Input-Lag
Die Verzögerung vom Zeitpunkt, zu dem ein Bild in den Fernseher hineingeht, bis zum Zeitpunkt, wann dieses Bild tatsächlich auf dem Bildschirm zu sehen ist. Der Fernseher muss das Bild auf vielfältige Art und Weise aufbereiten: Skalieren auf die Panelgröße, ggf. Deinterlacen, ggf. Zwischenbilder berechnen, Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur, Schärfe einrechnen und letztendlich das Bild an das Panel übertragen. Alle diese Dinge kosten Zeit.
Diese Zeit spielt in zwei Fällen eine gravierende Rolle. Erstens wenn der Ton über einen anderen Weg ausgegeben wird (z.B. direkt vom BluRay-Player an die Surround-Anlage). Dann kann es sein, dass der Ton, der ja praktisch keiner Verzögerung unterliegt, zu früh zu hören ist. Ist der Input-Lag sehr groß (>50ms), kann es sein, dass dann der Ton nicht mehr als synchron zum Bild empfunden wird. Hier bieten aktuelle Surround-Verstärker die Möglichkeit, den Ton künstlich zu verzögern. Diese Funktion wird meist als "Lip-Sync" oder ähnlich bezeichnet. Hat ein Fernseher einen Tonausgang, dann ist dort i.a. schon die korrekte Verzögerung aufgerechnet. Es kann also Sinn machen, den Ton über den Fernseher anstatt direkt vom Player zur Surround-Anlage zu leiten. Allerdings reichen nicht alle Fernseher alle Tonformate durch. Leider wird aus Mehrkanalton über diesen Ausgang dann oft nur noch Stereo.
Ein weiterer Fall entsteht, wenn mit dem Fernseher Videospiele gemacht werden. Die Verzögerung bedeutet, dass man die Auswirkungen der eigenen und gegnerischen Aktionen erst verspätet sieht. Eigene Bewegungen, und sei es nur das Bewegen der Maus auf dem Desktop, wirken dann träge. Man reagiert auch viel zu spät weil man alle Aktionen des Spiels und der Gegner zu spät sieht. Speziell hierfür bieten fast alle aktuellen Fernseher einen Spielemodus an, bei dem viele Bildberechnungen deaktiviert werden, um einen kürzeren Input-Lag zu erreichen. Allerdings bedeutet das, dass gewisse Bildoptimierungen für Spiele nicht zur Verfügung stehen. Man sagt, dass ein Input-Lag bis zu 30ms kein Problem ist, und bis 100ms nur bei sehr guten und schnellen Spielern negative Auswirkungen hat. Wer viel spielen will, sollte beim Kauf seines Fernsehers aber auf den Input-Lag achten. Leider wird dieser Wert praktisch nie vom Hersteller angegeben und auch nur in manchen Testberichten ermittelt. Insofern ist es oft schwer, an diese Information zu gelangen.
Den Input-Lag messen kann man, indem man z.B. das Bild einer Computerstoppuhr (auf 1/100s genau) auf dem zu messenden Fernseher und parallel auf einem Monitor, dessen Input-Lag man schon kennt, laufen lässt. Macht man nun ein Foto von diesen beiden Bildschirmen, kann man die Zeitdifferenz der beiden Bildschirme auf dem Foto ablesen, denn diese zeigen unterschiedliche Stände der Stoppuhr an. Der Input-Lag des Fernsehers ist dann die Summe aus dem (bekannten) Input-Lag des Testmonitors und der Zeitdifferenz vom Foto.