Neuausrichtung Homeserver / NAS

TheMonky

Cadet 4th Year
🎅Rätsel-Elite ’08
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Hallo zusammen,

ich brauche mal ein bisschen Schwarmwissen, weil ich mit meinem Setup nicht weiterkomme.

Meine Heimnetzwerk ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen. Ich habe vor einigen Jahren mein Synology DS215j gegen ein QNAP 364 getauscht. Das Synology habe ich dann aus dem Keller gezogen, weil ich angefangen habe, mit einem Dell Wyse und Proxmox rumzuspielen und mir der Platz für Videos ausging.

Jetzt kam das Upgrade meines Desktops, bei dem eine AM4-Plattform (Ryzen 5600) übrig ist. Die wollte ich als neuen Server einsetzen, aber ohne iGPU etwas umständlich und passt nicht in mein Ersatzgehäuse. Zweiter Gedanke war mein Werkstatt-PC (i5 7500), der grundsätzlich zur Verfügung stünde.

Jetzt habe ich wochenlang hin- und her überlegt und komme zu keiner idealen Lösung. Deshalb seid ihr gefragt.

Also zur Hardware:
  • Synology 215j mit 2x 3TB Desktop-Platten
  • QNAP 364 mit 2x 4TB WD Red im Raid 1, Lesecache irgendeine ausrangierte SSD
  • MSI B550 Gaming Plus ATX mit Ryzen 5600 & 32GB DDR4
  • MSI B150M Mortar µATX mit i5 7500 mit iGPU & 8GB DDR4
  • Alles verkaufen und einmal gescheit machen, wobei ich die Platten angesichts der Preise aktuell weiterverwenden möchte. Bis auf den Speicher alles nicht mehr viel Wert, deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, den RAM weiterzuverwenden? Hätte auch noch 2x2x16GB DDR5 und 2x8GB / 1x16GB DDR4-SoDIMM rumliegen, falls das bei der Planung hilft. Budget sollte sich sich da im Rahmen halten / mit dem Verkauf abgedeckt sein - hängt natürlich auch davon ab, was eine Neuausrichtung bringt. Lautstärke / Platzbedarf egal.

Nutzung:
  • Fotos, Dokumente bereitstellen / sichern
  • Videos per Jellyfin auf TV, Tablet und Handy streamen - QuickSync?
  • Docker mit pihole, paperless ngx, spoolman, jellyfin, jellyseer, arr*-apps
  • Homeassistant mit aktuell 700 Entitäten, Tendenz steigend
  • Backup mache ich sporadisch auf eine externe 4TB, die dann woanders lagert. Demnächst noch auf MDISC, wenn ich die Hardware bekomme.

Softwareseitig bin ich offen. Ich hab Proxmox im Betrieb. OMV, unraid, TrueNAS habe ich ausprobiert, wobei mit unraid am besten gefällt, aber eigentlich nach der Lizenzumstellung für meine Zwecke zu teuer ist. Mit OMV bin ich nicht ganz warm geworden, da würde ich mich noch eher in TrueNAS einarbeiten wollen, das hat mir besser gefallen.

Also meine Fragen: Welcher Weg ist langfristig sinnvoll? Stromverbrauch hat nicht die oberste Priorität (20W vs. 30W wäre mir jetzt egal). Welches Dateisystem ist für meine Zwecke sinnvoll? Falls komplette Neuausrichtung, mit welchen Komponenten (N100?)?

Grüße
 
Für den angedachten Einsatzzweck alles verscherbeln und einen TinyPC nutzen. Sehe da nichts, was viel Leistung benötigt.

Auf meinem steinalten NUC6 läuft
  • Home-Assistant mit derzeit 1.773 Entitäten
  • Music-Assistant
  • AppDaemon
  • pihole
  • mySQL
  • Deconz
  • mosquitto
Auf meinem Synology DS220+
  • Plex
  • Jellyfin
  • Paperless ngx
  • Calibre
  • Immich
  • SurveillanceStation

Wenn du Jellyfin auf dem QNAP laufen lässt reicht doch ein N100/150 locker aus für die restlichen Dienste.
 
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Vermutlich würde ein DXP2800 komplett reichen. 2SSDs für Docker und co und 2x HDD Slots.
Gibt ja aber noch mehr Alternativen.
Ich hab Files und Services gerne getrennt und würde halt, falls transkodieren ein Thema ist, einen neueren Intel bevorzugen.

Du brauchst ja eigentlich das NAS nur als Storage, wenn alles andere auf einen minipc, wie von @SaxnPaule vorgeschlagen läuft
 
Du hast ein paar Dienste die - wenn sie mal down sind - Problematisch sein könnten.
Daher würde ich an deiner Stelle 2 Systeme bauen.

