds wohl um die 5-6 Stunden gehen. Was bei einer normalen Synchronisation auf Dateiebene je nach Datenaufkommen / Veränderungen vielleicht 5-30 Minuten geht.

Achja, und das geht eben genau nicht:
Und sollte mal etwas ausfallen, kann ich die jeweils nicht genutzte Platte per SATA/USB irgendwo anschließen und habe plattformunabhängig die aktuellen Daten verfügbar - und das ohne langes restore über Bänder und so..

An einem Linux System oder via Linux Live CD kannst du darauf zugreifen (Kenntnisse vorausgesetzt) - aber, von Windows/Mac, grundsätzlich nicht.
 
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Das QNAP TS-239 Pro II könnte deine Lösung sein.

Ich würde die Daten primär dort lagern und das NAS so programmieren, dass es z.B. Nachts ein Backup auf eine via USB oder eSATA angeschlossene externe Festplatte macht.

Diese kannst du dann morgens wegschließen.

Dann hast du dein Backup.
 
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Tarnatos schrieb:
Das QNAP TS-239 Pro II könnte deine Lösung sein.

Ich würde die Daten primär dort lagern und das NAS so programmieren, dass es z.B. Nachts ein Backup auf eine via USB oder eSATA angeschlossene externe Festplatte macht.

Diese kannst du dann morgens wegschließen.

Dann hast du dein Backup.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ;)

Hat er absolut recht.
 
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