Eines mit wenig Power für die wichtigen Grunddienste wie piHole, HomeAssistant, Datengrab was aber nicht dem Bastetrieb zum Opfer fällt.

Dann ein System mit mehr Power auf dem du dich ausleben kannst mit Docker Container, Plex/Jellyfin und co.
 
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Ich würde es auch über zwei Systeme lösen, wichtige Dienste auf einem Server und als Datengrab einen zweiten Server. Du müsstest halt nur sehen in welchem Leistungsbereich sich die Hardware bewegen müsste. Das kannst du aber ja ganz gut abschätzen auf Grundlage deiner jetzigen Hardware.
 
Der 5600 hat keine iGPU und wenn sich die Firmware des Mainboards an Standards hält, dürfte das System ohne zusätzliche GPU nicht booten. Zudem säuft der 5600 im Idle und bei stehenden HDDs sind das tendenziell >30W im Idle ohne dGPU (die AM4 APUs bekommt man schon nur auf 20..25W im Idle).

Für die Idle-Leistung wäre der Intel 7500 besser, auch wenn das Ding weniger Rechenleistung bietet. Es sollte halt locker reichen für ein Heimnetz wo sowieso maximal 2.5GBe an Netzwerk installiert ist.
Streaming in Reencoding ist Imho recht sinnlos. Wenn auf dem Gerät sowieso komprimierte Filme liegen, kann einfach die Datei direkt ausgeliefert und wiedergegeben werden. Billo Smartphones verkraften 4K HD ja problemlos, da Ressourcen auf Reencoding zu werfen sehe ich nicht.

Der AlderLakeN wie dir vorschwebt bringt weder in der Quad noch Oktacoreversion etwas. Dein i7500 ist schneller als der N100 und hat grob 70% der Leistung eines N305. Für 30% Leistungsdifferenz Geld ausgeben halte ich für sinnlos, außer du befürchtest, dass die bestehende Hardware demnächst das Zeitliche segnet.

Einzig würde ich dem i7500 mehr RAM spendieren. Aber DDR4 hast du anscheinend im AM4-System ausreichend.

Grund für eine Neuanschaffung hast du eigentlich nur, wenn du ECC benötigst/willst, oder nicht nur Dienste sondern konkrete Lastfälle benennst. Für ein Einzelnutzer der ab und an was aus der Kiste macht und 4..5 Datahordern in der Familie mit wenig Geduld liegen dann doch Welten ;)


@umax1980
Welchen Zweck sollen bitte zwei Systeme haben? Im Heimnetz ist die Isolierung zwischen den Systemen selten besser als die Isolierung, die man zwischen verschiedenen Diensten auf einer Linuxkiste erreichen kann[1].
Auf dem Server ein Dienst samt eigenen Nutzer einrichten für den Backupserver, der exklusiv ein Mountpoint bekommt. Alle anderen Dienste können dann auf die Daten nicht zugreifen.

[1] Geht auch unter Windows, aber Imho ist das reichlich umständlich.
Ergänzung ()

TheMonky schrieb:
Homeassistant mit aktuell 700 Entitäten, Tendenz steigend
WTF? :)
 
Piktogramm schrieb:
Entitäten != Geräte
Je nachdem, was man in HA alles integriert, kann schonmal ein einziges Gerät sehr viele Entitäten mitbringen.

Mein 3D Drucker stellt in HA 66 Entitäten bereit. Meine Heizanlage 53.
Eine einzelne Entität kann wiederum unzählige Attribute besitzen.

Ich habe 481 Geräte integriert, welche in Summe 1.773 Entitäten bereitstellen.
 
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Danke für das Feedback soweit, wirklich sehr hilfreich für mich. :)

Als ich mich vor einiger Zeit zum ersten Mal mit Docker beschäftigt hatte, war die Integration im QNAP nicht wirklich toll / funktionsfähig, sodass ich den Weg über den Dell Wyse gegangen bin. Bisher hab ich da nicht nochmal reingeschaut, kenne aber inzwischen meinen Bedarf auch deutlich besser.

Dann wäre eine mögliche Variante, beim QNAP zu bleiben, dort HASS, pihole und paperless laufen zu lassen und die Spielewiese auf einen Mini-PC auszulagern.

Was wäre da zu empfehlen? Der Dell ist mir auf jeden Fall zu schwach, da hatte ich mal mit Windows in einer VM gespielt und das hat keinen Spaß gemacht.

€: Klar, oder den 7500 als Spielewiese. Der kann die 32GB vom AM4 haben.

Zu HomeAssistant: Alleine das Balkonkraftwerk hat 100 Entitäten, geht also schnell. Eine Entität bedeutet ja nur sowas wie "Aktuelle Leistung: 100W".
 
Windows war nicht in deinen Anforderungen aufgeführt.

Wenn du VMs mit grafischer Oberfläche möchtest ist mit einem TinyPC natürlich nicht viel zu reißen.

Du musst überlegen, welches Gerät und welche Services 24/7 verfügbar sein sollen/müssen und die Hardware darauf optimieren.

Eine Spielwiese läuft nicht 24/7 und muss somit nicht zwangsläufig super energieeffizient sein.
 
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TheMonky schrieb:
Was wäre da zu empfehlen? Der Dell ist mir auf jeden Fall zu schwach, da hatte ich mal mit Windows in einer VM gespielt und das hat keinen Spaß gemacht.
Das ist natürlich, wie @SaxnPaule schreibt, ne ganz andere Hausnummer.
Die Spielwiese solltest du definieren.
Meine sind ein 4500g in nem Gigabyte Tiny PC und ein N305 auf dem grad nur ein Linux mit Dashboard Anzeige rennt (ein Raspy 2w zero war leider zu schwach).
Der Nuc mit Proxmox rennt seit 3 Jahren produktiv ohne ein Problem, selbst die SSD ist quasi noch frisch.

Hier mal ein Bild meiner Dienste:
1769695234238.png
Immich hat am Anfang etwas gerödelt, aber wenn alle Bilder mal drin sind...brauch das das keine Leistung mehr.
 
Hab's nicht aufgeführt, weil es nur zum spielen war. Hat mir halt nur die Limitierungen gezeigt.
 
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Mal eine Frage:
Machst du keine Backups? Oder ist das anders geregelt?

Ich würde auch 2 Systeme (kritisch/unkritisch) + backup fahren. BackupNAS könnte aber je nach bedarf 1-2 wöchentlich aufwachen und syncen.
 
TheMonky schrieb:
Nutzung:
  • Backup mache ich sporadisch auf eine externe 4TB, die dann woanders lagert. Demnächst noch auf MDISC, wenn ich die Hardware bekomme.
Meine Backup-"Strategie" geht im Eingangspost zugegebenermaßen etwas unter.
 
Ich habe aktuell folgendes setup, mit welchem ich zufrieden bin:

Hypervisor:
Lenovo M920x mit 8700T, 64GB RAM, 10GBit NIC
Ca. 15W Verbrauch - Darauf Proxmox

Fileserver:
Gigabyte MC12-LE0 Mainboard (AM4 mit IPMI), 4650G (im Backup Server 3500X), 128GB ECC DDR4, 10GBit NIC, 4x16TB + 2x Optane P1600X 118GB für Metadaten
Ca. 50W idle mit TrueNAS Scale - VM mit PBS

Den fileserver kann ich auch mal abschalten, der Hypervisor läuft 24/7.
Ich wollte einen All-in-One Server, aber das waren zu viele Kompromisse und nicht wirklich sparsamer.
 
thrawnx schrieb:
WTF, wie kommt man auf 481 Geräte? Hochhaus nur für dich und alles smart?
250qm auf 3 Etagen + Garten.

65 Bosch Aktoren für Rollläden, Rauchmelder, Thermostate, FBH.

Ca. 70 smarte Leuchtmittel/Lampen (Allein schon die Sputnik Lampe in der Diele hat 8 x E27 RGBW drin)

Jede Menge Sensoren, Fensterkontakte, Steckdosen.

Dazu dann noch diverse Drucker, Zisternen, Fernseher, AVRs, etc.

Typischer Nerd eben ;)
 
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Piktogramm schrieb:
@umax1980
Welchen Zweck sollen bitte zwei Systeme haben? Im Heimnetz ist die Isolierung zwischen den Systemen selten besser als die Isolierung, die man zwischen verschiedenen Diensten auf einer Linuxkiste erreichen kann[1].:)

Du hast den physischen Host und Desaster Recover Szenarien vergessen.

Wenn Grunddienste die für die Funktionsweise der esamten Umgebung abrauchnen oder ein sehr komplexes System mal wiederhergestellt werden muss wirds spannend.

So ein TrueNas, ZFS oder eine komplexere Proxmox Umgebung ist weder sau schnell recovered noch kann man dann Downtimes bei Wartungen minimieren.
Das kann auch zuhause frustrierend werden.

Darum, entkoppeln einiger Dinge. Gerade wenn spielerein involviert sind wo ab und an Hardware und Bios Settings verändert werden müssen.

Heute bisschen Hardware Passtrough, morgen Ram nachrüsten - man weiss ja nie.
 
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